XJ •A'ib , / Jahresbericht über die Fortschritte der Agriculturchemie mit besonderer Berücksichtigung der Pflanzencheniie und Pflanzenphysiologie NEW YORK lieiaiisgegeben ßOTANiCAL QARDEN Dr. Robert Hoflfmann, Uocent der Agrikullurchemie am Prager Polytechuicnm, Chemiker und Mitglied der k. k. patr. Ökonom. Gesellschaft im Königreich Böhmen, Mitglied des böhmischen Gewerbe- Vereins, des naturwissenschaftlichen Vereins „Lotos", der Societe centrale d'agricultiire de Belgiijue, des landwirlhschaftlichen Vereins für Rheinpreiisseu etc. Sechster Jahrgang. 1863-1864. Mit einem vollständigen Sach- und Namen -Register. BERLIN. Verlag von Julius Springer. 1865. Erste Abtlioihing. Der Bodeu. BOTANiCAL QAkDEN Bodenbildung. Um sich üinigermassen Kcnnlniss über die Grösse der wiikung Wirkung einiger Pflanzen auf die Zersetzung der Gesteine zu am cue verschaiFen, stellle Dietrich nachstehende Versuche an, bei Versetzung welchen einige Pflanzen in gepulvertem, unvervvitterlem Gesteine wuchsen, und die demselben entnommenen und löslich gewor- denen iMineralstoffe ermittelt wurden. Das hierzu verwendete Bodenmaterial war grob gepulverter Basalt und Buntsandstein, welche in einzelne Gefässe gefüllt wurden. Jedes der Gefiisse enthielt 9 Pfund Bimtsandstein, bzw. 11 Pfuud Basalt, welche vor ihrer Eiufüllung mit destillirtcm Wasser gut aus- gelaugt worden waren. Die Gefässe wurden nicht voll bis an den Rand, sondern bis V-i Zoll unter den Rand angefüllt, und nachdem die Ein- ^O saat geschehen, so lang bis die Kciini)flänzchen die Ilühe des Gefäss- CT5 raudes erreicht, mit Filtrirpapicr bedeckt gehalten; von da an aber CD CO C3 wurde diese Bedeckung entfernt, und statt deren der Boden mit Watte bedeckt, und der Raum zwischen Pflanzen und Gefassrand sorgfältig ausgestopft, so dass das Eindringen von Staub aufs Beste vermieden ^~^ wurde, ohne das Eindringen der atmosphärischen Luft zu verhindern. I — ^ Die Wattdecke wurde nur bei dem Begicsscn des Bodens an einer Stelle gehoben. Alle Gefässe wurden mit ganz gleichen Mengen destil- lirten Wassers feucht erhalten , und das Begiessen immer gleichzeitig, meist jeden dritten oder vierten Tag vorgenommen. In Summe erhielt H of i'iiiai) 11 , Jiilircsbcricht. VI. i 2 Bodenbildung. jedes Gefäss 35 mal 350 Kubikmtr. — 12V4 Litr. Diese Portion "Wasser, 350 Kbkmtr. , reichte gerade hin, das ganze Bodenraaterial eines Ge- fässes feucht zu machen. Mit jeder der beiden Gesleinsbodenarlen wurden 9 Ge- fässe gefüllt, von welchen je 7 mit verschiedenen Samen be- sät, je 2 aber ohne Einsaat blieben, aber denselben Verhält- nissen ausgesetzt wurden. Die verwendeten Samen der nach- bezeichneten Pflanzen wurden vor ihrer Saat gewogen; in einem anderen Theil des Samens wurde der proccnlische Ge- halt an Mineralstoffen und Wasser ermittelt, so dass berech- net werden konnte, wie viel in je der gesäten Samen Mineral- stoffe und organische Substanz in den Boden gelangle. In Nachstehendem ist das Nähere hierüber enthalten. a Procentischer Ge- ö In den gesäten Art der Pflanzen. Anzahl er gesäte Samen. halt ders Organ. Substanz. elben an Mineral- stoffen. Gewicht er gesät( Samen Saai Organ. Substanz. nen. Mineral- stoffe 13 -ö Gramm. Gramm. 1. Lupine . . . 3 81,73 4,00 0,4200 0,3433 0,0168 2. Erbse .... 3 83,80 2,70 0,5000 0,4190 0,0135 3. Wicke . . . 4 84,19 2,40 0,2470 0,2080 0,0059 4. Spörgel (ge- wöhnlicher) . 20 82,40 5,40 0,0185 0,0152 0,0010 5. Buchweizen . 10 82,44 2,40 0,1873 0,1544 0,0045 6. Sommer- Weizen . . . 8 83,37 1,81 0,3200 0,2688 0,0058 7. Sommer- Roggen . . . 8 82,40 2,10 0,2890 0,2381 0,0061 Nach Entfernung der Ernte wurde der Gesteinsboden eines jeden Gefässes, auch derjenigen, welche keine Pflanzen getragen hatten, mit je 2 Litr. Wasser, welchem 1 Procent Salpetersäure zugesetzt worden, ausgelaugt. Die Bestimmungen ergaben, dass die verwendeten Pflanzen : Lupine, Erbse, Wicke, Spörgel und Buchweizen zur Verwitte- rung des Basalls und des Buntsandsteins beigetragen haben, in Folge dessen sie nicht nur selbst reichlich MineralstofTe aufge- nommen, sondern auch den Boden mit einem grösseren Vor- ralh löslicher Mineralstoffo zurückgelassen haben, als ohne ihren Einfluss auf den Boden vorhanden sein würde. In geringerem Grade kommt diese Eigenschaft den Gelreidearten zu. Die Grösse der, jeder Pflanze nach vorstehenden Versuchen zu- Boilenbildung. 3 kommenden aiifschliessenden Wirkung lässlsich mit nachsiehenden Zahlen ausdrücken, welche berechnet wurden, indem die in der Ernte enthaltenen MineralstolTe zu der Menge der im betreffenden Boden löslich gewordenen Mineralstoffe addirt, und von der erhaltenen Summe die durch den ausgesäten Samen in den Boden gebrachte Aschenmenge, wie diejein'ge Menge von Mineral- stoffen, welche ohne Mitwirkung von Pflanzen, lediglich durch Einfluss von Luft und Wasser, löslich geworden, abgezogen wurden. Sie geben also direkt an, so weil sie überhaupt zu- verlässig, wieviel durch die betrefl'ende Pflanze in dem Gesteine löslich geworden. Die Menge der löslich gewordenen Miueralstolfe beträgt: durch p]inwirkung von im Buntsandstein: 3 Lupinen-Pflanzen 0,6080 Gramm. 3 Erbsen- „ 0,4807 „ 20 Spörgel- „ 0,2678 „ 10 Buchweizen-,, 0,2322 „ 4 Wicken- „ 0,2212 „ 8 Weizen- „ 0,0272 „ 8 Roggen- „ 0,0137 Von der Einwirkung der Pflanzen sind die beiden ver- wendeten Bodenarten ungleich berührt worden, und zwar ist der Basall in stärkerem Grade davon betroffen, als der Bunt- sandstein. Trotzdem ist aber in der Erzeugung an Pflanzen- masse und in der Aufnahme der gelösten Mineralstoffe von den Pflanzen ein entgegengesetztes Yerhällniss bemerkbar; denn auf dem Buntsandstein wuchsen nicht nur schwerere Pflanzen, son- dern diese hatten auch einen höheren procenlischen Gehalt an Mineralstoffen. Diese Erscheinung scheint anzuzeigen, dass das Verhältniss der Bestandtheile des Sandsteins, in welchem diese löslich werden, der Aufnahme in die Pflanzenwurzeln gün- stiger ist.*) Von Analysen verschiedener Gesteine als Rohmaterial der Bodenbildung führen wir an : Apatit von Krageroe in Norwegen analysirt, von Völcker**) im Basalt: 0,7492 Gramm 0,7132 0,3649 0,3274 0,2514 0,1958 0,1316 *) Näheres: I. Ber, aus Held au. S. 83. **) Min. Jahresbericht. 1860. 26. 1* Boclenbilduug. Apatit von Krageroc. Kother Apatit. Hygroskop. -AV asser . . 0,43 Proc. Verbiiiduugswasser . . . 0,40 „ Phosphursiuirc 41,81 „ Kalkerde 53,785 „ Phosphor- saurer Kalk T. Aiiguillas. Stickstofl in den Gebirgs- arten. Chlorcalcium Talkerde Eisen- u. Thonerde- . Phosphat. . Unlösliches Alkalien . . 1,61 0,10 1,055 1,105 0,15 Weisser Apatit. 1. I Eisenoxyd iiiul Thonerde 0,298 Proz. 0,198 „ 42 '^8 Do.oO ,, 2,16 „ 0,92 0,99 0,19 Proz. 0,23 „ 41,25 „ 50,62 „ 0^1 „ 0,29 ;; 0,38 „ 0,82 „ 0,17 „ a. dichter, b. poröser Theil: 3. 36,71 pCt. 32,27 pCt 80,14 (0,(;7 I 100,445 Proz. 100,36 Proz. | 100,196Proz. Phosphorsaiircn Kalk aus dem neu aufgefundenen Lager von Anguillas analysirle Charles Tookey.*) 1. Von der Insel Little Scrub (einzelne darin enthaltene po- röse Massen enthielten 25,75 Proz. Phosporsäure.) 2. Von Blowing Rock. 3. Von der Insel Sombrero, 1. 2. Phosphorsäure 1,62 pCt. 0,31 pCt. Phosphorsaurer Kalk 3,53 „ 0,68 „ Del esse''"*) hat Gebirgsarlen auf ihren Sticksloffgehalt untersucht und gefunden, dass dieser in einem Vcrhallniss zu den fossilen Resten in denselben steht. Es enthielt: Grüner Flussspath . 0,08 p. M. Rauchtopas 0,20 „ Opal (aus Trachit). . 0,30 „ Opal von den beiden üeysern 0,12 „ Calcedon aus Mclapyr 0,07 „ Aquamarin aus Sibi- rien 0,04 „ Stark gefärbter Topas aus Brasilien .... 0,22 „ Schwerspath 0,10 Körniger Gyps .... 0,26 Die natürlichen schAvefcl- und kohlensauren Salze zeigen gewöhn- lich hohen Stickstofl'gehalt. Durchsichtiger Islän- discher Späth .... 0,15 „ Pyroxen, Amphibol, Granat, Glimmer, Dysthen, Staurolith — im all- gemeinen die Silicate — enthalten nur wenig Stickstoft'. Die fossilen *) Ann. der Landwirthschaft. 34. 389. **) Compt. rend. 1860, 286, 405. Bodcnbildung. 5 Ueberreste organischer Körper sind vorzugsweise reich an Stickstoff, der mit ihrem Alter abnimmt. — Granit von den Vogesen 0, 15 p, M., Quarz führender Porphyr , 17 p. M. Euphotid, Yariolit und Serpentin enthalten ungefähr eben so viel, Diorite und Melaphyre weniger. Renitit aus Sachsen ( o IG n M „ „ Schottland . . . . \ Obsidian von Mexiko 0,04 „ „ „ Vulkano 0,14 „ „ „ Island 0,15 „ Basall enlhiilt bis zu 0,3 p. M., Trapp bis zu 0,43 p. M. Alle (liosc Gesic'ine veiiiercn bei der Verwillerung viel Slickstoff. Wir verweisen schliesslich auf Analysen folgender Gesteine: Mergel Analysen von Jüterbog und Calau (IV. Jahresbericht von Dahme). 44 Mergel aus Knrhessen (1. Bericht von Ileidau). 12 Mergel und 13 Kalksteine aus Böhmen nach Robert Iloffmann (Zentralblatt f. ges. Landes- kultur 18C3, 2ß). Desgleichen untersuchte Kar mr od t eine sehr grosse Anzahl von Mergeln aus den Rheingegenden (Mittheil, aus der Ver- suchsstation des Rlieinpreussischeu Vereins 18G2). Kalihaltige Gesteine Baiern's (Ergebnisse landw. und agrikulturgesch. Versuche aus Baiern 4. Heft, S. 20). Kieseiguhr nach Robert Iloffmann (Landwirthsch. Versuchsstationen S. 198.) Die Gesteinanalysen in tabellarischer Ueber- sicht von J. Roth, Berlin ISGl ; ferner auf die Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft; neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie u. s. w. herausgegeben, von Leonhard und Bron. Stuttgart. verseil, fie- steine. Cliemisclie und physikalisclie Eigen- scliaften des Bodens. Urber Bodeiijiisuu- G. Wunder*) sieht sich zu Bemerkungen veranlasst, (hircli die B(\sprecliung seiner Versuche über die im Boden gen von cnihallencn Lösungen"^'*) durch Schumacher. Wunder, wunder nachdem er auf den Zweck angefiihrler UiUersuchungen (Wie- derholung der belrelTenden Versuche Eichhorn 's) hinweist, spricht sich da entschieden gegen die von Schumacher un- *) Die landw. Versuchsstationen V. 34. '*) Hoffinann's Jahresbericht III, 23; IV, 3. 6 Chemisclio und pln'sikalischo Eigenschaften des Bodens. gereclilferligfe Correclion seiner Versuclisresullate aus und meint, dass seine Versuche niciils weiter zeigen sollten, als dass man durch ahnliche Versuche, wie sie Eichhorn an- stellte, nicht im Stande ist, die Ansicht Liebig's zu wider- legen, zufolge deren die MineralslofTe, welche die Pflanze dem Boden entnimmt, in letzterem in einem Zustande sich vorfinden, in dem sie in Regenwasser für sich nicht löslich sind, der aber doch die Aufnahme derselben durch die Wurzeln gestaltet. Rücksiclitlich der Besprechung von Wunders Versuchen: „über die Einwirkung des Wassers auf die Ackererde" (Hoffmann's Jahres- liericht III, 23) durch Schumacher müssen wir hervorheben, dass die- selben durch ihn, bei Behandlung der Frage : „ob die Pflanze ihre Nah- rungsstofle direkt aus dem Bodenwasser oder den Bodentheilchen nimmt" (Hoffmann's Jahresbericht V, 79 näher: landwirthsch. Versuchs- stationen IV, 290) geschah. Eichhorn's Versuche finden sich anerst in den landwirthsch. Mittheiluugen von Poppeisdorf I, 22 veröffent- licht. Die Erwiderung Schumacher 's auf Wunder's hier angeführte Bemerkungen findet sich unter Pflanze (Assimilation und Ernährung). Entdecker Wir wolleu hier mittheilen, dass nach Forschungen von F. Mohr der Absorp- ^|g p^g^^pj. Entdecker der Eigenschaft der Dammerde, Mistjauche und sciieinuiigp.i Salze zu absorbiren, Joh. Ph. Bronner, der berühmte Oenologe, früher Apotheker und jetzt noch im ehrenvollen Alter zu Wiesloch bei Heidel- berg lebend, anzusehen ist.*) Mohr will mit dieser Angabe keines- wegs das Verdienst der Männer: Hu x table, Thomson, Way und V. Liebig schmälern; da dieselben wirklich Entdecker und Begründer der Lehre von der Unlöslichkeit der Düngerstofte in der Dammerde sind, sondern er will nur im Kamen der Gerechtigkeit dahin wirken, dass frühere Verdienste nicht mit Stillschweigen übergangen werden und die „Priorität" der Entdeckung B rönne r's bewahrt bleibe, aus dessen Werke „der Weinbau in Süddeutschland, Heidelberg bei Winter, 1836" die nachfolgenden Stellen Mob r's Anführungen bestätigen: „§. 72. Man fülle eine Bouteille, die an ihrem Boden ein kleines Loch hat, mit feinem Flusssandc oder halbtrockeuer gesiebter Garten- erde au. In diese Bouteille giesse man allmählig so lange dicken und ganz stinkenden Mistpfuhl bis die ganze Masse durchdrungen ist; die aus der unteren Oeff'nung hervorkommende Flüssigkeit wird fast ge- ruchlos und farblos erscheinen und die Eigenschaften des Pfuhls ganz verloren haben." Bronn er führt nun ferner an, dass Brunnen, neben Mistbehältern liegend, nicht verdorben seien, und dass das unreine Seinewasser durch einen porösen Sandstein durchgedrungen, ein klares, ziemlich geschmack- und geruchloses Wasser gebe." Er fährt dann fort: „§. 73- Diese wenigen Beispiele beweisen hinreichend, welche *) Landwirthsch. Zentralblatt für Deutschland 1863. S. 284 aus Annalen der Chemie und Pharmacie. Chemische und physikalische Eigenschaften des Bodens, Fähigkeiten die Erden, selbst Sand und Sandsteine besitzen, die extrak- tiven Theile anzuziehen und völlig aufzunehmen, ohne sie wieder durch das nachdrückende Wasser loszulassen; selbst die auflöslichen Salze werden aufgenommen, und nur ein geringer Theil durch nachdrückendes Wasser wieder abgespült." — „Hier sind nun," sagt Mohr, im Jahre 1836, also 4 Jahre vor dem ersten Erscheinen von Liebig's Agri- kulturchemie und 14 Jahre vor dem Aufsatze von Thomas Way die Grundzüge der Lehre von der Absorptions-Fähigkeit des Bodens gegen Jauche und Salze deutlich ausgesprochen, in Betreff der Jauche durch einen Versuch belegt und in Betrefl" der Salze sich wohl auch auf Versuche stützend, die aber in dem, für praktische Weinbauer bestimm- ten Werke nicht mitgetheilt sind. Dass Bronner die Bedeutung der Entdeckung richtig aufgefasst habe, geht aus seinen Schlussfolgerungen hervor, welche ganz genau dieselben sind, die jetzt aus den Versuchen von Way und v. Lieb ig gezogen werden." Bronn er sagt nämlich: „§. 74. Ich glaube also durch die beigefügten Thatsachen hinreichend bewiesen zu haben, dass die Wirkung des Düngers nicht so weit eingehe, als manche glauben, sondern dass sie näher dem Bereiche der Ober- fläche stehe, als der Sohle des Bodens. Robert Hoffmann*) bringt einige Daten über Qualität und Qnanlilät der ans der Ackererde durch reines Wasser aufnehmbaren Boden-Bestandlheile. Es wurden aus nachstehenden Böden durch Aussüssen mit deslillirtem Wasser die folgenden Mengen an einzelnen Besland- theilen aufgenommen : lieber Qualität und Quaiitiiät der durch Wasser auf- uehmbarcn Bodenstoffe. *) Die landwirthschaftlichen Versuchsstationen. V, 193. Chemische und physikalische Eigenschaften des Bodens. •ajjiijy no^snpS jap aSnaiu -^raraTJsajc) y-l IM 0,39C aqDsmBS.iQ o o o C5 0,230 CO CO o •a.miBsiasai^ CO CO* o CO •a.in'Bs -joqdsoqtj CO o o o Ol zc CO •ajuvs -lajaAiqag 0,01780 o CO o" CO •JOiqo CO 8 o CO CO zc CO •apjauoqx 'pixonasig; i 1 o o 1 ■ßisauä'Bpj; CO CO o o o o o •8pj35It«3 o '~o CO CO O o" o o o o o •noj^'K^ 0,00890 o IM o o o o •IlßE 0,00462 c IM o o Thonboden von Liebesnitz Torferde von Meronitz. Torfboden von Techobus Sandboden von Künigsaal Ueber die einzelnen Bodenarten ist Folgendes zu be- merken : Thonboden von Liebesnitz ist ein Boden, in dem Rüben sehr gut gedeihen. 1859 wurde das Feld mit Scheideschlannn und Stein- kohlenasche gedüngt und mit Kukurutz bestellt. 18C0 Avurdeu Rüben ohne Dünger gebaut. Vor der Rübenernte wurde eine Mittelprobe der Cliemiscbo inul plij-sikaliscbo Eigonschaftcn dos Bodens. 9 Erde dorn Felde entnonniicn, ' l- Kil. wurde mit Wasser ausgelaugt, Ms das durchlaufeiule Wasser keinen lUickstaud beim Tundampfen binter- liess, und auf einer übrscbalc weder eine Reaktion auf Cblor, nocb auf Scbwefelsäure gab. Der wässrigc Auszug reagirte nicbt auf Pflanzen- farben, war farblos, und nur beim Eindampfen färbte er sieb scbwach weingelb. Die Torf er de von Mcronitz bildete eine, fast aus lauter feinen Pflanzeuwurzeln bestehende , dunkelbraune Masse ; stellenweise fanden sieb aber eompacte, aus feiner brauner Erde bcstebende Klumpen, in ■welchen man selbst mit freiem Auge ganz feine G3'pskrystalle bemerken konnte. Die Lösung war vollkommen klar, schwach weingelb gefärbt, beim Eindampfen schieden sich Flocken aus, beim weiteren Einengen Gypskrystalle. Die Menge der im Wasser löslichen Stoße ist bei dieser Torferde ungewöhnlich hoch, und dieselbe bietet demnach ein erhidites Interesse, weswegen auch die ganze Analyse dieser p]rde mitgetheilt wird: Hiervon löslich unlöslich in Wasser. in Salz- säure. in Säure. Wasser 49,C00 18,225 0,384 0,032 0,170 0,102 0,302 0,231 0,033 13,115 17,200 0,077 0,104 0,011 0,047 0,012 0,302 Spur 0,033 0,449 18,148 0,220 0,02 1 0,129 0,090 0,231 Eisenoxyd, Thonerde Kalkerde Magnesia — Kali Natron Schwefelsäure Phosphorsänre Chlor ~ Rückstand Organische Stoft'e 13,115 100,000 1,095 19,439 13,115 Die bedeutenden Mengen an in W^asser löslichen Bodenbestand- theilen dieser Torferde erklart auch das Verhalten derselben gegen Jauche, indem nicht, wie bei gewöhnlicher Erde, eine bedeutende Menge von gelösten Stoffen entzogen werden, sondern im Gegentheil eine be- deutende Al)gabe von Bodenbestandtheileu an die Jauche stattfand, wenn auch immerhin gewisse Bodonbestandtheile absorbfrt worden sind. Es wurden 100 Gramm der Torferde mit 300 C. C. Jauche durch 24 Sunden in Berührung gelassen; es zeigte die Jauche das folgende Verhalten : Vor der Berührung mit Erde. Farbe dunkelbraun Geruch stark Spezifisches Gewicht . . 1,0037 Nach der Berührung mit p]rde. fast farblos. kaum wahrnehmbar. 1,0080 10 Chemische und physikalische Eigenschaften des Bodens. y or der Berül mit Erde. innig Nci ich der Berührung mit Erde. Sie enthielt: Organische Stofl'e . . 0,650 1,750 Mineralische Stoffe . 0,500 1,700 Gesammtmenge der gelösten Stoffe . . 1,200 3,450 Wir sehen hieraus, dass in der Natur nicht immer durch die Acker- erde eine Absorption von gelösten Stoffen aus L()sungen stattfinden muss ; es kann im Gegentheil eine Abgabe von Bodenbestandtheilen au eine Lösung stattfinden, wenn viel lösliche Stoffe im Boden ent- halten sind. Thonboden von Techobus bildete eine lockere, dunkle Boden- art. Es wird dieser Boden schon viele Jahre als Wiese benutzt. Der Avässrige Auszug reagirte nicht, war aber etwas gelblich gefärbt. Sandboden von Königs aal. Derselbe gehört dem ange- schwemmten Boden des Moldauthales an, und wird zum Feldbau ver- ^Yendet. Wir sehen aus diesen Beslimmungen, dass dem Boden durch kaltes destillirles Wasser nicht unbedeutende Mengen von Boden-Beslandlheiien enlzogea werden. Um eine gewisse Menge von Boden-Bestandlheilen zu ent- ziehen, ist ein grosser Ueherschuss von Wasser nölhig; es waren nölhig, um 1000 Gramm Boden \on: Meronitz zu entziehen 1,095 Gramm Stoffe Techobus „ „ 0,4952 „ „ Liebesnitz,, „ 0,14712 „ „ Königsaal „ „ 0,03960 ,, ,, Je grösser die Menge der Boden -Beslandllieile, die vom Wasser aufgenommen wurde, desto bedeutender scheint im Allgemeinen die Wassermenge zu sein, deren man hierzu be- nölhigt. Berechnet man, wieviel Wasser auf einen Theil gelöster Stoffe entfällt, so findet man: 1 Thl. gelöster Stoffe bei d. Erde von Meronitz 1461 C. C. Wasser. 1 „ „ „ „ „ „ Techobus 1616 „ „ 1 „ „ „ „ „ „ Liebesnitz 6523 „ „ 1 „ „ „ „ „ „ Königsaal 5050 „ „ Um eine gleiche Gevvichtsmenge von Bodenbestandtheilen zu lösen, sind demnach bei den verschiedenen Boden sehr ver- schiedene Mengen von Wasser nöthig, worauf jedenfalls auch 1600 C, , C, 800 V 960 55 200 1» Chemische und pliysikalischo Eigenschaften des Bodens. 1 1 die Verschiedenheit der Rcslandlheile Einfluss hal. Dass übri- gens so bedeuloiule Wassermengen nölhig, um im Verhällniss nur eine geringe Menge von Bodenbeslandlheilen auszuziehen, deulel darauf hin, dass diese im \yasser löslichen Bestandlheile des Bodens durch mechanische Kräfte in Folge der Flächen- anziehung der porösen Erde festgehalten werden. Hätte das Wasser nur eine einfache Auflösung zu bewerkstelligen, so möchten unvergleichlich geringere Mengen desselben schon aus- reichen. Nehmen wir z. B. die ganze Menge dei durch Wasser aufnehmbaren Stoffe bei dem Meronitzer Boden als Gyps, so würden ja schon 613 Thcile Wasser hinreichen, um eine Lösung zu bewerkstelligen, wie ersichtlich sind aber hierzu IGOO Thcile Wasser nölhig. Das Wasser, bei der Aufnahme der Bodenbestandlheile, muss demnach zuerst eine Lösung be- werkstelligen, und dann die Kraft, mit welcher die Theile der Lösung von dem Boden durch Flächenanziehung festgehalten werden, überwinden. Weiter wird aus diesen Versuchen ge- folgert, dass bei den vielbesprochenen Absorptious -Erschei- nungen der Ackerde gegen Lösungen eben diese Flächenan- ziehung die Hauptrolle spielt, und die chemischen Kräfte, nur dieselbe modificirend, dabei thätig sind. Bei den gelösten Bodenbeslandtheilen entfällt auf die or- ganischen Stoffe ziemlich die Hälfte. Unter den gelösten Mi- neralstoffen finden wir alle für die Pflanzenernährung wichtigen Pflanzen-Nahrungsmittel vertreten. Hoffmann folgert nun, dass im Boden eine Lösung der gelösten Stoffe circuliren kann, oder — was dasselbe ist — das Bodenwasser eine Lösung der im Wasser löslichen Boden- bestandtheile bildet, denn: 1) Jeder Boden giebt an viel Wasser eine gewisse Menge vonB odenbestandtheilen ab, wie die vorliegenden und andere Versuche es nachweisen. 2) Lst es bei einigen Salzlösungen mit Bestimmtheit nach- gesv lesen, dass, wenn sie auch noch so verdünnt sind, eine Erde nie vollständig die gelösten Stoffe der Lösung entziehen kann. V ö I c k e r und B r u s 1 1 e i n haben dies bei Ammoniaksalzen, Peters bei Kali und bei Kalisalzen nachgewiesen. 3) Ist es bei einzelnen Salzlösungen ebenfalls nachge- wiesen, dass sie, von der Erde absorbirt, durch viel Wasser 12 Chemisclio und phj'sikalii^clio Eigpnsclinftpn des Bodens. (lersolbon wieder entzogen werden. (Brusllein, Völcker, Peters.) uober Bo- \y_ WicKc tlicili Versuche üher die Bcslimininigen der derwassc- wiisserliallenden Kraft eines Bodens mit. lis wird vorerst die haltenden ]V|e|]iode vou S c liü b 1 T luid die verbesserte von Schulze Bodens, mltgelhellt. Wicke schliesst an diese die Folgerung, dass, wenn man bei der Bestimmung der wasserhalienden Kraft vor- zugsweise die auszutrocknende Probe der obern Erdschicht entnehme, erhebliche Fehler eintreten müssicn. Zur Prüfung dieser Ansicht nahm er von der nach Schulze's Verfahren o-etränkten Erde aus der obern, mittleren und unteren Schicht Proben und unterwarf sie einer gleichmässigen Aiistrockuung im Lufibadc. Die Bestimmung dnrch Wägung ergab, dass die wasserhallende Kraft der unlern Schicht 40,7 pCt. die der mittleren 42 pCt, und ~> c t^ a 'S u "S o es O "es cc o o W K s S w s w H Erde aus Villa hella bei Bendorf I. 1,46 0,45 0,19 1,.35 '^2(5lP - - dito. IL 0,61 0,41 0,23 1,47 - 17,22 - - dito. III. 1,18 0,35 0,16 2,72 - 19,29 - Würseln 0,23 0,11 wenig 1,69 — 39,79 ! wenig - Laurenzberg, Orsbach etc. 0,53 0,28 0,55 — 4,28 - Haaren 0,26 0,11 wenig 0,20 — 3,97 - Gummersbach ... I. 1,81 0,25 — 0,36 — 12,90 - - dito. ... IL 0,88 0,23 — 0,26 — 8,34 - - dito. . . . III. 0,75 0,22 — 0,18 — 7,07 - Dazeroth I. 0,,53 0,15 wenig — — 6,15 - Burghof bei Heimbach IL 0,71 0,41 — 0,33 — 10,57 - - dito. III. 0,48 0,44 — 0,37 — 13,35 - Gemark Neuwied . . IV. 0,90 0,08 — 5,22 — 6,88 dito. Untergrund V. 0,29 0,26 wenig 11,49 — 5,49 - Gemeinde Linz . . . VI. 0,71 0,09 0,10 0,69 — 7,78 - - dito. . . VII. 0,73 0,12 0,05 0,59 — 6,88 - Gem. Dattenberg . VIIL 0,59 0,92 0,03 4,11 — 5,27 - - dito. ^ . IX. 1 — — — — — — - Heimbach, Weiss etc. X.j 0,57 0,21 — — — 15,95 - - dito. XL 0,40 0,29 wenig 0,10 — 5,35 - - Gladbach XII. 0,64 0,45 0,03 — — 10,70 - - dito xin.) — — — — — — - Gemark Engers . . XIV.i 0,72 0,45 0,04 0,35 — 7,50 - Bruchhausen .... XV. 0,34 0,14 0,02 0,18 — 5,08 - - Unkel XVI. 0,55 0,15 0,03 1,85 — 6,75 - Lanzert XVII. 0,50 0,14 wenig 0,11 — 9,03 - Gem. Oberdrois . XVIII. 0,44 0,06 — 0,07 — 9,53 - Albertshofen . . . XIX. 0,50 0,18 0,12 0,10 — 8,90 - Sensenbach . . . XX. 0,36 0,11 wenig 0,18 — 6,48 - - Waldbreitbach . XXI. 0,71 0,08 — 0,14 — 7,38 - - Breitscheid . . . XXII. 0,83 0,16 — 0,10 — 8,70 Ackererde aus Schonwasser Nr. 6. 0,38 0,15 — 0,35 — 4,07 Untergrund derselben 0,39 0,20 — 0,20 — 4,56 Ackererde aus Schönwasser Nr.24. 0,30 0,02 — 0,44 — 3,40 Untergrund derselben 0,44 0,25 — — — 5,76 Ackererde aus Schimwasser Nr.26. 0,40 0,39 — 0,22 — 4,35 Untergrund derselben 0,36 0,30 — 0,70 — 4,73 Ackererde aus SchömvasserNr.23. 0,12 0,18 wenig 0,17 — 2,22 Untergrund derselben 0,13 0,28 — 0,07 — 4,08 Ackererde a. Schonwasser Nr.l 6]. 0,28 0,19 — 0,27 — 3,88 Untergrund derselben 0,25 0,17 — 0,18 — 5,43 Ackererde aus Schönwasser Nr. 8, 0,24 0,13 — 0,35 — 3,07 Untergrund derselben 0,17 0,13 — 0,14 — 2,75 Ackererde aus Schönwasser Nr.l8. 0,31 0,09 — 0,22 — 4,82 Untergrund derselben 0,46 0,24 — 0,20 — 7,65 Ackererde aus Schonwasser Nr. 1 5. 0,21 0,08 — 0,23 — 2,17 Untergrund derselben 0,42 0,20 — 0,20 — 5,48 Chemische luul physikalische Eigenschaften des Bodens. 23 -5 " ^ hosphor- säure. ohlen- siiure. 6 3 . — r OT 1^ ^1 cc ^ P-i 1 w aÜ U) 1 1 wenig wenig 0,06 — — 69,95j 5,30 0,84 — von Maulbeci'pflanznng. wenig wenig wenig i — — 75,051 5,26 0,22 — desgh wenig '■' wenig 0,24 — — 69,69] 6,31 0,29 — desgh wenig wenig 0,09 9,88 - 11,89 36,32 — wenig Regierungs-Bezirk Aachen. wenig wenig wenig wenig — 86,01 7,80 — — desgl. wenig — — — — 92,61 2,68 — — desgl. — — — — — 75,03 9,65 — — Nr. 80. Flur 13. 6" tief. — — — — — 84,04 6,25 — — - 80. - 13. 1' - — — — — — 86,18 5,60 — — - 80. - 13. 2' — — — — — 88,65 4,25 — — aus dem Kreise Neuwied. — — — — — 80,45 6,79 — — ebendaher, Lehmboden. — — 0,07 — — 76,35 8,52 — — dito. Vulkan. Sandboden. — — 0,05 3,92 — 78,84 4.12 — — Alluvialboden. — — 0,09 8,17 — 70,32 4;72 — — Untergrund desselben. — — 0,18 wenig — 86,28 4,35 — — Distrikt Salzfassmaucr. — — 0,11 — — 67,63 4,00 — — ebendaher, steiuigerBodcn. — z 0,16 3,22 — 82,09 4,56 — — Dattener Kapelle, ebendaher, Rückstand. — — 0,03 wenig — 65,65 17,88 — — Buchen- Waldcrde, Distrikt Hochhell. — — 0,02 — — 88,62 5,40 — — dito. (Hochwald), Distrikt Herrmannsthal. — — 0,03 — — 79,64 8,66 — — dito. Distrikt Pfühl. — — — — — — — — — abgesonderter Rückstand von der vorigen Erde. — — wenig — — 85,11 6,17 — — Ackerboden Flur IX. — — • — wenig — 91,05 3,21 — — Distrikt Bohnengraben. — — — 1,61 — 84,08 5,62 — — Rheinthal. — — — — 84,48 6,06 — — hinterm neuen Garten. — — — — — 82,96 7,52 — — auf dem Ambelstein. — — — — — 84,69 5,87 — — auf der Rehspitze. — — — — — 87,41 5,87 — — auf dem untersten Fasan- — — — — — 86,32 5,46 — — Wabelsau. [winkel. — — — — ~ 84,31 5,91 — — auf Hochscheid. — — — — — 91,68 3,37 — — bei Crcfeld. — — — — — 92,11 2,54 — — dito. — — — — — 90,04 5,80 — — dito. — — — — — 90,39 3,16 — — dito. — — — — — 87,43 7,21 — — dito. — — — — — 88,93 4,98 — — dito. wenig wenig wenig Avenig — 89,62 7,62 — — dito. — — — — — 91,66 3,55 — — dito. — — — — — 90,33 5,46 — — dito. — — — — — 90,62 3,66 — — dito. — — — — — 93,42 3,03 — — dito. — — — — — 94,66 2,21 — — dilo. — 1 — — 90,47 4,16 — — dito. — — — — — 88,23 3,73 - — dito. — — — — — 89,47 8,25 - — dito. — — 1 — , — — 89,33 4,66 1 — — dito. 24 Chemische und iihysikalischc Eigenschaften des Bodens. c3 TS c3 na r3 ä'3 3 a OJ rt'a . 'Ö o c o ,a ^ rt 03 a o U3 <5 s S Ui K w H c2 £ 'S <» «3 Erde aus Mayen dito. dito. Erde aus der Gemeinde Ivroft dito. dito. dito. Erde aus der Gem. Nickenich dito, dito, dito. Erde aus Eich dito. dito. dito. Erde aus Andornach . . dito. . . dito. . . dito. . . Erde aus Kirchcsch . . . dito. Erde aus Cürrenborg . . dito. . . dito. . . Erde aus Gem. Mönk . . Nachtsheira - Hof Besselich Ackererde von Ililfarth bei Goch Nr. Ebendaher - II Untergrund derselben . . Ackererde aus Hilfarth Nr. III Untergrund derselben ... Torf aus Mützenich . Nr. 1 dessen Asche = l,509JJ . Torf aus Mützenich . Nr. 2 dessen Asche = 13,389}; . Torf aus Mützenich . Nr. 3 dessen Asche = 10,411g . Torf aus Kalterherberg . . dessen Asche =: 2,223}; . . 1,51 0,99 1.58 0,91 0,9G 1,78 1,40 1,34 1,12 1,20 1,70 1,38 0,91 0,G7 0,70 1,01 1,28 0,36 1,43 0,66 0,67 0,53 0,40 0,43 0,41 0,47 0,79 0,49 0,48 0,40 0,23 0,37 0,030 2,20 0,080 0,(]0 0,075 0,72 0,010 0,489 0,33 0,20 0,25 0,20 0,18 0,43 0,73 0,61 — 0,46 — 0,39 0,48 0,50 0,41 0,36 0,03 0,02 0,03 0,37 0,23 0,02 0,01 0,25 0,17 0,46 0,03 wenig 0,03 0,33 0,20 0,42 0,23 0,38 0,02 0,03 0,04 0,02 0,03 0,32 0,12 0,34 0,02 0,02 0,03 0,10 0,19 yrenig 0,16 0,07 0,27 0,007 0,46 wenig 0,057 _ 0,43 — 0,022 0,24 — 0,117 5,265 — 0,71 - i 9,13 0,40 — 1 10,80 0,41 - i 9,77 Spur 8,81 wenig — 5,46 8,47 — — 6,99 — — 6,62 — 8,19 — — 5,91 — — 8,31 0,89 — 7,44 0,50 — 6,97 0,45 — 7,24 0,45 — 6,96 0,97 — 7,49 0,68 — 8,89 0,33 — 3,42 1,11 — 8,74 0,23 — 7,19 0,23 — 7,41 0,31 — 7,64 0,34 — 8,06 0,34 — 8,19 0,24 — 6,81 0,13 — 8,86 0,95 — 8,56 0,25 — 12,03 0,22 — 8,97 0,19 — 8,98 0,20 3,37 0,15 8,38 0,057 — 0,388 3,77 — 25,64 0,509 — 5,194 3,80 — 38,79 0,312 — 3,918 3,00 — 37,62 0,474 — 0,861 21,307 — 38,694 0,058 3,87 0,353 2,64 0,166 1,6 0,300 13,510 *) Die auf dieser und den folgenden Seiten der Tabelle mit einem Sternchen Chemische und i)hysikalische Eigenschaften des Bodens. 25 tu ö ., ^ 1 1^ o 3 2 «5 "Mi C.2 rganischc iib stanze) euchtig- kcit. ü i:ih W ;^s ^i4 O-^. fe _ 84,G0 3,45 Regierungs-Bezirk Coblenz. — — — 83,6-2 4,70 — Distrikt Kattenheimer Weg. — — — — 83,40 4,65 — Eulenberg. — — — — 86,17 4,38 — auf der Geiss. iFlur I. grosser Teich. — — — — 88,70 4,87 — - II. Auel. 1 - III. ollige Acker. — — — 85,69 87,94 3,65 2,90 — - IV. Ameisen. — — — — 85,76 5,88 — I. Kl. Distrikt a)u Rabenbusch. — _ — — 85,10 5,52 II. - - an d. Egelshühle. — — — — 88,28 4,18 — III. - - am Eckelskreuz. — — — 85,25 4,98 — IV. - - an der Bolz. — — — 83,46 6,74 — I. Klasse, Flur 2. — — — — 86,56 5,00 — II. - - 3. — — — — 87,08 4,16 — III. - - 4. — — — — 87,54 4,20 — IV. - - 5. — — — 85,61 4,80 — I Kl. Fl. 24, Distr. Drei-Kreuzen. — — — — 83,16 6,30 — II - - 4 - Fuchskaul. — — — — 93,01 2,74 — III. - - 29 - Hasenfänger. — — — — 83,76 5,00 — IV. - - ^1 - Renmveg und Fixheiligenhäuschen. — — — — 87,18 4,89 — schlechter Boden von 2800 Morg. — — — 83,49 8,15 — bester Grund, ebendaher. — — — — 85,28 6,19 — I. Klasse, Flur Sehl. — — — — 84,66 6,42 — II. - - Welgerath. — — — — 82,93 7,31 — III. - - Klopp. ^ — — — 83,15 8,87 — Wildländerei Eschbach. — — — — 84,49 6,07 — Nachtsheimer Haide. — 0,05 — — 83,14 6,14 — Bürgerin. Ehrenbreitstein. wenig — — 79,78 7,35 beste Lage \ — — — — 80,59 9,55 — 1 mittlere Lage 1 Rodland des — — — — 84,08 6,19 — 'derselben ) Kappbusches — — — — 90,26 5,87 — (schlechteste Lage i zu Heilfarth. — — — i / 84,75 6,08 — 'derselben / /in der Asche sind\ Sehr leichter 0,010 0,008 _- W 0,951 * 98,491 _ ' leicht löslich: f Torf, Asche, 0,64 0,55 — Oi u 1 62,87 * — — i 6,52|>. Gyps, AI- rothe Farbe. ■ kalien wenig. Dichterer Torf. 0,047 0,099 — , C/i 1 7,050 * 86,611 — \ '1,508 Gyps, Asche, rothe 0,34 0,74 — 52,66 * — — < Alkalien ( wenig. Farbe. Fester Torf. wenig 0,173 — S ü 1 C/3 '^ i 5,745 * 89,589 — 2,70« Gyps, j Asche, rothe — i,m — M U 1 0)1 f 55,16 * — — j Alkalien f wenig. Farbe. Leichter Torf. 0,070 0,015 — C/5 1 0,376* 97,777 — 15,30g Gyps, (Asche,gelbe 3,143 0,694 — Cj V 16,898 * — — 5,47g Alkaliens ilze) Farbe. bezeichneten Zahlen geben „Kieselsäure" an. 26 Chemische und i)hysikalischc Eigenschafton des Bodens. '^ PQ -^ >. 3 X 1 'S) o ä >^ c OJ >^ o CO o Cß W W Moltcrde v. Schloss Dyk Nr. I. dito. - II. dito. - III. Erde aus Zons bei Dor- magen Nr. I. dito. - II- dito. - III. Feldspath Nr. I. (aus Köhi ge- sandt) . . . dito. - II dito. - III Mergolerde aus Vogcrath Nr.I. dito. - II. dito. -III. Erde aus Neuwied Mottcrdc von Ilaus-Entenfang Erde aus Koblenz . . . Nr. I. dito. ... - II. Ackererde aus Koblenz - I. dito. - II. Ackererde aus Werlau l)ei St. Goar Nr. I. Untergrund derselben Ackererde ebendaher Nr. II. Untergrund derselben Ackererde aus Jülich - Birkeufeld . . dito. . . Weinbergerde a. Saarburg I. das A. grobe Gestein darin . B. die Erde darin . . . . Weinbergerde vom Gaisberg . A. das grobe Gestein darin . B. die Erde darin Weinbergerdc vom Bockstein A. das grobe Gestein darin . B. die Erde darin Weinbergerde vom Scharz- berg Nr. I. A. das grobe Gestein darin . B. die Erde darin 1,10 0,67 0,55 0,075 0,095 0,140 16,203 etwas 16,585 — 14,567-1 — 0,16 0,28 I wenig 3,76 0,32 0,764j wenig 0,196 — 0,349 0,310 0,653' 0,701 ! 0,190 0,244i 0,800 0,269 0,198 0,560 0,322 0,166 0,68(1 0,169 0,136 0,440 0,168 0,116 0,490 0,24 0,16 0,12 0,060 0,090 0,115 0,50 0,42 0,26 0,30 0,160 0,276 0,378 0,308 0,259 0,210 0,117 1,076 1,592 1,278 1,377 0,385 I 0,115 ''^o;243 0,182 0,245 I 0,125 "0^850" 0,875 0,255 0,544 0,571 0,250 1,60 1,12 1,45 0,200 0,210 0,215 9,66 3,16 11,84 9,67 0,72 0,65 6,68 0,213 0,964 0,266 0,263 1,266 2,310 0,295 0,752 0,529 0,174 0,150 0,252 0,192 0,112 0,372 0,137 0,135 0,098 0,121 0,112 0,159 9,94 6,28 4,06 8,780 9,320 9,235 — 18,540 — 18,487 — , 19.818 7,33 6,45 23,33 0,38 9,374 7,936 4,948 5,019 9,856 9,660 3,476 15,(509 13,818 13,765 12,855 15,100 16,167 13,7.50 20,500 8,819 8,255 11,120 9,745 8,972 13,000 Chemische und physikalische Eigenschaften des Bodens. 27 2 6 c 9 rC3 t" CO a _bC %B &I .Ho CO 'o 'S J c3 tn o-S Ä ^ 15 ^•^ 'o "^ 03 Qj C.S5 £ "^ w. ü Pi W SS h2 h^ Co: f^ wenig wenig 0,36 0,34 _ 74,39 12,03 Thonig, 1 Kub. ' = 50 U. — — 0,22 0,40 — 78,92 12,23 - 1 Sandig, 1 - ' = CO 1^;!. — — 0,14 0,20 — 66,11 27,37 — Sandig, 1 - ' = 35 i'^. — mehr 0,075 — — 86,595 1,950 2,265 Aus 1 Fuss Tiefe\ von 1 einem — als I. 0,100 — — 86,185 1,685 2,315 - 2 - - Lu- mehr i zerne- — als II. 0,110 — — 86,345 1,665 2,175 •- 3 - - ; felde. 65,197* — — — — - 64,928* 65,606* z — — — 7,58 — — — — Krois Grevenbroich. — — — 2,41 — — — — dito. — — — 9,27 — — — — dito. wenig wenig 0,05 7,61 1,68 70,18 1,47 2,23 0,15 0,21 0,05 0,45 2,56 67,19 15,20 4,78 wenig wenig 0,82 wenig — 66,70 3,33 1,15 Thonigc Erde. mehr als I. 0,51 4,90 — 76,49 2,77 2,25 0,044 0,019 0,166 wenig — 82,490 3,980 2,790 Ahschlämmbare Thontheile 28,5};. Abschlämmbare Thontheile 0,048 0,017 0,198 0,479 — 83,916 2,740 3,230 30,8». Unter den unlöslichen Sili- 0,028 wenig 0,014 0,037 — 89,170 3,280 1,580 caten sind Feldspathe ent- 0,019 — 0,018 0,085 — 90,848 1,640 1,540 1 halten, welche eine gleiche 0,029 — wenig 0,857 — 78,060 5,260 3,760 1 Menge und mehr Kali ent- 0,029 — — 1,930 — 77,560 3,980 3,620 halten als die löslichen Be- / standtheile der Erden. wenig — — wenig 0,284 88,900 4,324 2,414 z — — wenig 71,185 74,577 4,310 5,524 6,824 3,660 1 Roher Ackerboden ausBir- j kenfeld. — — 0,155 — — 83,494 0,865 — / 100 Theile derselben ent- — — 0,093 — — 81,115 — 4,212 ) halten : — — 0,429 wenig — 76,125 4,925 2,109 i 53 Theile grobes Gestein, ' 47 - Erde etc. — — 0,084 — — 81,218 1,774 — / 100 Theile derselben ent- — — 0,012 — 82,100 — 3,678 1 halten : — — 0,265 wenig — 70,350 6,025 1,438 i 35 Theile grobes Gestein, \ 65 - Erde etc. wenig wenig 0,113 — — 89,497 0,415 — / 100 Theile derselben ent- -- — 0,095 — — 86,740 — 3,764 \ halten: 0,256 81,975 4,550 1,306 ) VI Theile grobes Gestein, \ 29 - Erde etc. / 100 Theile derselben ent- — — 0,089 — — 88,610 0,723 — y halten : — — 0,069 — — 87,300 — 2,860 \ C7 Theile grobes Gestein, — — 0,205 — — 79,225 5,500 1,171 ' 33 - Erde etc. 28 Chemisclip und physikalische Eigenschaften dos Bodens. Weiubergerde vom Scharz- berg Nr. II. A. a. Schiefriges Gestein darin b. krystall. -körniges Gestein B. Erde vom Scharzberg Nr. II, Weinbergerde von Saar- burg Nr. II. A. das grobe Gestein darin . . B. die Erde darin . . Ackererde von Niederbobl- heim Nr. I. dito, dito. II. III. Ackererde aus Steinfehl Nr. I. dito. - II. dito. - III. dito. - IV. Brauner Thon aus Merzig . . . Blaugrauer Thon ebendaher . . Grünsand (Mergel) ans Unna . Ackerboden aus Birgel bei Dann Nr. I. dito. - II. dito. - III. dito. - IV. dito. - V. dito. - VI. Ackerboden aus Preis bei Dann Nr. I. dito - II. dito. - III. Ackerboden aus Walsdorf Nr. I. dito. - II. dito. - III Ackerboden v. Hillesheim Nr. I. dito. - II. dito. - III. dito. - IV. Ackerboden aus Boxberg Nr. I. dito. - II. Erde aus Beuel bei Bonn . . . Erde aus Baumholder r6 ^H >> S X 1 -Ö o c >. a ^ c; X o rt CO o OT « ^^ !^ 0,197 — 0,152 — 0,147 - 0,560, — 0,215' - 0,1471 - 0,590 — 0,256 — 0,276[ - 0,148' — i 0,484 wenig 0,810, — 0,294 — 0,822 1,35 2,18 0,87 7)^046^ 1,772 0,745 0,240 1,002 3,580 (?) 0,712 0,935 0,540 0,108 1,010 0,533 0,911 0,306 1,658 4,006 0,870 0,960 0,60 0,32 0,641 0,630 1,011 0,210 0,598 0,640 0,200 0,325 0,308 0,268 0,714 — 0,145 — 7,040 - 0,338, — 0,14o! - 0,1371 - 0,126' — 0,406 0,240 0,454 0,590 0,870 6,055 2,753 6,422 7,538 1,384^1,112 8,492 2,945 7,822 7,714 0,691 0,224 17,057 3,21811,981 6,792 16,143 15,240 18,160 16,850 15,378 14,750 15,700 4,657 4,870 3,028 0,827 0,149 wenig 0,15 0,27 ^0^74 0,323 wenig 0,431 1,305 4,308 wenig 1,322 0,485 0,722 0,409 0,149 1^252 0,364 wenig 0,24 1,515 10,263 0,25 wenig 4,88 7,83 wenig 2,60 0,17 1,27 0,537: 1,386 0,179; 0,073 14,406 4,780| 0,775 0,053 0,022 0,756 0,361 5,104 0,280 0,106 3,486 4,790 0,073 0,034 0,66 11,508 18,00 28,71 wenig 3,10 7,75 l3,74r 10,375 7,325 5,115 14,340 8,410 14,685 10,035 8,115 10,740 8,735 10,640 6,440 2,415 9,985 12,485 9,040 9,545 - !21,80 11,55 Chemische uud i)hysikalische Eigenschaften des Bodens. 29 «2 « JA Q Ph 's .2 U N CO a C c« bc wenig •wenig ■wenig wenig wenig wenig 0,030 wenig 0,055 0,269 0,055 0,013 0,301 0,080 0,051 0,003 0,09G 0,080 0,059 0,112 1,16 wenig wenig 0,483 5,530 0,475 0,319 0,188 0,354 0,571 11,781 22,476 0,968 0,423 1,089 0,141 0,057 11,827 3,755 0,610 0,042 0,018 0,594 0,284 4,011 0,220 0,084 2,739 3,770 0,057 0,026 wenig 81,239 80,750 60,385 74,200 82,868 80,800 76,325 - |89,415 — 88,410 1,079 1,464 3,254 4,011 5,15 92,790 54,837* 45,786* 24,359* 52,667' 60,70* 50,60* 81,03 74,500 79,190 84,010 90,565 38,960 69,760 69,910 83,160 85,540 75,665 80,660 67,590 84,665 94,615 72,585 64,535 80,368 80,385 47,42* 72,42 0,553 1 — — ' 3,083 — I 7,692 5,685 1,413 0,746 5,250 2,700 2,250 2,100 3,825 3,785 3,950 5,498 5,050 2,790 2,635 1,175 3,590 4,225 3,885 2.560 3,050 5,640 3,260 4,850 3,850 1,175 3,925 5,057 6,650 4,975 17,80 1,45 3,513 1,508 1,842 3,407 0,855 6,880 6,825 5,645 11,660 11,03 7,83 7,67 4,825 3,075 4,965 2,775 4,125 4,185 5,115 3,215 2,715 .5,175 5,205 6,550 2,225 1,1.50 4,370 4,975 2,950 4,075 7,62 6,83 100 Theile derselben enthal- ten : 70 - grobes Gestein. 30 - Erde etc. |100 Tlieilo derselben enthal- ( ten: ; 55 - grobes Gestein. I 45 - Erde etc. i5'2o abschlammbarcr Thon etc. Lehm. 53,7;; abschlämmbare Thon- I theile. Lehm. 24,1 ;; abschlämmbare Theile. Sandiger Lehmboden. i 45,0[] fasst Wasser 49«. A S i; -iö,«?, - - 408. ^|i ^Mr, - - 42U. M G0,5,1 - - 51,90. 3,79 f; Glühverlustj Plastischer 2,53» - j Thon. ;j Feuchtigkeit u. Glühverlust. "a 27,6» Vulkan. Boden. I I7,8f, dito. :i y, 16,6?, Sandboden. 1J',IÜ dito. J 11,6;; Kalkboden. < 32,7 % dito. Ab- Ul,7S Vulk. Boden, schlämm- 20,0 g I Grauwacken- bar: (l6,6f;| boden. Ab- 25,6;; Vulk. Boden, schlämm- 38,3;; Lehmboden, bar: (45,6;; Kalkboden. 21,1 % Lehmboden. 13,8» Sandboden. 37,2 ;; Kalkboden. 22,8;; dito. Abschlämm- j 17,2«,I Grauwak- bar: I l8,2};)kenbodeu. Etwas Salpetersäure Salze. Eine Schicht (im Innern) zwi- schen Hangendem u. Lie- gendem. „Galmeierde", enthält aber keinen Galmei. Ab- schlämm bar : 30 Chemische und physikalische Eigenschaften dos Bodens. ;^ m a 3 3 es 13 . TS SD >^ d >^> a X ^ Ol X a o a w o S W H Erde aus Koblenz - Titz bei Aachen . . . Mergelerde von Buir - Honnef Erde eines Kleefeldes aus Nohn Nr. I. Ackerboden aus Nohn . - II. dito. Borbeck bei Essen Nr. I. dito. dito. dito. dito. dito. - II. III. IV. V. VI. Thon aus Kreuznach . . Nr. I. dito. . . - II. Erde aus Hennef Bittererdckalk Thonkalkstein Eixle von St. Nikolas . . 1859 dito. . . 18G0 0,-290 0,537 0,305 0,407 0,037 wenig 0,036 0,022 0,89 1,52 0,36 wenig 0,240 I wenig 0,204 1 — 0,280 0,200 0,403 0,872 iO,047 0,034 0,068 0,075 0,051 0,062 1,08 4,62 0,48 0,135 0,135 11,0381 0,272 10,90 11,30 1,901 2,407 0,784 2,072 0,705 1,971 9,059 0,572 1,06 2,01 7,60 41,08 30,86 0,531 0,232 6,017 2,960 0,848 1,732 9,112 8,223 "2^290" 2,236 2,805 3,380 3,072 - 2,e 2,178 3,124 4,78 6,68 23,78 17,69 4,64 10,25 16,86 4,280 4,487 Rückblick. Als oiue der interessantesten Untersuchungen über den Boden, nehmen wir keinen Anstand, die über das Vorkommen der Salpeter- säure in Wässern der Ackererden und das Verhalten des Ammoniaks und der salpetersauren Salze in derselben zu bezeichnen, durchgeführt von Knop, W. Wolf und mehreren Herren Stud. ehem. Es schliesst sich diese Arbeit an die im vorjährigen Jahresberichte*) mitgctheilte, ebenfalls von Knop und Wolf durchgeführt, über das Vorkommen des Ammoniaks in der Ackererde an. Wir entnehmen diesen Bestimmungen, dass der Salpetersäuregehalt natürlicher Wässer im Liter von 0,0098 *) Seite 40. Chemische und jjhysikalibche Eigeuschattcn des Bodens. 31 wenig 0,002 0,005 0,291 0,250 0,'290 0,216 0,210 0,388 1,37 1,04 0,008 0,014 wenii? 0,002 0,004 O 3 o -5 0,11 wenig 0,078 0,021 0,030 0,054 0,040 0,032 0,042 0,046 0,072 0,020 0,12 0,072 0,072 8,9244,910 0,214 1,532 8,60 8,90 1,494|0,178 1,6240,191 0,366 0,606 0,384 0,622 1,184 0,470 0,80 0,08 0,40 6,00 37,38 24,80 0,210;o,059 0,0800,044 62,938 1,690 2,950 83,568 1,940 6,968 75,666 77,286 0,312 0,395 65,64 69,84 78,28 1,37 24,88 " 90,400 90,555 1,01 5,30 2,12 3,00011,029 2,268,2,909 Ab- i lt^l'2;', todter Lehm. Schlamm- 23,8.) ;| „Brau", sterile bar : \ Erde, bei Kühl, im Siegkreiso. 3,31 5 fl organische Wurzel-Keste. 4,028 j^ dito. (In der Eifel l)ci Andenau.) 0,142 jj Zinkoxyd, abschliimmbar 78,1*;. fasst Wasser 54;;. 0,183;; Zinkoxyd, abschlämmbar 68,7 %. fasst Wasser 61,8 g. 0,090;; Zinkoxyd, abschläninibar 62,2 ;;. fasst Wasser 53,0;^. 0,197;.; Zinkoxyd, abschlämmbar 66,8 1;. fasst Wasser 59,88. 0,191 i; Zinkoxyd, abschlämmbar 65,9 %. fasst Wasser 74,5;;. 0,124 g Zinkoxyd, abschlämmbar 50,2». fasst Wasser 54,8;;. MO^j Glühverlust. Fasst Wasser 40,5 8. aus Corneliusmünster. Versuchsfeld; abgetragene Par- zellen. bis 0,0185 schwankt, in der Ackererde hingegen zwischen 0,006 und 0,034 pCt. Aus den Versuchen über das Verhalten der verdünnten öali)etersäure und deren Salze, ergiebt sich mit Sicherheit, dass wenn man mit ihnen eine Erde auszieht, dieselben ganz und gar wieder durch Wasser ausgewaschen werden können. Es ergiebt sich weiter, dass das Salpetersäure Ammoniak in humusarmen, humusreichen und thonreichcn Boden zersetzt wird, indem die Salpetersäure an die Mincralbasen übergeht, Ammoniak wird durch Flächenattraction festgehalten. Schliess- lich wird die Umwandlung des Ammoniaks in Salpetersäure in der Ackererde nachgewiesen und die Zeit, wann diese Umwandlung und unter welchen Umständen vor sich geht, festgestellt. Bestimmungen 32 Chemische und physikalische Eigenschaften des Bodens. aller Bodenbestandtheilc bei einer grossen Anzahl von Bodenarten liegen sehr viele vor. Karnirodt allein liefert eine Zusammenstellung von Bo- denanalj'sen, die vom Jahre 1857 — 1862 von der Eheinpreussischen Versuchsstation ausgeführt wurden. Wir können dieser Zusammenstellung ein meist wissenschaftliches Interesse nicht absprechen, wenn Avir auch im Allgemeinen nicht den so hohen Nutzen mit ungeheurer Mühe aus- geführter vollständiger Bodenanalysen für die Landwirthschaft einzusehen im Stande sind. Hiermit wtillen wir aber keinen Vorwurf gegen Karmrodt machen ; denn er musste einfach diese Analyse liefern. Sehr viel Werth scheint aber Peters seinen 562 Analysen von Bodenarten aus Arkansas und Kentucky beizulegen, indem er von der Wichtigkeit, welche eine genaue Bodenanalyse für den Landwirth haben mnss, durchdrungen zu sein scheint. S. W. Johnson spricht sich absprechend über den Werth und die Zuverlässigkeit dieser Analysen aus.*) Von Bodenaualysen haben wir noch hers'orzuheben, die eines frucht- baren und eines unfruchtbaren Salzbodens aus dem Pultava'scheu Gou- vernement und Petzhold knüpft an dieselben seine Ansichten, dass die Magnesia dadurch schädlich auf die Vegetation wirkt, indem sie, im Wasser gelöst, den endosmotischen Prozess der Pflanzenernährung stört, wie konzentrirte Lösungen von Gyps, Kohlensäure, Eisenoxydul, Chlor- natriura und anderen Salzen. Was das Thema-. „Bodenlösungen und Absorptionserscheinungen des Bodens" anbelangt, ist solches diesmal gering vertreten. Es spinnt sich in dieser Beziehung nur ein wissenschaftlicher Streit zwischen Wunder und Schuhmacher über die im Boden enthaltene Lösung fort, weiter nimmt Mohr die Priorität der Entdeckung der Eigenschaft der Dammerde, Mistjauche und Salze zu absorbiren, für J. P. Bronner in Anspruch, ohne hiermit das Verdienst von Huxtable, Thomson, Way und v. Liebig schmälern zu wollen, da dieselben Begründer der Lehre von der Unlöslichkeit der Düngerstoffe in der Ackererde sind. Weiter bringt Robert Hoffmann Daten über Qualität uud Quantität der aus der Ackererde durch reines Wasser aufnehmbaren Bodenbestandtheile. Wir sehen dieselben, wenn man einen Ausnahmsfall unberücksichtigt lässt, zwischen 0,14712 und 0,425 pCt. schwanken. Hoffmann folgert in dieser Mittheilung mit Berücksichtigung der Versuche von Völker, Brustlein, Peters, dass eine Zirkulation einer Lösung im Boden stattfinden kann, indem jeder Boden an viel Wasser absorbirte Stoffe viel abgiebt. Ueber eine verbesserte Methode, um die wasserhaltende Kraft des Bodens zu bestimmen, theilt Wicke einige Versuche mit. Ueber Bodenbildung liegen namentlich viele Analysen von Gebirgs- arteu vor, auf welche wir thcihveise nur aufmerksam machen konnten. Viel Interesse bietet ohne Zweifel die Untersuchung von Dietrich über die Grösse der Wirkung einiger Pflanzen auf die Zersetzung der Gesteine und wir entnehmen denselben, dass in der That die in den verschie- denen gepulverten Gesteinspulvern (Buntsandstein und Basalt) gebaute *) The Amer. Journal of Science and Arts par Sillimana XXXII, 233. Literatur. 33 Pfliinzeu nicht unliedeutemlc Mengen von Mineralliestandtlicilon loslicli gemacht wurden. Es haben die so löslich gewordenen Stoße theiis die Pflanzen aufgenommen, theiis im Boden als Vorrath zurückgelassen. Die verschiedenen Pflanzen äussern aber in dieser Beziehung einen auch verschiedeneu Einfluss, wie weiter auch wieder dieser Einfluss nach der Art des Gesteines abgeändert wird. Ueber den Einfluss der Atmosi^häre auf die Vegetation und die Herstellung der Bodenfruchtbarkeit findet sich eine Abhandlung im Jour- nal of agriculture Society of Scotland (Oktober 1863, p. 125). Die Verwitterungsfähigkeit einer Granitvarietät prüfte Struve (Mem. de l'academic imp. des Sciences de St-Petersbourg VI. No. 4). Analysen von Gesteinen als Rohmaterial der Bodenbildung, sind sehr viele geliefert, und theiis hier mitgetheilt, theiis auf dieselben ver- wiesen worden. Schliesslich wollen Avir noch mittheilen, dass Kau aus seinen Beob- achtungen über das Gefrieren des Bodens folgert, derselbe gefriere nicht so tief, wie man gewöhnlich anzunehmen pflegt; die Lage ist hierbei mehr entscheidend als Bodcnbescbairenhcit und Bodenbedeckung. Ra- sendecke ist in dieser Beziehung am wirksamsten. Der Frost dringt anfangs rasch, später langsamer in den Boden; ein tiefes Pflügen, be- sonders vor dem Frost, begünstigt das Eindringen in denselben. Literatur. Die Gesteinslehre vom Prof. K. Cotta. 2. Auflage. Freiburg 1863. Die geognostische Karte der Rheinin'ovinz und Westphalen von Derhen. Berlin 1863. Die nutzbaren Mineralien der Kantone St. Gallen und Appenzell von Deiche. Öt. Galleu 1863. Grundzüge der Geognosie von Dr. Gust. Leouhard Leipzig 1803. Die Entwickelung und Zusammensetzung der Erdrinde von J. Bor- mann. Zweite umgearbeitete Auflage 1803. Erfurt. Handbuch der analytischen Miueralchemie von Rivot, Deutsch von Ad. Remele. Leipzig 1863. Geologische Karte vom nicderschlesischcn Gebirge und den angren- zenden Gegenden von Beyrich, Rose und W. Runge. Berlin 1803. Hoffmail n, Jahresbericht. VI. Die Luft. Dalton's Dampf- theorie. Ueber das salpeter- saure Am- mouiak der Luft. Ueber Dalton's Datnpflheorie und ihre Anwendung auf den Wasserdainpf der Atmosphäre macht Lamont Mitlheilun- gen*), u eichen wir entnehmen, dass, will man die Lehrsätze dieser Theorie auch auf die Verhältnisse des Wasserdampfes in der Atmosphäre anwenden, so geht vor Allem aus denselben hervor, dass, da die Verbreitung des Dampfes in der Luft nur sehr langsam zu Stande kommt, und da an verschiedenen Orten, je nach der Wärme und der Grösse der offen liegenden Wasser- flächen, sehr verschienene Dampl'mengen in die Luft übergehen, bezüglich auf die Feuchtigkeit der Luft strenggenommen keine gesetzmässigen Verhältnisse bestehen. Allerdings bewirken die beständig vorhandenen Luftströmungen eine Durchmischung der trockneren und feuchteren Luflmassen^ aber nicht in regel- mässiger Weise, und deshalb besteht zwischen der Feuchtigkeit in verschiedenen Punkten des Raumes kein strenges Abhängig- keitsverhältniss. Insbesondere erscheint die Vorstellung einer für sich bestehenden Dampfalmosphäre als unzulässig, und die Angaben des Psychrometers können nur mehr als Ausdruck der lokalen Feuchtigkeit betrachtet werden. E. Bohlig**) macht aus seinen Versuchen über das sal- petersaure Ammoniak der Atmosphäre und dessen Entstehung die nachstehenden, sich aus denselben mit Bestimmtheit ergeben- den Folgerungen. 1. Normale atmosphärische Luft und Nebeneinflüssen fern- *) Annalen der Physik und Chemie 18G3. 118 S. 158. **) Annaleu der Chemie und Pharmacia XLIX, 33. Die Luft. 35 gehaltenes Regeiiwasser enihalleii nie kolilensaurcs, sondern sal- pelersaures Aniinuniak. 2. Lolzlgenannlcs Salz onlstelil ursprüng- lich überall da, wo Ozon mit SlickstofF resp. mit atmosphäri- scher Luft zusammentrifft, eben so bei jeder Verbrennung in freier Luft. Th. 0. G. Wulff*) unterwirft diese Untersuchungen Boh- lig's und die Auffassung letzterer durch Liebig, wie die von Schönbein über Salpeterbildung einer Kritik. Er meint: Es wird durch Bohlig 's Versuche in Frage gestellt, ob in Schönbein's betreffenden Versuchen das in der Luft bereits vorhandene Nitrit, dessen Menge sehr veränderlich ist, die Ur- sache der beobachteten Erscheinungen war. Wäre aber auch das erstere wirklich unumstösslich erwiesen, so erscheint es Wolff völlig ungerechtfertigt, diesem Umstände eine so weit- tragende Wichtigkeit beizumessen, als dies von vielen Seiten geschehen, indem einmal es sich zunächst um Spuren des er- wähnten Nitrites handelt, dessen quantitative Bestimmung bis jetzt noch nicht gelungen ist, andererseits die festgestellte Thal- sache, dass — wenigstens in unserem Klima und bei dem hier üblichen landwirthschafllichen Betriebe — bei gewissen Pflan- zen eine besondere stärkere Versorgung mit aufnehtnbarem Stickstoff vorzugsweise lohnend und daher wirthschaftlich noth- wendig ist, wenig durch die Frage berührt wird, wie gross oder wie klein die Menge des allen Pflanzen ohne unser Zuthun aus der Atmosphäre zufliessenden assimilirbaren Stickstoff's sein möge. Ueber die Entstehung des Nebels hat Berger**) Beobach- '^«'^" '"« II 1 I 1 1 1 1-. 1 Entstehung tungen angestellt, aus denen er zu den nachstehenden Folge- aes Nebeis. rungen gelangt: Zur Bildung von Nebel ist Luft nothwendig, und in dieser eine Temperatur-Differenz oder Temperatur-Erniedrigung. Zur Bildung eines längere Zeit bestehenden — also nicht fal- lenden Nebels — ist nothwendig, dass eine hinreichend gesättigte Luftmasse eine niedrigere Temperatur habe, als der Boden unter ihr; es werden hierbei die herabsteigenden kälteren Luftmassen erwärmt und zum Wiederaufsteigen geeignet, die *) Landwirthsch. Zeitung für Nurd- und Mittel-Deutschland. 18G3. S. 6, 7, 8. **) Annaleu der Phys. und Clieniie. CXVIII. 456. 3* 36 Die Luft. im kalten Strome gebildolen Dunslkörperchen somit durch den- selben ebenfalls abwärts geführt, und durch den warmen wieder emporgerissen und aufgelöst. Von einem Schweben, als einem ruhigen Verhallen der Dunstkörperchen in der Luft, könne keine Rede sein. Fallende Nebel dagegen entstehen, wenn die Erdoberfläche kälter als die überstehende gesättigte Luft- masse ist; es wird keine Erwärmung, und mithin kein Wieder- aufsteigen der herabgesunkenen Luft stallfindcn; die Dunst- körperchen werden niederfallen, aber nicht wieder emporsteigen. Rücksichtlich des Wesens des Nebels ist Berger der An- sicht, dass die Dunstkörperchen aus einem wässrigen Kern mit elastischer Hülle bestehen. verhäitniss Dje Gcwittcr einer Gegend stehen nach Nowak im geraden Gewitter. Vcrhältiiiss zur Häufigkeit und Mächtigkeit der Quellen der- selben. Gewitter zur ungewönlichen Zeit haben ihren Grund in mancherlei zeitweiligen Störungen des Wasserdampfprozesses. Näheres im Sitzungsbericht der Kün, Gesellschaft der Wissenschaften zu Prag 1862. I. 78. Entstehung Mohr stclIt Über die Entstehung des Hagels eine neue Theorie auf. Er meint, da Kälte beim Hagel auftrete, wo doch alle bei demselben vorkommenden Erscheinungen (Reibung, Blitz u. s. w.) Wärme erzeugen, so müsse sie ausser diesen Erscheinungen und nicht mit ihnen in Verbindung stehend vor- handen sein. So lange man glaubte der Thau macht kalt, war er ein unerklärtes Phänomen. Wells kehrte bekanntlich den Satz um, und das Problem war gelöst — Mohr thut dasselbe in Rücksicht des Hagels. lieber den Weg, meteorologische Beobachtungen anzustellen, guch7 Bco- "leilt Möhl seine Ansichten bei Gelegenheit der Veröffentlichung bachtungen. seiner meteorologischen Betrachtungen mit. Wir entnehmen da Folgendes.*) Die Meteorologie hat sich bis jetzt vergebens bemüht, allgemeine Regeln aufzustellen , auf welche Phänomene diese oder jene Witterung folgen solle. Allein von der Voraussetzung geleitet, der Mond sei der Wetterregulator, wurden auch alle Erscheinungen mit dessen Stellung gegen Erde und Sonne in Verbindung gebracht Dass diese Voraus- setzung nun durchaus irrig ist, hat nicht allein der Stand der heuti- gen Physik zur Genüge bewiesen , sondern auch jeder , welcher me- teorologische Journale führt , wird leicht die Ueberzeugung davon ge- winnen. Als annehmbare Vorzeichen des allgemeinen Charakters der *) Näheres Landwirthsch. Zeitschrift für Kurhessen 1863. des Hagels. meteorolo- Die Luft. 37 Witterung dagegen dienen ohne Wiederrede diejenigen Gestaltungen desselben, welche in die Zeiten der Sonnenwendepunkte fallen, wie sich aus dem Einflüsse der hierdurch bewirkten Luftstriimungen und tro- pischen Regen leicht erklären lässt. In der Regel pflegt das Wetter zur Zeit der Solstitien und Acquinoctien einen bestimmten Charakter anzunehmen und dann auch im Ganzen beizubehalten, worauf sich die an gewisse Tage geknüpten Prophezeihungen (die sogenannten Bauern- regeln) gründen. Zunächst ist es der Wind, welclier auf den Körper wirkt. Ist er trocken, so wird er die Verdunstung des Körpers beschleunigen und die Dünste fortführen, ist er feucht, d. h. hat er eine Menge Wasserdampf vom entfernten Meere herbeigeführt und in der Luft vertheilt, so wird auch selbst bei heftigem Winde die Luft durch Mehraufnahme von Wasser- dampf nicht im Stande sein, das Transpiriren des Körpers so zu be- fördern, wie es für das Wohlbehagen nüthig ist, am allerwenigsten bei hohem Wärmegrade oder gar elektrischer Anhäufung. Im Gegentheile, bei der gehörigen Abkühlung, wird sich ein Theil des Dampfgehaltes der Luft zu Wasser etc. verdichten und niederfallen. Diese und der- gleichen Erscheinungen fühlt der Mensch schon vorher und der Erfah- rene deutet sie schon vorher richtig und sagt sie deshalb voraus. Aber nicht bloss, was er an seinem Körper fühlt, sondern auch was er von früh Morgens bis spät Abends in der Atmosphäre sieht, muss der rich- tigen Beurtheilung der Witterung zu Hülfe kommen. Barometer, Ther- mometer und Psychrometerlsind es, welche sorgfältig beobachtet werden müssen, wenn es je gelingen soll, den wissenschaftlichen Zusammenhang in den Witterungsveränderungen aufzufinden. Dabei muss die Rich- tung des Windes an guten Wetterfahnen, der Zug der Wolken, die Stärke des Windes, die Beschaffenheit der Atmosphäre, der Wol- kencharakter, alle Arten von Niederschlägen beobachtet und womöglich gemessen werden. Einstweilen haben nun diese Beobachtungen den unverkennbaren Werth, dass, wenn man die jetzige oder stattgehabte Witterung als Ursache für die an der Vegetation etc. später zu beo- bachtende Wirkung betrachtet, man durch sorgfältige Aufzeichnung der Witterungsverhältnisse auf die richtigen Ursachen nothwend g auf- merksam gemacht und geführt wird. Nur wer den vorhergehenden und nächstfolgenden Stand mit dem gegenwärtigen vergleicht, also den Gang des Barometers beobachtet, wird Nutzen daraus ziehn. Ganz allgemeine Regeln, wonach man aus den Barometerschwankungen auf die Veränderung des Wetters schliessen kann, lassen sich nicht ange- ben. Sie müssen aus langjährigen Beobachtungen abstrahirt werden. Oft steigt vor und während des Regens das Barometer und heiteres Wetter ist bei seinem niedrigsten Stande, je nachdem die herrschenden Luftströmungen sind. Als allgemeine Regel lässt sich nur folgendes annehmen : Je anhaltender die regelmässigen Schwankungen beim mittleren Stande oder über demselben sich zeigen, also wenn das Queck- silber des Morgens nach 9 Uhr steigt, am Mittag etwas sinkt und am Abend seine Höhe wieder erreicht, oder ihr nahe kommt, vorzüglich aber , wenn es nach einem geringen Sinken während der Nacht oder richte. 38 Die Luft. frühen Morgens , dann gegen 10 Uhr etwa nicht hinter dem Stühlinge also, nördlich von den Alpen sich in das ganze Jahr umfassende zeitweise Niederschläge mit einem Maximum, im Sommer, verAvandeln, bei uns also eine eigentlich permanent regenlose Zeit nicht vorkommt. Unsere relativ trockenste Zeit ist der März bei mit hohem Barometer verbundenen Ostwinden, so wie der September, die günstigste Reisezeit für unsere Gegenden. Die vorwaltenden Regen fallen bei uns von Ende Juni, den Juli hindurch bis in den August hinein und beeinträchtigen auf diese Weise oft die Ernte, während das trockene Frühjahr umgekehrt häufig der Entwickelung der Vegetation verderblich wird. In England hingegen fällt das meiste Wasser, bei ziemlich gleichförmiger Verbreitung der Niederschläge durch das ganze Jahr hindurch, im Herbste. Man sieht daraus, dass in Beziehung auf den Regen wir es mit verschiedenen Witterungs-Systemen zu thun haben, und dass nur bei Berücksichtigung derselben telegraphische Nachrichten aus einem Gebiete für das andere eine Bedeutung haben können, indem *) Gutachten über telegraphische Wetterberichte. (Annalen der Landwirthschaft in Preussen 18G2. 434.) Die Luft. 39 die Voraussetzung kommender identischer Verhältnisse in bestimmten Fällen als vollkommen unbegründet zurückgewiesen werden muss. Der Grund dieser verschiedenen Witterungssysteme liegt darin, dass die in der Nähe des Aequators aufsteigende feuchte, warme Luft in den höheren Regionen den Polen zufliesst und sich allmählig herabsenkend den Boden berührt, au welcher Stelle sie hauptsächlich und dann noch weiter am Boden fortströmcnd, an anderen Stelleu ihren Wasserdampf als Regen allmählich verliert. Mit der in der jährlichen Periode sich ändernden Stelle des Aufsteigens der erwärmten Luft ändert sich auch dem entsprechend die Stelle des Ilerabkommens. Im Winter, in welchem die Sonne im südlichen Zeichen verweilt, findet dies Herabkommen in Xord-Afrika statt, im Frühlinge luid Herbste in Südeuropa, im Sommer eiuUich überstaut die obere Luft den hohen Wall der Alpen und kommt erst in Deutschland mit dem Boden in Berührung. Hier treffen diese herabkommenden oberen von S.-W. her wehenden Winde mit den kalten Xordwestwinden zusammen, welche vorwaltend im Sommer von dem dann kühleren atlantischen Ozeane nach dem wärmeren europäischen Fest- lande wehen. Daraus folgt unmittelbar, dass im Späthfrühlinge die Regen von S.-W. nach N.-O. heraufrücken, zur Zeit der Aussaat also Nachrichten von Italien vorzugsweise für unsere Gegenden von Interesse sind, während sie im Spätherbste hingegen von N.-O. nach S.-W. hin sich zurückziehen, wodurch also Nachrichten von dort von geringer Bedeutung sind. Im Sommer sind es liingegen die in den warmen Südweststrom einfallenden kalten Nordwestwinde, welche im ersten Zu- sammentreffen in der Regel ein starkes Gewitter erzeugen, das sich dann, möglicherweise in Landregen mit starker Abkühlung verwandelt. Gewöhnlich aber tritt der Landregen nicht als ein ununterbrochener auf, sondern indem S.-W. und N.-W.-Wiude häufig mit einander ab- wechseln, als eine Reihenfolge einzelner Regengüsse, während deren Dauer das Barometer im fortwährenden Auf- und Abschwenken oscillirt, je nachdem für eine kurze Zeit der N.-W.-Wind die Oberhand ge- winnt, oder wiederum durch den S.-W.-Wind verdrängt wird. In wel- cher Ausdehnung dies stattfindet, hängt davon ab, wie breit der ein- fallende Südweststrom ist, und wie weit er in das Innere des Konti- nents vordringt. Jenes bestimmt die Ausdehnung der Erscheinung von S.-W. nach N.-O. hin, dieses die Breite des Striches von N.-W. nach S.-O. hin. Um diese Zeit sind daher Nachrichten aus England und Holland von Interesse, aber die eigentliche sichere ist hier das Baro- meter, welches stets den einfallenden südlichen Strom durch ein Sinken ankündigt. Diese Anzeichen des Barometers sind aber nur verständlich, wenn man beobachtet, nicht sowohl wie hoch das Barometer steht, son- dern ob es im Steigen oder Fallen begriffen. Da nämlich der Wärme- unterschied der Luftströme im Sommer geringer als im Winter ist, so sind die Schwankungen des den Druck der kalten oder warmen Luft angebenden Barometers auch im Sommer viel kleiner, als im Winter. Die Fälle, in welchen (bei schnell steigendem Barometer) ein sehr hoher Barometerstand eintritt, gehören vorzugsweise dem Winter an, wenn 40 I^ie Luft. gerade einander entgegen wehende Winde einander stauen und dann nach dem hohen Barometerstande mit Nebel unmittelbar starke Nieder- schläge mit südlichen Winden, oder starker Schnee mit nördlichen ein- treten. Diese haben für Ernte und Aussaat daher geringere Bedeutung als für die SchiftTahrt." Dove ist nicht im Stande, jetzt schon irgend ein bestimmtes Ur- theil abzugeben, in welchem Sinne die Mittheilungen über die Richtung einfallender Ströme einzurichten sind. „Jedenfalls können vereinzelte Mittheilungen eines irgendwo beobachteten Niederschlages nur in ver- einzelten Fällen von Nutzen sein. Ueberhaupt müsste bei solchen Mit- theilungen das Verhalten des Barometers und die Windesrichtung mit telegrajihirt werden, weil man erst dadurch wenigstens zu vermuthen ver- mag, ob man es mit einer lokalen Erscheinung oder einem universellen Phänomen zu thun habe. Viel könnte in dieser Beziehung schon ge- schehen, wenn in den einzelnen Provinzen der Verlauf der Witterungs- erscheinungen, besonders der barometrischen Schwankungen, mehr von den Landwirthen beachtet würde, als dies bisher geschieht. Das preu- ssische Beobachtungssystem umfasst mit den deutschen Landen, die sich, daran angeschlossen haben, Hannover, Oldenburg, Mecklenburg, Holl- stein, Hessen-Darmstadt etc. ungefähr 70 Stationen. Es würde für eine geringe, den Beobachtern zu zahlende Renumeration sich leicht einrich- ten lassen, dass die täglich angestellten Beobachtungen in Kreisblättern und Provinzialzeitungen dem grösseren laudwirthschaftlichen Publikum sogleich bekannt gemacht würden, denn das Barometer ist, wenn man seine Bewegungen zu deuten weiss, ein Telegraph, welcher keiner Lei- tungslinie bedarf. Dies soll keineswegs telegraphische Mittheilungen als nutzlos bezeichnen, aber fruchtbringend können die letzteren nur sein, wenn sie nicht auf einzelne Mittheilungen ungewöhnlicher Niederschläge an einer bestimmten Stelle sich beschränken. Ueberhaupt muss gewusst sein, welches der naturgemässe Verlauf an einer Stelle ist, um einen Rückschluss auf den an einer andern Stelle zu machen. Es möge mir schliesslich gestattet sein, dies durch ein bestimmtes Beispiel zu erhärten. Im November 1855 fielen in Karpola in Dalmatien 161,8 Linien Regen, in Ragusa 120,5, in Valona 112, in St. Magdalena bei Idria 146, in Laibach 107, ebenso im hochgelegenen St. Maria am Stilfer Joch. Von diesen heftigen Niederschlägen am Südabhange der Alpen finden wir im nördlichen Deutschland keine Spur. Nach einem Nachsommer von wunderbarer Schönheit, Ende October, war auch im November nur die Hälfte des ge- wöhnlichen Regens gefallen, in Prag sehen wir 6 Linien, eben so viel in Krakau, in Lemberg noch nicht 3. Man sieht daraus, dass, wenn die herabkommenden Strimie an einer bestimmten Stelle ihren Wasser- dampf in ungeheuren Niederschlägen verlieren, der darauf zu gründende Schluss nicht der ist, dass dies nothwendig auch in anderen Gegenden nachträglich eintreten müsse, sondern dass umgekehrt das Material an einer bestimmten Stelle sich so erschöpft hat, dass für andere Gegen- den dasselbe fehlt. Mit welcher Form man es in einem bestimmten Falle zu thun habe, läs^t sieb daher nur ermitteln, uenn von einem Die Luft. 41 grösseren Beot'acbtungsgebictt! die Data vorliegen. Meiner Ansicht nach muss daher eine solche Einrichtung von einem allgemeinem Gesichts- punkte aufgefasst worden. Es muss ein allgemeines System der Mit- theilungen gegründet werden, welches dauernd den Ueterblick über ein grosses Gebiet zu erhalten gestattet." Wir haben noch mitzutheilen, dass Krocker zu Oppeln am 2.'. November 1862 einen Vortrag über denselben Gegenstand gehalten. Ferner enthält das Journal d'agri- culture pratique 1862 II. 602 einen Aufsatz (Meteorologie Telegraphique) von Zürcher über denselben Gegenstand. Meleoroloffischc SlalioncMi zu forsllichen Zwecken sind an M«tpo'«io- "^ gische Sta- vier Oi'len des Konigrciclics Sachsen aufÄnlragdes von Berg ,io„p.i zu und Blase mit Zuffrundeleirnna eines Gutaclilens von K rutsch f'^snichen ° s n Zwecken. einoerichlet. Es wird Rücksicht genommen auf: Temperatur, Windiichlung, Bewölkung des Himmels, Niederschläge. (Jahr- buch der königl. sächs. Akademie zu Tharand VIII, 72.) ' Mohr stellt eine neue Theorie des Hagels auf und sieht die heim Hagel auftretenden elektrischen Erscheinungen als Folge und nicht als Ursache des Hagels an. (Ann. der Physik und Chemie 1862. S. 89.) Die Ursachen des Wechsels der Witterung oder die Slö- Ursachen ^ . des Welter- rungen im normalen Gange der Wärme findet Witte in den weci.seis. Faktoren, welche die Fluthungen des Ozeans bewirken. (Zeil- schrift f. d. ges. Naturwissenschaften XXI, 401. Ziemlich das meiste Interesse beansprucht wohl das Bestreben, Kückbiick. sich vor eintretendem schlechtem Wetter mit Hilfe des Telegraphen be- nachrichtigen zu lassen, zu welchem Zwecke sich ein eigener Verein in Mecklenburg gebildet. (Vergl. letzten Jahrgang S. 54.) Es hat, wie mitgetheilt, dieser Verein seinen ersten Bericht erscheinen lassen, aus dem wir aber über das Sein oder Nichtsein des Erntewettervereins noch nicht aburtheilen können, um so weniger, da die Betheiligung an dem- seH)en noch keine so allgemeine geworden, als es nöthig und zu wün- schen wäre. Wir von unserem Standpunkte aus wünschen diesem Ver- eine im Interesse der Landwirthschaft das beste Gedeihen und können nicht umhin, diejenigen Persönlichkeiten namhaft zu machen, die sich um diesen Verein besondere Verdienste erworben haben; diese sind Beyrich zu Neu-Schlön; John, Redakteur der Mecklenburger Annalen; Krüger und Dove. Letzterer hat überhaupt festgestellt, was man von solchen lelegraphischen Wetterberichten zu hoffen hat für die Landwirthschaft. Es werden zwar die etwas zu sanguinischen Hoffnungen hierdurch herab- gestimmt, zugleich aber die gänzliche Unmöglichkeit eines derartigen A'^ereins keinesfalls ausgesprochen und es l)leibt zu hoften, dass telegrapbi- sche AVetterberichte dem landwirthschaftlichen Betrieb eben so nützlich werden können, wie der SchiftYahrt; denn sobald man auf dem meteoro- logischen Departement der Admiralität in England Anzeichen vom Sturme 42 r)ip Luft. beobachtet, wird dies sogleich nach allen Ausseuhafen telegraphirt, um Schifte vor dem Auslaufen zu warnen. Eben so sollte dem Landwirth der Telegraph Nachricht über eine kommende Regenperiode aus dem Westen l)ringen — das ist das Ideal: Dove hat dies, wie mitgetheilt, auf die Möglichkeit zurückgeführt. Für solche Wetterberichte aus dem Westen — dem Wetterwinkel — hat auch Krocker im landwirth- schaftlicheu Verein zu Oppeln das Wort ergriffen. Er hält diese west- lichen Mittheilungen vorzugsweise als eine Ergänzung lokaler Beobach- tungen; sie sind ein „Pass auf" für die Landwirtho und Kath, auf der Huth zu sein. Audi Zürcher im vortrei^'lichen „Journal d'agriculture pra- tique" behandelt diesen Gegenstand, macht aber aufmerksam, dass, wenn solche Wetterberichte aus dem Westen nicht mehr Schaden als Nutzen bringen sollen, sie von Männern, mit niithigen Kenntnissen in der Meteoro- logie ausgestattet ausgehen müssen. H. M ö h 1 brachte Erläuterungen seiner Resultate meteorologischer Beobachtungen, die sich auf den Weg der meteorologischen Beobachtung beziehen. Er spricht da dem Monde den Eintluss auf die Erscheinungen unserer Atmosphäre ab, meint aber als annehmbares Vorzeichen des allgemeinen Charakters der Witterung dienen ohne Widerrede diejenigen Gestaltungen desselben, welche in die Zeit der Sonnenwende fallen. Schliesslich folgt eine Beschreibung der Beobachtungen zu Kassel und Möhl erbietet s'cli den Landwirthen, welche das Barometer beobachten, die nöthig werdenden Berechnungen wegen des mittleren Standes durchzuführen. Ursachen des Witterungs- wechsels findet Witte in den Faktoren, welche die Fluthungen des Meeres bewirken. Was Wittcrungs-Beobachtungen anbelangt, so wurden in Sachsen zu forstlichen Zwecken vier Stationen eingerichtet. Meteo- rologische Beobachtungen sind an der Station iJahme für 1862 »inter- uommen (VI. Bericht, S. 99). Auf das Weitere Derartige verweisen wir auf das im V. Jahrgang des Jahresberichtes S. 56 Mitgetheilte. Ueber die p]ntstehung des Nebels theilte uns Berg er seine Beobach- tungen und Mohr seine Ansichten über die Entstehung des Hagels mit. Was die Bestandtheile der Luft betrifft, veriiffentlichte Bohl ig seine Versuche über das salpetersaure Ammoniak in derselben, welches immer in normaler Luft vorhanden ist, und überall entsteht, wo Ozon mit atmosphärischer Luft zusammentriflt. Th. 0. G. Wolff unterzieht die Arbeit Bohlig's einer Kritik. Lamont machte Mittheilungen über die Dalton'sche Dampftheorie in ihrer Anwendung auf den Wasser- dampf der Atmosphäre. Ueber die Oxydation der in der Luft enthal- tenen Kohlenstoff- Verbindungen theilt V. H. Karsten Untersuchungen mit. (Poggendorff's Annaleu 109, 346.) Literatur. Klimatographische Uebersicht der Erde. Mit einem Appendix und 3 Karten. Von A. Mühry. Leipzig 1863. F. Winter. Literatur. 43 Meteorologie d'Aristote traduite pour la preniiere fois et accom- pagnee de notes perpetuelles avec le petit traite apocryphe du monde par J. Barthelm y St. Hilaire. Paris 1863. Verlauf der Witterung in den letzten 21 Jahren 1842 — 1863 zu Salzburg von Fr. J. N. Woldrich. Salzburg 1863. The Weather Kook : A Mannual of Practieal Meteorology By Bear- Admiral Fitz Roy. London: Longman & Co. 1863. „Quarterly Report of the Meteorological Society of Scotlaud" for the Quarter ending goth, June 1863. -Q^- Die Pflanze. Nähere Pflanzen -Bestandtheile und Aschen- Analysen. zusammfn- Auffuslus Völker lieferie uns eine sehr eingehende des Strohes Unlcisuchung über die Zusammensetzung des Slrohes. Obwohl das Hauptinteresse und der Zweck dieser Arbeit in der Bestimmung des Nahrungswerthes der verschiedenen Slroharten zu suchen ist, so theilen wir demungeachtel, da diese Untersuchung auch für uns Interesse hat, die Hauptresultate in nachfolgender Ta- belle mit, verweisend auf das Nähere in dem Originalwerke.*) *) Ueber Zusammensetzung und den Nabiungswerth des Strohes von Dr. A. Völker. Deutsch von J. Holzendorf, Berlin 1863. Nähere Pflanzen-Bestandtheile und Aschen-Analysen. 45 O O 1 _, f ^ ifT th CD 1—1 CO CD G^ ■«* (M C; r-l o>_ CO^ t-^ t-^ 05^ l>^ i?.T^ •qoj;S-uesqja to c^" cf 00 CD (m" t>r c4" 1—1 T-l .-( Tji t- ^ in ^H lÄ T— 1 CD ic ö" •jtajjoqu (71 Oi Q, tJ<^ •<# t>^ 00^ 05^ rH_ I— 1 qoj;S--i3J^H üf CO -H (>f ^ T-T .-T ,o-<^ lO^ Qq_ i> c>j. 8 1— 1 qoaig-jejviH ^'^^ »-T tp" t-T T-T CO ö~ CD CO t- Tl t- CO CO CM 8 1—1 •JPJ CD t- 1-1 CO CT5 ^^ t^ qojJs-J^Ji^H cd" 0" i-H CD crT of cT th ,— ^ ^ •jia.xun t- t- ^ 1 Ä-i o_ lO^ '"1 cq_ ■* "^ 1 1 1 (^ qoa^s-aisjar) c^ T-T «rf -^51 1 1 .— 1 t^ ^ '"' r CJD CO ->* t^ CO -^ CO g •jiajipoj (N CO CD Ol Oi 00 t^ in CO 'qoa^s-ais-iaO (>f lO T 1-^ CO § TP CO Ol Ol T-H CD r-j_ i-J_ 0]_ 1 0^ CD co^ 0, 1 '5^ ■J|3J CO T-T cd" I T-T T-T cjT T-T 1— ( CO ■«*' 00 CD CO 10 CO CO ^ •qo.ng-uaziaA\, CO t~ ^l C^ tJ^^ >-<^ CD T-H_ ^„ lua^ajuaaaä ;n£) CO --< 1-1 ''^ Tt^' cT T-T th" rdT co" 1—1 Ö ' Ah • Stoffe toff . Stoff 1 ^ • CO . raktivi isser . , s. w. hen S off . . sehen Oi :0 m, Ext im Wi iser u. •ganisc ote'inst Holzfa organi Ol U Ol ■ j:1 33 • Ol Seh lösli iche sn u hen ulic hen r*^ y3 •^ p— < w cj> « CJ S-l CO .— I- . S ^ ;2 -3 ;- CA CO rW -£ -ö ;s :o ?^ -o u ** s- CO — t» — ;3 « .0 C C C ^ c s N > hJ P h2 t> 3 Dietrich*) beslimmle in verschiedenen Rübensorten die näheren Pflanzen-Beslandtheüe. Es ergaben sich die fol- genden Resullale: Zusammen- setzung verschied»- nfr Rnben- sorteii. *) Jahresbericht von Heidau. S. 102. 46 Nähere Pflanzen-Bestandtheile und Aschen- Analysen. vn i;^ o ^ (M o w CO C5 O -J CT •zuBisqus X CO ^r o CO o: u-: o_i-:_»-i t-;_ CC 05 O^O^CO "^ 1 1 -uaJiooax tfrf ed"i-rTj5".^'~TjrT-r^o~t- CO TfT T-l CO CO O O 05 1 1 1— li-(0|i-((MTHr-li-tT-(r-( l-H cot-oioot-oiooeci T-l »o 00 CO o o^ vn in T-< •ajgojsiBjami\[ -H_0 t>^0_-^_^t-^Oi_05_O^CO »-| 05^ O^ 05^ C^J_ »-H^ CO coco_ l-T^T— 1 r-l ^1 O O O O O tH O'tH' 0~ iH" i-^^ r- 1 TH~eo" i-Hi0Oc0OOW'-lTt1 iH rH T-l OT^ iC Ol •-c-J !>j \ r-(M oo (2 ,01 OS i-H oo ~ , OJ^ •jaJiDnz \ ^H 1— 1 tH T^ -*0 35 (75 O) O T-l -uoqn^JX ^ r- 1 1 i tH O , O CO o QO^cn^ 00 TjTiO'c-'^-O O 05 uaJionzaiqoH^ 1 cTirf o'i-TiTJ i-l tH 1— ( \ tH '^ cJS^ -rfcr co" 1 ■^«rot-OQOc; (MQOi-i to 'M v o CO t» E^ co = ^ OS 2 ^C •ja^iop o O' O O lO 'O? O'O O CO O' OS -VLidq O r-l CO 1-1 CO O (N 1— 1 (-, CO o Oi O O CO O 1—1 <^ CO O i-( in ^ o -^ c i" o in •uqoj^i CO CO CO ^ i- O Ol .-H -TjH Cl 1— ( o ■^o C5 O O OS o 1-H O CO in O 1-1 in er. Cj l— O CO •zjiAvig t^ r-H r-i ■•+ Tf< O T-{ 1-1 -^ CO rH o CO O c-o o t- •sdiu o CISC CO O O rH m CO -^ (M >n O CM -.louiuioy '^i o CO CO CO CM 5 CO o t- o CO O o t- •sdua o l'* O G^l O O t- in ■* Tl COO o o -j9;uijV^ 00 ^ CO (M ■* CO O CO (3 1—1 o O^O O !>• •U9UI\3S (_^ oo o o O CO o m (M c- o O C5 -JU9S t^ CO 'S. 1-1 (>J CO ■* O - Sujoj (3) O^ '-" o CO in ino CM lO o a -PO c- COO O CO O (M 1— 1 CO '^ o 1—1 (•aujov) o tH O 35 O O CO un 1—1 o CO O O Oi (M b- -^ •S! O CO t>-X in in o cr-j -uouuog I— 1 ^ t:}< C OO O l>- o oi (X CM O O 1-1 ^ t-T- C/2 CJ •— 5 -*-* in 'S, tco c Ande Stic Sto Mine s • ;=; 60 Nähere Pflanzeu-Bestiiiidtheile und Aschen-Analysen. 49 Auch Berjüt*J uiitersuchle mehrere Oelsamen. Die unter- suchten Oelsamen enthielten: Oel Gewöhnlicher Raps von Quettehou (Mauche-Dep.) .... 45 pCt. „ „ „ Havre bezogen 44 „ Schirmraps von Neubourg (Manche) 44 „ Gewöhnlicher von Neubourg (Eure) 43 „ „ „ Seine Inferieure Dep 42 „ „ „ Cötes du Nord 40 „ Rother indischer Raps 40 „ Weisser „ „ 40 „ Leinsaat (Manche) 34 „ Weisser Mohn (Calvados) 46 „ Mohn (Dep. du Nord) , 50 „ Erdnuss 38 „ Sesam 53 „ Weisser Senf 30 „ Schwarzer Senf 29 „ Hanf 28 „ Leindotter 35 „ Wassermelonensamen 36 „ Siuapis arvensis 15 — 42 „ Orangensamen 40 „ Coloquintensumen i6 „ Kirschkerne 42 „ Mandeln 40 „ Kartoö'elsamen 25 „ Kreuzdurnsamen 16 w Johannisbeerensamen 26 „ Bucheckern 24 „ Robert Hoffmann**) untersuchte Kartoffelsorten, die von Originalkartoffeln, welche die österreichische Fregatte No- vara aus Amerika mitgebracht halte, gezogen waren, auf ihren Stärkemehlgehalt. Zum Vergleich wurden auch noch 5 ein- heimische Kartoffelsorten angebaut und untersucht. Nehmen wir die Durchschnittszahlen von je 4 — 5 Untersuchungen bei jeder einzelnen Kartoffelsorte, so ergiebt sich, nach dem Stärke- mehlgehall geordnet, die folgende Reihe. Bei den amerikanischen Kartoffeln Early Worcester 24,5 pCt. Amerikanische blaue Kartoffeln 23,85 , Champion 23,52 „ *) Journal de la soc. central, d'agric. de Belgique. 1863. p. 71. **) Landwirthsch. Zentralblatt. 1863. S. 41. H of f lu .111 II, Jaliresberiolit. VI. ^ Oelgehalt von Oelsamen. Slärkemehl- gelialt ver- schiedener Karlofifel- sorteu. 50 Nähere Pflanzen-Bestandtheile uiicl Aschen-Analysen. Stärkegehalt verschiede- nerKartolfel- gorteu, Scotseh Grey 22,78 pCt. Rohau 22,05 „ Carter 21,51 „ Orange 19,89 „ Mac Grahey 19,89 „ Iniprooved Mercer 19,65 „ Round Pinkeye 19,65 „ Amerikanische 6 Wochenkartoffelu . . . . 19,77 „ Red Mercer 19,17 „ Moris white 18,70 „ Ohne Namen 18,46 „ Mexican 18,23 „ Niitmey (Muscatnuss) 17,83 „ Black Mercer 17,52 „ White Kidney (Weise Nierenkartoifelu) . . 17,52 „ Lady Finger (Danienfinger) 17,28 „ Marucco (Maroccaner Kartoffeln) .... 16,58 „ Varietät aus dem Samen gezogen .... 16,35 „ Mouse nose (Mausnase) 15,88 „ Black Kidney 15,88 „ White Mercer 14,40 „ Pond Lily 14,40 „ Beiden einheimischen: Zwiebelkartoflfeln 24,90 pCt, Tovereigns aus Ungarn 22 pCt. , Braunschweiger Frühkartoffeln, Hamburger Frühkar- toffeln 19,17 pCt. und Holländische Frühkartoffeln 18,7 pCt. Es findet sich bei dieser Untersuchung nebstdem : das absolute und spezifische Gewicht und die Trockensubstanz , wie der Ertrag , ausser Beschaffenheit und Genussfähigkeit bei den einzelnen Kartoffelsorten, angegeben, auf welche Analysen wir auf die Original-Abhandlung ver- weisen. Dietrich iintersuchle ebenfalls eine Reihe von Kartoffel- sorlen auf ihren Slärkemehlgehall.*) Wir geben die verschie- denen Kartoffelsorlen nach abnehinendein Stärkeniehlgehalt in nachfolgender Reihe. Ort des Anbaues. Namen der Kartoffelsorten. Procenti- scher Ge- halt an Stärke- mehl. Marxhausen ; Sächsische Zwiebelkartoflel , aus kranken i Knollen gezogen Hanau . . . [ Rothe holländische Kartoffel Marxhausen Sächsische Zwiebelkartoffel „ Weissfleischige Zwiebelkartoffel aus Magde- I bürg *) Erster Bericht von Heldau. S. 95. 25 243/4 24V2 23 ',2 Nähere Priauzen-Bestajidtheile und Ascheu-Aiialvsen. 51 Marxhausen 'Tenitinden . Ober- Weimar Heidau . . Hanau . . Coverden Ober-NVeimar Wilhelmshuhe do. Marxhausen Heidau . . Ober-Weimar do. du. Hanau . . Mittclzahleu Weidebrunn Marxhauseu Meisel)ach . Mittelzahlen Meisebach . Gemünden . Meisebach . Marxhausen Wilhelmshuhe Marxhausen Coverden . Uuter-Ziehers Heidau . . Unter-Ziehers Marxhausen Weidebrunn Unter-Ziehers do. Heidau . . do. . . Meisebach . Heidau . . Coverden . Unter-Ziehcrs Gemünden . Weidebrunn Heidau , . Coverden . AVeidcbrunn Procenti- scher Ge- halt an Stärke- mehl. Rothe holländische Kartoffel Sächsische Zwiebelkartotfel Rothe holländische Kartoffel Sächsische Zwiebelkartofl'el do. do. Aus Wrk, Insel Föhr Sächsische Zwiebelkartoffel do. do. Rothe holländische Kartoffel Xetzkartoffel Rothe holländische Kartoffel Gelbfleischige sächsische Zwiebelkartoff'el . Wcisslieischigc sächsische Zwiebelkartoff'el Okels Rio frio Rothe frühe Kartoffel Sächsische Zwiebelkartofl'el Rothe holländische Kartoffel Rothe Frühkartoffel Sächsische Zwiebelkartoffel Rothe holländische Kartoffel do. do. do. . ■ . . . do. do. do. Sächsische Zwiebelkartofl'el Gelbe ordinäre Kartoff'el, aus Wilhelmshohe Xamen unbekannt Rothe frühe aus Elbingerode Rothe holländische Kartoff'el Rothe holländische Kartofl'el Aus Viaardingen, holländ Sächsische Zwiebelkartoffel Mühlhauser Kartoffel Sächsische Zwiebelkartoflcl ...... Rothe Zwiebelkartoff'el aus Schlitz . . . Rothe frühe aus Dieburg Okels Rio frio Aus Wyk, Insel Führ Dortige Zwiebelkartoff'el Rothe holländische, im vorigen Jahre hier gezogene " Nienburger Kartoffel Weisse, sehr frühe Azuber Hornberger Kartoffel Runde Frühkartoffel Erfurter Nierenkartoft'el Aus Viaardingen, Holland Christeser Kartoffel 23 22V4 22 213/4 213/4 21V4 211/4 21' 4 21'/-« 21 203/4 203/4 20 1/2 20V2 201/2 20,3 20 193/4 19V2 19'/2 19'/4 19 74 183/4 183/4 18 1/2 18 173/4 1VV2 17'/4 171/4 17 l6'/2 16V2 16 1/2 153;, 15V4 15 1/4 15 15 14 133/4 131/4 12 12 Als beste Sorlc in jeder Beziehung wird die sächsische weissfleischigc ZwiebeikartofTel bezeichnef, deren Knollen millel- gross, meist von einer Seite etwas plalt gedrückt, selten läng- •1* 52 Nähere Pflanzen-Bestandtheile und Aschen-Analysen. lieh sind, und ein dichtes, festes, sehr weisses Fleisch, das auch heim Kochen weiss bleibt, und eine blassrothe Haut, die bei völlig ausgebildeten Knollen rauh, bei weniger entwickelten glatt ist, haben. Als zweitbeste Sorte unter den angebauten Sorten kann die rothe holländische Kartoffel bezeichnet werden. Von den übrigen Sorten dürften noch zu empfehlen sein: Die Rio frio Kartoffel, die anderwärts als eine vorzügliche Sorte geschätzt wird. Ferner als Frühkartoffel die rothe frühe Kartoffel, welche allen anderen frühen Sorten mit wenigen Ausnahmen vorzuziehen ist. CtU^berhaupt scheinen im Allgemeinen die rothschaligen Kartoffeln über den gelb- und blauschaligen Sor- ten zu stehen). Unter den übrigen angeführten Sorten sind nur einige, deren Werlh von Belang ist. Die meisten derselben schliessen sich den zahlreichen geringwerthigen Sorten an, deren Anbau nicht lohnend sein kann, die aus der Liste der Feldfrüchte ge- strichen zu werden verdienen. Die Frage: welchen Einfluss übt die Düngung auf die Qualität der Ernte aus? lässt sich aus diesen Versuchen nicht beantworten, da beinahe alle Versuchsflächen gedüngt, und daneben nicht auch ungedüngte Flächen angebaut wurden. Bemerkt muss noch werden, dass diese verschiedenen Kartoffelsorten aber in sehr verschiedenem Boden, verschiede- nem Dünger, und überhaupt unter verschiedenen Verhältnissen gewachsen waren; demnach eigentlich ein Vergleich ihrer Güte nach nicht zulässig ist. Unter- S. do Luca folgert aus seinen Versuchen, dass die reif- suchuDgen ^^^^ qjj^^^j^ j^^,j ^lgj. ggringstcn Dichte (1,007) das Maximum bei Oliven. od ^ 7 ' an Fett (69,8 pCt. in einem gegebenen Falle) enthalten. Der Wassergehalt in den Oliven vermindert sich mit zunehmender Reife (60—25 pCt.) (Compt. rend. LIH, 813.) Bestätigung n Ludwig bestätiget die nach Fremy bestehende Spal- dJacTilro-^ tung des Chlorophylls in einen blauen und gelben Farbstoff und phyus. giebl auch eine Formel für das Phyctlocianin an (C34, H34, N2, On). Siehe Jahresbericht III, 56. Archiv der Pharm. CXI, 164. Nahero Pllmizen-Bi'Staiultlicilc und Aschen-Analysen. 53 Unter- suchungen Es wurden feiner UnltM-siichiingen geliefert von der Rinde von "''" = Cedrela febrifiiga (Lindau, Vierleljahrsclirift f. pr. Pharm. X, 388) cedreiafebr. von Atlierosperma moschalum, von Carapagnianensis (Caventon, Atheros- ' pernia. Journ. de Med. Bruxelles 1861, 176). N. Zeyer (Vierteljahrs- sclirift für pr. Pharm. X, 504) fand in derselben unter andern Stoffen ein Alkaloid, Alherospermin genannt. In dem Anaca- Anacahuita huila oder Anachileholz aus Mexico fand Buchner eisen- grünenden GerbslofT, Oxalsäuren Kalk (Archiv d. Pharm, CVI, 137). Auch Walz macht hierüber Mittheilung (Neues Jahrbuch f. Pharm. XVI, 31. M. Maisch untersuchte die Cocabläller. (Chim. New's Cocawätter. IV, 313). In den Blüthen der Akazien haben Zwange r und Dronte Akazien- " blüthe. ein neues Glucosid — Robinin genannt — gefunden (Annalen der Chem. u. Pharm. Suppl. I. 257). Fr. Schnitzer findet in der Lopezwurzel Harze von ver- Lopez- wurzel. schiedenem Verhalten, ätherisches Oel, Billerstoff, Gerbstoff, Gummi, Zucker, Peclin, Släikemehl, Oxalsäure und Cilronen- säurc. (Vierleljahrsschrift f. pract. Pharm. XI, 1.) Nachuntersuchungen von Buchner enthält das Urari ein ^'^^"■ demselben eigenlhümliches, auch schon von Boussingaull nachge- wiesenes Alkaloid, das Curanin (Neues Repert. d. Pharm. X, 167). Nacli Willst ein soll Urari Sirychnin und Brucin enthalten und hält derselbe seine Ansicht gegenüber der von Bu ebner und auch Henkel aufrecht. (Vierleljahrsschrift f. pract. Pharm. X, 655; neues Repert. d. Pharm. X, 164.) Ueber die süssen Pflanzen-Bestandtheile hat H. Ludwig ^"ää« (Archiv d. Pharm. CVII, 10), theiie. J. Lepine über mehrere bis jetzt wenig bekannte fette Fette oeie. Oelc aus Gewächsen Indiens (Journ. de Pharm, et de Chim, XL, 16) berichtet. C. Pavesi hat aus der Wurzel von Aspidium filix nias eine Aspidium. dickliche öligharzige gelbliche Masse, welche er Aspididin nennt, erhallen (Vierleljahrsschrift f. pract. Pharm. X, 604). G. F. Walz fand in den Wurzeln von Arnica montana: Amica. älherisches Oel, Capron- und Caprylsäure (?) ein Fett, in dem eine Säure von der Formel Cjg H26 Oj, Gerbstoff, wenig Ar- nicin, ein in Aelher lösliches Harz, ein in Aether unlösliches Harz und einen in Wasser löslichen gelben Farbstoff. Zum 54 Niilicro Pflanzen-r)est:iii(lthpil(' und Aschen-Ar.alyson. Vergleich Jahresbericht III, 5G. (Neues Jiihrbiich fiir Pharm. XV, 329.) Abgabe von \ Terreü*) hat lieohachlet, dass Wasser bedeutende Phosphaten ■ i,n <~i i • i an wässerige Meugeu voH Piiosphaten und rilanzen - bubslanzen auszieht Auszüge von ,,,^,1 folgert liieraus, dass der idiosphorsaure Kalk und die phos- Pflauzen. ... ^f, . . , , „ pliorsaure ftiagnesia ni (hm- t'llanze in einem besondei-en Zu- stand exislireU; in welchem sie, begünstigt durch die organische Substanz, löslich in Wasser sind und dadurch leicht in den Pflanzen zirkuliren und sich da absetzen können, wo sie zur Entwicklung nothwendig sind. Es wird demnach die Absorp- tion der unlöslichen Phosphate durch die Pflanzen nur durch die im Boden enthaltenen organischen Substanzen begünstigt, insofern diese vermöge ihrer sauren, alkalischen oder neutralen Reaclion die Löslichkeil der unlöslichen MineralslofTe vermilleln. N''"'» i" C. F. Schönbein*''') hingegen folgert aus seinen Unter- wässerigen , .... ... 1 ■• I Auszügen v. suchungeu , dass sich in den wassrigen Auszügen von sehr Pflanzen, vicleu Pflauzeu und Pflanzeniheilen Nitrite und namentlich sal- petersaures Ammoniak finden (durch Bläuung von angesäuertem Jodkalium-Kleisler nachgewiesen). Es wird da in erster Reihe Leontodon taraxacum genannt. Doch zeigt sich bei vielen Ge- wächsen der Nifrilgehall erst beim längeren Stehen des wässe- rigen Auszuges (z. B. der Blätter von Spinacia oleracea); bei einer dritten ebenfalls zahlreichen Pflanzengruppe zeigt sich ein Nilritgehalt des wässerigen Auszuges ohne vorausgegangene Maceralion, der sich aber bald verliert, nach längerer Maceration aber noch viel stärker hervortritt wie bei den Blättern von Urtica dioica. Schönbein meint nun, dass man aus der Thalsache, dass die Auszüge der einen Pflanzen sofort, die der anderen erst nach längerer Maceralion Nitritgehalt zeigen, schliesseii darf, dass in jenen Pflanzen irgend ein Nitrit schon fertig ge- bildet vorhanden sei, in diesen Gewächsen aber durch Macera- tion erst entstehe. Die salpetersauren Salze im letzten Falle kommen aus den Nitraten um zu Nitriten bei der Maceration reduzirt zu werden. Endlich erklärt Schönbein das Ver- schwinden der Nitrite in den Pflauzensäflen bei längerem Stehen durch die zerstörende Wirkung auf diese von organischen Substanzen, die im Pflanzensafle enthalten sind. Waren Nitrate *) Compt. read. LIV. p. 1072. **) Jouiual f. p. eil. 88 Bd. S. 460. Nähere Pflanzcn-Bostaiulthcile und Aschen-Analysen. 55 ebenfalls vorhaii'lon, so werden sie zuerst zu Nitriten rechi- zirf. Was di(; Basen anbelangt, an welche die salpetrige oder Salpotersänre in den Pflanzensäffen gebunden sind, so wird es für möglich gehalten, dieselben seien Ammoniak, Kalkerde oder auch Kali, Natron u. s. \v. Wenn nun bei sehr vielen Pflanzen ein Nilritgehalt nicht nachgewiesen werden kann, wie bei Catalpa, Cannabis u. s. w. so meint Schönbein, be- weist dies noch immer nicht die Abwesenheit desselben; weil möglicher Weise in derartigen Pflanzen eine so grosse Menge reducirender Materien enthalten sein könnte, dass dadurch die Reaclion des gleichzeitig darin vorhandenen Nilrites gänzlich verhüllt, also ihr Saft den angesäuerten Jodkalium-Kleister nicht bläuen würde. E. Gucymard*) hat in folgender Weise die Aschen- zu stelliiug Analysen der verschiedensten Bäume, zum Theil auch der ein- jg,. Aschen- zelnen Theile desselben Baumes, zusammengestellt und dabei Anaiyseu namentlich die Lücken für die Obstbäume durch eigene Ana- „er Bäume. lysen ausgefüllt. Asclien- Bestandthoile. o 'S o h3 s c3 c a3 AVeisse Eiche. Grüne Eich e. Lösliche Salze . . Kiesel-Erde . . . Kalk 13,60 4,41 37,76 16,57 10,59 36,84 3,53 32,47 26,7 2,6 19,3 17,5 4,4 29,5 21,20 8,27 26 30 40,13 2,50 94.9:'» 17,50 Nicht b 1,40 3,3 36,87 .50,3 6,52 1,0 5,77 3,0 31,94 42,4 siiiuint. 5,1 48,4 Magnesia .... Phosphorsäure . . Kohlen siiurc etc. . 6,48 2,59 35,16 5,22: _ 2,36, 6,13 36,65 j 26,99 2,4 2,8 41,3 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 Aschen- M'i q3 a3 "3 s- Bestand theile. o bC 'S _o ^^ K I « 1 ^ w Lösliche Salze . . 42,50 16,00 18,00 16,00 10,80 11,30 51,75 18,80 Kieselerde . . . 14,50 3,04 3,69 4,62: 1,78 3,55 5,00 3,32 Kalk 12,88 36,12 41,50 43,85| 46,10 42,00 16,24; 41,00 Magnesia .... — 4,03 6,07 2,52 1,96 3,50 — 2,02 Phosphorsäure . . 9,13 6,30, 7,81 3,61 2,491 3,55 6,50, 7,55 Kohlensaure etc. . 20,99 34,60] 23,041 29,40i 36,75| 36,10| 20,5l| 27,28 100,00 100,09 100,11 100,00 99,88 100,00 100,00 99,97 *) Comptes rendns T. LVI. p. 772. 56 Nähere Pflanzen-Bestandtheile und Aschen-Analvsen. Aschen- Analysen von Kiefern- und Fichten- Nadeln. p iL, u , ■ S W CO . S N Aschen- •3 G Sä b-S c3 S Bestandthoile. 'S ^3 Akazien lere Zw c ^1 Haseln strau Buchst dickeW Lösliche Salze . . 15,00 14,60 20,00 10,60 35,00 19,00 14,60 15,10 Kieselerde . . . 2,65 7,46 3,20 3,58 2,08 1,94 4,20 28,53 Kalk 40,54 43,64 39,69; 43,57 32,00 37,26 39,80 26,24 Magnesia .... 3,40 3,24 4,56, - 1,61 5,83 i 1,80 — Phosphorsäure . . 3,40 1,62 5,04' 4,02 5,39 6,08 4,40 4,75 Kohlensäure etc. . 35,01 29,43i 27,60 38,231 23,92! 29,89; 85,20 25,38 100,00 99,99, 100,001 100,001 100,001 100,00 100,00:100,00 Aschen- Bestaudtheijle. s '-H .^ a ^ n c C , fciD j-s 5 -2 fe -s-^s 2^N o^^ ga^r M ■^ = -< Lösliche Salze Kieselerde. . . Kalk . . . Magnesia . . Phösphorsäure Kohlensäure etc. 9,24 25,49 30,44 5,46 29,37 10,00 12,18 38,08 4,85 34,89 6,06 5,32 42,68 6,82 1,81 37,31 27,72 0,93 45,19 5,30 3,61 24,25 10,0 6,4 41,5 2,0 o,8 36,3 20,00 8,00 32,48 5,20 4,00 30,32 ^1 7,50 7,00 42,00 4,40 2,00 37,10 100,00 I 100,00 |100,00 1 100,00 I 100,0 100,00 1100,00 Aschen- Bestandtheile. Lösliche Salze Kieselerde . Kalk ... Magnesia . . Phosphorsäure Kohlensäure . o S M u S CO 3 o o 10,70 31,601 32,00 32,85 7,65! 10,331 29,24 21,60 4,50 2,00; 3,64 2,08 6,47 15,24 4,95 9,08 42.34 26,40 27,00 29,75 39,04 34,64 22,98 35,94 0,20 8,50; 5,46 9,24 6,00' — 4,60 1,74 3,85 3,70, 5,00, 3,90 5,08 6,28 10,09, 6,16 38,41; 27,80! 26,90! 22,18 35,76 33,51 28,14| 26,08 100,00]100,00il00,00.100,00;100,00|100,00!100,00;i00,00 H. Krutzsch*) Iheilt in seiner Arbeit über die Wichlig- keit der Waldstreu für die Waldungen folgende Analysen von Kiefer- und Fichtennadeln, Es enihielten : ferner des Buchenlaubes mit. Im wasserfreien Zustand Asche . Stickstoff Fichten- Kiefern - Buchen Nadeln Nadeln. laub. 2,58 7,13 7,12 1,89 1,35 0,8 *) Chemische Ackersmann 1863. S. 14. Nähere Pflunzen-BestamUhfile und Asiiien-Analysen. 57 100 Gewiclitstheile der Asche enthielten: Fichten- Kiefern- Buchen- Nadehi. Nadeln, laiib. Kalkerde 12,36 22,425 19,598 Talkerde 1,90 5,359 6,608 Kali 1,1'7 2,296 1,155 Phosphorsäure 6,75 8,885 5,241 Schwefelsäure 2,24 2,389 1,230 Kieselerde 57,18 7,108 37,420 Kohlensäure, Eisenoxyd, Thonerde, Sand 18,4 45,787 22,241 Chlorkalium — 5,033 0,501 Ein auf Porphyrboden stellender Fichlenbesland von 45 Jahren, der auf 1 Acker 645 vorlierrschende und 936 unler- drückle Stämme mit einer Stammgrundfläche von 253,671 Quad- ralfuss enthält, lieferte per 1 Acker im I. Jahre 2720,25 Pfd. Nadeln, bei 100" getrocknet. In einem auf Sandboden stehen- den Kieferbestande von 45 Jahren, in dem auf 1 Acker 873 vorherrschende und 522 unierdrückte Stämme stehen, deren Stammgrundfläche sich auf 284,7 Ou»i si^Q •uGui'eg U9:>0!jnj09§ .I9p OOT aOA :jq9IA!L9^ n9zniiy t- O CO (M (M (M O i-H r-( CO CO o Ci CO (M t- ^i-M C» CO_ CM^ CO co"cN~co~cr(M r-Tin" irf co" •9zj'BSUY-n9q:>n[a; pnn -ugint'g n9;i95[omia9nn jgp CO CM T-l 1—1 in o o CD o o lo (M 1—1 1—1 iH 1-1 o f— 1 •>* 1-1 •U9UI'Bg n9:>[9JtDIM'^U9 U9UiaiOIII[OA J9p i-IO !M -^ CO o o ■<# rH o eo •<*■<# m 1-1 ■* CO CO s rH •J9wiia aap OO (M CO (M uO i-l (M -^ lO t- "* CO in (M CO CO lO in ?§ •8UIIBJJ J9p CO Ol 1-1 O T-H 05 OS O ■* iH 1-( 1-1 T-l T-l 1—1 CO I-l •uozni^Uj jgp CO CO CO CO CO CO CO CO 00 CO CO ö c5 ' i ' ä ' • . s o *= • c. -N . a pm Ö r^O • •H O) o 3 c3 O owc^ OW<1ß Oft ^ rH*iO CfffC »050 1-1 70 Leben der Pflanze. Nach der Ernte im ersten Jahre -tturden die Gefasse gut zugedeckt, und bis zum Frühjahr des nächsten Jahres ruhig stehen gehxssen. Im Jahre 1861 diente derselbe Buntsandstein zur Fortsetzung obiger Yer- suche. Zur Loclierung des Bodens wurde derselbe aus den Gefässcn aus- und wieder eingefüllt. Die Nummern 2, 3, 5, 9 und 10 erhielten die Hälfte ihres vorjährigen Zusatzes, ebenso Nr. 11 die Hälfte dos Guano's und des Su2)eri)hosi)hats. Am 8. Mai wurde jede derselben abermals mit 8 Stück desselben Hafersamens besät, die zwischen dem Zweite über die im zweiten Jahre im Buntsand- 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Art des Zusatzes zum Buntsandstein. Ohne Zusatz Kochsalz Schwefelsaures Ammoniak . . . . Gyps Kalisalpeter Aetzkalk Dolomitmergel 2 Procent . . . . ,, 6 „ .... Guano Dasselbe und Super-Phosi^hat . . . Mergel 2 Proc. u. Zusatz von Nr. 10 Anzahl 11 12 15 12 15 12 14 15 16 18 18 PP d rj Cl o ^ ^ ci ^ TD o ^ M o c o > -iS o o OJ ü S iz; s § ^ 5 J S 37 24 45 48 52 48 45 40 60 55 39 45 57 42 58 39 68 90 80 120 81 135 25 25 30 30 35 20 15 16 25 15 22 Versuche in Basalt. Die in künstlichem Basaltboden ansgeführlen Vegefalions- Versuche wurden im Wesenilichcn ebenso ausgeführt, wie die eben beschriebenen. Der ver- wendete Basall war einem Bruche von Dagobertshausen, ohn- weil Morschen, enlnommen. Die Analyse ergab folgende Be- standlheile: Kieselsäure 49, 7C Proc. Kalkerde 8,81 „ Talkerde 9,12 „ Natron , 3,52 „ Kali 1,22 „ Eisenoxyd, Thonerde, Manganoxyd und Wasser 27,54 „ Phosphorsäure und Schwefelsäure . . Spuren. Leben der Pflanze. 71 7. und 9. Tag nach der Aussaat fast ganz gleichraässig aufgingen. Auch in diesem Jahre wurden alle Töpfe mit ganz gleichen Mengen destillir- ten Wassers versehen. Bis zur Ernte, welche am 26. August erfolgte, wurde 44 mal, jedesmal mit 250 Cubik-Centimeter begossen, so dass diesmal die ganze Wassermenge, welche je ein Topf erhielt, 11 Litre betrug. Im übrigen war das Verfahren wie im ersten Jahre. Die zweite Tabelle giebt Auskunft über das Ernte -Ergebniss und die Be- schaffenheit der geernteten Hafer-Pflanzen. Tabelle stein gezogenen Haferpflanzen. (1861.) ^ s Gewicht In der Ernte ^ ivaren Ol a te enthalten ö CD o >- ö g '^^ '^ a =Ä s r5_ G , S '^ ■^J» WS « o a im g rt ^ ?£ etrockn p-i eten Gewicht von geernteten ,s Körner ragt Proc sammt-G( 6 o < Organi- sche Substanz. ^ "es ■-5 C « rt-^ tn t- a> £ "" *' L. .£) =3 •I M^ IIOA .uidiii o;u.i3 .Top nj •oqosy o:(uooo.IjX noj •zuinsqng E oi[DSim;S.io ? -lu.i8niK I •apmijsn^ nou -o>po.ii uu uezuugj iiozncS .I3p ;qotAV8£) •.ia;8uii;n83 iii oiupijj .lap äqojj 8.iopjii\[ •az;iisuY -uaq^nia .lap •uaiuug uajia.i .lap •oiu[i3jj .lap •ngzu'Bgj .T9p N •«* CC CC CD fM CD 1— I lO O Oi Gi O ■<#■>* CD O ^H C5 O O O C O O c: 't o in 'M T-1 ir: "* in O' CO C- '^ t- on '^ i-H C- CO CO CD CO c- IC C- X' rH CO rH T-( tH CM CO t-CD ^ COC5 t^ CD 0^ CO Ol t- CD 10 T-H (N C- CD c- CO CO -^ ■I-H 00 000c 'O 00 C' O in o c- :X in ^ o CO CO L— (M L— 1-1 CD 1> OS I-H -^ 10 T-l OJ rH JM CDCO t-CDCOCD CD CD CD tD CD CD CD CD = S-2^ N J3 TO H rt ?*^ O CO s O cß c« ,i1 bC^ o s &■-=; '^ si o s " Is-s ci ci oj O •" Zur Wiederholung der Versuche im zweiten Jahre war unterdess für mehr Material gesorgt worden, und konnten zu denselben ebenso grosse Gefässe, wie beim Buntsandstein verwendet werden. Die Füllung der Gefässe erfolgte in der Weise, dass das frische Basaltpulver zuerst eingebracht, und darauf das im vorigen Jahre benutzte geschüttet wurde. Die Töpfe Nr. 2, 3, 5 und 8 erhielten die doppelte Menge ihrer vorjährigen Zusätze, und wurden diese betrefi'enden Substanzen mit dem vorjährigen Basaltpulver gut gemischt. Hinsichtlich der Einsaat und des Begiessens wurden die Basaltgefässe genau so behandelt, wie die des Sandsteins im zweiten Jahre, nur musste wegen der wieder später eintretenden Reife des Basalthafers dieser einigemal mehr begossen werden. Im Ganzen geschah dies 48 mal, und die Wassermenge, welche je ein Topf erhielt, betrug in Summe 12 Litre. 74 Leben der Pflanze, • iD in -* CC' CO CT; •* [ M^ IIOA E CO CO t- ^ t- aop m S{i? aqosv | Ig CO CO CO t- OOrHOO CO jqoui 3;n.i[;i .lop uj c «=^ .— "o'c'o'cr 0" •aipsy -H 'M ^ —i 3D ~ in x 00 '^J^OT^OO^O-^O^ (M^ a 9in800.I(J ^r-*'" ^ rf "^ CO "^ xrT •zHL'isqng i X C l— '^ 1— 1 C- ■,— 1 Ci CO r^ /-N u gqosiut'Sjo ,? • "0^0^ iC -^ CO CO C5 ->* c^ c>- Cn Ci Ol CO eo »— ( HH ■^JJO^S p •rt^ CO C^ X CO CM CO CO CO T— 1 -113.101111^ 1 ö"ö~ T— ( -rH -^ 1— 1 •s^I^jAv^£)-^uu^'GS^£) CO c^c-^'#in^o^ sap ajaoocTj :}3iu:}oq c^fT-T ö~c'~co'"'>ri-r CO :^qoTAi9Sjanjo\[ st'd CM (M i-H 1— 1 -_^co^ 0_iO^COi-<^C^ in o s j "■ t4c^" cö^c^^co (>f c^co"c^^c^^ CO Zi ce tJ) o •ngiu'Gg 1 COO CO t— lo CC T— t t— 1— 1 10 CO cc H VI C8 n9JI9.T .T9p ^ o~o ^1 in in CO •11 io;9miin93 ut CQ 9UI[13H .19p CO cc CM CO 'o c CM in CO CO -^ CO CO rH • fH o .10 p 9qoH 0.13 [MIM - I>- CM UO :M 00 .2 noji9.i .lop CO •rji tH CO T-i -* -.lanilia '^ap CO "^ C (M ■* 0"<* CD Tfi ^ (M •arai'Bjj aap COO tH 0»0 COCM rH tH rH -r-i l-H •nozm^ijj -^^P a>co 00 CC CO CO CO 00 -5 Ö a> f2 a .2 CÄ g a ••3 N 'S m j3 Kl a ■3 N N • ;-i §•1 t» c/l £0 f-. =3 • r/> o a N ^ t- N ^/ -a N « U -=:"^« ■3-« "or^ rt "-^ a> S rt bchw nia Gyps Kalis Kalili Merg '•^ •8jd Qx Jop .lauiuin^ rH Ci CO -^ irf«: c^ 30 Leben der Pllaiizo. 75 Wieviel in Summe der beiden Jtilire an Erntemasse er- zeiigf, und von dieser an Mineralsloflen aufgenommen worden ist, ergiebt sich aus folgender Zusammenslellung: Art des Zusatzes. Ohne Zusatz Kochsalz Schwefelsaures Ammoniak Cryps Kalisalpeter Kalihydrat Mergel Kochsalz und Ammoniak-Salz H 2,794 4,650 4,686 4,355 4,724 3,351 4,167 6,758 Sw 0,0757 0,2172 0,1976 0,1814 0,2698 0,1231 0,1698 0,3537 a^ 'S SSW t^ QJ O Gramm, ^ O ö «u m g s s <» 2,67 4,63 4,20 4,15 4,66 3,54 3,87 5,23 0,1415 0,1219 0,1057 0,1941 0,0474 0,0941 0,2786 Dietrich sieht die gezogenen, wenn auch kümmerlichen Haferpflanzen als normal an, und folgert weiter, dass durch Wasser und Luft allein im Laufe eines Sommers — 15 bis 17 Wochen — nur wenige Beslandlheile des Bunisandsleins und des Basalls sich in lösliche Verbindungen umsetzten, kaum ausreichend, um einer Pflanze das Leben zu fristen. Die Zu- fijgung der oben genannten Substanzen — abgesehen von No, 9, 10 und 11 beim Buntsandstein — hat die Verwitterung der Gesteine so weil unterstützt, dass die dabei löslich gewordenen MineralstofFe zu einer vermehrten Pflanzenproduktion Anlass gaben. Bezüglich ihres Einflusses auf die Erzeugung an Pflan- zensubslanz zeichneten sich gleich im ersten Jahre, aber auch im zweiten, sowohl beim Basalt als beim Sandslein, namentlich Kalisalpeter und Ammonsalz, und beim Basalt auch die Mischung von Kochsalz und Ammonsalz aus; sie gaben Veranlassung, dass sich nahezu doppelt soviel Pflanzensubstanz erzeugte, als bei den Kulturen ohne Mitwirkung eines Zusatzes. Nächst diesen bewirkten gleich im ersten Jahre einen Erfolg Kochsalz und Gyps, wem'gcr Mergel, obgleich dieser nicht frei von wich- tigen Pflanzennährmitleln war, an welchen sowohl Basalt als Bunisandslein Mangel litten. 7G Leben der Pflanze. Im zweiten Jahre trat die Wirkung^ des Mergels deullicher hervor. Das Kalkhydrat hat im ersten Jahre, wenigstens beim Sandslein, das Wachslhum des Hafers beeinträchtigt; die ver- wendete Menge war jedenfalls zn gross, und wirkte auf die Pflanzenwurzeln zerstörend. Im zweiten Jahre, nachdem wahr- scheinlich die ätzende Wiikung aufgehört, begünstigte derselbe (las Wachslhum fast in gleichem Grade, wie der Mergel. In bemerkenswerlher Weise begünstigte beim Basalt die Mischung von Kochsalz und Ammoniaksalz das Wachslhum des Hafers; dieselbe übertraf alle übrigen Zusätze und erzeugte ebensoviel Pflanzensubstanz mehr, als Kochsalz und Ammoniaksalz einzeln erwirkten, obgleich sie nur die Hälfte von je der verwendeten Mensen enthielt. li o ^ 'S Amnion. - Salz. S "S 'S CO im Bunt- sandstein im Basalt . 1 la 3,580 2,794 3,726 8,351 5,033 4,167 5,577 4,355 5,855 4,650 6,875 4,686 7,535 4,724 Gramm er- zeugte Pflan- zensubstauz. Sumn 6,374 7,077 9,200 9,932 10,505 11,561 12,259 Nicht in demselben Verhällniss, wie der Eiufluss jener Sub- stanzen auf die Erzeugung von Pflanzensubstanz überhaupt war, hat sich derselbe auf die Samenbildung erstreckt, sieht man nämlich von der Anzahl der Samen ab, und hat nur ihr zum Gesamnilgewicht der Ernte bezügliches Gewicht im Auge. Die Anzahl der Samen aber und ihr absolutes Gewicht entsprechen der Menge der erzeugten Pflanzensubslanz. Man sieht, dass mit der Bildung dieser auch die Anlage der Samen Schritt gehalten, dass aber in der Ausbildung dieser Samen- anlagen Verschiedenheilen eintraten, je nachdem in den auf- genommenen Mineralstoffen das geeignete Material zur Samen- bildung vorhanden war. Ueber die Aufnahme der Pflanzen an MineralstofTen geben die gewonnenen Zahlen über den Aschen- gehalt der Erntemasse Ausweis. Wies schon die Miltheilung über die bei jedem Zusatz er- zeugte Pflanzensubslanz darauf hin, dass der Eiufluss der zu- gefügten Substanzen auf die Umsetzung der Gesleinsbestand- theile und indirekt auf das Wachslhum des Hafers nicht unbe- Leben der Pflanze. 77 deutend gewesen sei , so tritt dieser Einfliiss noch bei weitem mehr hervor bei Belrachtung des Aschengehalles der Ernte- masse; denn es geht daraus hervor, dass durch die Zusätze nicht nur mehr Pflanzenmasse erzeugt wurde, sondern auch Pflanzensubstanz mit grosserem procenlischen Aschengehalt. Namentlich war die Einwirkung in dieser Richtung im ersten Jahre erkennbar und in höherem Grade bei den Sandslein- versuchen, Die Verschiedenheit der Wirkung auf den procen- tischen Gehalt der Pflanzen an Mineralstoff'en erhellt aus nach- stehender Zusammenstellung. In den geernteten Haferpflanzen waren Procenle Mineral- stofTe enthalten: M -i^^' rs3 CS rt ci M ti 'rt 'S N tsi 100 Stück frische Früchte wiegen . . 100 Theilc lufttrockene Substanz enthalten: Wasser Trocken-Substanz Organische Substanz Asche 100 Theile Trocken-Substanz enthalten: Organische Substanz . . . . Asche Stickstoff 2,(34 11,6 88,4 8G,3 2,1 97,6 2,4 2,3 2,85 14,7 85,3 83,3 2,2 97,4 2,6 2,6 2,.56 16,2 83,6 82,0 1,8 97,7 2,1 1,8 Die quanlilative Analyse liess in der Asche der drei Frucht- arien bezüglich des Gehalls an Chlor, Schwefelsäure, Eisenoxyd keine bemerkenswerlhen Unterschiede erkennen. Kohlensäure war nirgend nachweisbar; Natron nur in der Asche des Saatgutes, und Kieselsäure im Saalgut und in den Früchten der Gartenpflanzen. Während ferner die Aschen der Stengel und Blätter der- jenigen Wasserpflanzen, denen Natron oder Schwefelsäure oder Chlor zugeführt worden war, sehr viel, denen es nicht zugeführt worden, nur ganz schwache Spuren davon enlhiellen, liess die Asche der Landpflanzen von Natron nur sehr ge- ringe, von Schwefelsäure und Chlor deutliche, jedoch nicht übermässig grosse Oiianlilälon erkennen. Vorsiehenden Tabellen zufolge hat die Wasserkultur in den so prodiizirtcn Samen keine chemischen Veränderungen zur Folge gehabt. Her- vorgetreten sind die chemischen Unterschiede in den vegeta- tiven Organen des Wasser- und Gartenbuchvveizens, und ganz besonders in den Slammorganen. Die Aschenmenge im trockenen Stamm der Gartenpflanzen — 100 gesetzt, führt der 94 Leben der Piianze. Slamm der Wasserkullur- Pflanzen 214, und ebenso hält die trockene Wurzel des Wasserbuchvvcizens 225 Gewichlsllieile Asche gegenüber 100 Gewichlslheilen trockener Wurzeln der Gartenpflanzen.*) Gleiche procenlische Mengen der Asche (und analoge Zusammensetzung derselben) in den Garten- und Wasserpflanzen vorausgesetzt, halle eine Wasserpflanze, ihrem Aschengehalt entsprechend, 7,5 Gr. organischer Substanz im Durchschnitt produziren müssen, wählend sie Ihatsächlich nur 3,10 Gr. produzirt hat. Obwohl demnach eine 'reiche Zufuhr mineralischer Nähr- slolTe eine Grundbedingung hybrider Pflanzen -Produktion isi, wie schon der hohe Aschengeliall üppig ausgebildeler Kultur- |>flanzen bezeugt, so sieht man aus obigen Zahlen, dass die MineralslolTe sehr bald ihr Wirkungs-Maximum erreichen, und der Ueberschuss als Kryslalle oder in anderen Formen abge- schieden wird, sobald nicht die übrigen Lebensbedin- gungen die H e r b e i z i e h u n g des organischen Bil- dungsmaterials begünstigen. So beträchtlich jedoch die Differenzen in der chemischen Konstilulion des Wasser- und Bodenbuchweizens in der That sind, verlieren dieselben den Anschein des Extravaganten, so- bald man sie zusammenhält mit den gleich grossen Schwan- kungen des Aschengehalts in Kulturpflanzen einer Art, welche auf Boden verschiedener Qualiläl gezogen worden sind. Die Berichterstatter gelangen endlich zu den folgenden Schluss-Bemerkungen : Bei solcher Uebereinslimmung der chemischen und der analomisch-morphologischen Analyse des Boden- und Wasser- buchweizens, sowie bei der unläugbar beträchtlichen Erzeugung organischer Substanz durch den letzteren, die das mehr als 200fache organische Samengewicht beträgt, halten wir uns, ungeachtet der durch die Wasserkultur notorisch her- vorgerufenen Standorts-Unterschiede, für berechtigt, nicht etwa Boden- und Lösungspflanzen absolut zu identifiziren, wohl aber die Wirkungen der aufgenommenen Nährstoffe als von den *) Beaclitenswerth ist übrigens, dass das Vcrbältniss des Aschen- gehalts der "Wurzeln zu dem des Stammes bei beiden Kultur-Methoden annähernd gleich ist, nämlich etwa = 5:6. Lei) 011 der Pflanze. 95 Wasserpflanzen übcriragbar zu lielrachlen auf Pflanzen der- selben Art, welche aus absorptionsföhigem Boden die gleichen MineralslofFe aufgenommen hallen. Ist aber eine so definirte Uebertragbarkeit zwischen Wasser- iind Bodenpflanzen in den obigen , ausführlich beschriebenen Untersuchungen, aus denen sie erschlossen worden, mit einiger Zuverlässigkeil begründet, so lassen sich nunmehr die im ersten Theile unserer Arbeit gewonnenen Ergebnisse des Versuchs bezüglich der physiologischen Wirkungen des Chlor vielleicht folgendermassen zusammenfassen : Das Chlor ist ein s p c c i f i s c h e r N ä h r s l o f f d e r B u c h - weizen pflanze, insofern dieses Element Funktionen vertritt, ohne welche die genannte Pflanze den Fruchtbildungs-Prozess nicht zu vollfühien vermag. Die Verbindungen des Chlor mit Kalium und Calcium, im Vergleiche zu denen mit Natrium und Magnesium, begünstigen vorzugsweise — wo nicht ausschliess- lich — die Einleitung dieser Funktionen. Die I Uten- sil ät der physiologischen Wirkung des Chlor sieht — innerhalb noch zu ermittelnder Grenzen — im Ver- hällniss zu der relativen Menge der zu'geführlen Chlorverbindungen. An der Versuchsstation Dahme*) sind als Anschluss an Nahiungsbe- ,.,,,, , n I r 1 .7 1-1 !• düifnisse des die ebendaselbst schon früher ausgelührlen Versuche über die uothkiees. Gersienpflanze**) solche über das Nahrungsbedürfniss des Rolh- klee's durchgeführt worden. Die betreffenden Versuche wurden nach gleicher, bei der Gerste befolgter Methode ausgeführt. In jedes Gefäss wurde nur ein Kleekorn, das vorher mit ein wenig deslillirten Wassers zum Keimen gebracht worden war, eingesät. Die daraus sich entwickelnde Pflanze halle demnach hinreichend Raum, sich nach allen Seilen gehörig auszubreiten. Als Saalgut wurden nur Körner von gleichem spezifischen Gewicht (u. z, spec. Gew. = 1,280) und von möglichst gleicher Grösse und Vollkommen- heit ausgesucht. Ein Kleekorn wog im Durchschnitt 2,12 Milli- gramm lufttrocken, und in 100 Theilen desselben wurde durch die Analyse gefunden: *) Näheres: VI. Bericlit der Versuchsstation Dahme. S. 72. **) Hoffmann's Jahresbericht III. 111. 96 Leben der Pflanze. Feuchtigkeit 9,06. Asche 4,15. Organische Stoffe . . . 86,79. _ "iöOjöö. ~ In letzteren Stickstoff . 5,04. Durch je ein Korn wurden also knapp 2 Milligramme or- ganische Trockensubstanz in den Boden gebracht; die Qu^n- tifäl der im Samen enlhaltenen Asche und des Stickstoffs ist so gering, dass sie für den Versuch vollständig einflusslos und zu vernachlässigen ist. Betreffs der Nährstoffmischungen wollen wir hier bemerken, dass mit drei verschiedenen Gemengen von Mineralstoffen experiinenlirt wurde. Alle drei enthielten folgende 10 Stoffe: Kali, Natron, Kalkerde, Magnesia, Eisen- oxyd, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Kieselsäure, Kohlensäure und Chlor. In der ersten Mineralsloffmischung waren alle 10 Stoffe nach ihrem chemischen Aequivalenf-Verhältnisse ver- treten, die zweite enthielt nur halb so viel Kali und Natron, aber dreimal mehr Kalkerde als diese; in der dritten endlich war das Kali und Natron auf 'A soviel wie in der ersten herab- gedrückt, die Kalkerdc aber dafür auf das Vierfache erhöht. Als Zusatz-Einheit war die Ouf>iitltät der drei Mischungen ge- wählt, welche nahezu 10 pCl. des Bodens ausmachte, so dass also in Nachstehendem stets folgender Mineralstoff-Zusatz zum Boden zu verstehen ist: Mineralstoff- Mischung X. I. Min. X. Mineralstoff- Mischung y. I. Min. y. Kali .... Natron . . . Kalkerde . . Magnesia . . Eisenoxyd . . Phosphorsäure Chlor . . . Kohlensäure . Schwefelsäure Kieselsäure . 0,012563 pCt. , 0,008267 „ : 0,007467 „ l 0,005333 „ , 0,021333 „ -■ 0,019033 „ 0,009456 „ 0,005867 „ 0,010667 „ 0,008216 „ 0,006281 pCt. 0,004134 „ 0,022400 „ , 0,005333 „ 0,021333 „ 0,019333 „ 0,009456 „ 0,005867 „ 0,010667 „ 0,008216 „ Mineralstoff- Mischung z. I. Min. z. 0,003141 pCt. 0,002067 0,029867 0,005333 0,021333 0,019033 0,009456 0,005867 0,010667 0,008216 0,114980 pCt. Summa | 0,108202 pCt. ! 0,112713 pCt. Es wurden nun 12 Versuchsweisen mit diesen Nährstoff- Mischungen — allein oder gemengt, und Iheilweise mit Stick- stoffzusatz (salpetersaures Ammoniak) — durchgeführt. Wir können leider hier nur die Schlussfolgerungen dieser eben so schönen wie mühsamen Versuche hervorheben. Leben der Pflanze. 97 1. Der als Gruiicliiialerial beinilzli.; Saud an sich trug nichls Bemerkenswerlhes zur Ernährung der in ihm wachsenden Ver- suchspflanzen bei; die Enlwickehing, die diese erreichten, war demnach nur abhängig von der Qualität und Quantität der dem Samen beigemengten künstlichen Nährstofl'mischungen; die von den Versuchspflanzen erzeugte Masse von organischer Trocken- substanz kann mithin als Maassstab gelten für die Wirkung dieser Nährstoff- Zusätze. In Bezug auf die Wirkung dieser Nährstoffe ergeben sich aus den V^ersuchcn folgende Schlüsse: 2. Die Kleepflanzc vermag sich vollständig und normal anszubilden j ohne dass sie eine Spur von irgend einer Stick- stoff-Verbindung, oder von organischen Stoffen in dem Boden findet, wenn ihr daselbst nur die noth wendigen mineralischen Nährmittel in assimilirbarer Form zu Gebote stehen. 3. Die Klee|iflanze nimmt aber auch Stickstoff aus dem Boden auf, wenn sie denselben in assimilirbarer Form daselbst vorfindet; ja sie kann die üppige Entwickelung, die num von ihr als Kulturpflanze verlangt, erst dann erreichen, wenn ihr neben der Atmosphäre eine zweite Stickstoffquelle im Boden eröffnet ist, die sie gleichzeitig mittels der Wurzeln ausnutzen kann. 4. Für die Kleepflanze scheint nicht die Nährstoff-Mischung, in welcher alle Elemente zu gleichen Acquivalenten gegeben sind, die günstigste zu sein — wie dies bei der Gerste der Fall war, — sondern sie scheint die Mineralstoff- Mischungen vorzuziehen, in denen die Kalksalze vor den Alkalisalzen vor- herrschen. 5. Wenn die Summe der mineralischen Nährstoffe Vioo pCf. des Bodens betrug, so war schon ein deutlicher Einfluss der- selben auf die Vegetation zu spüren, doch reichte diese Quan- tität nicht aus, eine Pflanze reichlich zu ernähren; erreichte sie die Höhe von 1 pCl. so wirkte sie schon schädlich , mit Vortheil aber konnte sie von Vmo bis V2 pCf. des Bodens (0,1—5 Min.) vielleicht sogar noch etwas darüber hinaus ge- steigert werden, und jede Steigerung innerhalb dieser Grenzen war von einer Erhöhung des Ertrages begleitet. 6. Das richtigste relative Verhällniss zwischen den Mine- ralsloffen und dem Stickstoff war wahrscheinlich mit der Pflanze Uuffmaun, Jahresbericht VI. 7 93 Leben der Pflanze. erreicht, wenn auf 5 Aequivalenle Mincralsloffe 1 Aeqiiivalent Stickstoff kam. Schliesslich wird hervorgehoben, dass die iinlernomnienon Versuche die allgemeine Ansicht bestätigen, dass der Klee die Fähigkeit der Sticksloff-Absorption aus der Luft in ausgezeichnet hohem Grade besitze, dass der Klee diejenige von unseren Kulturpflanzen sei, welche mehr als alle anderen geeignet ist, den Kreislauf des Stickstoffs in der Wirthschafl durch unenl- gcldliche Zufuhr dieses Elements von aussen her zu bereichern. Gestützt auf eine grosse Anzahl von Stickstoff- Bestimmungen, die im Laboratorium mit den einzelnen Organen des Rolhklee's in den verschiedenen Waclisthums-Sladien dieser Pflanze aus- geführt wurden, sind Berechnungen durchgeführt worden, welche dies ziffermässig nachweisen, auf Grund welcher der 2. und 3. Schlusssalz in folgender Art sich ergeben wird: 1. Die Kleepflanze vermag sich vollständig uml normal auszubilden, ohne dass sie eine Spur von irgeml einer Slick- stoffverbindung, oder von oi'ganischen Sloften im Boden findet, wenn ihr daselbst nur die nolhwendigen mineralischen Nähr- mittel in assimilirbarer Form zu Gebote stehen — sie deckt dann ihren not hwen digs ten Bedarf an Stickstoff durch Absorption dieses Elements aus der Luft ver- mittelst der Blätter. 2. Die Kleepflanze nimmt aber auch Stickstoff aus dem Boden auf, wenn sie denselben in assimilirbarer Form darin findet; ja sie kann die üppige Enlwickelung, die man von ihr als Kulturpflanze verlangt, erst dann ei'reichen, wenn ihr neben der Atmosphäre eine zweite Slickstoffquelle im Boden eröffnet ist. Sie nutzt dann beide Ouellen gemeinschaftlich aus; die Sticksloff-Absorption durch die Blätter hört nicht damit auf, dass die Pflanze genügende Mengen von Stickstoff im Boden findet, wird auch nicht geringer, wächst im Ge geniheil. Die Assimi- lation des Stickstoffs aus der Luft sieht also unter allen Umständen im direkten Verhältniss zur auf- saugenden B 1 a 1 1 - b e r f 1 ä c h e ; dadurch, dass man dem Boden Stickstoff zuführt, und somit eine kräftige Enlwickelung d e r o b e r i r d i s c h e n Organe b e gü n s I i g I , wird die absorbirende Thal iß keil der Pflanze für Aeussere Einfltisse auf die Vegetatioii. 99 den at mos p hei lisch eil Slicksloff nicht aufgeh üben, sondern im Gegen Ih eil vermehrt. Auf die grossen wirthschaftlichcn Verhältnisse der erhal- tenen Daten idier die Ahsoiplion des Stickstoffs aus der Luft ungerechnet, zeigt es sich, dass pro Morgen von einem zwei- jährigen Klcefelde aus der Luft 128 Zollpfund Stickstolf absor- birt werden. Aeussere Einflüsse auf die Vegetation. J. Nessle r''') machte Miltheilungen über das Erfrieren ^"^''" Erfrieren der dei' Pflanzen, die im Wesentlichen nichts Neues enthalten. paanzen. Th. Basiner**) erörterte den schädlichen Einfluss des schädlicher Eiiifluss des Schnees auf Bäume und höhere Sträucher, der dadurch her- schnees. vorgerufen wird, indem seine weisse und glatte Oberfläche die Sonnenstrahlen auf die zunächst befindlichen gefrorenen Theile der Pflanze zurückwirft und ein plötzliches Auflhauen derselben bewirkt, das dann gewöhnlich schädlich wirkt. Herve Mungen* ■"""■) hat beobachtet, dass sich eben auf- i^'"i'iss des gegangene Getreide -Pflänzchen bei mehrtägiger Beobachtung uchtes. mit elektrischem Lichte grün färbten. lieber die Bedeutung des Lichtes beim Pflanzenbau in den ^"^''^ nördlichen Ländern Europas bringt von Bergf) eine Abband- ^es Lichtes jung, welcher wir mir das Resume entnehmen, zu welchem auf den der Verfasser nach Betrachtung früherer meist schon bekann- ter wie eigener Untersuchungen gelangt. Berg meint: 1. Je weiter nach Norden desto mehr wird die Vege- tationsperiode abgekürzt. Die Gerste in Alten (10^ nördl. Breite) reift bei einer mittleren Sommertcmperalur von durch- schnittlich nur + 9,54" R. und um mindesten 20 Tage früher, *) Badisches Zeutralblatt 1862. Nr. C. **) Mittheilungen d. Bl. d. Ökonom. Gesellsch. zu St. Petersburg 1862. S. 21. ***) Compt. rcnd. LIII, 243. t) Der chemische Ackersuiann 18G8 S. 193. 7* jQfj Aeussere Einflüsse auf die Vegetation. als in dem etwa 10° südlicher gelegenen CliiislicUiia mit einer minieren Sommortemperatur von durchsehniUlich + 12,4'^' R. Dabei ist die Entwickelung der Pflanze eben so volikonnnen als in südlicheren Breiten. 2. Aus übereinstimmenden Beobachtungen inuss man fol- «rern, dass im Norden die fehlende summarische \yärme durch die längere Wirkung der Sonnenslrahlen während der Ycge- tationsperiode, also durch die grössere Wärmesumme, welche die Pflanzen innerhalb derselben erhallen (weil die Teiiipcrafnr zwischen Tag und Nacht niemals so viel difFeriren kann, als in südlicheren Ländern und weder der Boden, noch die Pflan- zen so viele Wärme abgeben können, als da, wo die Nächte länger sind) , und durch das Licht ersetzt wird. Letzteres spielt dabei unzweifelhaft eine grosse, wohl nicht genugsam gewürdigte Rolle, es würden sonst die oben aufgeführten ver- schiedenen Erscheinungen bei den Pflanzen nicht eiklärbar sein. Im Norden gebautes Obst ist sauer, die Zuckerbildung ninnnt wegen der geringeren Wärme ab, dagegen findet man bei vielen Gewächsen namentlich bei den Gewürz- und Beerkräulern mehr Aroma. Einen köstlicheren aromalischen Duft und Geschmack, wie bei der nordischen Himbeere (Rubus arcticus) findet man kaum bei der Ananas. Hier, wo keine Kultur irgend einer Art stattfindet, kann nur das Licht diese \A'irkung hervorbrin- gen. Wärme entwickelt im Obste den Zucker, Licht das Aroma. Wärme kann man durch Kunst ersetzen, Licht nicht; daher er- zieht man in den Glashäusern im Norden z. B. recht süsse Weintrauben, Pfirsiche, Kirschen u. dgl., aber die meisten so- genannten Glashauspflanzen sehen dürftig aus, es fehlt ihnen in den langen Wintermonaten an Licht. Je weiter nach Nor- den, desto mehr treten diese Erscheinungen auf. 3. Die Zeit der Entwickelung, welche die Gelreidearlen zwischen Aussaat und Reife bedürfen, wird grösser, je mehr man nach Osten kommt. Sind oben aus der Gegend von Up- sala 114 Tage also 23 Tage mehr Entwicklungszeit als im Durchschnitt in Christiania für die Gerste angegeben, so kann das nicht allein von der östlichen Lage herrühren. Die No- tizen sind vor mehr als 100 Jahren gemacht, avo wahrschein- lich Wald und Moor noch einen grösseren Einfluss auf die Wärme äusserten eils gegenwärtig. Ein zutreß'ender Vergleich Aeusserp^Einflüsso auf die Vegetation. 101 wird mit den Alandinseln, welche unter derselben nördlichen Breite, aber 5° östlicher wie Christiania liegen, zu machen sein. Nach Notizen in Finnland bedarf dort die Gerste durch- schnittlich 97 Tage zur Reife, in Christiania nur 91 Tage. 4. Die Gewächse aus Samen vom Norden unter südlicheren Breiten erzogen, reifen in kürzerer Zeit, wie an demselben Orte, wo sie erbaut sind, wohl eiklärbar durch die Einwirkung der grösseren Wärme. Samen aus Allen, welcher dort in G7 Tagen reife Körner brachte, lieferte diese in Christiania in 55 Tagen. Gerste aus Samen in Alten gewonnen, brauchte in Breslau nur 67 Tage zui" Reife. Der vom Süden nach dem Norden gebrachte Samen nimmt dort nach und nach die Eigenschaften des nordischen Samens an, eben so darf man wohl annehmen, dass dieses umgekehrt der Fall ist. Wie lange es dauert, bis diese Aklimatisirung vollständig erfolgt, ist noch nicht genau erörtert. Hieraus wird nun gefolgert: 1. Schon lange wird es von den Landwirthen anerkannt, dass ein Samenwechsel grosse Vortheile mit sich bringt, allein direkte Versuche, wie sich der unter einem grösseiwi Licht- genusso erzeugte Samen bei uns verhält, sind mir nicht bekannt geworden. Ob nicht vielleicht die V'orliebe füi' i\ün Roggen aus der Probstei mit in einer kürzeren Vegetalionszeit begrün- det ist? 2. Das Saatgut muss aus Norwegen bezogen werden und zwar von einem so nördlichen Punkte als möglich. Am besten würde es aus Allen zu beziehen sein, allein es liegt auf der Hand, dass dieses unmöglich ist, sowohl wegen der Kosten, als auch wegen der geringen Menge Getreide, welche dort erbaut wird und welche überdem nur in Gerste besteht. Es dürfte ^vohl die Folgerung gcslallet sein, dass an der Südseile höherer Berge nicht allein die grössere Wärme, sondern auch der grössere Lichieinfall auf die Beschleunigung der Vegetation von Einfluss sein kann. Untersuchungen sind darüber noch nicht angestellt, nur die Thalsache steht fest, dass, wie bei Hoch- gebirgen ((\en Alpen z. B.j die Vegetation an den Südseiten überliaujit höher an den Bergen hinaufreicht, auch der Ge- treidebau höher hinauf betrieben wird. Getreide, namentlich Roggen und Gerste, werden in den sich nach Norden öffnen- ] 02 Pflanzenkrankheiten. ilen schweizcrlsclien TIiüIlmii bis 4000' über dem Meere orebaut, im Engiulin, in niedrigen siidliclien Thülern nnd im Waliseiland gehl dasselbe über 5000' hoch. Ob nun auf den Alpen oder selbst schon bei unseren Mittelgebirgen, wo ein ganz ähnliches Vorkommen im kleineren Maassstabe zu beobachten ist, eine wesentliche Abkürzung der Entwickelungszeit slallfindel, und ob nnd welche Rolle das Licht dabei spielt, das isl noch zn er- gründen, wobei naiürlich die erforderlichen meleorologischen Beobaclilungen (VVärtnegrade, Regenmenge nnd Bewölkinig) mit anzustellen sind. Vor der Hand dürfle es schon von Bedeu- tung sein, zu versuchen, ob das Saatgut von einem hochgele- genen südlichen Hange z. B, des Erzgebirges, Schwarzwaldes oder der Alpen , in einer vvesenilich niedrigeren Lage ange- baul, eher reife Korner bringt als das an demselben Orle er- zogene. Trifft das ein, nun so liegen die daraus zu ziehenden praktischen Folgerungen auf der Hand. Pflanz enkrankheiten. Die Versuchsstation Dahme unternahm einen Versuch*"') über das AI.- Über dcu Einfluss, den das Abschneiden des Kartoffelkrautes schneiden j,^ ycrschiedeneii Vegetationsperioden auf die Enlwickelimg der des K.'irtof- felkrantcs. KuolleU hat. Auf einem spät bestelllen Karloffelfelde (mit der bekannten roihen Wahlsdorfer Sorte belegt) wurden f) kleine Parzellen abgesteckt, von denen jede 150 Pflanzen enthielt. — Die Kar- toffeln waren ausgelegt am 20. Mai. Auf Parzelle 1. wurden am 29. Juli, also 10 Wochen nach der Aussaat, 50 Pflanzen ausgehoben; von den übrigen 100 aber das Kraut in kurzer Entfernung über dem Boden abgeschnitten. Auf Parzelle 2, wurde dieselbe Procedur am 16. August (also 12 Wochen ^j VI. Jahresbericlit der Versuchsstation Dahme. S. 62. Ptlanzcnkvankhoitei'!. 1 03 nach der AussiiaO, auf Parzelle 3. am 30. Aiioiist (14 Woclien nach der Aussaat) vorgenommen. Auf Parzelle 4, die am 13. Seplember Clö2 Wochen nach der Aussaal) dasselbe Schicksal Iheilen sollle, war das Kraut so vollständig abge- storben und verschwunden, dass nichts mehr davon abzuschnei- den übrig blieb. Es wurden demnach an dem genannten Tage nur, wie gewöhnlich, ÖO Pflanzen geernlet, die übrigen 100 unberührt stehen gelassen. Die 5. Parzelle wurde dadurch überflüssig und nicht weiter in Betracht gezogen. Der Stand der Kartofleln war ein vorzüglicher, das Wachs- thum durchaus zufriedenslellend. Am 29. Juli - I. Versuchs- periode — war das Kraut noch üppig, frisch und grün; von Erkrankung desselben war nichts zu bemerken. Die in dieser Periode entlaubten Kartofleln trieben nach kurzer Zeit neues Kraul, welches später stark \on der Krankheil befallen wurde. Am IG. August — 11. Versuchsperiode — war die Krankheit schon deutlicli auf dem Kraule vorhanden, nicht wenige Blätter zeigten die bekannten Flecke mit dem umgebenden Rande von Pilzfäden. Die in dieser Periode entlaubten Pflanzen schlugen nicht wieder aus. Am 30. August — 111. Periode des Versuchs - war das Kraul stark befallen, zum Theil schon voUsiändig zer- stört, zum Theil seiner Vernichlung schnell entgegen gehend. Am 13. Seplember — IV. Versuchsperiode — war von dem Kraule, wie erwähnt, fast gar nichts mehr zu sehen, nur einige vermoderte und verwitterte blatllose Stengelreste waren übrig. Am 4. Oktober wurde der Schlag geernlet, und am gleichen Tage auf den 4 Versuchsparzellen die bis dahin in der Erde belassenen je J 00 Pflanzen aufgenommen und zur Wage gebracht. Die Endresullale — der bequemeren Vergleichuug halber sämmllicli pro 100 Pflanzen berechnet — waren folgende: 100 Pflanzen gaben an gesunden Knollen: I. Periode. Den 29. Juli ausgehoben . . . 18,48 Pfd. II. „ „ le. August „ ... 58,88 „ III 30 ... 98,40 „ 1.11. „ „ uu. „ „ ... 5 « IV. „ „ 13. Soptomber ausgehoben 70,04 „ „ 4. Oktober „ 77,77 „ Von den entlaubten Pflanzen wurden am 4. Oktober ge- sunde Knollen geernlet pro 100 Pflanzen: Am 29. Juli entlaubt . :!1,16 Pfd. „ 16. August „ . 74,0-2 „ 1 04 Pflanzenkranklicitcn. Am 30. August entlaubt. 6-1,03 Pfd. Gar nicht entlaubt . . . 77,77 „ Ausser den gesunden Knollen wurde noch eine kleine Menge krnnker erhallen, und zwar pro 100 Pflanzen: I. Periode. Den 29. Juli ausgehoben . . 1,20 Pfd. II. „ „ 16. August „ . 1,91 „ III. „ „ 30. „ „ . 1,14 „ IV. „ „ 13. Sei^temb. ausgehoben. 0,82 „ „ 4. Oktober „ keine. Von (Ion entlaubten Pflanzen wurden nur bei den am 29. Juli entlaubten einige kranke Knollen gefunden, die zusam- men 0,24 Pfd. wogen, bei den von den übrigen Parzellen aber keine. Es lassen diese Zahlen die nachstehenden Folge- rungen zu: 1. In der ersten Periode, also 10 Wochen nach der Aus- saal hatten die Pflanzen erst die Hälfte ihrer Knollen angesetzt, und diese hatten erst die Hälfte ihrer normalen Schwere er- langt. 2. In der zweiten Periode, also 12 Wochen nach der Aussaat war die Knollenanlage vollendet, die Anzahl derselben nahm in den späteren Perioden nicht mehr zu, eine Neubildung dieser Organe fand von hierab nicht weiter statt, nur die Aus- bildung derselben schritt vorwärts. Die Knollen halten bis zu dieser Periode etwa § ihrer normalen Durchschnitts -Grösse und Schwere erreicht. 3. In den späteren Perioden bis zur Ernte ging dieser Grössenwachsthum in ziemlich gleichmässigem Tempo weiter. In der dritten Periode dieses Versuches waren die Knollen reichlich bis zu |, in der vierten bis circa | ihrer vollständigen Grösse gelangt. 4. Das Abschneiden des Krautes äusserte in dem Versuche nur in der ersten Periode einen entschieden schädlichen Einfluss auf die Enlwickelung der Knollen. 5. Von der Entlaubung in den späteren Perioden war durchaus kein Nachlheil zu bemerken. Sobald das Kartoffelkraut von der Krankheil befallen ist, hört seine Wichtigkeil für die Ausbil- dung der Knolle auf, und ist kein Nachlheil von dem Abschneiden desselben für den Ernteertrag zu fürchten. Steh! also von dieser Seile dem Abschneiden des Krautes kein Bedenken entgegen, so scheint doch die praktische Aus- führbarkeit dieser Operation deshalb immer noch einigermassen rflanzeiikraiikhciton. 105 fraglich, weil bei rapidem Verlauf der Blallkrankheit und bei aus- gedelinlen Flächen doch eine grosse Menge Arbeiter erforder- lich sind, und zwar in der nothwendigsten Ernlezeit. Ob end- lich das Entlauben vortheiihaft gegen die Verbreitung der Knollenkrankheit eingewirkt hat, ist aus den Versuchen nicht ersichtlich. Die in der zweiten und dritten Periode entlaubten Pflanzen brachten zwar ansnahinslos gesunde Knollen; es fand sich aber eben so gut unter der Ernte derjenigen Pflanzen, welche nicht entlaubt waren, und deren Kraut von der Krank- heit bis auf den Grund zerstört worden war, nicht eine einzige erkrankte Knolle (wenigstens so weit dies äusserlich erkenn- bar war). Zur Orientirung rücksichtlich der Kartoffel krankheit und dos Ab- schneidens des Krautes zu vergleichen V. Jahrgang S. 134 dieses Buches. Von der Station des General-Coniile des bayr. landwirlh- weiicreVer- schafllichen Vereins wird ein Beitrag zur Pathologie der .Y^^T °T Karloffelkrankheit nnigetheill *). Wir heben da den angeführten des Krautes. Versuch mit dem Abschneiden des Krautes heraus: Es wurde am 12. Juli von Kartoffeln — und zwar den 9, Mai gelegt — , also nach circa 8 Wochen, das Kraut von 100 Stücken abgeschnitten. — Dasselbe geschah den 26. Juli mit nebenstehenden anderen 100 Stöcken derselben Sorte. Sie wurden beide mit den anderen Kartoffeln den 2. Sep- tember ausgenonnuen, und deren Gewicht (gesunde und kranke zusammen) bestinunt. Nicht abgeschnitten, aber grossentheils schon vor der Erkrankung des Krautes mit erstorbenem Kraute, ergaben 53 Pfund 4 Lolh darunter kranke 15 „ 20 „ Abgeschnitten den 12. Juli 43 ,, 34 „ darunter kranke 4 „ 22 „ Abgeschnitten den 2G. Juli 50 „ — „ darunter kranke G „ 8 „ Dieselbe Sorte war vor dem 15. August ganz gesund, und wurde auch als solche theilweisc geerntet. Sie ist von rauher und dicker Schale. Interessant war die Erscheinung, wenn oberflächlich aus der Erde hervorstehende Kartoffeln von der Krankheil getroffen waren. Sie wurden schwarz und braun, *) Ergebnisse des l)ayr. landwirthscli. Vereins. 4 Heft. S. 36. 106 Pflanzonkraiikheiten. wie die oboiirdisflion Stengel, aber die folgende Chlorophyll- bildung setzte der Ausbildung der Krankheil ein Ziel. Bei fast allen Stöcken waren die erkrankten Karloffeln mehr ober- flächlich liegende; je tiefer, um so seltener \varen sie erkrankt. Da der unterirdische Stengel der KarlitfTeln seine Knollen in der Regel übereinander ansetzt, so decken gleichsam die oberen Lagen die unleren, und nur dann sind untere erkrankt, wenn sie über jene hinausreichen, und an den behäufelten Beelseiten auch ziemlich seicht zu liegen kommen. Dass aber der Pilz nicht durch Blatt und Stengel abwärts in die Knollen trete, beweist: 1. das gleichzeitige Auftreten der Krankheil an beiden, 2. die Gesundheil des Verbindungsastes zwischen Knolle und Stengel, ja die Erkrankung des Astes von der Seite der Knolle her, während das Stengelende noch gesund ist, 3. die Erfolglosigkeit des Abschneidens des Krautes, 4. die Unmöglichkeit, den Pilz im Astlheil der Knolle nachzu- weisen, während doch diese erkrankt war, 5. die Notorität des geringeren Erkrankens bei Anwendung von künstlichen Düngein mit weniger sticksloffreichen organischen Stoffen, z. B. Superphosphal, Knochenmehl, Salzen. — Rücksichtlich des Abschneidens des Kartoffelkrautes sei nocli be- merkt, dass Birnbaum die Erfahrung gemacht hat, dass das Ab- schneiden des Kartoffelkrautes sofort nach dem Eintritte der Krankheit die Weiterentwickelung desselben hindert.*) Abschneiden Eingehende Versuche in dieser Beziehung, wie allgemein und ehem. '/>m' Verhütung der KartofTelkrankheil, unternahm auch H. Hoff- '"'"^'- mann im botanischen Garten zu Giessen.**) Derselbe ging von der Ansicht aus, dass, um die Krankheit der Kartoffel zu verhüten die Aufgabe darin besiehe, die Sporen des Kar- toff'elschimmels alsbald nach dessen massenhaftem Auftreten entweder unmillelbar durch Abschneiden und Entfernen des Laubes zu beseitigen oder deren Zutritt zu den Knollen zu erschweren (Tiefpflanznng), oder dieselben durch chemische Mittel zu tödten, nnd zwar durch solche, welche billig genug sind^ um möglicher Wei.x? eine Anwendung in der landwirth- schafllichen Praxis zu gestatten. — Es folgt zunächst eine Uebersicht der erzielten Resultate: Ernte am 13. und 14. Okto- *) Zeitschrift f. d. landwirthsch. Verein im Grossb. Hessen 1862. **) Zeitschrift f deutsche Landw. I8G3. rflanzciikr.uiklicitcn. 107 bor: Bodfii schwer, ziiho, lief -gelegen und ganz eben; die Kraiikheil sowohl am Versuchsorle, als auch sonst überall in und nni Giessen sehr veibrcMlet. ^ aj|j Ertrag an [j Verhtilt- 3.§l Knollen 1 niss. ^ " Igesiinde. [faule. |i;esiinde.{ faule. Frühkartoffeln, entlaubt . . nicht entlaubt ih uo Spätkartnffeln „ „ Chlorkalk „ nicht entlaubt, mit Chlorkalk be- hnmlelt „ nicht entlaubt, ohne Salzlösung „ „ „ mit Salzlösung be- gossen „ nicht entlaubt, Behäuflnng wie ge- wöhnlich „ nicht entlaubt, früh und hoch be- häufelt (eine Art Tiefpflanzung) , 70 GO 84 80 25 25 59 58 424 25 100 449 204 1 134 100 33 8 j 433 134 : 100 506 68 100 127 61 i 100 107 54 100 33G 129 100 245 99 100 5,9 65,7 31,6 13,4 48,0 50,4 38,4 40,4 Es gehl hieraus hervor, dass die Behandlung des befalle- nen Krautes mit Chlorkalk einige Erfolge halle, einen bedeu- tenden al)er die Entlaubung, wodurch also die früheren Ver- suche bestätigt werden; die sonst angewendeten Methoden hatten kein, wenigstens kein günstiges Resultat. Ho ff mann erörtert noch weiter die behauptete geringe Keimungsfähigkeit der Knollen von entlaubten Stöcken im Gegensätze zu solchen, de- ren Laub unberührt stehen blieb. Um diese Frage zu entschei- den, wurde folgender Versuch gemacht. Spätkartoffeln von Stöcken, welche am 23. Juli 1861 entlaubt worden waren, wurden am 9. Oktober 18G1 aus der Erde genommen, davon etwa 30 Stück am 7. April 1862 gepflanzt; unmittelbar da- neben 20 Stück von derselben Sorte, denen das Laub nicht abgenommen worden war. Sie gingen beide ganz gleichmässig und normal auf, und zeigten am 24. .Inni ein vortreffliches Aussehen; zu dieser Zeit blühten die ersleren zum Theil. Auch weiterhin bis zur Ernte ergab sich zwischen beiden kein be- merkenswerlher Unterschied. Julius Kühn theilte Untersuchungen über die Entwicke- 108 Pflanzenkraiikheiten. ueber das hing, (\as küiislliche F]erv()rrllf^n und die Vcrhüliing des Multer- MutlerliOrn. kornes mit.*) Wie von Kühn schon friilier*"'') und von Tulasne vor- erst, wird als Enlstehungsursaciie des Mniterkornes ein para- sitischer Pilz (Sphacelia segctuni U'n.) angenonunen. Das eigent- liche Mutterkorn (Sclerotium Clavus) ist nur ein Stadium in dessen Entwickelung, welchem die Absonderung von Sporen- schlcim, dem vermeintlichen Honigthau, vorangeht. Kühn weist nun nach, dass die Ansicht von Tulasne*"*), die Mutterkörner seien einer Forlpflanzung fähig, richtig ist. Vorerst deutet er dar- auf hin, dass das Mutterkorn nicht nur auf Roggen, sondern auch auf \yeizen, Spelz, Gerste, Hirse, Mais, fJafer (Munter) und andern Pflanzen, so bei vielen wildwachsenden Gräsern, z. B. Pfeifenried (Molinia caerulea), Wiesenfuchsschwanz, Knaulgras, Wiesen- schwingel, Simse u. s. w. sich findcl. Das Anstecken des Mutler- kornes ist von der Bodenbeschaffenheit und Lage abhängig. Was die Eni Wickel ungsgeschichtc dieses parasitischen Pilzes belrifl't, so treten drei Stadion derselben dergestalt hervor, dass man sie früher mit besonderen Namen benannte, und als spe- zifisch verschiedene Pilzformen ganz differcnlen Galtungen und Familien zulheilte. Im Beginn seiner Entwickelung als Fa- denpilz (Sphacelie) entzieht sich der Parasit dem Auge des gewöhnlichen Beobachters. Dieser nimmt ihn frühestens wahr mit dem Auftreten des sogenannten Honiglhaues. Ehe aber noch diese zwischen den Spelzen hervorquellende schleimige Substanz seine Gegenwart ankündigt, hat er bereits begonnen, sich an der Oberfläche des in Entwickelung begrifl'enen Frucht- knotens auszubreiten, und zwar als ein weisses, zähes Gebilde, das anfangs nur in einer sehr dünnen Schicht vorhanden ist, und auch keineswegs sogleich die ganze Oberfläche des jungen Roggenkörnchens überzieht. Es verbreitet sich vielmehr das- selbe von dem Grunde des Blüthchens aus streifig nach oben, und überdeckt erst nach und nach in verschieden dicker La- gerung das ganze Körnchen, wobei auch dieses selbst niclit unverändert bleibt, vielmehr in der Regel gänzlich oder doch *) Mittheilungeü aus dorn iihysiol. Lal)oratoriuni zu Halle vou J. Kühn. 1S63. S. 1. **) Kühn 's KiMnkhoiten der KulturpHiuizen 184S. ***) Ann. d. Sc. natur. T. XX. :). Serio ji. 1. Pflanzeiikrankheiten. 109 grössleiilheils zerslörl wird. Das was den v'^pelzcn des befalle- nen Bliithcliens jenes Ansehen giebt, als seien sie am Grunde mit Oel gelriinkf, rührt von einer Aussondernng der Mycelien- fäden des Parasiten her. Je mehr sich dieselben ausbreiten, um so häufiger wird diese Aussonderung. Sie ist eine klebrige, übelriechende, gelbliche oder bräunliche Subslanz, welche all- mählich in solcher Menge gebildet ^^ird, dass sie nach aussen dringt, und in dicken Tropfen an den Spelzen, durch Herab- fliessen auch oft an den Halmen ^vahrzunehmen ist. Es folgen nun Beobachtungen über das Enlslehen, die Na- tur und Redeulung dieser Absonderungen, über Zellenbildung in denselben, weiter über die Ausbildung des eigentlichen Mullerkor- nes, wie über dessen inneren Bau, der nicht von jenem der Pilze abweicht. Wichtig ist es, dass das fertig gebildete Mutterkorn einer Weiterentwickelung fähig ist, und zwar zu Keulensphäricn. Mit Mutterkorn der lelzicn Ernte ist Kühn |die Entwickelung der Sphärien bei wiederholten Versuchen und in verschiedenen Jahigängen immer gelungen, bei zweijährigem Mutterkorn da- gegen gelang es ihm nie. Es werden sehr viele Keimungs- versuche in dieser Beziehung mitgetheilf , und zwar selbst im freien Lande. Diese erzeugen mehr und keimfähige Sporen, von denen es gelungen ist, das Mutlerkorn zu erzeugen. Nicht nur die Stylosporen der Sphacelie können das Muller- korn erzeugen, sondern es isl auch durch die aus Sclerotium Clavns vom Roggen erzogenen Claviceps- Sporen das Hervor- rufen des Mutterkornes möglich, so dass man also, wie man Roggen bauen kann, auf diesen auch Mutterkorn zu kulliviren vermag. Mag dies nun für die wissenschaftliche Erkenntniss einer so lange räihselhaften Krankheitserscheinung bedeutsam, für die Droguisten in den Jahren ihres Mullerkornmangels praktisch nicht unwichtig sein, so interessirf doch den Landwirlh vor allem die V^ e r li ü l u n g d e r M u 1 1 e r k o r n b i 1 d u n g. Aber auch hierfür sind die in Kühn 's Untersuchungen niedergelegten Re- sultate wichtig, denn ohne klare Einsicht in die Physiologie des Parasiten werden wir ihn nicht mit sicherem Erfolge be- kämpfen, und ohne dieselbe uns auch nicht vor unzweckmässi- gen , und doch vielleicht kostspieligen Maassnahmen bewahren können. Wir haben in dieser Beziehung zu beobachten: eine 1 10 rflaiizenkranklieiten. möglichste Verlilgiing aller IM ut I eiküiner, deren wir irgend habhaft werden können, durch Unter- bringung in der Jauchengrube, und dann: niöglichsle V e r h ü I u n g i h i- e r Bildung auf d e n G i' i\ s e r n der Raine, Weg- und Grabenrändern, Weiden u. s. \v., was übri- gens auch ini Interesse der Gesundheit der weidenden Thiere von Wichtigkeit ist. Haben wir so die Ausgangspunkte der Verbreitung des Mutterkornes niöglichsl beschränkt, so gilt es nun auch noch dieser selbst entgegen zu arbeiten. Wer ge- nauer das Auftreten des Mutlerkornes beobachtet hat, wird ge- funden haben, dass einzelne Multerkörner, in der Regel sehr sollen kräftig entwickelte, frühzeitig vorhanden sind; erst etwas später tritt dann bei geeigneter Witterung die grössere Ver- breitung auf. Nicht in der Disposition zum Erkranken, sondern in der En t wickel ungszei t ist es begründet, dass etwas später und deshalb oft weniger kräftig ausgebildete Pflanzen und Triebe mehr der Ausbreitung des Mutlerkornes nnlerliegcn. Wir werden deshalb dieser mit Erfolg entgegenwirken, wenn wir Alles anwenden, was ein möglichst gleichmässiges Abblühen der Pflanzen begünstigt. All die Maassnahmen" des rationellen Ackerbaues, die Trockenlegung, liefe und gute Bearbeitung, normale, nicht einseitig stickstofFreiche Düngung, zweckmässige Stellung in der Fruchtfolge und Auswahl voll- kommenen Saatgutes bezwecken eine solche gleichmässige Ent- vvickelung aller Pflanzen desselben Feldes, Besonders aber ist es noch die Drillsaat, die deshalb, weil sie die einzelnen Samen weif gleichmässiger in den Boden bringt, als die breil- vvürfige Saat, ein viel egaleres Auflaufen, und damit auch spä- ter gleichartigere Entfaltung bedingt. Es ist somit die Drill- kultur i m V e r e i n milden ü b r i g e n M a a s s n a h m e n eines rationellen Betriebes trefflich geeignet — nicht das Auftreten des Mutterkornes zu verhüten — wohl aber jene Ausbreitung möglichst zu beschränken durch einen durchaus gleichartigen normalen Stand und gleichmässig kräftige Enlwickelung der Saat. Ersiclitlicli konnten eben nur die wesentlichsten Momente dieser sehr eingehenden, mit zahlreichen Abbildungen versehenen Abhand- lung Kühn's hervorgehoben werden, und muss nur noch erwähnt wer- den, dass sich die Meinungen über die Ursache dieser eigenthümlichen Krankheit im allgemeinen in drei Hauptgruppen scheiden lassen: iibev Mutterkorn. rflniizeiikriiukheitcn. 111 Die Einen sehen in Verwundungen des in Bildung begrif- fenen Samenkornes durch Insekten die Veranlassung zur Ent- stehung des Mutterkornes.*) So neuester Zeit Schlenzig. Eine zweite Cn-u]>2)e von Meinungen sieht in dem Mutterkorn eine Degeneration des Samenkornes in Folge abnormer Vege- tations-Verhältnisse.**) Die dritte Gruppe von Ansichten über die Entstehung des Mutter- kornes stützt sich allein auf exakte Untersuchungen, und ist die im Vorhergehenden angedeutete. Erwähnt sei anschliessend, dass: J. Munter das über das Mutterkorn in neuester Zeit bekannt ge- Munter wordene in einem Vortrage zusammen fasst, auf welchen wir seiner Fasslichkeit halber verweisen müssen.***) Julius Kühnf) macht weiter Mitlheilung-en über die von scierotien- ' Bildung ihm schon 1854 beobachtete Scierolieiibildung in Hapsstcngeln, 1,^1 ««ps- welcho später auch von Wicke, Busch, Munter und John ßt^ngpi" beobachtet wurde. Die Sclerolienart, welche im Raps vorkommt, ist Sclerotium varium. Wenn die Stengel des Rapses noch ganz frisch sind, bemerkt man als erstes Zeichen des Vor- handenseins der Krankheit ein Abblassen einzelner Siengellheile, dicht über der Wurzel oder weiter nach oben. Mitunter ist der Rapsstengel unten und oben unverändert, in der Mitle aber sieht man ihn bleich werden. Im ausgebildeten Zustande findet man die Sclerotien sowohl im Mark des Stengels, wie in der äusseren Rindenschicht. Am zahlreichsten treten sie meist in der Verbindungsstelle des Stengels mit der Wurzel auf. Hier liegen die Sclerotien nicht selten massenhaft in einer durch Zerstörung des Markgewebes entstandenen weilen Aushölung. Auch innerhalb der eigentlichen Wurzeln finden sich Sclerotien, häufiger aber als in dieser im Mark des Siengels. Hier zeigen sich in längshin verlaufenden Hohlräumen oft ganze Reihen der Sclerotien, vereinzelt sind sie woh! auch noch völlig vom Markgewebe umgeben. Einzelne Sclerotien kommen auch in *) Allgemeine homüopatische Zeitung. B. 57. Nr. 24; Vergleiche 37. Jahresbericht der Schlesischcn Gesellschaft für vaterländische Kultur. Breslau 1859. S. 91; Dr. R. Hoffmann's Jahresbericht II, 174. •*) Leunis Synopsis der Pflanzenkunde. Ilann. 1847. S. 522. F. Kirchbach Handbuch. Leipzig 1957. LB. S. 47. Schieiden, Physiologie der Pflanzen und Thiere. S. 174. ***) In der Wochenschrift des Bolti'schen Zentral- Vereins 18ti3 — im Auszug Zentralldatt f. ges. Landeskultur. 1863. ö. 220. 1) Wochenblatt d. Anualen d. Landwirthsch. in den könig. preuss. Staaten 1863. S. 420. j 1 2 Pflanzenkrankheiten. den Astwinkelri der Stengel vor. Die im Rindengevvebe ge- bildeten Sclerotien sind meist länglich, schmal;, im Allgemeinen kleiner als die im Innern des Stengels, Diese zeigen die mannigfaltigsten und unrcgelmässigslen Formen. Manche Körner sind rundlich, andere langgestreckt, noch andere vielbauchig oder plallgedriickt, zuweilen sind mehrere zu einem unregel- mässigen Körper zusammengeflossen. An der Oberfläche sind die Sclerotien uneben, schwarz, im Innern schmutzig weiss. Zuweilen sind dieselben Pflanzen , in welchen Sclerotien ent- standen sind, zugleich von Fliegen- oder Käferlarven heim- gesucht. Diese haben aber keinerlei Beziehung zu den Scle- rotien, es ist denn eben die betreffende Rapsslaude zu gleicher Zeil von einem pflanzlichen und thierischen Feinde ergrifl'en. Was nun die Verhütung der Sclerotienbildung in den Raps- slauden anbelangt, so haben wir nur wenige Mittel an der Hand. Eines derselben ist, möglichst alle mit Sclerotien ver- sehenen Rapsstengel nicht zur Einstreu zu verwenden, sondern in der Jauchejigrube oder bei grösserer Menge in besondern Gruben mit Jauche Übergossen zum Faulen zu bringen. Hier würden auch alle Sclerotien auf Möhren etc. unterzubringen sein. Wo man zollstarke Rapsstengel erntet (Mecklenburg), da wird man dieselben zweckmässig als Feuermaterial benutzen und damit am sichersten die Sclerotien vernichten. Gelangen dieselben wieder unzerstört auf das Feld, so ist eine Vermeh- rung des Feindes leicht möglich. Lässt sich, wie es häufig der Fall sein wird, das mit Sclerotien behaflete Stroh nicht genau von dem andern trennen, so sorge man wenigstens da- für, dass es zur Einstreu in dem Schafstall und zwar in der Weise verwendet wird, dass es längere Zeit hier inmitten des Düngers liegt. Da die Enlwickelungsfähigkeit der Sclerotien mit dem vollen 2jährigen Alter zu erlöschen scheint, so würde sich auch die bis in das zweite Jahr verzögerte Verwendung des Strohes empfehlen. Viele Sclerotien bleiben auch in der Stoppel und befinden sich hier für ihre Weilerbildung in bester Situation. Gegen diese empfiehlt es sich möglichst bald nach der Ernte das Feld flach zu schälen, die Rapsstoppeln aus- zueggen, zusammen zu bringen und sie so möglichst vollständig vom Acker zu entfernen. Pflanzenkrankheiten. 113 Zur Orientiiung verweisen wir auf Kühn's Krankheiten der Kultur- gewächse. Berlin, 1858. Ueber Brand und Rost im Weizen liefeile Körnicke eine Brand und _, 1- r~i 11 1 Rost des Abhandlung '^}. Er sagt, wenn die Stelle des gesunden Samen- wei^ens. korns von einer schwarzen feiiislaubigen Masse eingenommen wird, welche entweder durch die Samendecke umschlossen bleibt oder späler frei und als loses Pulver vom Winde ver- weht wird, so zeigt sioii unter dem Mikroskop dieser Slaub als von kleinen runden Zellen gebildet, den Sporen oder Forlpflan- ziiiigszellen des Brandpilzes, welche ungefähr den Samen unserer höher ausgebildeten Gewächse entsprechen. Diese Sporen kei- men bei hinreichender Feuchtigkeit und Wärme, d. h. sie bil- den dünne Schläuche, welche in der Gegend des Wurzelknotens das Zellgewebe der Nährpflanze durchdiingen. Dringen sie zahlreich ein, so ist der Tod die Folge. Dringen nur einzelne Keimschläuche ein, so wachsen sie im Innern der Pflanze mit dieser fort, indem sie sich an der Spitze verlängern, am Grunde absterben. Sie bilden dann das sogenannte Mycelium des Pil- zes. Ist dieses bei weiterer Enlwickelung der Nährpflanze in denjenigen Theil gelangt, in welchem wir sonst das schwarze Pulver auftreten sehen, so bilden sich hier die Sporen erzeu- genden Fäden. Mit der Ausbildung der Sporen selbst ver- schwinden diese Fäden, so dass wir sie zu der Zeit, in welcher sich der Brand bemerkbar macht, nicht mehr finden. Der Staubbrand des Weizens hat viel kleinere und glatte Sporen. Die Samendecke zerreisst und die losen schwarzen Sporen werden vom Winde verweht. Sie bilden ebenfalls Keimschläuche die, wenn sie nicht direkt in die Weizenpflanze eindringen, sich durch Bildung von seitlichen Keimkörnchen oder durch Ouertheilung vervielfälligen. Die so gebildeten Keinikörnchen bilden dann Keimfäden, welche in die Pflanze eindringen. Ustilago Garbo findet sich nach Kühn sowohl auf Weizen, Gerste, Hafer (Corda hält die Pilze des Hafers und der Gerste für 2 verschiedene Arien) als auch auf wildwachsenden Grä- sern. Schon dieser Umstand, besonders aber auch das früh- zeilige Verfliegen der Sporen und demgemäss das Ueberwinlern auf dem Acker lassen uns dem Pilze nicht gut beikommen. Er ist jedoch auf dem Weizen weniger gefährlich, und richtet *) Landwirthsch. Journ. aus ()stpreussen 18G2. S. 545. Hoffmaui), Jahresbericht. VI. o 1 14 PflnnzenkrtUiklieitfii. bei (ier Gorslc mul dem Hafei' orösscieii Scliaden an. Sein Mycelium bildet nicht bloss in dem Fruchtknoten, sondern nicht selten auch in dem Zellgewebe der Spelzen Sporen erzeugende Fäden. Beide Brandarien durchziehen also mit ihrem Mycelium die ganze Pflanze, und dringen die Mycelienfäden zahlreicher Sporen in eine Pflanze, so wirken sie tödilich. Dringen nur einzelne hinein, so vegetirl die Pflanze fori und wird erst durch die Sporenbildung des Pilzes zerslört. Dem ganzen Wesen nach ist also der Brand ein allgemeines Leiden der Pflanze, wenn er auch dem gewöhnlichen Beobachter mehr partiell erscheint. Der Rost ist dagegen ein partielles Leiden. Selbst eine grosse Anzahl von Rosislellen an einer Pflanze schaden dieser noch nicht wesentlich, erst wenn er sehr mas- senhaft auflrill und namenllich den Fruchtknoten befällt, wird er verderblich. Er Irilt an allen grünen Pflanzeniheilen auf, da sich nur in diesen die SpalföH'nungen befinden, in welche die Keinischläuche der Sporen eindringen, um in den der Ober- haut zunächst gelegenen Schichten ein Sporenlager zu bilden. Man bemerkt zuerst an den befallenen Theüen gelbliche Flecke, später durchbrechen auf denselben hellgefärble Slaubhäufchen die Oberhaut, denen endlich schwarze Flecken oder Sireifen folgen. Dabei zeigen sich zwei Verschiedenheilen. Die eine Form der Roslhäufchen ist mehr rölhlich gefärbt und länglieh rund, welche Form auch die schwarzen Flecke haben. Die andere Form ist mehr gelblich gefärbt und bildet linienförmigc den Blallnerven folgende Streifen, namentlich aber sind die darauf folgenden schwarzen Sireifen langgezogen und slrich- förmig. Dieser äussere Unterschied wird durch eine spezifische Verschiedenheil bedingt, indem nämlich die rölhlichen, länglich runden Häufchen dem Kronenrosle, Puccinia coronata, die gelb- lichen, langgezogenen dem Grasroste, Puccinia graminis, ange- hören. Beide sind sonst in ihrem Verhallen ähnlich und haben zweierlei Sporen. Die zuerst im Frühjahre erscheinenden be- stehen aus einfachen rundlichen Zellen, die den eigentlichen Roslstaub bilden, leicht vom Winde verweht werden, kei- men und so zur Verbreitung des Rostes wesentlich beitragen. Später hilden sich an derselben Stelle zweizeilige geslielle Sporen — die sogenannten Pucciniensporen — , welche wie dicht gemauert stehen, die schwärzlichen Flecken oder Sireifen Pflauzt'iikrauklieiten. \ 15 veidisiiclicii iiinl fest im Sli'ohe bleiben. Sie golangeii also mit dem Sirohe in den Dünger und da sie ersi im nächslen Frühjahre keimen, so dienen sie zur Forlpflanzung des Rostes im folgenden Jahre. Sie sind sehr widerstandsfähig, denn sie gehen z. B. durch den Magen der Scliafe und Kühe unversehrt hindurch. Da dieselben Roslarten auch auf wildwachsenden (jräseiii vorkommen, so haben wir kein geeignetes Mittel zur Vertilgung dieser Sporen. Für die Entwickelung der Pilze ist eine feuchte Atmosphäre, verbunden mit der nothigcn Wärfue, sehr günstig und wir sehen deshalb auch den Rost an Lokali- täten, welche diesen Bedingungen genügen, vorzugsweise auf- treten. Aus gleichen Gründen begünstigen gewisse Sommer sein massenhaftes Auftreten. Rost haben wir jedoch alle Jahre, nur achtet dei" Landwirlh erst dann darauf und spricht davon, wenn dadurch der Ertrag beeinträchtigt wird. Dass Berberizen- hecken, die sehr häufig vom Rost befallen werden, den Rost auf unseren Gelreidearten verursachen, was in neuerer Zeit so mehrfach behauptet wurde, ist ein Irrthum; denn der Rost- pilz der Bcrberize ist eine von dem des Weizens ganz ver- schiedene Art. Berberizenhecken können, wie jede andere Hecke oder jeder andere schützende Gegenstand nur in sofern begünstigend auf den Rost wirken, als sie durch ihre Lage gegen die herrschende Windrichtung eine feuchte stagnirende Luft hervorrufen. Wcmi aucli immeihin die Uiitersuchiiügen von Vülcker über die Kückbiick. Zusammensetzung des Strolics genau genommen nicht in den hier be- stimmten Kreis des zu Betrachtenden gehören, so müssen wir denuui- geachtet dieselben hier bei den Analysen der Pflanze in erster Reihe er- wähnen, da sie nicht allein über den Wertli der verschiedenen Stroharten als Futtermittel Interesse bieten. CTleichfalls um den Nahrungswertli zu bestimmen, sind die Analysen von Riesensiiorgel (Dietrich), Espen-, Eichen- und Akazicnblilttcr, (Iloffmann) untersucht Avorden. Es zeigt sich aus letzteren Bestimmungen, wie werthvoll die Blätter für den Landwirth sind, es enthalten die Esi)enblätter 12 pCt. stickstoff- haltige Stoße und will er sie auch nicht als Streu verwenden , so soll er sie doch seinem Düngerhaufen einverleiben und nicht von dem Winde vertragen lassen. Ueber den Gehalt an näheren Pflanzen-Bestandtheilen in den verschiedenen Rübensoiten machte Dietrich eine bedeutende Anzahl von Bestimmungen. Es beziehen sich dieselben auf den Ge- halt an: "Wasser, Proteinstoffen, Rohrzucker, Traubenzucker, Pektin- stoffen, Oel, Holzfaser und Aschengehalt, und liefern ohne Zweifel einen sehr schätzenswertheu Beitrag zur Kenntniss der Rübenpflanze. 8* 116 Pflanzenkrankheiten. Carl Löffler giebt zwar ebenfülls in einer eigenen Brochure (siehe Literatur) eine Reihe von cliemischen Untersuchungen über die Hauptgattungen der Runkelrüben; thatsächlich ist aber die ganze Ar- beit nur eine Uebersetzung einer von Leplay im Jahre 1860 in den Comptes rendus erschienenen Arbeit. Wir theilten dieselben im Aus- zuge im III. Jahrgang S. 65 mit. Ausführlich ist die Arbeit in deut- scher Uebersetzung im XI. Bd. der Zeitschrift für Rübenzucker -Fa- brikanten mitgetheilt. Die wichtigsten einheimischen Oclsamen unter- suchte R. Hoffmann. Das Hauptinteresse dieser Daten liegt in dem Umstände, dass alle die untersuchten Samen von Pflanzen unter ganz gleichen Verhältnissen, auf demselben Felde gezogen, stammen. Der Landwirth kann mit vollem Rechte auf die Menge des Oeles , welches er beim Anbau dieser verschiedenen Oelpflanzeu unter gleichen Ver- hältnissen auf einer bestimmten Flache erhält, demnach auf die Rentabi- lität der verschiedenen Oelpflanzen schliessen. Auch Berjot unter- suchte eine grosse Anz;ihl von Samen, jedoch nur auf den Oelgehalt. Bestimmungen des Stärkemehl-Gehaltes bei Kartoffeln wurden von Ro- bert Ho ff mann und Dietrich ausgeführt. Ersterer untersuchte 30 Kartoffelsorten, welche unter gleichen Verhältnissen auf einem Felde erbaut waren. Die Originalkartoffeln sind aus Amerika von der k. k. Österreich. Fregatte Novara herübergebracht worden. Der Stärkemehl- Gehalt schwankt zwischen 24 (Early Worcester) und 14 pCt. (Pcmd Lily). Die grosse Reihe von Kartoffelsorten, welche Dietrich unter- suchte , sind auf verschiedenen Böden gezogen , wodurch eigentlich ein Vergleich ihrer Güte nicht gut zulässig wird; dies berücksichtigt stellt sich als beste Kartoffelsorte die Zwiebelkartoffel heraus und zwar die weissfleischige. Von den hierher gehörigen Untersuchungen wollen wir nur noch die von Ludwig hervorheben, weiche die von Fremy ge- fundene Spaltung des Chlorophylls in einen blauen und gelben Farbstoff bestätigt, wie die von Schönbein, welcher nachwies, dass sich in den wässerigen Auszügen von vielen Pflanzen salpetrigsaure Salze finden. Rücksichtlich der Aschen-Analysen haben wir die interessante Zusam- menstellung der Analysen von Baum- Aschen von Gueymard hervor- zuheben. Solche der Fichten- Kiefernnadeln und des Buchenlaubes lie- ferte Krutzsch. Was das Keimen anbelangt, so sind von der Versuchsstation zu Salzmünde Versuche über Keimung und Präparirung des Zuckerrüben- Samens vor der Aussaat ausgeführt worden. Ueber den Bau der Pflanze liegen diesmal keine uns hier be- rührende Arbeiten vor; erwähnen wollen wir die von Wigand: Ueber die Desorganisation der Pflanzenzelle, besonders über den Ursprung und die physiologische Bedeutung von Gummi und Harz (Pringsheim's Jahr- buch f. wiss. Bot. Vierteljahrschrift für Pharm. XII, 72.) Beim Leben der Pflanze begegnen wir einer sehr beachtens- werthen Abhandlung über das Verhalten einiger assimilirten Stoffe bei dem Wachsthum der Pflanzen. Es werden da in dieser Arbeit, welche ein deutliches , Bild der über diesen Gegenstand bekannten Forschungen Pfliinxonkrankhoitpn. 117 liefert, erst Thatsaclien angei'ülirt, welche die Unentbehrlichkeit der Reservestoffe (eiweissartige Stoffe, Fett, Stärke, Zuckerarten u. dergl.) zur Entwickelung der Pflanzen in ihrer ersten Periode wie deren Zu- liinglichkeit hierfür nachweisen, und weiter auf die Fi'age eingegangen, was aus den Reservestoffen wird, wenn sie in die Pflanzen übergegangen sind und dann nach und nach wieder verschwinden, welche Frage so gut beantwortet wird, als es eben die hierüber bekannten Forschungen, verbunden mit einer richtigen Auffassung, gestatteten. So z. B. ist es im hohen Grade wahrscheinlich, dass die Stärke der Pieservestoffe das Material zur Bildung der Zellenwände liefert. Sachs geht nun ferner über: auf die Art des Zusammenwirkens der stickstofffreien und stickstofflialtigen Stoffe beim Aufbau und Wachsthum der Zellen, auf Betrachtungen über die Frage, wie die Pflanzen, die in den Samen aufgespeicherten Stoffe erzeugen, in welcher Beziehung nur als bestimmt mitgetheilt wird, dass innerhalb die chloro- phyllhaltigen Zellen, die Stärke und ähnliche Stoffe sich bilden. Schliess- lich geht er auf die nothwendige Annahme einer Stoffwanderung nach abwärts über. Ein neuer Streit entsi)ann sich über die räthselhafte Rolle, welche die AVurzoln durch ihre Berührung mit dem Boden ausüben, wodurch allein sie schon die Aufnahme der Nahrung bewerkstelligen, ohne dass man annehmen darf, die Pflanzen werden durch eine im Boden befind- liche Lösung ernährt. — Es ist dies bekanntlich die allerneueste An- sicht Liebig's: '„über die Aufnahme der Pflanzen -Nährstoffe direkt vom Boden." Zoll er tritt für diese Ansicht Liebig's ein und führt in dieser Beziehung Versuche an, welche nachweisen sollen, dass die Pflanzen direkt von der Ackererde Stoffe aufnehmen können, ohne eine Lösung im Wasser gelöster Stoffe im Boden vorauszusetzen, indem Wasser aus fruchtbarem Boden nur Spuren von denselben aufnimmt. Schumacher widerspricht nun namentlich der Ansicht, dass Wasser aus einem fruchtbaren Boden keine Nährstoffe auflöst, und meint, dass im Bodenwasscr Nährstoffe in verhältnissmässig beträchtlicher Menge geliist enthalten sein können und dass in jedem guten Ackerboden die Pflanzen auch Nährstoffe aus der Bodenlösung aufnehmen. Dietrich ])rachtc uns in vielfacher Hinsicht Interesse erregende Yegetationsvcrsuche im unverwitterten Gestein (Basalt und Buntsand- stein) und ging von der Ansicht aus, dass wenn man Pflanzen in einem Boden, der keinen Vorrath löslicher Mineralstoffe birgt, wachsen lässt, die Produktion an Pflanzenmasse und die darin enthaltene Mineralstoff- menge im gewissen Grade einen Maassstab abgiebt für die in diesem Boden während der Vegetationszeit löslich gewordenen Mineralstoffe. Bei einigen Versuchen wurden neltstdem dem Gesteine gewisse als Dungstoffe gebräuchliche Salze — Kochsalz, Ammoniak, Gyps u. dergl. beigegeben. Es zeigte sich als Hauptresultat, dass durch Wasser und Luft allein im Laufe eines Sommers — 15 bis 17 Wochen — nur wenige Bestandtheile des Buntsandsteins und des Basalts sich in lösliche Ver- 113 Pflanzfukraiikheitcii. bincliiiigen umsetzten, kaum ausreichend, um einer Pflanze das Leben zu fristen. Die Zufügung der obengenannten Substanzen hat die Ver- witterung der Gesteine so Aveit unterstützt, dass die dabei bJslich ge- Mordenen ^Nlineralstoflfe zu einer vermehrten Pflanzeni^roduktion Anlass gaben. Knop setzte seine quantitativen Arbeiten über den Ernährungs- prozess der Pflanzen fort. Diese bezogen sich auf einige Beobach- tungen über das Keimen der Samen, ohne Mitwirkung des Bodens; Um- wandlung der Land- in Wasserpflanzen und umgekehrt; Versuche zur Beantwortung der Frage : ist Eisen ein unumgänglich nöthiger Pflanzen- Nährstoff; Versuclie über den Bedarf der Pflanzen an Schwefelsäure; über die Abhängigkeit der Entstehung des Chlorophylls von der Gegen- wart des Eisens und Ammoniaks; Untersuchungen über Vertretung der Basen; vergleichende Versuche mit neutralen und sauren Lösungen, endlich auch vergleichende Versuche der Vegetation der Landpflanzen in der Erde und wässerigen Lösungen. Rücksichtlich der Resultate heben wir folgende hen'or: Es wirkten der Mangel an Luft auf die V/ärme- Ableitung und Bildung von Ammoniak durch Fäulniss der Eiweiss- Substanzen nachtheilig, wenn der Same ohne Erde und Wasser keimt. Wenn Landpflanzen im Wasser vegetiren sollen, so müssen sie erst eigene Wasserwurzcln bilden, umgekehrt wird aber eine Wasserwurzel leicht zur Erdwurzel. Wenn die Menge des Eisens auch sehr unbe- deutend ist, welche Pflanzen zu ihrer Vegetation brauchen, so scheint es doch immerhin nöthig zu sein; eben so nöthig ist Schwefelsäure. Knop glaubt nicht, dass Ammoniak gegen die Chlorose wirken könne. Kali, Kalk und Thonerde können durchaus nicht durch chemisch ähn- liche Basen (Natron, Magnesia) vertreten werden. Li mit Mineralsäuren angesäuerten Lösungen vegetii-en Pflanzen schlecht. — Bezüglich des letzten Punktes ist Knop für Beibehaltung des Unterschiedes, der zwischen einer Landpflanze in der Erde und in einer wässerigen Lö- sung gezogenen, herrscht, und theilt hierauf bezüglich eine grosse Reilie von Beispielen mit. Hat Knop nachzuweisen getrachtet, dass Eisen und Schwefelsäure unumgänglich ni)thige Pflanzen- Nährstofte sind, so folgern dies für Chlor Nobbe und Siegert aus ihren eingehenden Versuchen mit Buchweizen für diese Pflanze, in der Erde und Wasser gezogen. Den schönen Versuchen, welche von der Versuchsstation Dahme über die Nahrungs-Bedürfnisse des Rothklees ausgeführt wur- den, entnehmen wir, dass sich die Kleepfiauze vollständig und normal auszubilden vermag, ohne Zufuhr irgend einer Stickstoff- Verbindung durch den Boden, wenn ihr nur da die mineralischen Nährstoffe voll- kommen geboten werden. Sic nimmt aber Stickstoff', wenn man ihr die Nährmittel im Boden in löslicher Form zuführt auch auf und erreicht erst dann die Ueppigkeit, wie mau sie von ihr als Kulturpflanze ver- langt. Unter den Kulturpflanzen nimmt sie die grössten Stickstoffmengen durch die Blätter auf, die pro Morgen sich etwa auf 128 Zollpfund während einer zweijährigen Vegetutionszeit des Klee's belauft. Wenn die Summe der mineralischen Nährstoffe '/loo pCt. des Bodens betrug, l'flnnzoukriiiikhcitoii. 119 zeigte sich sclion eine ftünstigo Wirkmisi-. Ixi 1 pCt. jedoch schon eine schädliche. Bezüglich der äussern Einflüsse auf die Vegetation sind Arbeiten über das Erfrieren der Pflanzen (Ne ssler), den schädlichen Einfluss des Schnee's auf die Bäume (Basin er), über das Ergrünen im elek- trischen Licht (Mungeu) und über die Bedeutung des Lichtes beim Pflanzenbau in den nördlichen Ländern Europa's von Berg geliefert worden. Er folgert in dieser Abhandlung, die so ziemlich Alles, was über diesen Gegenstand aus alter und neuester Zeit bekannt geworden und untersucht worden ist, enthält, dass im Norden die fehlende nüthige Wärmesummo für die Pflanze durch die längere Wirkung der Sonnen- strahlen ersetzt wird — Wärme entwickelt im Obste den Zucker, Licht das Aroma in den Bergkräuteru. Berg folgert weiter, dass an der Südseite höherer Berge nicht allein die grössere Wärme, sondern auch der grössere Lichteinfall auf die Beschleunigung der Vegetation von Einfluss sein kann. Auch die Pflanzenkranklieiten erfreuten sich vielseitiger Beobach- tungen und Untersuchungen und wie leicht erklärlich die bekannteste und für uns empfindlichste — die Kartoffel-Krankheit — in erster Eeihe. Nachdem einmal die Ursachen derselben (ein parasitischer Pilz) mit ziemlicher Sicherheit festgestellt ist, handelt es sich um die Mittel der Verhinderung derselben. Leider erscheint nach dem Wesen der Krank- heit nur ein einziges Spccificum als wirksam, das ist die Vernichtung des Pilzes, wenn er sich durch Schwarzwerden der Blätter zeigt, wo- mit aber auch die Blätter der Pflanze vernichtet werden, was jedenfalls schädlich auf die Entwicklung der Knollen wirken muss. Die neuester Zeit ausgeführten Versuche beziehen sich nun darauf, festzustellen, in welcher Vegetations-Periode der Pflanze dieses Entblättern, unbeschadet den Knollen, geschehen kann. Die Versuche, die an der Versuchs- Station Dahme durchgeführt wurden, wie die von Birnbaum und II. II offmann, sprechen für ein unbeschadetes .tbschneiden des Krautes, wenn die Krankheit au den Blättern wahrnehmbar ist, weil ja so das Kraut zu Grunde gehen würde. Die in Bayern vom Generalkomite des bayr. landw. Vereins unternommenen Versuche, leugnen aber sogar den Nutzen des xVbschneidens des Krautes. Zu einem endgültigen Piesultate ist man in dieser Beziehung noch nicht gelangt und müssen wir noch ein solches abwarten, indem mehrere grossartige Versuche in dieser Beziehung im laufenden Jahre im Zuge sind. Was weitere Arbeiten über die Pflanzenkrankheiten anbelangt, so theilte Kühn sehr inter- essante Untersuchungen nicht nur über die Entwickelung, sondern auch tiber das Hervorrufen, A'erhüten und Vorkommen des Mutterkornes mit. Nach dieser Untersuchung ist das Mutterkorn nur ein Stadium in der Entwicklung eines Schmarotzer -Pilzes. Dieses sogenannte Mutterkorn ist einer Weiterausbildung fähig, so dass, wenn man Mutterkorn des letzton Jahres pflanzt, es sich weiter entwickelt und Bildung von keim- fähigen Sporen zur Folge hat, mit denen es gelingt Mutterkorn zu er- zeugen; demnach kann man Muttorkorn wie andere Kidturpflanzen knl- 120 Literatur. tiviren, was wolil für den Landwirtli weniger Wichtigkeit hat, als viel- mehr die Frage um dessen Verhütung. In dieser Beziehung räth Kühn eine mögliche Vertilgung des Mutterkornes nicht nur auf dem Roggen, sondern auch auf andern Pflanzen, namentlich Gräsern, wo es ebenfalls vorkommt. Ferner hält man eine möglichst gleichmässige Entwickelung der Pflanzen anzustreben, und in dieser Beziehung die Drillsaat, für empfehlenswerth. Auch Munter behandelte denselben Gegenstand in sehr fasslicher populärer Weise, auf welche Abhandhuig wir Laien vor- züglich verweisen. Kühn machte weiter noch eine Untersuchung über die Schmarotzerpilze in den Rapsstengeln bekannt. ^Mittel gegen deren Weiterverbreitung ist auch da möglichste Vernichtung solcher kranker Stengel durch Einweichen in der Jauchengrube oder Verbrennen, denn gelangen diese wieder im nächsten Jahre auf's Feld, so ist eine Ver- mehrung derselben leicht möglich. Endlich lieferte Körnicke eine Abhandlung über Brand und Rost im Weizen, welche beide Krankheits- formen ebenfalls Pilze sind, und Mohr eine über die Traubeukrankheit im Jahre 1863. — r Literatur. Mittheilungen aus dem physiologischen Laboratorium und der Ver- suchsstation des landwirthschaftlichen Lastitutes der Universität Halle. Von Fr. Julius Kühn. Halle 1863. Die landwirthschaftlichen Versuchsstationen, Bd. V. Heft 13 u. 14. Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, von Prof. Nägeli. Analytische Untersuchung über den Vergleichswerth verschiedener Hauptgattungen der Runkelrübe und über die Vei'theilung des Stick- stoffgehalts in den verschiedenen Theilen dieser Pflanze, nebst Ana- lysen der für den Runkelrübenbau geeigneten Bodenarten, von Dr. Löfl'ler. Ueber die Zusammensetzung und den Nahrungswerth, des Strohes von Dr. V()lker. Darwin's Lehre von der Entstehung der Arten im Pflanzen- und Thierreich in ihrer Anwendung auf die Schöpfungsgeschichte, darge- stellt und erläutert von Dr. Rolle. Traite des graminees cereales et fourrageres, par Demoor. Das Leben und die Ernährung der Pflanzen, besonders der Kultur- pflanzen, von Ritter. Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik, von Dr. Pringsheim. -^■■•.\<. den 20. Novbr. . . 0,753 6. „ von der Gewerbschule . . . . ) 0,670 7. „ einer Handwerkerfamilie « 0,862 8. „ „ Arbeiterfamilie J 0,697 9. „ „ Tischlerwerkstatt l 1,040 10. „ der grossen Gesellschaft l im Laufe des 1,307 11. „ einer Brauerei / Dezember. 0,702 12. „ „ Schmiedewerkstatt i 0,856 13. „ „ „ ) 0,872 14. „ verschiedeneu Pers. des Mittelstandes ' 0,976 *) Journal für praktische Chemie Bd. 88. S. 211. vcrschiedfiiLT liiiTzu verweiul barer Stoße. 129 15. „ verschiedenen Pers. des Mittelstandes \ J,029 16. „ „ )5 n « J 1,296 17. „ der Matrosenkaserne I 0,9äl 18. „ ungenannter Stelle \ im Laufe des 0,710 19. „ der medizinischen Akademie . . . / Deaember. 1,045 20. „ einer Maurerfamilie l 1,039 21. „ der Militargesellschaft | 0,190 22. „ einem Gelehrten ' 0,7 8G Die Abscheidung der Phosphorsäure erfolgt im frischen Harn durch Zusatz von löslichem Kalksalz und etwas Kalkhydrat vollständig; wenn man den vergohrenen Harn mit Zusatz von kohlensaurem Kalk (in gehöriger Zerlheilung als Kreide u. s. w.) destillirt, wird es für die vollständige Ausfällung der Phosphor- säure in den meisten Fällen genügen, den Destillationsrückstand mit Kalkmilch alkalisch zu machen. Die Ouanli'ät Phosphor- säure, welche in einer Harnprobe von der Ladugaardslands- kaserne gefunden wurde, betrug nur 0,077 Proz. Ein ganz frischer Harn von der medizinischen Akademie gab dagegen 0,226 Proz. Phosphorsäure. Was Conservation des Harnes anbelangt, leitet Müller aus seinen Versuchen die folgenden Ergebnisse ab: 1. Der frische Harn kann durch verschiedene Zusätze während einer für unseren Zweck mehr als hinreichenden Zeit vor Fäulniss geschützt werden. 2. Harn mit alkalischen Zusätzen ist eben so leicht, wie un vermischter Harn vergohren. 3. Saure Zu- sätze wirken im Allgemeinen als Gift auf das Harnfermenl. 4. Die sauren Conservationsmittel wirken nicht im Verhältniss der Aequivalente; die mit den Säuren verbundenen Basen äussern einen theils abschwächenden, Iheils verstärkenden Einfluss auf das Conservirungsvermögen der freien Säure. 5. Unter den freien Säuren hat sich Schwefelsäure als am schwächsten, Sal- petersäure am wirksamsten gezeigt. 6. Abschwächend auf die Schwefelsäure hat Thonerde (im Kalialaun) und Eisenoxyd ge- wirkt, ebenso das Eisenoxydul in der offenen Flasche, wo es sich allmählich oxydiren konnte, 7. Entschieden conservirend haben die Metalloxyde des Kupfers und Zinks gewirkt, des- gleichen das Eisenoxydul, so lange es als solches (in der verstöpselten Flasche) sich erhalten hat. 8. Die Carbolsäure hat sich conform den in Frankreich gemachten Erfahrungen als eins der besten Conservationsmittel bewährt. 9. Die all- Horrmann, Jahresbericht. VI. 9 ];30 Düngererzeugung und Amilysen mähliche Zerselziing des Harnslod's durch HarnfermonI belrach- tend, wird man zu der Annahine goleilet, dass der erste Aii- lass zur Gährung in den (hireh (h"e Lufl zugefiihrlen Hefen- sporen zu suchen ist, welche in Berührung mit dem Harn sogleich ihre eigenlhiimlichiMi Wachslhiunsperiodcn zu durch- laufen beginnen. 10. Bei Benutzung der crpriditeu Conservi- rungsmillel in dem lägliclieii Leben ist hauptsächlich dafür zu sorgen, dass die zur Leiltuig dder Aufnahme des Harns die- nenden Geräthschaften möglichst frei von Kermenlwucherungcu gehalten werden, desgleichen, dass alle Theile des zu verwah- renden Harnes mit dem Conservirungsfuiltel in Berührung kom- men. Die Geräthschaften sind von Zeit zu Zeil mit Dampf auszukochen oder mit siedendem Wasser, oder concentrirten Säuren oder ätzenden Alkalien zu waschen. Um eine innige Mischung des Harns mit dem Conservationsmittel zu sichern, müssen besondere mechanische Vorkehrungen getroffen werden. Bei Anwendung von Carbolsäure z. B. ist anzurathen, zwischen dem Pissoirbecken und dem vor Verdunstung geschützten Harn- behälter eine mit Carbolsäure beschickte florenliner Flasche einzuschalten, durch welche der Harn zu passiren hat. Bei in Wasser löslichen Zusätzen ist für ein allmähliches Zuströmen zu sorgen. In einem Zuber, auf dessen Boden die berechnete Menge Schwefelsätire ausgeschüttet worden ist, kann sich ein grösserer Theil des von oben allmählich zufliessenden Harns von der Vermischung mit Schwefelsäure frei hallen und schnell vergähren, wenn nicht mechanisch nachgeholfen wird; vielleicht genügt es, den Harn vom Boden aus zufliessen zu lassen. Indem wir die Facliiuteressenten auf die Original-Abhandlung ver- weisen müssen, bringen wir nur noch die Arbeit von Grouven über Urinverwendung (Iloffma nn's Jahresbericht V. Jahrg. S. 154) in Er- innerung. Land- A 1 X. Mülier macht noch weiter Miltheilung über land- vvirthschaftliche Verwerlhung der menschlichen Fä- wirthsch. VCT- Tverthung ces*). Er wcist vorerst darauf hin, dass die Lösung des Exkremente. Problcms mit Ausuahme für wenige besonders begünstigte Städte unmöglich ist, wenn man sich nicht ein besseres Rohmaterial schaffen kann und zwar durch Freihallung der festen Excre- mente von Harn, wie es durch Marino 's Klosett beabsichtigt *) Journal für praktische Chemie S. 227. VL'ischif'doiier liit'i'zu vtTwoinlliHit'r Stoffo. 131 wird ; zur Deuslolliing- eines ImiKllieriiclioii Uiiiiginillels aus ileu Exkrcmenlen bringt uns Müller gebrannlen Kalk und Kohien- pulver in Vorschlag. Bei der Mischung der frischen Fäces n)il Kalk cnlwickelt sich eine höchst unbedeutende Menge Am- moniak, der Gehall an diesem Stoir ist in der Thal ein sehr geringer, wie besonders angeslellle Beobachtungen zeigen. Es ffaben nämlich frische Fäces Nu. wahreud erst entleerter letzt entleerter Theil a) pCt. b) pCt. . . 0,24 0,10 Ammoniak . . . 0,17 0,11 . . 0,13 0,06 „ . . 0,056 .... 0,010 ,, Man darf hiernach vermulhen, dass frische Fäces im Mittel weniger als 0,1 Proz. Ammoniak enthalten. Die Beschalfenheil der Verdauung und die Zeit des Verweilens im Darmkanal sind jedenfalls von Einlluss hierauf. Uebrigens wurde gefunden : 11 Tage 10 „ 15 „ 3 „ Bestandtheile. No. 3a.iNo. 3 b. No. 4a. pCt. ' pCt. ' pCt. No. 4 b. pCt. Im Mittel pCt. Wasser organische Substanz Asche 70,80 25,84 3,36 80,90 16,88 2,22 75,10 22,04 2,86 83,06 I 77,46 14,72 I 19,88 2,22 I 2,66 Summa | 100,00 : 100,00 ! 100,00 100,00 | 100,00 In 100 Gewicbtstheilen Trockensubstanz fand sich: pCt. pCt. pCt. pCt. pCt. Asche 11,5 11,6 11,5 13,0 11,9 Der Gehalt an Sand belief sich im Mittel auf 0,16 Proz. an frischen Fäces, 0,76 Proz. an wasserfreien Fäces, 5,87 Proz. an Asche. Es werden mehrere Versuchsresullate in kleinem und grossem Maassstabe angeführt, wir führen die folgenden an. Das Material, was im Herbste 1860 zu Gebole stand, war theils harnhallig, theils war es durch lange Verwahrung in den Klo- setllonnen stark angefault, trotzdem hat man es, in Ermangelung eines bessern zu den Versuchen a) und b) verwendet. a) 533 Pfd. Exkremente wurden mit 259 Pfd. Kalk (= 48,6 pCt.), welcher in Stücken von der Grösse der Chausseesteine zerschlagen war, schichtenweise in einem flachen Holzkasten gemengt. Der Kalk be- gann alsbald sich mit bedeutender Wärme-Entwickelung zu löschen und mit Ammoniak beladener Wasseidampf entströmte reichlich beim Um- 9* 132 Düngererzeugung uml Analysen Liebig's Schreiben wegen Ver- wendung von Cloaken- Stoffen. rühi'en; die ganze Masse wurde binnen Kurzem trucken ijulverig. Am folgenden Tage noch war die Poudrette warm; sie wog 736 Pfd. und hatte also 56 Pfd. durch Verdunstung verloren = 10,5 pCt. der Ex- kremente und 21,6 Pfd. des Kalkes. Die Poudrette wurde nicht ana- lysirt, weil sie sich zu stark erwärmt hatte. b) 518 Pfd. Exkremente wurden mit 136 Pfd. Kalk = 26,2 pCt. zu kleinen Stücken zerschlagen, auf der Holzdiele eines Schuppens all- mählich gemengt. Nach 36 Stunden wog die Poudrette C04 Pfd., wonach ein Verlust von 9,8 Proz. der Exkremente und 37 pCt. des Kalkes statt- gefunden hatte, grösstentheils durch Verdunstung, etwas aber auch durch Abfliessen. Die Erwärmung war unbedeutend. Die Poudrette bildete eine bräunliche Masse, ähnlich dem halbtrocknen Ziegelthon, so dass sie in Säcken oder Körben transportabel war. Geruch urinös. Die Analyse ergab für 100 Theile: Wasser 65,0 pCt. organische Substanz 15,8 „ Mineralstoffe 19,2 „ In der organischen Substanz sind enthalten, 0,87 pCt. Stickstoff, wovon 0,14 pCt , in Form von 0,17 pCt. Ammoniak. Der Gehalt an fetten Säuren (und Fett) betrug 2,5 pCt. Die Mineralstoffe bestehen hauptsächlich aus Kalk mit nahezu 2 pCt. Kalkphosphat. Bei Verarbeitung harnhaltiger und angefaulter Fäces wird man darauf Bedacht zu nehmen haben, das vorhandene Am- moniak zu binden — vielleicht einfach durch Einschichtung von sauren Stoffen (mit Schwefelsäure getränktes Torfklein, Kohlen- pulver, Superphosphat u. s. w.) in den Kalkcompost. Uebrigens ist die Kalkmenge möglichst zu beschränken und die völlige Austrocknung der Poudrette durch atmosphärische Wärme zu bewerkstelligen, in Composthaufen, welche vermittelst eingelegter Drainröhrenstränge einer lebhaften Ventilation ausgesetzt, oder in Trockenhäusern, welche nach Art der schwedischen Ge- treideaufbewahrungslokalitäten gebaut sind. J. Lieb ig"') richtete an die Redaktion der Times ein Schreiben über die Anwendung der Cloakenstoffe in der Land wir Ihschaft. In demselben vergleicht er die Cloakenstoffe mit dem Guano. Als Resultat genauer Berech- nungen der flüssigen und festen Ausleerungen der Einwohner Londons kann man annehmen, dass in die Cloaken von London täglich gelangen: 42 Tons Ammoniak, 10 Tons Phosphorsäure, 7^ Tons Kali. Diese 42 Tons Ammoniak sind enthalten in 247 Tons Guano. Die 10 Tons Phosphorsäure hingegen in *) Deutsch im Amtsblatt für die landwirthsch. Vereine 1863, 75. verschiedener hierzu verwendbarer Stoife. 133 83,3 Tons Superphosphat. Es bleiben milhin übrig 163,7 Tons Guano, denen man zusetzen muss 100 Tons Kalk-Superphosphal, um der ganzen Masse Cloakenvvasser so viel Phosphorsäure zu geben, als in 247 Tons Peruguano enthalten ist. Mit diesem Zusätze erst empfangen die täglichen Ausleerungen oder der Kloakeninhalt von London den Werth von 247 Tons Guano. Die Rechnung stellt sich jetzt, wie folgt: Beim Zusatz von 36,500 Tons Kalksuperphosphat zu dem Cloakenwasser Londons wird gewonnen der Werth von 90,155 Tons Peruguano zu £ 13. 12. 6 = ■£ 1,228,361; hiervon abgezogen der Preis der zugesetzten 36,500 Tons Superphosphat ä^'5. 5S. = ^ 191,625. Bleibt d^ ], 036,736 als der Werth des Kloakenwassers. Zu diesem Werthe muss noch zugerechnet werden der des Kali's, welches im Kloakenwasser beträchtlich genug ist, um in An- schlag gebracht zu werden. In 2247 Tons Guano sind nicht über H Tons Kali, da nun das Kloakenwasser 7^ Tons, milhin 6 Tons Kali mehr enthält, welche 11 Tons schwefelsaurem Kali zu £ 18 per Tons entsprechen, so macht dies einen Werth von.^' 72270 aus, welche obiger Summe zugerechnet, £ 1,109,006 ergeben. Die Kalimenge, welche täglich gewonnen werden kann, entspricht dem Gehalte von 866 Tons Stalldünger an diesem Pflanzennährstoffe; ohne den Zusatz des Kalksuperphos- phales würde das Kloakenwasser London's höchstens £ 304,045 werth sein. Hierbei ist die Analyse von Way von Cloaken- wasser zu Grunde gelegt; er analysirle 2 Cloakenwasser, das eine von der Cloake in Dorset- Square, das andere von Bar- rettkourt. Es sind: in einem Gallon = 70,000 Grain's Cloaken- wasser enthalten von Dorset-Square. 17,96 4,17 3,32 Die Commission, welche in England zur Prüfung der Frage: wie der Cloakeninhalf der Städte, der — in die Flüsse geführt — die Luft verpestet, und die Gesundheit im höchsten Grade gefährdet, anderweitig weggeschafft und benutzt werden könnte, hat ihren Bericht abgegeben, dem Folgendes zu entnehmen ist*). von Barretkourt, Ammoniak . . . . 41,18 Phosphorsäure . , . . 10,44 Kali . . 48,18 *) Mark Lanc Express. Deutseh im Wochenblatt der Annalen der Landwirthschaft. 1863. S. 172. 134 Piiiigererzfuuiuiii' iinfl Analysen Die Coiiimission berichfel, „dass sich aus den vorgelegten Nachweisen ergiebt, dass der Werlh des Cloakondungs der grossen luid kleinen Slädle bedeutend variirl ; einerseits nach der Menge, in welcher der Dung und andere befruchtende Abfälle in den Kanal geführt und mit dem Wasser, welches ans der Stadt abfliessl, gemischt wird, andererseits nach der Ausdehnung der Oberfläche, von der das Regenwasser in die Abzugsröhren fliesst. Werden diese befruchtende Stoffe nicht in einem ungewöhnlichen Grade verdünnt, so ist der Cloaken- dung von einem bedeutenden landwirthschaftlichen Werthe. Dass die Kosten der Anwendung dieses Kloakendungs abhängen von dem Verhältniss der Stadt zu den umliegenden landwirth- schaftlichen Ländereien, ihrem Werth und ihrer Oualität; wenn aber diese Verhältnisse der Anwendung nicht ungewöhnlich ungünstig sind, so kann derselbe entweder zum Vorlheil der Stadt oder der ländlichen Besitzer für landvvirthschaflliche Zwecke Anwendung finden. Dass auch ein Nachweis der Com- missi(tn vorgelegt ist, um darzulhun, dass städtischer Dünger gesanunelt werden kann, ehe er sich mit dem städtischen Ab- zugswasser vermengt, um vortheilhaft für landvvirthschaflliche Zwecke verwendet zu werden; aber diese Versvendung war zu beschränkt, um der Commission zu gestatten, eine Weinung über den Gegenstand zu äussern. Die Commission glaubt, der jetzige Bericht wird die Obrig- keiten in den Stand setzen, in jeder Stadt mit dem Cloaken- «liing in einer Weise zu verfahren, die am meisten den Ver- hältnissen des Platzes entspricht." Es heissl weiter: „Der Beweis stellt heraus, dass Cloaken- dung die Elemente jeder Feldfruchl enthält, die gebaut wird. Mit Bezug auf die Verschiedenheiten des Bodens, für den Cloaken- dung angewendet werden kann, auf den jetzigen Stand der Kidlnr und auf die komparativen Erträge der verschiedenen Arten bei Cloakendung stellt die Commission fest, dass derselbe mit Vorlheil auf jede Art Boden, welcher natürlich oder künst- lich drainirt ist, Anwendung finden kann, und dass der ein- träglichste Gewinn bei dem besten Boden erzielt wird. Für die Frage: wann der städtische Cloakendung auf Land und Feldfruchl angewendet werden kann, steht fest, dass vorscliicdcncr liiirzii vi'iwondlifiror Stoffe. 135 CloalaMuliing- inll Vorliieil das ganze Jahr hindurch angewendet werden kann, nur nicht bei hartem Frost, In Bezug- auf die weitere Frage: Könnte die Anwendung von städtischem Kloakendung auf Land oder Feldfrüchte viel- leicht einen Nachtheil verursachen, oder von gefährlichen Fol- gen begleitet sein? stellt die Commission als Resultat fest, dass Cloakendnng in dem Zustande, in welchem er sich bei dem Austritt aus den Abzugskanälen befindet, selbst in den heissesten Tagen, von sehr wenig widrigem Geruch ist. Der Nachweis über die Frage, ob aus dem städtischen Cloakendnng mit Vortheil fester Dung fabrizirt werden kann, führt zu dem Schluss, dass ein fesler Dung mit vortheilhaflem Erfolge nicht fabrizirt werden kann." Zum Veiständniss obigen Berichtes möge hinzugefügt werden, dass alle grösseren Städte Englands seit längerer oder kürzerer Zeit kanalisirt, dass in fast allen Häusern „Water-Closets" eingerichtet sind, in denen die Exkremente schon mit Wasser vermischt werden, bevor sie noch in die Kloaken gelangen, dass daher alle Bestrebungen, den Kloakeninbalt als Dünger zu verwenden, ein grosses Ilemmniss in dem Imstande erfabren, dass der Dünger nur in flüssiger Form verwendbar ist. weil die Kosten viel zu gross sein würden, um aus dem Kloakenwasser den Diingcr wieder in fester Form berzustellen, damit er einen weiteren Transport loluien könnte. Es ist daher leicbt ver- ständlich, dass die Benutzung des Kloaken in kaltes in Eng- land viel bedeutenderen Schwierigkeiten unterliegt, als bei uns, avo die Kanalisirung noch nicht oder nur in sehr beschränk- tem Umfange besteht, und wo auch die ,, Water-Closets" noch zu den selteneren Einrichtungen gehören. Ein Artikel des Mark Laue E.xpress vom 16. Februar be- spricht die bisher in England angestellten Untersuchungen über denselben Gegenstand. Zum Beweise der von dem Verfasser aufgestellten Behaup- Inngen führt derselbe eine Reihe von Zeugnissen von Commis- sionen und Aerzten aus England und vom Kontinente an, von denen einige hier folgen: Mr. Philipps, Ober-Inspektor der Weslmünster-Behörde für Kanalisirung, wird von der Commission befragt: „Haben Sie bei ihren vielfachen Untersuchungen der Kanäle sich auch ge- nau versichert, welchen Weg die Strömungen der Luft nehmen, oh sie hinein oder heraus aus dem Kanal gehen?" Antwort. „So oft ich die Kanäle entlang ging, bin ich 136 Düngererzeugung und Aualysen immer äusserst besorgt gewesen, diese Thalsache festzustellen, und habe deshalb das Licht in meiner Hand immer an die Seiten gehallen oder hinein in die Hausröhren, und ich fand unveränderlich, dass die Flamme hineingezogen wurde in die Mündung der Hausröhren, so dass eine direkte Slrömung von den Kanälen durch die Hausröhren und in die Häuser selbst als gewiss zu betrachten ist. Ich traf selten Beispiele, wo kein Strom in die Hausröhren ging. Eben so verhielt es sich auch mit der Slrömung aus den Kanälen durch die Schlund- röhren (Luftlöcher) in die Strassen." Frage: „Dann ist anzunehmen, dass ihre Erfahrung die allgemeine Beschreibung rechtfertigt, welche der Bericht der Gesundheits- Commission vom Jahre 1842 dahin abgiebt^ die Kanäle seien Retorten mit Hälsen in die Häuser, um giftige Gase in dieselben zu befördern?" Antwort: „Ja, leider habe ich die Sache so gefunden. Durch die Hausröhren entsteht eine Ventilation aus den Ka- nälen in die Häuser. Die wiederholte Beobachtung und Prü- fung dieser Thalsache veranlasste mich, der Behörde den ab- soluten Zustand der Dinge vorzulegen, damit ohne Verzug einem so schlinnnen Uebel abgeholfen werden möchte." W, T. Garduer, Professor der Medizin und Physik an der Universität zu Edinburg, hat über die in Rede stehenden Fragen öfFenlliche Vorlesungen gehalten, welche vor einigen Monaten unter dem Titel: Public heallh irrelation lo air and waler etc. im Drucke erschienen sind. Nachdem er in den ersten Kapiteln von der Schädlichkeit der die Luft und das Wasser verunreinigenden Dinge, unter welche die Anhäufung der menschlichen Exkremente in bewohnten Orlen gehört, ge- sprochen, sodann die besonderen Krankheitsformen, welche sie hervorrufen oder befördern, erörlert hat, kommt er im sechsten Kapitel zur Beantwortung der Frage, welches der geeignetste Weg sei, um diese Stoffe aus den Wohnungen der Menschen zu entfernen, und lässt sich hierbei, wie folgt, vernehmen: „Das vollkommensle System der Beseitigung dieser Un- reinigkeiten müssle unzweifelhaft darin bestehen, dieselben bald nach ihrer Ablagerung fern aus dem Bereiche der bewohnten Städte zu bringen, und für die Kultur des Bodens zu ver- wenden etc." verschiedener hierzu rerwendharer Stoffe. 137 Er unterwirft sodann die Kanalisirung der englischen Städte einer langen, ausführlichen und gründlichen Beleuchtung, der Folgendes entnommen ist : „Obgleich man in England selten eine Stadt findet, welche keine Kanalisirung hat, so steht doch fest, dass unter diesen Städten keine ist, wo die Kanalisirung so zweckmässig ein- gerichtet wäre, dass sie den an sie gestellten Anforderungen entspräche. Die meisten Kanäle sind so mangelhaft , dass sie ihrem Zwecke durchaus nicht entsprechen. Entweder sind sie flach, oder von so geringer Neigung, dass Niederschläge sich anhäufen, welche noch viel schädlicher wirken, als die Senkgruben in der Nähe der Wohnungen, da sie Krankheit erzeugende Giflsloffe in dieselbe zurückführen. Statt Unrei- nigkeiten abzuleiten, dienen sie dazu meist, eine unterirdische Anhäufung von Unreinlichkeiten in jedem Zustande der Fäulniss zu bewirken, eine Anhäufung, die dem Auge der Aufsichlsbeamlen und Reiniger oft lange ver- borgen bleibt. Die Senkgruben in Städten sind eine schlechte Einrichtung, und gehören in die Kindheit der Civilisalion, aber derartige Kanäle sind nichts Besseres, im Gegentheil sie sind viel schlimmer. Denn den Nachtheilen einer überfüllten Senk- grube vermag der Besitzer leicht selbst abzuhelfen, während diese Abhilfe bei den Kanälen unsicher, oft unmöglich ist." „Sind die Kanäle nicht vollständig undurchlässig — und sie sind es niemals — dann lassen sie ihren Inhalt durch nach oben und unten, und verbreiten Gift in die Erde nach allen Seilen, und das um so mehr, wenn ihr Inhalt gründlich aufgerührt wird. Und weiterhin ist leicht begreiflich, wie die Verbindung der H a u s r ö h r c n mit den Rezeptoren unterirdischen Schmutzes statt einer Wohlthat leicht ein Unheil für die Häuser werden kann." „Denn wenn die Hausröhre frei und nicht verstopft ist, da wird sie leicht eine Giftleiter nach zwei Seiten. Vorwärts leitet sie die Unreinigkeilen eines Hauses, und rückwärts bringt sie in das Herz der Wohnungen die aufwärts strömenden Kanal-Gase, die Produkte der Fäu!niss und Unreinlichkeit einer ganzen Nachbarschaft. Das ist eine schreckenerregende, nichts desto weniger durch die Erfahrung erwie- sene Thalsache, welche zeigt, dass ein mit Gasen gefüllter 138 Dünücvorzcuüiiuu niul Annly>on 1111(1 ntil den Hausröhren verbundener Kanal vielmehr schädlich als milzlich IVir ein Haus isl. Die Slröinnng der Liifl an dem fiewiilhe des Kanals ist nie nach der Mündnng desselben, son- dern immer aufwärts gerichtet diireli die llausleilungen in die Häuser, und durch die Schiundröhren in die Luft der Strassen." „Wo überhaupt Fvauäle existiren, werden sie nur dann rein gehalten, wenn ein Ueberfluss von Regenwasser und ein schneller Abfall nach der See sich findet. Edinburg hat von der Natur viele Vortheile durch seine Lage, häufige Fluth und schnellen Fall, Umstände, welche die Hebel einer Kanalisirung nicht in der Heftigkeit auftreten lassen, wie in englischen Städten, wo es oft schwierig ist, passende und natürliche Aus- lässe zu erhallen, wenn es an Fall fehlt, und die Bevölkerung eine grössere ist." „An solchen Orten treten Krankheiten auf, besonders epi- demische, von d(.'nen es mit Bestimmtheit erwiesen ist, dass sie in den Kanälen ihren l^rspriino halben. So ist es wieder- holt nachgewiesen, dass der Typhus oder das Verwesungsfieber (Enteric-Fieber) aus den Kanälen entstanden ist. Während in Fällen, wie in Bedford, es sich ergab, dass alte, überfüllte Senkgruben dieses Fieber hervorgerufen halten, ist es vielfach erwiesen, dass sich dasselbe, wo keine Senkgruben waren, da in ausgebreitetem Maasse zeigte, wo eine unmittelbare Ver- bindung der Hausröhren mit den Kanälen stattfand, weil hier fast alle Häuser ergrilTen wurden, welche direkt mit den Ka- nälen verbunden waren, und nur die verschont blieben, welche dies nicht waren. Wir müssen hier beifügen, dass denselben Gegenstand Thor- wirth in seiner Srhrift: „lieber Kanalisirung grosser Städte" sehr ein- gehend behandelt. Wenn wir auch immerhin mit nichts Neuem in dieser Bezieliung hierdurch bekannt werden, so enthält dieselbe doch eine sehr interessante Zusammenstellung des schon Bekannten, auf die Ver- hältnisse Berlins angewendet. Benuui.n^ ]\ach einer Miltheilung von Gueymard*) werden in Frank- der . *) Exkienieuie Tcich dlc fcslcu Exkremente (Fäces) am vollkommensten in iu Gienoi.ie Greuohle benutzt, wo man nichts davon verloren gehen lässl. Die jährliche Produktion in dm Kloaken dieser Stadt beträgt *) Bulletin de la Societe d'Encour;ipement 1802. ]i. (!88. Deutsch Polyt. Journ. CLXVIIl. 100. vorschiodonov hierzu vorwrnrlliaror StoftV. 139 15000 Kubikmeter, die Landleule holen den Inhalt derselben ah nnd bezahlen den Eigenlhiimern o bis 3J Franken per Kubik- meter, während sie alle Kosten für Ausräumen und Transport tragen. In der Umgegend von Grenoble verwendet man 81 Ku- bikmeter Kloakeninhall, um eine Hektare Feld zu düngen. Diese Düngung reicht für vier Jahre aus und erzeugt in dieser Zeit an Hanf, Riesenweizen, Klee und kleinen Weizen das Aequivalent von mindestens 40 Hektolitern (eigentlich 48 bis 52 Hektolitern) Weizen. Dieses macht (zu 75 Kilogr. der Hektoliter) 3000 Kilogr. Weizen für obige 81 Kubikmeter Ex- kremente, welche jährlich von 162 Personen erzeugt werden; die Produktion einer Person an Weizen wäre also 18,5 Kilogr. per Jahr, entsprechend der Nahrung von 37 Tagen. Rechnet man für einen Boden mittlerer Güte anstatt der 40 Hektoliter nur 28 Hektoliter Weizen (was nicht zu viel ist), so wäre die Produktion per Kopf noch 12,96 Kilogr. Weizen im Jahre, ent- sprechend der Nahrung von 26 Tagen. Fraas hebt in einer Abhandlung über den künstlichen Künstiichei Dünger aus dem Inhalte der Abortc hervor, dass der nächste ,( Aborte".^ Forlschritt in dieser Beziehung nicht mehr in der blossen Ver- wendung dieser Abfallsloffe, wie bisher, sondern in der Des- infektion, in der Con cenlra tion und Vertheil u ngs- fähigkeit zu suchen ist. Erstere muss die Sanitätspolizei befriedigen, die zweite muss den Dünger verwendbar machen, um die internationale oder interprovinziale Statik zur Geltung zu bringen; endlich muss das Produkt richtig anwendbar, also vertheilbar auf eine Fläche sein. Der Versuchsstation des General-Comile's scheint es nun gelungen zu sein (meint Fraas) durch eine richtige Verbindung aller Abfallstofle aus grossen Städten einen sehr konzentrirlen, und wie nachfolgende Ver- suche bei nahen so wie bei entfernter wohnenden rationellen Landwirthen beweisen, einen sehr wiiksamen, weil versendbaren Kunstdünger zu bereiten, und es fehlt nichts, als ein grosser Absatz, um die Privalspekulation sofort auf dieses Gebiet in- dustrieller Thätigkeit zu locken. Ueber die Grundsätze, welche Ix'i «1er Bereitung befolgt werden, wird folgendes mitgetheill: 1. Di(^ Abfallstolfe in den Städt(!n bilden mit Ausnahme des reinen Cloakeninlialtes, der übrigens seilen isl, in der Re- gel nur einseilige Dünger. Sie nnissen, um normal zu wer- 140 Düngererzeugung und Anah'scn den, mit Zusätzen versehen, d. h. korrigirf werden. So wiirde BIiil allein zu wenig- Kali, die Harne der Rinder und Pferde gar keine Phosphorsäure, die festen Exkremente der Menschen, wie Haare, Wolle, Haulabfälle und dergleichen zu wenig wirk- same Salze enthalten, die Harne derselben wirken zu rasch, ohne Dauer. Hier besteht gerade in der Mischung die grösste Kunst, um normalen Dünger zu präpariren. 2. Die wirksamen Pflanzennahrungsstofife gerade in der Form organischer, allmählich verwesender Substanz zu geben, ist vorzuziehen. 3. Die AbfallstofTe der Städte mittels Desinfektion zugleich so zu präpariren, dass sie den Pflanzenwurzeln gegenüber eine dauernde, anregende Quelle von Nahrung bilden, scheint wei- teres Bedürfniss. Die unternommenen Versuche zeigten, dass die direkte Anwendung von hochgradiger Schwefelsäure, wenn sie nur nicht zu theuer kommt, das beste für Desinfektion und Dünger- bereitung zugleich ist. Die Nähe von Schwefelsäurefabriken — also der Preis der Säure — entscheidet natürlich über ihre Anwendbarkeif. 4. Aller Erfolg dieser Fabrikation hängt schliesslich vom Absatz ab, und dieser, wie die Landvvirihe sagen, von der An- zahl verbürgter wirksamer Substanzen im Kunstdünger. Der gewöhnliche Inhalt der Abtritte enthält, getrocknet, weit aus nicht in solcher Menge die theuerslen Pflanzennähr- sloffe, dass seine Kosten im Verhältniss zu seinem Gewicht, also zu seiner Transporifähigkeit ständen. Er enthält höchstens einige Procente der wirksamsten Substanzen überhaupt, und muss durch Zusätze verbessert werden, wenn er den Trans- port auf nur einigermaassen entfernte Orte vertragen soll. Wenn er in der rechten Form — 4 — 6 Procente Stickstoff, 4 — 5 Procente Alkalien und ebenso viel Phosphorsäure enthält, wird er in alle Gegenden Baierns verschickt werden können, und nicht viel über 5^ — ^6 Fl. pro Cenlner kosten. Die übrigen pflanzennährcnden Stoffe, alle möglichst von dem Konstiluens des Ganzen absorbirt, bilden den Rest. Man hat Sorge ge- tragen, dass solche Normaldünger hier bereits fabrizirt werden, \ind man hat sich nur an die Kanzlei des landwirthschafllichen verschiedfiRT hierzu verwendbarer Stoffe. 141 Vereins daliier (Türkenslrasse 2) und speziell an den Akluar desselben, Herrn Sieniler, zu wenden, um davon zu erhallen. E. ScIiotl'O giebl rüeksichllich der Wegschairung und '''^''" ^^'«'s- . /> I 1 1 r, Schaffung Verwerlhung des Latrinendüngers lolgendes an: 1. Benulzung iicsLatrinen- des Düngers einer Haushaltung zum eigenen Gebrauche ; 2. Be- ''""gers. nulzung des Düngers auch anderer Haushaltungen zum eigenen Gebrauche. 3. FortschafTunsf und Vervverlhung des säinmllichen Latrinendüngers einer Stadt zum Zwecke der öirentlichcn Ge- sundheitspflege und des allgemeinen Wohlstandes. 4. Auf- samndung von einer Fabrik behufs Umwandlung in einen Han- delsartikel. — Zu 1. und 2. schlägt der Verf. in Hinsicht des leichleren Transportes, unterstellbare bewegliche Gefässe und als zweckmässigsten Zusatz, befeuchtete und mit Gypsmehl ini- prägnirte feine Hobelspähne vor. Das Zusatzmalerial soll näm- lich folgende Eigenschaften besitzen: 1. Die flüchtigen Stoffe des Düngers binden und geruchlos machen, 2. Die im Dünger enthaltenen PflanzennährstofTe möglichst auflösbar lassen. 3. Das Material muss leicht in Verwesung übergehen und sich in Nähr- stoffe, nicht aber schädliche Stoff'e für die Pflanze verwandeln. 4. Es muss in grösseren Quantitäten billig zu schaflen sein. 5. Das Gewicht des Düngers darf dadurch nicht zu sehr ver- mehrt werden, endlich darf G. die Verwendung nicht zu viel Mühe und Umstände verursachen. — Das einzige und beste Mittel zur WegschafTung des Lalrinendüngers aus den Städten sei die Anlage einer festverschlossenen soliden Röhrenleitung von Steingut, welche die ganze Stadt durchzieht, der Inhalt der Latrinen, der Gossen u. s. w. wird durch einen möglichst geringen Wasserzusatz verdünnt, flüssig gemacht und durch Klappen, welche sicii nur bei dem Zufluss von Flüssigkeiten öfl'nen, in die stets geschlossene Höhrenleitung eingelassen; diese mündet in vor jedem Stadtlhore befindliche festverschlos- sene Bassins, nach welchen der Inhalt der Leitung mittelst Atmosphärendruck forlgedrückt und somit der sämmlliche La- trinendünger unterirdisch ohne Verlust und ohne die Luft in der Stadt zu verpesten, auf die billigste Weise fortgeschaff"! wird. Die Bassins müssen ebenfalls mit Steingut ausgemauert und zum Ausfügen geschmolzener Schwefel mit reinem Qimrz- *) Mitth. des Vereins für Land- und Forstwirthschaft im Herzog- thume Braunschweig. 1863. S. 20. 142 Diiugererzeiiguiig luul Analysen Saude verucridft werden. Zu weilereiri Traiis|)(trt des im Bas- sin angesaminellcn Düngers lassen sich auf Wagen Fässer, mit einer Säugpumpe versehen, verwenden. ■'^"aiyse y,,,, ^|^.,. Versuchsslal iou zu Dahme*j wurde ein Tauben- Taube«- HHsl analysirl. — Der frische Taubenmisl enihiell in lÜOTheileii: mistes. Wasscr .... '2i,00 Federn und Stroh o,13 Saud und dergl. . 2-4,68 Organische Stoffe 41,17 Phosphate . . . 4,46 Alkalisalze e tc. . 2,56 100,00 Stickstoff . . . 2,07 pCt. Analyse Viiti (1er V ersuclisslaliou zu Dahme**) wurden Hornspäne von Hörn , , , nii •■ i ■ Spänen. uiilersuclil. Iii KJU llieilen waren enlliallen: Feuchtigkeit 7,42 Organische Stoffe 63,42 Lösliche Mineralsubstunzcu, , iu der Hauptsache , r2,'J7 phosphorsaurer Kalk ) Sand ■ ■ 16,19 100,00 Stickstoff 7,38 pCt. Analyse D i e I r 1 c h ***) uulcrsuclile cine Probc vüu Walzkeimeii. Es Ton Malz- , • ■ k.imen. *^''8a'> ^^^^^ • Proteinstoff'e 23,00 pCt. Fettes Oel 1,72 „ Kohlehydrate (in Zucker überführbar) 22,47 „ andere stickstofffreie Stoffe .... 14,61 „ Holzfaser 17,84 „ Mineralstoffe 9,70 ,, Wasser 1 0,60 „ 100,00 pCt. Analyse von Robert Hoffmaunf) untersuchte verschiedene Proben Schlempen, vuii M c 1 B SS 6 11 s chl 6 m p 6 n. Schlempc, gewonnen bei 22 Pfd. Rüben, 3 Pfd. Melasse, 70 Pfd. Gerslenmehl, enthielt in 100 Ge- vvichtslheilen : Wasser 93,6 Trockensubstanz . . . 6,4 100,0 *) VI. Jahresbericht der Station Dahmo. **) VI. Jahresbericht der Station Dahme. "**) Jahresbericht von Heidau. S. 117. t) Zontralblatt f. ges. Landeskultur 1863. S. 276. verscliieilfiiLT liifi^u vi'iweiidbart'r Stoffi'. 143 Wasser 93,(JO Holzfaser 0,40 anderweitige org. Stoffe . 3,97 Proteinstoffe 1.75 Mineralstofte . . . . 0,28 1 00.00 Zwei auilere Welassensclilempen enlliiellen: Wasser 90,22 . . . . 02,11 Proteinstoffe . . . 2,09 .... 2,9(] stickstofffreie Stoffe 5,83 .... 2,69 Mineralstoffe . . . 0,28 .... 2,24 100,00 100,00 Füiiicr lieferle Hob eil Hoffmanii-') Uiileisuchimgcii üljer sucksioff. den SlickslofT der Melassen. s^''^" "" Melasbeu. Es enlliiellen lUO Gewichlsllieilc der Melasse an SlicKsloff: Debrescin 1860 .... 1,88 Weltriis 1859 .... 0,888 Wysocan 1861 .... 0,500 Königsaal 1858 . . . . 0,720 Köuigsaal 1859 .... 1,500 Wysocan 1860 ... . . 1,400 Girna 0,920 Magdeburg 0,304 Saiiervvein'''''') llieill die Ziisamnicnselzung von 8 c hl ein- Anahss pe kohle mit, welche in einer Sprilfabrik, wo der Alkohol gj/ie^pe- aiis Rüben gewonnen wird, erzielt wird. Eine mit einer Durch- kohie. schnillsprobe der Schlempekohle angestellte Analyse ergab folgendes Resultat: in Wasser unlösliche Bestandtheile (Kohle etc.) 23 pCt. durch Wasser ausgezogene Salze 77 „ 100 i)Ct. Die Zusammensetzung der letzteren Salze im völlig trockenen Zu- stande war derselben Analyse zufolge: Kali 44,4 pCt. Natron 17,7 „ Kohlensäure 25,5 „ Schwefelsäure 65O „ Chlor 7,2 „ Kieselerde und unterschweflige Säure Spuren. Robert Hoffmann -**) analysirle die Press- und Schleuder- ^"»'yso von l'ress- und '^ .Schlcuder- *) Zeutralblatt f. ges. Landeskunde 1863. S. 276. Uiickständcn. ■'■■*) Monatsblatt des Hannoverschen Gewerbevereins 1863. No. 5 u. 6. **') Zcntralldatt für gesaninitc Landeskultur 1863. S. 179. Schlacken als Dünger 144 JJüngererzeiigLiug uiul Aiuüybeii riicKslände aus Zuckerfabriken. Es enlhiellen JüU Gewichls- Ineile: der Pressllnge. der Centiifugenrückstände. Wasser 73,G1 83,19 Proteinstoife 1,44 1,00 Zellstoff 5,02 3,91 Mineralstoffe 3,10 3,00 Nicht bestimmte Stoffe . . 16,83 8,90 100,00 100,00 Gene viere*) iiiachl {]et\ Vorschlag, Schlacken und Hatn- nierschlag zu pulvern und auf den Düngerhaufen zu bringen oder noch besser auf das Slreuslroh zu streuen. Der Urin soll von demselben absorbirl werden und soll zugleich in Folge der Säuren die basischen Silikate der Schlacken leicht zer- setzen (?). Es wird die Zusammensetzung einer gleichartigen Mischung von Hannnerschlag und Schlacken in folgender Art angegeben; Kieselsaure . . . 38,80 Kalk 11,50 Eisenuxyd . . . 30,60 Thou 15,50 Phospliorsäure . 3,50 100,00 Gene viere sucht den Nutzen einer solchen Düngung in der Kieselerde, der Fixirung der stickstoffhaltigen Stoffe und der Phosphorsäure. Analyse Eincii Tc i c h s c h 1 a ui ui analvsirte Gerstenberg. Dieser 'on Teich- •' » schlämm. Schlamm wurde Ende Winters ausgebracht, blieb in kleinen Haufen mehrere Monate liegen (aber ohne umgestochen zu werden) und wurde dann ausgebracht. Aussen freilich, und bis auf eine Erstreckung von mehreren Zollen, war der Schlamm bereits oxydirt; Innen aber noch in völlig unverändertem Zu- stande. Die Analyse ergab: Kalk 10,747 pCt. Magnesia 4,777 „ Eisenoxyd 4,483 „ Thonerde 4,014 „ Kohlensäure .... 6,733 „ Schwefelsäure .... 1,339 „ Chlor Spuren. Lösliche Kieselerde . . 5,935 „ In Salzsäure unlöslicher Rückstand .... 54,012 „ Organ. Subst. u. ehem. geb. Wasser . . . . 8,669 „ 100,709 pCt. *) Annales d'agriculture francaisc 186*2, p. 89. Aiuilyso von Scliwülel- verschiedener liicrzu verwemlbarer Stoffe. 145 Zusammensel/ii!isiiiiro iiiihisliclien Rückslaiides : Kieselerde . . . 38,512 Thonerde . . . 7,728 Eisenoxyd . . . 3,706 Kalk 2,275 Magnesia . . _. 1 ,791 54,012 In dem frischen Sciilamm war auf wasserfreie Siibslanz bereelinel 1,2 Scliwefeleisen. Wicke, der diese Analyse rnilllieill, sieh! nun eben in dein Scliwefeleisen die Ursache einer niöglichen nachiheiligen Beschaireiilieil eines Schlainincs, indem aus dem Scliwefeleisen unlösliches basisches schwefelsaures Eisenn.xyd und aus diesem lösliche Eisen-Verbindungen enislehen. Robert Iloffmann*) weisl auf eine Kohle in Böhmen hin, v.elche gleich der Oppelsdorfer Schwefelkohle zu verwen- kohio. den \\i\vc. Sie slammt von Oberbautzen in der Nähe von Jnngbnnzlau. Sie ist von lichlbrauner Farbe mit deullicher Holzslruktur, zerfällt an der Luft sehr leicht zu Gruss und zeigt an \ielen Stellen Auswilleruiigen von Eisen\ilri()l. Die Analyse dieser Kuhle gab die folgende Zusainmcuselzung: Wasser .... 14,00 Eisernntriol . . . 14,77 Organ. Stoffe . . 44,00 Asche . . . . . 27,23 ~ 100 Es sei bemerkt, dass Iluffmaiin scliou früher auf eine derartige Schwefelkohle in Bübmcn (Muckow) hinwies. Zu vergleichen Hoff- niann's Jalircsbericht I. 188. Uebcr Oppclsdorfcr Kohle. Journ. f. pract. (bem. XVII, 463. Robert H offmann ■'•"") lieferte eine eingehende Abband- zu^Minitun- hing über Zusammensetzung und Verwendung des vcrutMuimiK T(U"fes als Dung-miltel. Es wurde in dieser Bezieliuncr der ''•» i'^ifi^s. Torf als solcher, Torfasche und Torfkohle einer Belrachlung unterzogen. Der Torf. Es wurden die folgenden Sorten untersucht: Die Torferde aus Meronitz bildet ein Gemenge von verfilzten, unzerselzlen, organischen Resten und einem zu einer gleich- förmigen Humusmasse zerfallenem Pulver. Der Torf aus Gratzen *) Zeutralbl. für gcs. Laudcskult. 18C3. S. 265. **) Centralblatt für ges. Landeskultur 1863. S. 1. JI of fm an 11 , J,-\lirc.sbpricht. VI. |Q 146 Düngererzeugnng und Analysen (I.) ist von »lichter, gleichförmiger Beschaffenheit. Die zweite Torfprobe aus Gratzen ist viel lockerer und sichtlich mit Erde vermengt; Torf aus den Ardenncn ist als sehr unreiner Moos- torf zu bezeichnen. Torf aus Bruges ist sehr kompacl und kann als Spektorf bezeichnet werden. Torf aus Holland ist ein reiner Moostorf. Es enthielten 100 Gevvichlslheile des wasserfreien Torfes von '3 C u d 1— ( a N 'S U o a tu a a unsleii des Torfes ab. Nanienllicli ist aber zu beaciiten die grosse Menge der im Wasser löslichen Stoffe, welche in» Slalldünger enl- hallen sind, während wir im Torfe im Vergleich hierzu nur unbedeutende Ouantilätcn derselben finden. Schädlich könnte der Torf wirken, wenn er zu viel lösliche Eisenoxydulsalze, wie den allbekannten Eisenvitriol, oder etwa freie Verwesungs- säuren*) enthalten würde. Gegen beide Ucbcl hilft jedoch ebenfalls Kalk und Liegenlassen an der Luft ab. Viel mehr als die direkte Anwendung des Torfes als Dungmittel ist die Verwendung des Torfes als Streumaterial in den Viehställen at)zuempfehlen. Es saugt der Torf viel mehr die Jauche ein, als Waldsireu, Sägespähne, Laub, Erde u. dgl. Streumaterialien. Die wasserfassende Kraft und hiermit auch die Aufsaugung gegen Jauche ist bei gewissen Torfsorten ungemein hoch. Die angeführten Torfproben hielten die folgenden Mengen Jauche zurück: Torferde aus Meronilz IGG Proz., Torf aus Gralzen (L) 208 Proz., Torf aus Gratzen (11.) 160 Proz., aus den Ardcnnen 170; aus Bruges 200 Proz. und aus Holland 200 Proz. Wir entnehmen dem, Avie ungemein bedeutend das Vermögen des Torfes ist, Jauche festzuhalten. Ein weiterer Vorlheil des Tor- fes als Streumaterial ist, dass er Ammoniakgas in bedeutender Menge absorbirt. Es absorbirte der Torf aus Meronilz 9,5 Ge- wichtsprozente Ammoniak, aus Gratzen (L) 10,0, aus Gratzen (IL) 8,3, aus den Ardennen 8,4, aus Bruges 10,3 und aus Hol- land 11,9. Man kann weiter sehr zweckmässig den Torf bei der Bereitung von Poudrelte und Uralen als Desinfektions-Mitlel verwenden, wie er auch in gleicher Art bei der Reinigung der Aborte verwendbar ist. Fassen wir in Kürze das Gesagte über die Art und Weise, in welcher der Torf wirken kann, zusaunnen, so ergeben sich die folgenden Punkte: 1. Werden durch den Torf dem Boden nicht unbedeutende Mengen mine- ralischer als Pflanzennahrungsmillel wichtige Stofle einverleibt. 2. Wird der Boden an stickstoffhaltiger organischer Substanz bereichert, die eine Quelle für Kohlensäure und Ammoniak ist. 3. Im Vergleich nül dem Strohslalldünger besitzt er im All- gemeinen einen geringeren Werth und ist auch keinesfalls so •^) Könnte nur Quell- oder Quellsalzsäure sein. 10* •[48 Düngererzeugung und An;tlysen rasch wirkend, wie dieser. 4. Kann Turl' gewisse physikalische Eigenschaften des Bodens verbessern; so z. B. schweren Boden weniger bindend und Irockcncn Boden feuchter machen. 5. Eig- net sich Torf vorzüglich als Sireumalerial, indem er Jauche und gasförmiges Ammoniak absorbirl ; desgleichen zur Kom- postbcreilung und als Desinfektionsmillcl. 6. Hält er gelöste PflanzennährstolTe im Boden fest und zieht Ammoniak aus dem Boden an. 7. Ueber den verschiedenen Werth eines Torfes als Dungmiltel entscheidet wohl nur eine chemische Analyse, im Allgemeinen aber wird der Landwirth einen um so bedeu- tenderen Werth einem Torfe beilegen können , je mehr dieser aus Pflanzenresten besteht, und je weniger er beigemengte Erde enthält. Immerhin ist demnach der Torf ein nicht zu verach- tendes Dungmittel, das der Landwirth, wo es ihm zu Gebole steht, nie unbeachtet lassen sollte. 8, Schaden kann der Torf nur in Ausnahmsfällen, d. i. wenn er grössere Ouanlitälcn von löslichen Eisenoxydulsalzen oder eine freie Yerwcsungssäure enthält; endlich, wenn er einem Boden einverleibt wird, der schon für sich an Feuchte leidet, Torfasche, wie sie häufig als Dungmittel Verwendung findet, ist in ihrer Wirkung wesentlich von der des Torfes unterschieden. Mit dem Torfe verleihen wir dem Boden, wie gesehen wurde — eine sehr bedeutende Menge von organischen stickstoffhaltigen und Mineralstoffen ein. Bei dem zu Asche verbrannten Torfe erhält der Boden nur allein Mineralstoffe, und alle die günstigen Wirkungen fallen weg, welche die or- ganischen Stoffe im Boden, theils durch ihre Form, — in phy- sikalischer Beziehung — theils durch iliie Bestandtheile aus- üben können, nämlich durch Anziehung von Wasserdampf und Ammoniak, fesigehallen in den gelösten Nalirungssloffen des Bodens, sowie durch Auflockerung des Bodens. Die Wirkung bei der Torfasche entbehrt somit der Bildung von Kohlensäure und Ammoniak und ist allein nur in den Mineralstoffen zu su- chen, daher wir es rein nur mit einem Mineraldünger zu thun haben. Von diesem Gesichtspunkte aus müssen wir auch die Torfasche als Dungmiltel in Betracht ziehen und den Werth derselben mit andern mineralischen Dungmitteln und namentlich mit andern Aschen vergleichen. Es enthielten 100 Gewichls- Iheile der Asche des Torfes von vcrsriliodoiifv hierzu vorwoiulharor StoftV. 149 o o < pq K Kali Natrun Talkerde Kalkeitle p]isenoxy(l Thonerile Schwefelsaure Phosphnrsäure . . . . Kieselsäure Chlor Kohlensäure In Säuren unlöslichen Rückstand 0,530 0,307 1,904 l,!')? ! 54,895 0,909 0,G9ß 0,(H)G 0,091 39,505 3,154 5,997 Spur 16,32(3 2,790 1,993 0,209 0,104 (;9,4->7 0,G01 0,500 2,488 2,002 Spur 0,397 0,120 93,942 0,455 0,105 2,671 1,090 30,215 0,450 0,555 0,050 0,060 0,570 63,779 0,368 0,044 0,068 0,506 28,164 0,230 0,115 0,011 0,034 0,131 75,329 0,525 0,025 0,050 26,400 33,625 0,050 0,025 0,025 0,025 1,250 38,000 100,00 I 100,00 100,00 100,00 I 100,00 1 100,00 Schon niis (liescn Analysen ist die grosse Verschiedenheit der ZiisanitniMiselzung verschiedener Torfaschen ersichllich, ergiebt sich aber noch deuilicher bei Rerücksichligung noch anderer Analysen in dieser Heziehung. Immerhin gehört aber (li(! Torfasche zu den vollsländigen mineralischen Dungmitteln, indem sie alle mineralischen Pflanzennahrungsmitlel enthält, wenn auch in sehr variirenclen Verhällnissen. Die wcrthvollsten mineralischen Pflanzennahrungsmitlel, wie Alkalien, Phosphor- saure und Schwefelsäure finden sich meist nur in geringer Menge in denselben, oft kommen sie nur als Spuren vor. Kalk tritt zuweilen in bedeutenderen Mengen auf und bedingt nament- lich A^n Werlh der Torfasche, die jedoch oft auch, wenn dieser mangelf, ziendich werlhlos sein kann. Eine Untersuchung der Torfasche ist demnach immer anzuralhen, und entscheidet allein nur über Acn Werlh derselben. Das äussere Ansehen kaini nur insofern einen Aufschluss geben, als man entnehmen kann, dass je leichler und weniger rolh die Asche isl, als desto besser sie angesehen werden kann. Der Torfkohle legt HofFmann keinen erheblichen Werlh bei, denn die Torfkohle muss jedenfalls einen geringeren Werlh als der Torf selbst und als die Torfasche haben; denn alle die günstigen Wirkungen, welche der Torf vermöge sein C. zu vertreiben) . 1,83 4,12 Glühverlust 8,65 22,63 Unlöslich in Salzsäure (unverbrannte Subst.) 1,95 2,00 Kalkerde • 42,00 36,90 Magnesia 2,65 1,24 Schwefelsäure 1,33 0,58 Phosphorsäure 39,65 30,80 Kohlensäure, Chlor und Alkalien .... 1,94 1,67 100,00 100,00 Jarvisinsel. Sie ist fast zwei Meilen lang und eine Meile breit, erstreckt sich von Ost nach West und enthält ungefähr 1000 Akres. In den mittleren und niedrigeren Theilen der Insel besteht die Ober- fläche aus schwefelsaurem Kalk, worauf das Ilauptguanolager ruht. Ein anderer Theil ruht auf einer Korallenformation. Der auf dem Gyps lagernde Guano ist mit einer harten Kruste bedeckt (oder besteht voll- ständig daraus), deren Dicke Vi — l'/a Zoll beträgt; darunter liegt ein Lagerguano von ' 2 Zoll bis 1 Fuss Mächtigkeit. Wo der Guano von Zusammensetzung und Eigenschaften der Dungniittel. 155 Hause aus nur dünn aufliegt, ist er vollkommener in eine solche Kruste verwandelt, die direkt auf dem Gypse lagert. In reinem Zustande ist diese Kruste schneeweiss und ähnelt dann dem Porzellan, gewöhnlich ist sie hart und von gi'osser Festigkeit, obwohl bisweilen auch bröck- lich Sie besteht aus Phosphorsäure und Kalk; da sie jedoch mit schwefelsaurem Kalk in variablen Mengen mechanisch vermischt ist (woher der grosse Gehalt an Schwefelsäure in den meisten Sorten von .'arvisguano herrührt), so besitzen verschiedene Sorten keine gleichför- mige Beschaficnheit. Daher wechselt der Gehalt an Phosphorsäure von über 50 pCt. bis unter 30 pCt. Phosphorsäure und Kalk sind ausserdem nicht in constanten Verhältnissen verbunden, indem ein Theil als Knochenphosphat, der grössere Theil aber ohne Zweifel als neutrales Phosphat (2 CaO -}- HO -f- PO,) , ein Theil möglicherweise als Super- phosphat (CaO -|- 2 HO-j-I'GJ vorhanden ist. Folgendes ist die Ana- lyse eines Stückes reiner, schneeweisser Kruste. Feuchtigkeit, bei 100" entweichend .... 0,12 Glühverlust (Chemisch gcbund. Wasser und ein wenig organ Substanz 0,G2 Kalkerde 38,32 Phosphorsäure i>0,04 T'nhestimmtes und Verlust 0,27 100,00 Der grösstc Theil des Kalkes ist hier als (2 CaO -f- HO) PO., vor- handen, ein Theil wohl auch als (CaO -|- 2 HO) PO,. Der geringe Gehalt an Schwefelsäure in dem daran sonst reichen Jarvisguano ist ein Beweis für die verhältnissmässige IJeinheit des untersuchten Stückes. Derjenige Jarvisguano, welcher auf Korallengrund ruht (nur ein kleiner Theil), iihnelt sehr dem Bakerguano, nur ist seine Farbe etwas heller, weil er weniger organische Substanz enthält. Die Analyse einer solchen Probe ergab: Feuchtigkeit bei 100" C. entweichend . . . 5,02 Glühverlust 8,45 Kalkerde , . 42,17 Magnesia 1,02 Schwefelsäure 3,06 Phosphorsäure 34,01 Kohlensäure 0,81 Unlöslich in Salzsäure (unverbrannte org. Subst.) 0,60 Chlor, Alkalien, Eisen 4,86 100,00 Hague, indem er auf die anderen Guanoinselu des stillen Ozeans eingehet, behauptet nach eigenen Untersuchungen, dass die 48 Inseln, welche man als solche wenn auch auf Karten bezeichnet,*) gar nicht existiren oder wenn sie vorhanden sind, keinen oder nur wenig Guano enthalten. Hague ist der Ansicht, dass Inseln mit Guanolageru *) New-York Tribüne März 1859; Petermann's Mittheilungen 1859. 15G Zusammonsct^iino; und Eigeiischafton dor Dnngmittel. auf Breiten nahe dem Aequalor beschriinkt sind, wo Regen verbältniss- mässig selten auftritt. Von diesen Inseln nennt Hague Mc. Keans, Phoenix, Enderbury's, Birnie's (Phoenixgruppe), Maidens, .lohnston's, Christmas, Starve, Starbuck oder Hero, die er als Gnanoinseln bezeich- nen kann. Wir müssen zum Vergleich dieser sehr interessanten Abhandlung, aus der aber nur das Hiehergehörige mitgetheilt werden konnte , vor- erst auf die verschiedenen Analysen dieser Guano von Li obig, Bar- ral, Johnson (Iloffmann's Jahresbericht III. Jahrg. S. 193), E. Wolf, D r y s d a 1 e , P a y e n , M a 1 a g u t i (H o f f m a n n 's Jahresbericht IV. Jahrg. S. 180), Hellriegel (Jahresbericht V. Jahrg. S. 175) verweisen , ^wo sich, wie auch S. 173 V. Jahrg. dieses Jahresberichtes Mittheilungen über die Inseln selbst finden. ueber die llel)(3r dic cigeiilliclie En tslehnngsar t des Baker- des Baker- I n -S c I - G u a H inaclil A. Wein hold*) Millheilnngcn , und Guano. glaubt nnnu'nliich aii.s den verscliicdenon fcslen Slürken ver- schiedener BcschafTcnhcil cinige.s Licht über die Enislehung (h'e.ses eigenlhüinlichen Produktes zu erliallen. Die Stücke la.ssen .sich ungezwungen in vier Klassen brin- gen, di(> iin Folgenden soweit als möglich charaklerisirl wer- den sollen, 1. Korallenkalk mit ganz unvcrsehrler Slruklur. 2. Stücke von der Grösse der vorigen, die noch ganz die Form und Struktur der Korallen an ihrer Oberfläche zeigen, «her von gelbbrauner Farbe sind. 3. Knollen, weich bis zerreiblich, graubraun, Iheilweise mit Spuren von Korallenstruklur, Iheilweise in der Art des Korallensandes konglomeriit, durch die ganze Masse ziemlich gleichförmig, eben so gross wie die Stücke l und 2. 4. Platten von sehr verschiedener Ausdehnung, mehrere Linien bis mehrere Zoll lang und breit, etwa zwei bis drei Linien dick. Die mit A bezeichnete Columne giebt die Zusammenselzung des unveränderlen Korallenkalkes, B die der gelbbraunen Rinde, C sind die Knollen 3, D die PlatbMi 4 und E ist die pulverige Hauptmasse des Guano, der alle diese Stücke cnihiell. *) Die landwirthschaftlichen Versuchsstationen V. 87. Zusammensetziuig und Eigeiiscliaftcii der Dungmittel. 157 Wasser Organische Substanz Kali Natron Kalk Magnesia Phospliorsäure . . . Schwefelsäure . . . . Kohlensäure A. B. C. D. E. 1,45 2,57 0,10 0,45 53,78 0,27 0,00 1.40 3i),98 10,-25 5,11 0,44 0,73 43,83 0,42 33,97 2,07 3,18 0,03 4,02 0,43 0,62 43,44 0,60 33,62 6,81 1,43 0,90 4,47 0,46 1,21 45,82 1,89 38,98 1,16 5,11 8,20 8,30 0,62 1,13 40.63 1,75 37,16 1,17 1,04 100.00 0,00 100,00 0,92 100,00 : 100,00 : 100,00 0,00 i 0,00 i 0,00 Man sieht, dass die Rinde den Knollen und dem eigenl- lichen Guano schon ziemlich nahe steht. Es erscheint hiernach nicht unujöglich, dass unter Mitwirkung entweder kleiner, all- mählich durchsickernder oder grösserer slagnirender, nur wenig wechselnder Mengen von Wasser, so wie der tropischen Hitze und des zeitweiligen Austrocknens die Exkremente der Vögel sich im Laufe vieler Jahre mit dem porösen Korallenkalk, der ihnen zur Unterlage diente, in der Weise un)gesetzt haben, dass die phosphorsauren Alkalien mit dem kohlensauren Kalk kohlensaure Alkalien und phosphorsauren Kalk gaben, welcher letztere mit den in den Exkrementen enthaltenen erdigen Phosphaten zurück- blieb, wahrend die organische Substanz grosseniheils verweste, das dabei und durch Zersetzung des Phosphates gebildete koh- lensaure Ammoniak verdunstete, und der grösste Theil der löslichen Salze ausgewaschen wurde. Ueber das Vorkommen von südafrikanischem Guano lieferte uns Anderson in dieser Beziehung Daten*). Ichabo e, an der Westküste Afrikas, etwa 10" südlicher als St. Helena gelegen, ist ein kahler, ohne Zweifel von einem Vulkan aufge- worfener Felsen mit einem Umfange von ungefähr ^j Meilen (englisch); seine Erhöhung idjer dem Meeresspiegel beträgt auf seinem höchsten Punkte kaum mehr als 30 Fuss. Das Vorhandensein von Guano an der afrikanischen Küste wurde zuei'st von A. Livingstone in Liver- pool zur Kenntniss brittischer Kaufleute und Schiffseigner gebracht, welcher seine Kunde über Ichaboc aus dem bekannten Werke des Ca- pitän Morrell schöpfte. Dies geschah zu der Zeit, wo die brittischen Landwirthe eben mit den bewundernswerthen Eigenschaften des peruani- schen Guano bekannt wurden und musste die Eutdeckungslust um so stärker anregen, je grösser die Aussicht auf Gewinn erschien, wenn Vorkommen des siid- al'iikani- *) Der chemische Ackersmami 1863. S. 111. 158 Zusammensetzung und Eigenschaften der Dungmittel, man näher gelegene und dem peruanischen Monopol nicht unterworfene Lagerstätten von diesem Düngemittel auffände. Gegen die Mitte No- vembers 1843 kamen mehrere englische Schifl'e gleichzeitig an der afri- kanischen Küste au. Eines derselben ging zufällig unmittelbar nach Ichaboe; andere nach Possession Island und Angra Peguena; wo, wie man glaubte , ebenfalls Guano zu liuden sei. Sehr wenige der zuerst ausgehenden Schiffsmannschaften wussten von dem Dasein Ichaboes, sie kannten nur die auf den Karten verzeichneten und in den Rich- tungsbüchern erwähnten Inseln. Sie wurden indessen bald damit be- kannt und am Schlüsse des Jahres 184.3 waren bereits 19 Schiffe an dieser Felscniusel, um das, zumal im Anfange, buchst schwierige und gefährliche Ladungsgeschäft zu vollziehen, und fortwährend mehrten sie sich, obgleich von dieser Zeit an ziemlich viele beständig die Insel mit vollen Ladungen verliessen. Während der Monate Juli und August 1844 trafen die Schiffe in solcher Menge in Ichaboe ein, dass in dem letzteren Monat nahezu 100 auf der Höhe der Insel vor Anker lagen. Im Anfang Oktober waren im Ganzen ungefähr GOOO Matrosen und Arbeiter hier anwesend, von denen mindestens drei Viertheile an der Küste wohnten , deren vom Guano bereits gereinigter Theil zu dieser Zeit vollständig mit Zelten bedeckt war. Bis zum Herbst desselben Jahres hatte man schon mit der kleineren Hälfte der Guanoablagerung aufgeräumt und nicht weniger als 1,800,000 Ctr. dieses Düngers nach England transportirt. Vom Sep- tember 1844 bis Mitte Februar 1845 war die Zahl der Schiffe, welche Ladung einnahmen, so gross, dass allein im Monat Januar 450 zwischen der Insel und dem P'estlande vor Anker lagen, und die Thätigkeiten der Schiffsmannschaften eine so emsige, dass die noch vorhandenen 2,000,000 Ctr. gänzlich weggeschafft wurden. 15 Monate hatten hinge- reicht, um den afrikanischen Düngerhaufen von 4,000,000 Ctr. nach England zu führen. Analyse des Von dcr Versiiclisstalioii zu Dalimc*) wurde ein Dünge- Dungsaltes i r\ ■• i von Dürren- salz Vün üiiiTcnberg- untersucht. berg. joo Gewichtstheile enthielten: Clilorkalium 0,13 Chlornatrium (Kochsalz) . . 2,14 Schwefelsaures Natron . . 0,91 Schwefelsaure Magnesia . . 0,25 3^ Gypshydrat 90,41 Sand 2,18 Feuchtigkeit 3,98 100,00 BangLiies BülleF*) lieferte die Analyse des Dungsalzes von den der Köiiigi. königl. bayrischeu Salinen. bayr. Salinen. *) VI. Jahresbericht der Station Dahme. **) Ergebnisse des bayr. landw. Vereins 4. Heft, S. 7]. Zusammeusetzuiig und Eigenscliaften der Dungmittel. 159 Es ergaben sich im Wasser losliche Bestandtheile: 82,511 pCt. ; diese enthielten : bei 100" abgehendes Wasser 1,863 Chlorkalium 2,580 Chlornatrium 37,000 Schwefelsaures Natron 11,360 Schwefelsauren Kalk 29,200 Schwefelsaure Bitterede 0,370 Salpetersäure 0,1 3S In Säuren lösliche Bestandtheile .... 9,290. Diese enthielten: Kohlensauren Kalk 3,230 pCt. Kohlensaure Bittererde . 4,060 „ Eisenoxyd und Thouerde 1,465 „ Amorphe Kieselerde • 0,518 „ In Säuren unlösliche Bestandtheile . . . 5,780 ,. Diese enthielten: Kieselerde 4,784 „ Thonerde 0,620 „ Eisenoxyd 0,077 „ Kali und Natron (NaO,KO) 0,278 „ Organische Substanzen und Wasser . . 2,388 „ 99,931 pCt. Eine Analyse des Durigsalzcs von Wieliczka lieferle Ro- Analyse de§ bert Hüffmann*j, 100 Gewichlsllieile enlhielten: vou°wu-^ Wasser 3,00 liczka. Chlornatrium (Kochsalz) , . . . 90,14 Chlormagnesium 1,13 Eisenoxyd 0,55 Schwefelsauren Kalk (Gyps) . . . 0,63 Sand, Thon 3,55 Holzkohle I ^ . Enzian 100,00 Julius Lehmann behandeU den Einfluss der landwiilh- i^^''"^"»* <^" Versiichs- schafllichen Vcrsuchsslaiiünen auf den Düngermarkl*^0. Es siaiionenauf wird da der Schulz, den solche Slalionen gegen Betrug bieten ''''" r^""g"- sollen, hervorgehoben. Um vorerst für den Landwirlh eine Analyse von vollem Nutzen zu liefern, muss der Chemiker: 1. Die von soliden Händlern festgestellten Handelspreise einer in dieser Beziehung guten Waare und der darin enthaltenen werthvollen Stoffe kennen, 2. niuss er den Zustand mechanischer *) Zentralbl. für gcs. Landeskult. 1863. S. 266. **) Amtsblatt für die landwirthsch. Vereine 1863. S. 18. 160 Ziisammensetzuiifi und F^igenschatten der Dungraittel. Zerlheilung dei' Diingemitlel zu iHHirllieilcn \eisleheii; und 3. muss er den Werlli der einzelnen in den Diingernilleln cnt- hallerien Slolfc in Beziehung- zu ihrer Einwirkung auf die Pflanzenproduklion — so weil dies nach dem jelzigen Stande der Wissenschaft möglich ist — abzuschätzen wissen. Nur durch die genaue Bekanntschaft dieser einzelnen Verhältnisse wird es dem Chemiker möglich sein, den allgemeinen Geldwerth eines im Handel neu auftauchenden Düngemill(ds zu bestinnnen. Rücksiclitlicli der Geldwerihbeslimmung eines Dimgmitlels in'mml Lehmann die Stöckhardt'sche Talielle mit einigen kleinen Ab- änderungen an, hat es aber für gut befunden, für die Derech- nung der Knochenmehle eine neue Art der Werlhsbeslimmung aufzustellen. Die genannte Taxe für die wichligsten DüngstolTe jn den Düngemitteln ist : Thlr. S:,'r. T'f. Stickstoff in löslicher oder leicht lüslicher Form. (Salpeter- säure, Ammoniak, Harnstoff, Eiweiss im Blut etc.) a Pfd. — 10 — Stickstofl' in sclnverlöslicher Form (im Leder, in der Wolle, in den Hornspäneu, im Knorpel der Knochen etc.) ä Pfd. — 8 — Phosphorsiuire in löslicher Form (als Superphosphat) ä Pfd. — i — Phosphorsäurc unlöslich (im Bakerguano, Phosphorit, Ko- prolithen, Knochenmehl) ä Pfd. — — 1 Drei basisch phosphorsaurer Kalk (im Bakerguano, Phos- phorit, Koprolithen, Knochenmehl ä Pfd. — 1 — Knochenerde (Kuochenasche) bestehend aus: plmsphor- saurem Kalk mit 1 bis 2 pCt phosphorsaurer Bittcrerde und 6 bis 9 pCt. kohlensaurem Kalk . . . . a Pfd. - — 9.i Kali (im Stassfurter Abraumsalz) „ — 15 Bittererde „ — — 2 Chloruatrium (Kochsalz) „ — — I4 Gyps (schwefeis. Kalk) „ — — l Kalk „ - — i Geldwerlhbestiiniiiutig der gewöhnlichen und der gedämpften Knochenmehle. Bei der Berechnung der Ta.vwerthe sind zu- vörderst die Knochenmehle hinsichtlich ihrer Feinkörnigkeit in 3 Nummern cingetheilt. Nr. 1 staubfeines Mehl ^ Millimeter Nr. 2 griesförmiges Mehl 1 Millimeter Nr. 3 Knochensplitter. Für diese einzelnen Nummern Knochenmehl, wenn sie in vollkommen reinem und wasserleerem Zustande angenonuncn werden, haben sich folgende Preise berechnet und zwar für Ziisammeüsetzuiitt' uiul Eip:eiisc]iafteü der Dungmittel. 161 Nr. 1 pro Pfund = 9 Pfennige, 9 =9, 4. Was nun den Gehalt an werlhlosen Stoffen: Wasser, Sand iiiid anderen Unreinigkeiten anbetrifft, welcher durch die che- iiiische Analyse enniltelt worden ist, so wird die Gesaniml- quanlilät derselben pro Pfund mit 9 Pfennigen berechnet und die auf diese Weise erhaltene Zahl von der vorhin crhaKcnen Summe abgezogen. Um dem Landwirihe den sichersten Auf- schluss über das gekaufte Dungmitlel zu liefern, sind, um dem Landwirlh, wie dem Händler gerecht zu werden, folgende Punkte spezieller zu berücksichtigen: 1. Der Landwirth bat gleicli nacli Empfang des Düngemittels eine Durelischnittsprobe auf die Weise zu nehmen, dass er mehrere Centner der fragliclien Substanz auf eine reine und trockene Unterlage schüttet, sie gut durcheinander mischt, dann aus der Mitte des Haufens circa 1 Pfd. davon herausnimmt und dies gut verpackt und versiegelt an die landwirthschaftliche Versuchsstation abschickt. Düngemittel, welche theilweise klumpig sind, wie z. B. der Peruguano, müssen durch ein Sieb geschlagen und die rückstiindigen Klumpen zerstampft und vor dem Probenehmen gleichmässig unter die ganze Masse gemengt werden. 2. Einer jeden einzuschickenden Probe muss der Verkaufspreis pro Centner uud der Name des Handlers beigefügt werden. 3. Der Chemiker hat die Resultate seiner Untersuchungen der Düngemittel mit Angabe des aus deren Gehalt an werthvoUen Dünge- stoffen berechneten Geldwerthes und , wenn nöthig , mit weiteren Aus- einandersetzungen dem Landwirthe zu überschicken. 4. Die Resultate dieser Untersucluiugen müssen von Jahr zu Jahr durch den Druck der Oeffeutlichkeit übergeben werden, damit die Land- wirthe daraus entnehmen können , von welchen Finnen sie am solide- sten bedient werden. 5. Ein jedes eingeschickte und untersuchte Düngemittel muss in einem Glase auf der Versuchsstation aufl)ewahrt werden, um dasselbe, wenn Reklamationen von Seite der Händler gemacht werden, nochmals einer Prüfung unterwerfen zu künnnen. Der Name des Händlers und der des Kaufers, der Tag der Einsendung, das Resultat der Unter- suchung, sowie der berechnete Geldwerth sind auf einem Etiquette des Glases zu bemerken. Durch Berücksichtigung der oben angeführten bei der Conlrole der Düngemittel auf unterzeichneter Versuchsstation leitenden Grundsätze ist es möglich gewesen, nicht allein den Zustand der käuflichen Düngemittel der Provinz Oberlausitz von Jahr zu Jahr zu verbessern, sondern auch bei vorgekom- Motfmuiin, JulircsliC-richt VI. 11 162 Zusammensetzung und Eigenschaften der Duugmittel. menen Täuschungen die Händler zu Entschädigungen zu ver- anlassen. Lehmann fügt diesem Aufsatze noch ganz beachtenswerthe Be- trachtungen über Dünger und Düngemittel bei. Wir heben da hervor, dass nach seiner Ansicht wir vollkommen berechtigt sind, die Phos- phorsäure als den wichtigsten Stoff eines Düngemittels anzusehen, wenn es sich überhaupt bei deren Anwendung darum handelt, unsern Feldern eine dauernde Fruchtbarkeit zu erhalten. Nächst der Phosphorsäure ist es das Kali, welches durch die Körnerernten im hohen Grade dem Boden entzogen wird. Ausser diesen mineralischen Pflauzen-Nährmitteln, giebt es eine zweite Gruppe von Substanzen, welche durch ihre alleinige Anwendung als Düngemittel unsern Feldern eine dauernde Fruchtbar- keit nicht zu erhalten vermögen, trotzdem aber für die Pflanzen-Pro- duktion und zur Erzielung hoher Erträge eine wichtige Rolle spielen. Nebstdera finden wir eine Zusammenstellung der während des sechs- jährigen Bestehens der Versuchsstation zu Weidlitz untersuchten Knochen- Präparate. Wir entnehmen diesen: Im Mittel enthielten diese Knochenmehle 15,02 pCt. werthlose Stoffe : staubfeines Mehl ... 63 pCt. griesförmiges Mehl . . 18 „ Knochensplitter . . . 19 „ Summa: 100 pCt. Heber die Dungmittel Uebcr die auf der inlernalionalen Industrie -Ausstellung Londoner ^" Londou im Jahre 1862 ausgestellten Dungniittel brachte Ausstellung, uns Robcrt Hoffmanii einen Bericht. Wir entnehmen dem- selben folgendes, indem wir auf die Einzelnbeschrcibimg jedes einzelnen Dungmittels auf den Originalbericht verweisen*). Es fanden sich im Ganzen 55 Aussteller von Dungmitteln, die sich nach den einzelnen Ländern in folgender Art ordnen: England 6, Preussen 9, Frankreich 15, Schweden 6, Oesterreich 2, Dänemark 2, Belgien 1, Baiern 2, Baden 2, Norwegen 1, Hannover 1, Portugal 1, Frankfurt 1, Würtemberg 3, Spanien 3. Was die Qualität der Dung- mittel anbelangt, so war der phosphorsaure Kalk in verschiedeneu For- men am meisten vertreten. Wir fanden den phosphorsauren Kalk als Knochenmehl, Knochenasche, Spodiummehl, gedämpfte Knochen, Nitro- phosphat, Phosphorit, Apatit, Koprolithen, Superphosphat u. dergl. Ueber das Knochenmehl lässt sich eben nichts weiter sagen, als dass es unter den ausgestellten Düngerpräparaten reich vertreten war. Unter der Be- zeichnung Nitrophosphat finden sich von mehreren Fabrikanten Dünger- präparate ausgestellt, die im Wesentlichen aus phosphorsaurem Kalk und einer stickstoffhaltigen organischen Substanz, Blut, Guano u. dergl. bestehen. Die Patent- Nitrophosphat -Compagnie (London, Fenchers *) Centralblatt für gesainmte Landeskultur 1863. S. 130. Zusammensetzung und Eigenschaften der Dungniittel. 163 Street; hatte ein derartiges Präparat ausgestellt. Es bildet aschgraue, ziemlich komijakte Klumpen, und soll nach Angabe 35 pCt. löslicher Phosphate, 3,5 pCt. unlöslicher Phosphate und 4 pCt. Ammoniak ent- halten. Als Rohstofle, aus welchen dieser Dünger bereitet wird, stellte die Fabrik Apatit aus Norwegen, Phosphorit aus Estremadura, Ko- prolithen, Knochenkohle, Knochen, Schwefelsäure und Blut aus. Man giebt au, die Fabrik produzire jährlich gegen 400,000 Centner Dün- ger. Phosphorsaurer Kalk als Mineral war von mehreren Fabriken ausgestellt, und zwar finden wir Phosphorit von Amberg in Baiern, aus- gestellt von Martins in Erlangen; es wurde dieses Phosphatlager be- kanntlich 1855 von demselben entdeckt und wird jetzt bedeutend aus- gebeutet. Apatit aus Schweden, ausgestellt von Dahll in Krayerö. Phosphorite aus Estremadura und Apatite aus Jumelle (Spanien) von der Nitrophosphat-Ccmpagnie. Phosphorite hatte auch Blundell in Hüll ausgestellt und zwar isländischen , spanischen und norwegischen. Eine Analyse des Apatits aus Schweden lieferte Volker. Es enthielten 100 Gewichtstheile : I. II. Wasser .... . 0,47 0,396 Phosphorsäure . . . 41,25 42,280 Kalk . 50,62 53,350 Chlorkalcium . . 6,41 2,160 Eisenoxyd . . . Thonerde . . . . 0,291 . 0,38 1 0,920 Kali . 0,04 — Natron .... . 0,13 — Unlösliche Stoße . . 0,82 0,990 100,36 100,106 Der Phosphorit von Estremadura ist von lichtgelber Farbe und ziemlich hart. Er kommt in ungeheuren Massen in Lagrosa, in der Nähe von Trunilla (Estremadura) vor. Dieser Phosphorit wurde von R. Manjaress in Sevilla eingesendet und zeigte nach Völcker die folgende Zusammensetzung : I. IL Wasser 0,68 1,42 Kalk 42,68 41,47 Phosphorsäure . . . . 36,36 33,55 Eisenoxyd und Thonerde . 8,81 5,19 Fluorkalcium / ,, ._ ,„ „„ Unlösliche Stoffe ( ' ' ' ^^^^' ^^'^^ 100,00 100,00 Das als Apatit von Jumelle von Munoz eingesendete Mineral war krystallisirt; in Jumelle bricht man es in grosser Menge. Nach einer Analyse von Volcker besteht es aus: 11* 16i Zusammeüsetzuug und Eigeuschaften der Dungmittel. Wasser 0,298 Phosphorsäure 37,024 Kalk 52,954 Magnesia ........ 0,26[) Eiseuoxyd 1)170 Thouertie 0,943 Ceroxyd 1,790 Fluorkalium und Fluornatrium 1,033 Chlor Spur Fluoride und Verlust . . . ■ 4,179 100,000 Koprolithen waren auf der Ausstellung, eingesendet von J. Malheus, der Londoner Düngercompagnie und von Packard & Comp in Ipswich, Sie bilden bis cigrosse, mehr oder weniger harte Massen von grüner Farbe. Völker lieferte die folgende Analyse der Grünsaudsteiu- koprolitheu. I. IL in. Wasser 4,63 4,01 3,52 Kalk 43,21 45,39 46,60 Magnesia 1,12 0,48 1,00 Eisenoxyd .... 2,46 1,87 2,08 Thonerde 1,36 2,57 1.41 Phosphorsäure . . . 25,29 26,75 27,01 Kohlensäure .... 6,66 5,13 5,49 Schwefelsäure . . . 0,76 1,06 — Chlornatrium . . . 0,09 Spur — Kali 0,32 5,84 — Natron 0,50 0,73 — Silikate 8,64 6,22 6,04 Fluoride und Verluste 4,96 4,95 6,79 100,00 "100,00 100,00 Die ausgestellten anderweitigen Phosphatpräparate übergehen wir, weil sie eben nichts neues bieten, und die Analysen derselben schon hin- länglich bekannt sind; desgleichen übergehen wir die verschiedenen Kunstguanos u. dergl. Präparate, wie das schwefelsaure Ammoniak, das Stassfurter Abraumsalz und AVieliczkaer Dungsalz und führen nur noch die Schlussworte des Berichterstatters an: „Die ausgestellten Dungmittel an der Londoner Weltausstellung boten dem- nach weder in qualitativer noch in quantitn tiver Bezie- hung etwas Hervorragendes." Rücksichtlich der Düngererzeugung berichtet uns Laracine zu Lyon über Erzeugung eines thierischen Düngers aus den gefallenen Thieren und Petersen über die von Hornmehl aus hornartigen Ge- bilden, endlich strebt der l)ayrische landw. Verein die Darstellung eines Rückblick. „Steindüngers" aus den Gesteinen Bayerns an. Mehrere sehr be- achtenswerthe Arbeiten liegen über Eigenschaften und Verwendung der menschlichen Entleerungen vor. Henneberg, y tob mann undRan- tenberg lieferten in dieser Beziehung Untersuchungen über den Ein- fluss der Fütterung auf den Hippursäure-Gehalt des Urins. Alex. Müller hingegen brachte uns eine Arbeit über die Con- servjrung des menschlichen Harnes und dii' huuhvirthschaftlichc Ver- Zusammensetzung- und Eigenscliafton der Pungmittel. 105 werthung der menschlichen Exkremente. Letztere Frage ist leider noch immer eine offene, trotzdem Liebig abermals einen Brief in dieser Hinsicht nach England schrieb und deutlich den ungeheuren Verlust den die Landwirthschalt durch Nichtbenutzung der menschlichen Ent- leerungen erleidet, hervorhob und eine eigene Kommission dosshalb in London tagte, die aber zu dem Schlüsse gelangte : dass ein fester Püngor aus dem Kloakeninhalt in London mit Erfolg — nicht erzeugt werden kann! — Dagegen berichtete uns Gueymard, dass zu Grenoble die Exkremente sehr vollkommen benutzt werden. Fr aas hebt in seiner Abhandlung über den künstlichen Dünger aus dem Inhalte der Aborte hervor, dass der nächste Fortschritt in dieser Beziehung nicht mehr in der blossen Verwendung dieser Abfälle, sondern in der Desinfektion, in der Konzentration und Vertheilungs-Fähigkeit zu suchen ist. Schott giebt Regeln über die Wegschaffuug und Verwerthung des Latrinen- düngers au. Sehr eingehend behandelt endlich in einer eigenen Schrift W. Thorwirth die Kanalisirung grosser Städte, Von, zur Düuger- erzeugung verwendbaren Substanzen wurden die folgenden untersucht: Taubenmist (Dahme), Hornspäne (Dahme), Malzkeime (Dietrich), Melassenschlempe (Rob. II off mann), Schlcmpekohle (Sauerwein), Press- und Schleuder -Rückstände (Rob. Iloffmann), Schlacken (Ge- neviere), Teichschlamm (Ger stenberg) und eine Schwefelkohle aus Böhmen (Rob. Hoff mann). Endlich lieferte uns derselbe Chemiker eine eingehende Abhandlung ülicr Zusammensetzung des Torfes, der Torfkohle und Torfasche. Was Zusammensetzung der Dungmittel anbelangt, so wurde ana- lysirt: Dungsalz von Wieliczka, Bayern und Dürrenberg und der nor- wegische Fischguano (Vohl). Julius Lehmann behandelte in einer langen Abhandlung den Einfluss der landwirthschaftlichen Versuchssta- tionen auf den Düngermarkt. Hague lieferte eine genaue Beschreibung der Guanoinseln des stillen Ozeans und Anderson der an der West- küste Afrika's. Endlich machte Wein hold Mittheilungen über die Ent- stehungsart des Bakei'guano. Literatur. La chaux. Essai sur la nature, son cmploi, sa qualite, son prix de revient par M. Pierlot-Quarre. (2e ed.) W. Thorwirth, über Kanalisirung grosser Städte in ihrem Ein- fluss auf die gesundheitlichen und volkswirthschaftlichen Zustände der Bevölkerung. Berlin 1863. Die Düngung mit dem Unendlich-Kleinen von Joh. Karl Leuchs. [Jeher Reinigung und Entwässerung der Stadt Berlin von E. Wiebe. Berlin 1861. Q^ der Produktion Düngung s- und Kultur -Versuche. Maximum S t ö c kh 3 1' f] t •') beiHerkf, dass wenn sich auch die Boden- pflanzen- ppoduklion in neuerer Zeit auf mnnchen Gülern um das Dop- pelte und Dreifache durch gute Kultur und Düngung gesteigert hat, hiermit dennoch keineswegs das physisch-mögliche Maxi- mum erreicht ist, und er führt eine Reihe von Beispielen aus dem Gebiete der Pflanzenproduktion an, welche die wirklich erzielte Grösse der Erzeugung von den vorzüglichsten Kultur- pflanzen auf einem halben sächsischen Acker (=770 österr. D Klft. in preuss. Scheffeln = 0,89 österr. Metzen) nachweisen. Die nachstehende Tabelle enthält die bei denselben bisher erreich- ten Maximalbeträge, wobei aber Stöckhardt bemerkt, dass diese Produktion noch bei weitem nicht die Grenze erreicht hat, welche durch den, einer jeden Pflanze zu ihrem Gedeihen er- forderlichen physischen Raum bedingt ist. — So könnten auf einem halben sächsichen Acker so viel Kulturpflanzen Platz fin- den, dass darauf 800 Clr. Runkelrüben, 99 Ctr. Raigrasheu, 50 Scheffel Hafer, 25 Scheffel Roggen u. s. w. geerntel werden könnten, ja dass die Maximalbcträge in England wirklich auf einem halben sächsischen Acker beim Weizen 30, bei der Gerste 38 und beim Hafer 50 Scheffel betragen. *) Stöclihardt, der chemische Ackersmann. 1863. S. 37. Düngungs- und Kultur- Versuche. 167 In Sachsen erzielte Maximal-Erträgnisse. Frnchtgattung. Jahr- gang. Ertrag. Trocken- masse. D ü n g u n g. Futterrunkeln . . . 1855 58U Ctr. 61 '/2 Ctr. G Fuhren Kuhdiinger, 3 Fuhr.Schafdünger, 150 Eim. Kuhjauche. dito 1856 566 „ 59 „ 108 Ctr. Kuh-, 180 Ctr. Stadtgrubendünger. Kohlrüben 1855 324 „ 41 „ 15 Fuhren Dünger, • 100 Ctr. Jauche. dito 1856 412 „ 40 „ 16 Fuhren Dünger, 55 Ctr. .Jauche und 'A Ctr. Guano. Futtermöhren . . . 1855 342 „ 46 „ Vollständige Jauchen- düngung. F u 1 1 e r k r ä u t c r : Italien. Raigras . . 1856 99 „ — 25 Fuhren Jauche, IV2 Ctr. Guano. Englisches Raigras Französ. „ Italien. „ 11 11 58 „ 77 „ 139 „ — Nach gedüngten Run- l kelrüben. Luzerne 68 „ — Klee 58 „ — Kleegras 64 „ — Pferdczahnmais . . 732 „ 120 Ctr. Weizen 24 Scheffel — Roggen 11 25 „ — Gerste 35 „ — Hafer 45 „ — Wintergerste . . . 26 , — Winterraps .... 11 24 „ — Mais 70 „ — Rohflachs )) 29^—33 Ctr — Wenn übrigens aussergewöhnlich hohe Produktionen dem Boden nur durch besonders sorgfältige, beinahe gartenmässige Kultur und sehr hohe Diingermengen abgewonnen werden können, so lassen letztere zwar höhere absolute, relativ aber in ähnlicher Weise abnehmende Resultate erwarten, wie Stöckhardt in nachstehenden, an 12 verschiedenen Orten Deutschlands gesammelten Kulturversuchen zeigt: An Halmfrüchten : Bei einer Düngung von 70 Pfund. Bei einer | Bei einer Düngung von Düngung von 140 Pfund, j 210 Pfund. durch Peruguano durch Fischguano Es kommt sonach Mehrertrag: auf 1 Pfund Peruguano . . . . auf 1 Pfund Fischguano . . . Oder es lieferte für sich . . . von Peruguano von Fischguano .581 Pfund 7,5 „ das 1 . Pfund 8,3 7,5 784 Pfund 812 „ 5,6 „ 5.8 „ das 2. Pfund 2.9 „ 4,1 „ 798 Pfund 884 „ 3,8 „ 4 2 das 3. Pfund 0,2 „ 1,0 „ 168 Düngungs- und Kultur- Versuche. Fehler Grouven*) hebt zwei wesentliche Fehler hervor, wel- DSir'u'ii"«- ^^^ ^^^ ^^^ üblichen Art der Vornahme von Düngungsver- versiuhen. suchcn begangen werden. Sie liegen kurz ausgedrückt 1. in der natürlichen Ungleichheit und Ungleichwerthigkeit der einzelnen Theile resp. der einzelnen Parzellen eines Versuchs- feldes, selbst wo letzteres mit Sorgfalt ausgesucht und wegen seiner horizontalen Lage und beschränkten Ausdehnung dem prüfenden Auge als gleich effektvoll an allen seinen Theilen und Ecken erscheint. Man hat mit anderen Worten etwas als völlig gleichvverthig vorausgesetzt, was es gewiss in der Mehr- zahl der Fälle gar nicht gewesen. 2. In der Verkennung des ganz lokalen VVerthes eines jeden Düngungsversuches und da- her in dem Missbrauch seiner Resultate zu allgemeinen gültigen Schlussfolgerungen und Düngungsgesetzen. Zur Begründung dieser beiden Fehler führt Grouven eine Reihe von in der That schlagenden Beispielen an und giebt schliesslich zur mög- lichsten Umgehung derselben folgendes an. Die Anzahl der ungedüngt bleibenden Parzellen nuiss vermehrt werden, pro- portional der Grösse des ganzen Versuchsfeldes und der Zahl seiner Theilparzellen, Auf 4 — 5 gedüngte Parzellen würde ich wenigstens eine ungedüngte folgen lassen. 3. Jede ge- düngte Parzelle müsste mindestens doppelt an entgegengesetzten Stellen des Feldes angelegt und deren Ernten separat bestimmt werden. 4. Der zu prüfende Dünger müsste in mehreren im einfachen Verhältnisse steigenden Mengen zur Anwendung kom- men. Beim Guano z. B. in drei Mengen von etwa 1 Pfd., 2 Pfd. und 3 Pfd. pro Ruthe. Die sub. 2 geforderte Verdoppe- lung erheischte dazu also 6 Parzellen. Ohne Zweifel wird der Schluss, den wir aus den Resultaten dieser 6 Parzellen ziehen, zwischen die noch ein paar ungedüngte zu liegen kämen, von ganz anderer Sicherheit und Brauchbarkeit sein, als derjenige welcher, wie es fast durchgehends geschah, sich bloss au eine Parzelle stützte. 5. Je einfacher ein Dünger, desto einfacher ist seine Wirkung zu deuten. Deshalb ist eine vorzugsweise Anwendung chemischer Salze rälhlich , bei Vermeidung kom- plizirter Gemenge derselben; bunte Mischungen von Stallmist, Guano, Salpeter, Phosphaten etc. führen schwerlich zu Iheore- *) Annalcii der Landwirthsch. 1863. S. 188. DiinguDgi Düngungs- und Kultur-Versuche. 169 tischen Aufschlüssen. 6. Wenn auch nur 10 Dünger zum Versuche benulzl werden solllen, so empfängt das Feld dadurch schon etwa 70 Parzellen. Machen wir jede der letzteren 10 U Ruthen (preussisch) gross, so nimmt incl. der 3 Fuss breiten Wege nun das Ganze eine Fläche von circa 6 preuss. Morgen in Anspruch. Julius Lehmann theilt Düngungsversuche mit*). Es sollten diese Versuche in erster Reihe einen Beitrag zur Be- antwortung der nachfolgenden Fragen liefern: „Ueber die Steigerung der Körnererträge durch ^«''" .1 rr 1 1 1 1 •• 1 ...... Steigerung starke Knochenmehldungung, nebst vierjährigen des Komer- Düngungs versuchen mit Knochenmehl in verschie- Ertrages 1 »T • 1 IT 1 r - 1 •/■ durch denen Mischungen zu Halmfru chten." Kuochm- 1. Mit welchen Substanzen ist das Knochenmehl zu mischen ™«^^hi- und zur Anwendung zu bringen, um es gleich im ersten Jahre möglichst wirksam zu machen? 2. Wie lange Zeit wirkt das Knochenmehl vortheilhaft auf die Erträge eines Fehles ein, wenn diesem eine volle Knochen- mehldüngung gegeben worden ist? In Beantwortung der ersten Frage mussfen diesem Dünge- mittel noch Substanzen zugesetzt werden, welche die Eigen- schaft besitzen, den im Wasser schwer löslichen phosphorsauren Kalk in einen für die Pflanzen aufnahmfähigen Zustand überzu- führen. Es wurden daher als solche Schwefelsäure, Sägespähne, Chilisalpeter und Peru -Guano zur Anwendung gebracht, und zwar die beiden letzteren zu gleichen Gehallen an Stickstoff. Die zu den Versuchen angewandten Substanzen hatten folgende Zusammensetzung: Ungedämpftes Knochenmehl. Peru-Guano. Phosphorsäurc 22,03 12,80 pCt. Kalk 28,43 12,40 „ Bittcrerde 0,76 — „ Alkalisalzc 0,83 7,38 „ Organische Substanz (Leim und Fett) . . . 32,60 nebst Ammoniaksalzen 47,01 „ Kohlensäure 3,23 — „ Sand 1,62 2,17 „ Wasser 10,50 18,24 „ Summa: 100,00 100,00 pCt Stickstoff 3,94 pC't. 12,11 „ *) Amtsblatt für die landwirthsch. Vereine 1863. S. 82. 170 Düngnngs- und Kultur- Versuche. Das Knochenmehl enthielt CO pCt. staubfeines Mehl und 40 pCt' griesf('irmiges Mehl und Sjilitter. C h i 1 i s a 1 p e t e r (salpetersaures Natron). Wasser 1,83 pCt. Sand 0,21 „ Chlornatrium (Kochsalz) . 0,62 „ Salpetersaures Natron . . 97,34 „ = 1G,03 pCt. Stickstoff. Summa : 100,00 pCt. Mit Ausnahme des mit Schwefelsäure aufgeschlossenen Knochen- mehls wurde das für eine jede andere Parzelle bestimmte Mehl, nach- dem es mit den anderen Substanzen gut vermischt worden war, mit so viel konzentrirter Lauge durchfeuchtet, dass es sich in der Hand zu- sammenballte, und beim Oeffuen derselben nur langsam wieder seinen Zusammenhang verlor. Die Mischung wurde einige Tage der sogenann- ten Gährung überlassen, und dann mit Erde vermengt gleichförmig über die Feldparzellen ausgestreut und einige Tage vor der Saat gut unter- Alle Ernten wurden ohne irgend welche Beschädigung eingebracht. Erträge an Körnern, Stroh und Spreu pro Acker (= 300 Quadrat-Ruthen) in Pfunden. Jahr- gang. Getreide- art. Körner. I. Uüge- düngf. IL Kno- chen- mehl 10 Cti-. HL Knochen- mehl 10 Ctr., Schwefcl- siiuro 2 Ctr. IV. Knochen- mehl 10 Ctr., Chilisalpeter 4 Ctr. V. VI. Knochen- Knochen- mehl 10 Ctr.,i mehllOCtr., Sägespäne i Peru-Guano 5 Ctr. |,0Ctr.40PfcI. 1858 1859 1860 1861 Roggen Roggen Hafer Gerste 880 1980 1900 1840 1240 2420 2460 2360 2380 2620 3200 2360 2680 2440 3560 2160 3000 2640 3480 2176 3080 3040 3800 2280 Summa 6600 8480 10560 10840 11296 L_12200 Stroh 1858 1859 1860 1861 u. Spreu: Roggen Roggen Hafer Gerste 5700 5420 2980 2900 6780 6380 3420 3360 7780 7420 4100 3040 6680 7520 4360 3200 7400 7440 4200 3240 7240 8000 4560 3240 Summa ■■ 17000 19940 22340 21760 22280 23040 Geldertrag in Summa von vier Jahren: IThlr. 1 Thlr. 1 Thlr. 1 Thlr. 1 Thir. 1 Thir. 148 ! 164 I 204 I 190 | 228 | 224 Bei einem Vergleiche der ungedüngten Parzelle mit der gedüngten tritt der wescniliche Einflnss des Knochenmehls auf die Steigerung der Erträge an Stroh, insbesondere aber an Körnern, überall hervor; am meisten findet dies auf allen den Parzellen statt, wo das Knochenmehl mit solchen Substanzen gemischt zur Anwendung gelangte, von Düngungs- und Kultur-Versuche. 171 welchen man schon im voraus annehmen konnte, dass sie eine schnellere Aufnahmsfähigkeit des im Knochenmehl befindlichen p h o s p h o r s a u r e n Kalks für die Pflanzen herbeiführen würden. Sehr beachlenswerlh ist es, dass die Zugabe von Säge- spänen einen so günstigen Einfluss ausübte, was zeigt, wie oinflussreich der Zusatz einer verwesenden Substanz zu diesem Düngemittel für dessen schnelleren Umsatz im Boden sein kann. Gleich den Sägespänen hatte auch der Chilisalpeter das Knochenmehl zu einer bedeutenden Wirkung gebracht. Trotz des hohen Ernleerlrages dieser Parzelle II ist der Geldertrag doch der geringste von allen denen gewesen, wo ähnlich wir- kende Substanzen zugesetzt worden waren; es lehrt uns dies, dass wir die im Chilisalpeter auflöslichmachende Wirkung auf das Knochenmehl sehr theuer erkaufen. Was nun die Schwe- felsäure als ein das Knochenmehl schneller wirksam machendes Mittel belrifft, so ist deren Einfluss in dieser Beziehung auf der dritten Parzelle nicht zu verkennen; jedoch fand derselbe nicht in dem Maasse statt, wie durch die Sägespäne oder den Chili- salpeter. Aus den bisher besprochenen Resultaten sehen wir, dass es sehr verschiedene ölillel giebt, die Wirksamkeit des Knochenmehls auf die Erträge gleich im ersten Jahre bedeutend zu erhöhen; es kommt hierbei nur noch darauf an, das billigste und daher lohnendste herauszufinden. Es ist aber auch von hohem pekuniären Vorlheil, das Knochenmehl recht rasch lös- lich zu machen, denn während wir von der mit Knochenmehl gedüngten Parzelle im ersten Jahre nur für 31 Thaler pro Acker Körner verkaufen konnten, betrug die Summe auf der Parzelle, wo das Knochenmehl mit Sägespänen angewendet worden war, 75 Thalcr. Diese Auflösungsmittel sind daher für den schnelleren Umsatz des Knochenmehls im Boden äusserst wichtig, und es ist im voraus anzunehmen, dass auch der schwer lösliche Baker -Guano erst dnrch dieselben seine volle Bedeu- tung als Düngemittel erlangen wird. Von besonderem Interesse bei diesen Versuchen sind noch die hohen Körnerer träge der 4. 5. und 6. Parzelle bei der äusserst trockenen Witterung des Jahres 1858, welche gerade auf den ungedünglen Roggen so nachtheilig eingewirkt halte. Lehmann bemerkt in Bezug auf die nöthigcn Phosphor- 172 Düngnngs- und Kultur-Versuche. säiiiemengeri im ßüdeii, dass — wenn wir einen solchen, dessen geringe Erlragsfähigkeil nur durch einen Mangel an Phosphor- säure bedingt sein soll (wie dies in der Thal häufig slallfindet), in einen entgegengesetzlen Zustand überführen, so müssen wir denselben auch in dem oben ausgesprochenen Sinne mit Phos- phorsäure sättigen, und wollen wir diesem Boden seine hohe Ertragsfähigkeit erhallen, so kann dies nur geschehen, wenn er in diesem gesättigten Zustande verbleibt. Wir können dies aber nur auf die Weise erreichen , dass wir alle Phosphor- säure, welche wir dem Boden entzogen und aus dem Bereich der Wirtbschaft gebracht haben, wieder ersetzen, was bei einer starken Körnerausfuhr durch eine Gabe von 100 Pfund Knochenmehl oder 63 Pfund Baker -Guano pro Acker erreicht werden kann. Was den Nutzen mehrjähriger forlgesetzter Düngungs- versuchc betrifft, so wird dies aus der obigen Tabelle leicht ersichtlich. Lehmarm hat eine Tabelle über die auf den ein- zelnen Parzellen bewirkte Ausfuhr an Phnsphorsäure und Stick- stoff ausoerechnet. Wir geben nur die Zufuhr und Ausfuhr von den vier Versuchsjahren: Dimgujjgb- und Kultur-Versuche, 173 1 henmeh! Ctr., -Guano 3 1 .^3 o" 1— i o M «^ o (M CO U o S ^ , 1 ^* c >0 L.O O -H i^ ^-s CO i. r' •^ ^^ a> 1 O o S CO CM CO •* 1-1 T-H 3 -ii Jt: o > 1 Knochenme 10 Ctr., Sägespäne 5 Ctr. 1 CO O^ 1 1-1 CO 1 c GM o" oT CO CO 1— 1 > 1 J S Sh- S ^• .2 Q 10 ^-^ 1 CO 1 c^^ "* Phos- phor- säure. o Cß (M 00 Tjl h iii ^ 'M 1— ( s 1 ,1 ' i'i ^ CO «wa ■*^ -4^ cT o 1 C« , • 3 -i; ^ i3 Cß «> CO 3 < -o '^ Knoche 10 ( Schwefc 2 C i' C 'P 2 S S ^1 o CO o 01 CTs 1—1 s ^H^M 3 ll ^ 'S U CO CO 1 t— J a^ 3 H- 1 73 o 2 i £ o «O ■?}< %*■« o -^ CO t>- lO 3 2 c) S o" CO CO ^_ [2 CM O — ( N HH na ■op C/5 '' ^ 1 , ^ :?-§-^ 1 1 1 — = Ph Ohm ,' ^ , s -^ ? :- .2 =5 H c ^ o — o 'p S r2 -w o 5 « 3 r3 « 1— ( 174 Düngungs- und Kultur-Versuche. Düngungs- !,„ 23. Baiitle des Jouni. of the Royal Agric. Soc. of Eng- Versuche •' " ° bei Weizen, laiid thcilen Lawes und Gilbert Düngungs versuche mit, die wir in) Auszuge wegen ihres theoretischen und praktischen Interesses vorführen ^0- Dieselben wurden zu Rodmersham und zu Rolhamsted angestellt und solllen zur Entscheidung der Frage beitragen: Ob bestimmte Düngungsmittel auf beslimuUe Früchte auf verschiedenen Bodenarten und in verschiedenen Lokalitäten von gleichem oder ähnlichem Einduss seien? Als Versuchs- pflanze war der Weizen gewählt worden. Zu Rodmersham '^ wurden 3^ acres, ;i 1,58 Morg. pr. ausgesucht und in 7 gleiche Parzellen gciheüt. Der Boden war ein Ihoniger mit Kalk im Untergrund, 4—6 Fuss tief. Die vorhergehenden Bestellungen waren 1853 Turnips mit 2 Cenlner Guano und 3 Centner Super- phosphal für den acre, 1854 Gerste, 1855 tüchtig mit „London- dung" gedüngte Bohnen, also die in der Gegend gewöhnlichen Vorfrüchte. Die einzelnen Parzellen wurden folgendermassen gedüngt: Nr. 1. Ungedüngl; Nr. 2. mit 300 Pfd. schwefelsaurem Kali, 200 Pfd. schwe- felsaurem Natron, 100 Pfd. Schwefels. Magnesia, 200 Pfd. Knochenmehl mit 150 Pfd. Schwefelsäure; Nr. 3. mit 200 Pfd. schwefeis. Annnonium und 200 Pfd. Salmiak; Nr. 4. mit den unter 2 und 3 angegebenen Düngemitteln zusammen ; Nr. 5. mit 540 Pfd. Peruguano; Nr. 6. mit 2000 Pfd. Rapskuchen; Nr. 7. mit 14 Tonnen (a 20 Cenlner) Slalldung. Die angegebenen Mengen wurden die ersten 3 Jahre all- jährlich angewendet, ebenso im 4. Jahre, mit dem Unterschiede, dass auf Nr. 2 und 4 die Menge der Kalisalze auf 200, die der Natronsalze auf 100 Pfd. vermindert wurde. Im 5. und 6. Jahre wurde nicht gedüngt. Im ersten Jahre gab Nr. 1 32^ Bushel (ä 0,84 Schffl.) Korn und 43 Centn. Stroh per acre; Nr. 7 gab 30f Bushel Korn und mehr als 56 Centner Stroh. Die bedeutendste Vermehrung, welche durch Düngung *) W. d. Annalen d. Landwirthsch. iu den KOuigl. Preuss. Staaten 1863. S. 322. DüDguiigs- und Kultur-Versuche. 175 erzielt wurde, betrug 4 — 5 Bushel Korn und 15 — 16 Centner Stroh. Den günstigsten Einfluss äusserte der Dünger, der am stickstoffreichsten war. Die Ammoniumsalze, der Guano und der Rapskuchen gaben einen Mehrerliag von 4 — 5 Bushel Korn, der Mineraldünger allein und mit Ammoniaksalzen nur einen solchen von einem Büschel. Die Ammoniaksalze allein gaben i\en grössten Sirohertrag. Nr. 1. Hier waren die Er- träge 32i, 25|, 24|, 19^, 7{ (?) und 151 Bushel Korn per acre und 43, 22|, 24, 30|, 14^ und 16; Centn. Siroh. Nr. 2 brachte im Mittel der 4 Jahre, in denen gedüngt wurde, einen Mehrertrag gegen Nr. 1 von 3 Bushel Korn und 5^ Centner Stroh. Nr. 3 gab im Mittel der 4 Jahre einen Mehrertrag von 6 Bushel Korn und etwa 13 Centn. Stroh. Nr. 4 lohnte die Düngung mit einem Ueberschuss von 8 Bushel Korn und etwa 21 Ctr. Siroh im Mittel der 4 Jahre. Nr. 5 gab höheren Er- trag als Nr. 3 und zwar 7| Bushel Korn und 17f Cir. Stroh Mehrerfrag als Nr. 1. Nr. 6 gab etwa 8 Büschel Korn und 14^ Ctr. Stroh Mehrerlrag, Nr. 7 endlich brachte nur etwa 5 Bushel Korn und etwa 9i^ Ctr. Stroh Mehrertrag. In den beiden letzten Jahren 1859—61, in denen nicht mehr gedüngt wurde, war trotz des ungünstigen Wetters auf allen Parzellen, mit Ausnahme von Nr. 6 der Ertrag an Korn noch etwas höher, an Stroh aber geringer, mit Ausnahme der Parzelle Nr. 7. Eine Berechnung der Preise der angewendeten stickstoffhaltigen Düngemittel ergiebt, dass Guano bei weitem am vorlheilhaftesten, Rapskuchen am wenigsten vorlhcilhaft ist. Zu Rolhamsted wurde mit etwa 13 acres experimentirt, die seit 1844 Jahr für Jahr mit Weizen bei verschiedenen Düngorarten bebaut wurden. Die Resultate ergeben sich am besten aus folgender Tabelle. Während der letzten 10 Jahre wurde auf denselben Parzellen in den meisten Fällen stets dasselbe Düngematerial angewendet. 1T6 Düngungs- und Kultur-Versuche. Per acre angewendeter Dünger. Mittlerer Ertrag per acre während der letzten 10 Jahre. o "So o Stroh. Bushel. ' PM. 9a. 9b. 10. 11. 12. 13. 14. 15a. 15b. 1(J. 17. 18. 19. 20. 21. 9S> GOO Pfd Knochenasche und 450 Pfd. Schwofelsäure 400 Pfd. schwefeis. Kali und 200 Pfd. schwefeis. Natron, 200 Pfd. schwefeis. Magnesia . . . 14 Tonnen (a 20 C'entner) Stalldünger .... Ungedüngt „ seit 1853 vorübergehend Su^jerphosphat und Ammoniaksalze Alkalien, halb so viel wie 1,200 Pfd. Kuochenasche und 150 Pfd. Schwefelsäure Wie 5 u. ausserdem 100 Pfd. Annnoniumsulphat u. 100 Pfd, Salmiak Wie 5 u. ausserdem 200 Pfd. Ammoniumsulphat u. 200 Pfd. Salmiak , . . . . Wie 5 u. ausserdem 300 Pfd. Ammoniumsulphat u. 300 Pfd. Salmiak Wie 5 und ausserdem 550 Chilisalpeter .... 550 Pfd. Chilisalpeter 200 Pfd. Ammoniumsulphat und 200 Pfd. Salmiak. 200 Pfd. Knochenasche u 150 Pfd. Schwefelsäure, sonst wie 1 Wie 11 u. ausserdem 366i Pfd schwefeis. Natron Wie 11 und ausserdem 200 Pfd schwefeis. Kali Wie 11 und ausserdem 280 Pfd. chlors. Magnesia Wie 5 und lo Wie 5 u. 300 Pfd. Ammoniaksalze nebst 500 Pfd. Rapskuchen Wie I5a und 800 Pfd. Ammoniaksalze .... Wie 10 Wie 5 200 Pfd. Kuochenasche mit Salzsäure aufgeschlos- sen und 300 Pfd. Ammoniumsulphat .... Ungedüngt Wie 5 und 100 Pfd. Salmiak Wie 5 und 100 Pfd. .\mmoniumsulpbat . . . . 17^ 16 15J 27| 34| 36 311 24i 21 -04 33J 33 33V 32' 33f 37 31^ 185 31 15i 21 2U 1829 1771 3795 1663 1747 1919 2946 4076 4530 407Ö 3080 2510 3159 3832 3847 3916 3699 3946 5044 3508 2001 3508 1758 2344 2283 Vergleicht man die in HtjlhainsletJ gewonnenen Resullale mit denen von Rodinershain, so ergicbt sich, dass der Erfolg derselben Diingemillei nahezu ein gleicher war, dass stickstoff- hallige Düngungsiniltel z. B. einen höhern Erirag, als alkalische und dass durch ein Gemisch beider der Erirag noch bedeutend erhöht wurde. Ausserdem ersieht man aus den Versuchen 17 und 18 zu Rothamsted, dass eine abwechselnde Düngung mit i Wiesen. Düngungs- udiI Kultur -Vorsucbe. 177 Alkalien und Ammoniaksalzen geringere Erträge giebt, als eine gleichzeitige Anwendung derselben. Eine andere Reihe von Düngungsversuchen, die seit 6 Jah- D""sungs- 1 • AT7-- r I versuche auf ren zu Piolhanisled mit Wiesen ausgeiuhrt wurden, haben den Beweis geliefert, dass da der höchste Ertrag erzielt wird, wo man mit einem Gemisch von Alkalien, Superphosphat und Am- moniaksalzen düngt; der mittlere Ertrag per acre war 55 Ctr. Heu, während die ungedüngte Wiese nur 23^ Ctr. gab. In einer neuen Arbeit, welche Lavves und Gilbert im 24. Bande derselben Zeitschrift veröffenllichlen , wird die Wirkung der verschiedenen Düngeravlen in der Weise beleuchtet, dass die einzelnen Wiesenkräuter, welche je nach der Düngung mehr oder weniger vorherrschend waren, aufgeführt wurden, und zwar nicht allein nach der Anzahl der Arten, sondern auch nach der Zahl der Individuen und je nachdem das Laub der Stengel oder die Samenbildung mehr oder weniger hervortraten. Wir können aus der sehr umfänglichen und, wie es scheint, sehr gründlichen Arbeit nur Einzelnes hervorheben. 1. Auf ungedüngtem Lande bestanden die Pflanzen aus 74 Proz. Gramineen, 7 Proz. Leguminosen und 19 Proz. Un- kräutern. Es fand eine grosse Jlannigfaltigkeit statt, ohne dass einzelne Pflanzen ganz besonders dominiiien; Festuca duriuscula und F. pratensis, Avena pubescens und A. flavescens waren am häufigsten. Der Ertrag war gering und die Halme wenig entwickelt. 2. Bei gemischtem mineralischem Dünger war der Ertrag an Gramineen wenig grösser, ihre Menge nach Pro- zenten der ganzen Ernte geringer und eben so die der Un- kräuter; dagegen nahmen an relativer und absoluter Menge bedeutend zu die Leguminosen, besonders Trifolium, Lathyrus und Lotus. Stengel und Samen wurden mehr entwickelt und die Reifezeit trat früher ein. 3. Ammoniaksalze allein beför- derten die relative und absolute Zunahme der Gräser und ver- drängten die Leguminosen und Unkräuter fast ganz, beförderten bei letzteren ganz besonders das Wachsthum einiger Arten, Rumex acetosa, Carum Carvi und Achillea millefolium. Festuca duriuscula und Agrostis vulgaris waren am zahlreichsten vor- handen, die Wurzelblälter waren weit mehr entwickelt, als die Stengel und Blülhentheile. 4. Chilisalpeler verhielt sich den Ammoniaksalzen ähnlich, beförderte das Wachsthum der Gräser Hoffinaun, Jaliresbericht VI. 12 178 Düiiguugs- und Kultur -Versuche. und zwar besoiuicrs der Wiirzclblätler, doch cnhvickelleii sich die Legiuninosen in etwas grösserer Anzahl, Vvährcnd aber bei den Ammoniaksal/en Fcsluca duriuscula und Ag-roslis vul- garis besonders an Menge liervorraglen, so war es hier Alope- curns pratensis, das besonders überwiegend auftrat. Die Un- kräuter — Plantago lanceolala, Centaurca nigra, Rnniex acetosa, Achillea inillefolium, Ranuncnlus und Leontodon Taraxacnui — waren weniger zahlreich, als besonders üppig entwickelt. 5. Ein Gemenge von Ammoniaksalzen (oder Chiiisalpeter ) mit anderem mineralischem Dünger gab bei weitem den grössten Ertrag, der fast nur aus Gräsern, in wenigen Arten und Spuren von Leguminosen bestand; an Unkräutern waren wenig Arten und wenig Exemplare vorhanden. Das >yachslhum war ausser- ordentlich üppig und die Stengel waren kräftig entwickelt. Am häufigsten waren Dactylis glomerata und Poa trivialis; diesen zunächst standen Avena pubescens, A. flavescens, Agrostis vulgaris, Loliuni .percnnc und Holcus janatus. Fast ganz ver- schwunden waren: Festuca duriuscula, F. pratensis, Arrhena- lerum avenaceum, Alopecurus pratensis, Bromus mollis luid andere. G. Stalldünger beförderte das Wachslhum der Gräser und einiger Unkräuter — Rumex, Ranuncnlus, Carum und Achillea — verminderte aber die Menge der Kleearten und seiner Verwandten; im höchsten Grade war dies der Fall, wenn noch Ammoniaksalze dazu kamen. Am meisten wurde die Entwicklung von Poa trivialis und von Bromus mollis befördert, bei Gegenwart von Ammoniaksalzen aber Dactylis glomerata. Fast gänzlich verschwunden waren: Festuca duriuscula und F. pratensis, sehr vermindert: Avena flavescens, A. pubescens, Agrostis vulgaris, Lolium perenne und Arrhenaterum avenaceum. Stengel und Blätter waren ziemlich gleichmässig entwickelt, doch war die Reifezeil sehr verschieden. 7. Jede Art von Dünger verminderte die Anzahl der Spezies und die Unkräuter; am meisten ein Gemisch von stickstoffhaltigem und mineralischem Dünger. 8. Eine bedeutende Erhöhung des Ertrages gab nur Stalldünger und eben so ein Gemenge von stickstoffhaltigem und mineralischem Dünger. Seit 10 Jahren angestellte Ver- suche mit Gerste führten zu dem Resultate, dass ein Gemisch von Ammoniaksalzen und Supcrphoshat die höchsten Erträge liefert, die nur wenig durch einen Zusatz von Alkalien erhöht Düngun.es- tuul Kultur- Versuche. 179 werden. Schwefelsaures Nulron, Billersalz und Suporpliospliat bringen kaum eine merkliche Wirkung hervor, 22^ Bushcl Korn und 1312 Pfd. Siroh per acre; ungedüngt erhielt man 22| Bu- shel Korn und 1501 Pfd. Stroh. Seil dem Jahre 1847 sind Versuche mit Bohnen, Erbsen und Wicken bei verschiedener Düngung angestellt. Im All- gemeinen hat man gefunden, dass Kalisalze und bis zu einer gewissen Grenze Phosphate den vorlheilhafleslen Einfluss auf den Ertrag ausüben, wogegen slickstolfhaltige Dünger nur ge- ringen Erfolg haben, obgleich eine Bohnenernle 2 — 3 mal so viel Stickstoff enlhäll, als eine Weizenernte unter gleichen Um- ständen. Wenn aber Hülsenfrüchte zu oft hinter einander folgten auf demselben Boden, so verminderten sich die Erträge, was bis jetzt noch keine Düngerkombinalion zu verhindern vermag. Bei dem abwechselndem Baue von Bohnen und Weizen erhielt man etwa eben so viel Stickstoff in 5 Ernten, als sonst von 10 Ernten auf ungedüngtem Boden, obgleich doch die Boh- nen viel Stickstoff bedürfen. Wichtig ist auch die Beobach- tung, dass Brache statt der Bohnen denselben Erfolg hatte. Bei Versuchen mit Klee, Trifolium pratenso, die seit 1S49 anffestellt sind, machle man dieselben Beobachtungen, die bei P""S''"gs- ~ ' . versuche bei den oben erwähnten Leguminosen milgetheilt sind. Auffällig Kiee. ist die Erscheinung, dass in einem Theile des Küchengartens, der nur wenige hundert Ellen vom Versuchsfelde entfernt ist, seit 1854 inuncr gleich reiche Kleeerträge erzielt sind. Der Garten befindet sich seit 2 — 3 Jahrhunderten in gewöhnlicher Gartenkultur. iMit Turnips hat man seit 1843 auf 8 acres Versuche mit verschiedenen Düngerarten angestellt; dieselben werden noch ,.e"s"fch"Tei forlgesetzt. Vorläufig lassen sich folgende Punkte feststellen, Tumips. 1. Auf ungedüngtem Boden vermindert sich der Ertrag in we- nigen Jahren bis auf \Aeni(>e Cenlner per acre; aber die ver- kümmerten Pflanzen haben einen ungewöhnlich hohen Prozenl- gehalt an StickstofT, 2. Von mineralischen Düngern war Supcr- phosphat der beste, doch wird durch seine alleinige Anwendung der Stickstoffgehalt des Bodens bald erschöpft. 3, Wirklich grosse Ernten von Rüben kann man nur erhallen, wenn man reichlich mit kohlen- und slickslofTreichen Stoffen düngt, als 12* DiiDgmittel. 130 Düngungs- uiul Kultur -Versuche. da sind: Slalldünger, Rapskuchen, Guano, Aininoniaksalze. Giebt man bei diesen Düngern der Saat eine Beigabe von Superphosphaf, so wird das Wachsthurn bedeutend befördert. ueber die jjj_ Golireu*) Unternahm Versuche über die Nachvvir- knng ver- kiiug verschiedener Dungmittel und zwar sollten da nachstehende schiedener Versuchc eincu Beitrag zur Kenntniss der Nachwirkung von Peruguano, Knochenmehl, Oelkuchen, Superphosphal, Rüben- schlammpresslingen, holleschauer Guano, Stallmist und Jauche, im zweiten Jahr ihrer Anwendung bei Zuckerrüben liefern. Der Boden halte folgende Zusammensetzung: Organische Substanz 2,867 (darin Stickst. 0,029) in Säure lösliche Bestandtheile . . 6,832 feiner Sand und Thon 69,726 Quarzsand und Steine 20,872 99,997 Die in Säure löslichen Bestandtheile sind: Kali 0,100 Natron 0,056 Kalkerde 0,936 Talkerde 0,100 Thonerde / Eisenoxyd ( ' Phosphorsäure .... 0,043 Schwefelsäure .... 0,029 Chlor 0,013 Kieselsäure 0,134 Kohlensäure .... . 0,025 6,822 Wie 1860 wurde auch 1861, nachdem die Parzellen um- gespatet waren, am 11. Mai angebaut. Bei einem Besuch des Versuchsfeldes am 22. Mai waren sämmllichc Parzellen auf- gegangen. Nach dem üblichen dreimaligen Behacken wurde, wie 1860, am 1. October geernlet. Während der Vegetations- zeit, die also in beiden Jahren genau 142 Tage dauerte, zeigte sich durchaus nichts Differirendes zwischen den einzelnen Par- zellen. In folgender Tabelle sind die Resultate der Ernten zusammengestellt. *) Mittheilungen der K. K. Mähr. Schlcsischeu Ackerbaugesellschaft 1863. S. 26. Düngun.es- und Kultur -Versuche. 181 Gewicht der Gewicht der o Düngung pro Parzelle 200 Q'. Rüben. Blätter. i Pfund. Pfund. Pfund. 'k^ 1860 1861 1860 [ 1861 1. Va Perugano 140 112 45 30 2. I „ 160 108 50 82 8. l'/2 „ 125 93 55 29 4. 1 '/a auf 2 mal untergebracht . . . 135 93 65 20 5. l'/a „ 3 „ „ ... 175 111 65 33 6. ■2 Peruguano 169 135 50 84 7. 1 Knochenmehl 145 117 40 84 8. 2 „ 128 114 38 33 9. 3 „ 146 108 50 40 10 3 auf 2 mal untergehracht .... 150 106 45 30 11. 160 125 45 36 12. 4 Knochenmehl 135 106 41 38 13. 2 Oelkuchen 176 107 75 80 14. 4 „ 124 97 58 2V 15. 146 97 50 80 IG. 6 auf 2 mal untergebracht .... 155 71 75 27 IT. G „ 3 „ „ .... 135 lOö 60 35 18. 8 Oelkuchen 123 103 79 28 19. 1 Superj^hosi^hat 106 85 46 24 9.il 2 140 111 40 27 9.1. 3 „ 120 85 40 24 92. 3 auf 2 mal untergebracht . . . 129 87 50 26 9:^. 135 100 50 25 24. G Superphosphat 146 103 38 27 20. 3 Filterrückstande 128 91 43 25 '^G. 6 „ 125 105 40 25 27. 9 „ 130 99 63 26 28. 9 auf 2 mal untergebracht .... 145 96 45 24 29 9 „ 3 „ „ .... 180 104 45 28 no. 12 Filterrücksttlnde 128 97 45 25 31. 1 Holleschauer Guano 126 78 63 28 82. 122 86 61 27 33. 130 93 50 42 34. 3 auf 2 mal untergebracht . . . 130 91 45 28 35. 128 67 50 28 3G. 4 Holleschauer Guano ..... 102 83 69 27 37. 30 Stallmist 115 105 40 84 38. 60 „ 105 95 40 25 39. 90 „ 125 120 40 38 40. 120 „ 116 108 52 80 41. 50 Jauche 126 93 55 35 4-> 100 140 125 93 104 45 54 24 4.8. 150 „ 29 44. 150 auf 2 mal untergebracht. . . . 111 94 50 39 4;-). 150 „ 3 „ „ .... 130 102 51 81 4G 200 Jauche 130 125 101 70 50 45 37 47. Ungedüngt 31 48. 101 82 57 26 49. 140 91 40 23 50. 125 102 50 33 51. 126 97 50 23 182 Düngungs- und Kultur -Yersuclie. 1 s Düngung pro Parzelle Pfund. 20() Q'. Gewicht der Rüben. Pfund. Gewicht der Blätter. Pfund. 1860 1861 1860 1861 5^, Ungedüngt 123 164 149 100 1)3 109 104 93 54 55 45 51 38 53, 33 54, 23 55. n 20 Das Verhältniss der Blätter zu den Rüben war im Diircli- sclinllt 1660 wie 1:2,8 1861 wie 1:3,4. G obren unterzieht nun nach bestimmten Furagen diese Versuchsresuifale einer Betrachtung. 1. Welchen Einflus.s hat die Individualität des Bodens auf die Quantität der Ernte? Es wird da hervorgehubcn, dass die Ernten auf den ungediingten Parzellen, trotz durchaus gleich- artigen Aussehens des Bodens, so verschieden waren, dass auf der geringen Fläche von 200 Oufidratfiiss das Ernferesultat um 40 Pfd. differiren konnte! Ein Beweis mehr, wie wenig ver- lässlich komparative Düiigungsversuche auf dem Felde sind, wenn nicht sehr zahlreiche ungedüngle Parzellen zur Ver- gleichung eingeschoben werden. 2. Welchen Einfluss hat die veränderte Witterung auf die Onantität der Ernte geäussert, abgesehen von jeder Düngung? Man darf wohl die durchgehends geringere Ernte 1861 zum grössten Theile den geänderten Witterungs- und Temperaturs- verhällnissen und nicht einer durch die Ernte 1860 herbeige- führten Erschöpfung des Bodens zuschreiben, denn bei dem Universaldüngemiltel Stallmist hat die vierfache Menge im zweiten Jahr nicht einmal den Ertrag der einfachen Menge im ersten Jahre erreicht. 3. Welcher Dünger hat in beiden Jahren den höchsten Ertrag über Ungedüngt geliefert, welcher den geringsten? In beiden Jahren haben im Durchschnitt einer Parzelle über un- gedüngt geliefert: Oelkuchcn -f 29 Pfd. Rüben. Knochenmehl . . . . ~\- 28 „ „ Rübenschlainm2)resslinge -j- 24 „ „ Peruguano 4" 21 Superphosphat ....-}- 3 Hulleschauer Guano Stallmist .... Jauche .... 3 12 — 12 Dniiffmi.n:»- und Knltur-Vorsnche 183 Alis diesen Ergebnissoii schliesseii zu wollen, dass Slall- inist und Jauche im Widerspruch mit allen Erfahrungen schlechte Dtiugemillel seien, wäre weit gefehlt. Das ergiebt sich aber mit Evidenz für Felder von vorliegender BescIiafTenhcit: Baue nie Zuckerrüben nach frischer Slallmistdüngung! Es giebl andere Früchte, die viel dankbarer gegen eine solche Düngung sind und nach diesen sollen erst Zuckerrüben folgen. Auf- fallend ist die geringe Wirkung des Superphospliats. Erklären Messe sich dies dadurch, dass der saure phosphorsaure Kalk der an und für sich der Vegetation nachtheilig ist, nicht in ein basisches Salz unigewandelt wurde. 4. Wie verlheilt sich die günstige Wirkung der einzelnen Düngemittel? Leider ersireckcn sich die Versuche nur auf 2 Jahre und die günstigen Wirkungen des vStallmistes und der Jauche für Zuckerrüben dürften erst im 3. Jahre deutlich her- vorlrelen. Setzt man den Gesammimehrerliag, der durch die Düngungen in den 2 Jahren über Ungedüngt sich ergeben hat, gleich 100, so erhält man folgende Resultate: 1. Jalir. 2. Jalir. Oolkuchon 69 31 Knoclieumebl 47 53 Rübcnsclilammprcsslingo . 33 07 Peniguano G4 3G SiipcrplioS2}liat 100 Hollcscbauor (Tiiano ... 33 67 Stallmist 100 Jaucbe 5. Ist die Wirksamkeit der Düngemittel dadurch erhöhl worden, dass man gleiche Ouanlilälen derselben portionenweise zu vei"schieilencM Zeilen auf das Feld brachte? Ein und die- selbe Menge Dünger hat je nach der Zeit der Aufbringung den Mchrerlrag von 39 Pfd. — 148 Pfd. geliefert. Gewiss eine nicht genug zu beherzigende Thalsache. Jedenfalls ergi(i)l siidi für ilen Landwirlh die Mahnung, seinen sogeuannleu künstlichen Dünger nicht auf einmal auf das Feld zu bringen, sondern ihn während der Vcgelationszeil in beslimmien Perioden auszu- streuen; bei Zuckerrüben ist dies Verfahren mit sehr wenig Umständen verbunden und kann bei dem jedesmaligen Behacken vorgenommen werden. IVamenIlich ist die Wirkung im ersleu Jahre der Düngung eine ganz aussorordenlliche, dazu kömmt 184 Düngungä- und Kultur -Versuche. noch, dass bei der Aufbringung in drei Perioden auch im zweiten Jahr die Nachwirkung eine doppelt so grosse ist, als wenn der Dünger vor der Aussaat auf eirnnal untergebracht wird. 6. Bringen gradatim steigende Düngermengen auch gradatim steigende Erträge hervor? Die verschiedenen Quantitälen eines und desselben Düngeiniltols zeigen so verschiedene Erträge, dass bei ihrer Betrachtung allein kein leitender Faden zu finden ist, selbst im Gesammlerlrag der beiden Jahre ist keine Regel- mässigkeit. Bei Zusammenstellung der Erträgnisse der ganzen Gruppen aber zeigt sich ein wesentlicher Unterschied, der sich jedenfalls noch prägnanter gestalten würde, wenn nicht Nr. 17 Parzelle 3 so abnorme Verhältnisse zeigte. Grössere Quanti- täten Dünger haben grössere Erträge geliefert, so \iel geht wohl im Allgemeinen mit Bestimmtheit aus den Versuchen her- vor. Zu dem ganz entgegengesetzten Resultate würde man kommen, wollte man bloss die Erntercsulfate des ersten Jahres berücksichtigen. Es ist dies ein Beweis, dass einzig und allein die Durchschnittswirkung einer Düngung während mehrerer Jahre verlässliche Antwort auf die durch die Cullurversuche gestellte Fragen geben kann. 7. Welchen Einfluss übt die Düngung auf die Oualität der Rüben im zweiten Jahr? Die Reihenfolge ergiebl : Saccharoiiieteigrade. Knoclienmehl 20,18 Superpliosphat 19,88 Ungedüngt 19,47 Oelkucheu 18,96 Rübenschlamm-Presslingc 18,96 Peruguano 18,65 Stallmist 18,48 HoUescliauer Guano 18,20 Jauche 17,73 Die Düngung mit Knochenmehl kann also in quantitativer und qualitativer Beziehung nicht genug empfohlen werden! 8. Wie renliren sich die Düngemittel? Der höchte Rein- ertrag ist der Knotenpunkt, auf welchen alle Fäden landwirlh- schafllicher Thäligkeit zusammenlaufen. Die Höhe desselben wird sich freilich nach verschiedenen Verhältnissen richten, nach dem jeweiligen Preis der Düngemittel, nach ihren Trans- portkosten u. s. w. Düneiings- undSKultur-Yersuclie. 185 B c Düngung auf 1 üst. Motzen. Pfund. Kosten der Düngung. fl. 1 kr. Gesammt- Reinertrag. fl. 1 kr. 1 Peruo'Uiino 128 12 10 12 i 12 3 15 U 12 1 80 24 80 80 84 36 40 80 2 2 1 11 7 13 20 1 18 90 2. KnocheDmehl 25G Oelkuchen 512 . 32 20 4. 5. 6. 7 Su2)erphosphat 256 Rübenschlamm-Press Hollescliaupi- Guano Stallmist 7200 . inge 7G8 ... 256 29 76 86 40 8. Jauche 12,800 44 9. Welchen Einfluss übt der Boden und die Düngung auf den Lauberlrag? Die Grenzen liegen bei den gedüngten Par- zellen 26 Pfund auseinander, demgeniäss hat der Boden einen grösseren Einfluss auf den Laubertrag bewiesen, als die Dün- gung. Nur die slickstofTreichen Düngeniiltel haben den Ertrag über Ungedüngt bedeutend erhöht. Auf die Blälterernle hat gleichfalls die \yilterung einen bedeutenden Einfluss ausgeübt. Im Jahre 18G0 hat im Gesammtdurchschnitt eine Fläche von 200 D Fuss 53 Pfund, im Jahre 1861 30 Pfd. Blätter geliefert, also um 43 Proz. weniger. Der Einfluss der Witterung zeigt sich daher auf die Blätlerproduktion bedeutend stärker als auf die Rübenproduktion. 10. Ist der Rübenertrag proportional dem Blälterertrag? Nimmt man den Gcsammtertrag einer Parzelle in 2 Jahren zur Grundlage, ergiebt sich die folgende Reihe: Pi üben. B 1 ii 1 1 e r. Holleschauer Guano . 206 Pfd. Superphosphat . . Ungedüngt 221 „ Rübenschlammspressl. 70 Pfd. 73 „ Stallmist 222 Superphosphat . . . 224 Jauche 225 Rübenschlammspressl. 230 Oelkuchen 234 Knochenmehl .... 257 Peruffuano 270 Stallmist 73 Knochenmehl 77 Ungedüngt 78 Jauche 84 Hollosch. Guano .... 85 Peruguano 85 Oelkuchen 96 Man sieht wie prekär es ist, von einem schönen Blülhen- sland in jedem Fall auf eine reiche Rübenernle schliessen zu wollen. 11. Welchen Einfluss hat die Düngung auf die Fehlstellen? In jedem Jahre waren pro Parzelle 140 Salzstellen, wie viel davon geblieben sind, wird aus folgender Zusammenstellung ersichtlich: 186 Dünf';iings- und Knltiir-Yprsuchp. Düngung. i8ßo. 18C1. ,'^;;;;';|;; Stallmist '.)5 115 105 Superpliosphat 107 li;5 110 Oelkuclien lU 1 IG 115 Knochenmelil 114 117 115 Ungedüngt 117 114 115 Jauche 122 115 116 Peruguano 122 111 116 Hollescbauer Guano ...119 119 119 Rttbenschlamm-Presslingc . 123 119 121 Im Allgemeinen ist die Differenz nicht sehr bedeutend. Slalhnist und Siiperphosphal sind jedenfalls als Feinde des jungen Riibenlebens erschienen, freilich zeigt sich der schäd- liche Einfluss nur im ersten Jahre, wie überhaupt ISGO viel grössere Unterschiede bemerkbar sind, wie das nicht anders zu erwarten ist. 1860 differirl die Anzahl der Salzsfellen von 95—125; 1861 von 113-119. Auf der andern Seite ergiebl sich aber auch, dass manche Dünger die junge Pflanze nicht allein kräftigen, sondern auch vor schädlichen Einflüssen schützen können. Die Witterung scheint keinen Einfluss auf die Zahl der Fehlstellen gehabt zu haben, denn im Durchschnitt aller Parzellen des ganzen Versuchsfeldes sind auf einer Fläche von 200 D Fuss im Jahre 1860 wie 1861 115 Rüben gewachsen. 12. Welcher Einfluss auf das durchschnittliche Gewicht einer Rübe ist entscheidender: 1. die Setzweite? d. h. in diesem Falle die grössere oder geringere Anzahl Rüben, die auf einer Parzelle erwachsen ist; oder 2. die Düngung? oder 3. die Witterung? Das Durchschniltsgewicht einer Rübe im Durchschnitt des ganzen Versuchsfeldes war im Jahre 1860 1,15 Pfd. Die durch die geänderte Witterung herbeigeführle Differenz beträgt also 0,29 Pfd. Je nach der Art der Düngung ergiebt sich eine Differenz von gleichfalls 0,29 Pfund. Düngungs- Vou dcr Vcrsuchsstation zu Dahme wurden Versuche "^Kröch!™' unternommen*) über den Einfluss des Knochen d üngers, mehi. so wie e i n i g e r a n d e r e r p h o s p h o r s ä u r e reiche r D u n g - materialien. Es wurden hierbei die folgenden Punkte be- rücksichtigt: 1. Der Grad der Zeikleincrung der Knochen. VI. Bericht der Versuchsstation D;ihme S 13. Diinpungs- und Kultiir-Vorsnche. 187 2. Der Leinigcliall dos Melils (anf Leim versollene Knochen, gedämpfte direkt vermahlene). 3. Die Zubereitung millelsl Schwefelsäure (um\ zwar auf- geschlossenes K n c h n m e h 1 und aufgeschlossene Knochen- kohle, ferner die Aufschliessung mit viel Säure, also voll- konnnen, und mit wenig Säure, also unvollkommen bewirkt. 4. Die Zubereitung mittelst Anfaulen des Knochenmehls. Endlich aber dürfte noch zu berücksichtigen sein: 5. Die Verschiedenheit der Wirkung auf die verschiedenen Pflarizengallungen, und zwar wurde die Hauptthäligkeit kom- parativen Versuchen mit gefaultem und frischem Knochenmehl zugewendet. Als Düngungsmatcrial wurden benutzt sechs verschiedene Knochenmehlsorten, ferner ein mit Schwefelsäure aufgeschlossenes Knochenmehl, zwei Superphosphate und ausserdem noch nor- wegischer Fischguano und Bakerguano, letzlerer in zwei For- men, nämlich unpräparirt und mit Schwefelsäure aufgeschlossen. Die Knochenmehlsorlen waren auf verschiedene Weise fabrizirt, von verschiedener Feinheit, theils gedämpft, Iheils nicht, und konnten demnach ganz wohl zur Erörterung der oben sub 1 und 2 gestellten Fragen dienen. Nach Korn und Leimreichthum Hessen sie sich etwa in folgende zwei Reihen ordnen : a) Nach dem Grade der Zerkleinerung. 1. Knochenmehl von Calau, gestampft, augenscheinlich ohne vorher gedämpft zu sein, ein Gemenge von Mehl und Knochen- splittern, letztere bis zu einer Grösse von mehreren Millimetern. 2. Griesförmiges Knochenmehl von Martiniquefelde, Körn- chen von 1 Millimeter und weniger Durchmesser. 3. Knochenmehl von Berlin, dem vorigen ähnlich, nur untermischt mit feinpulvriger Masse. 4. Knochenmehl von Strehla, feinpulvrig. 5. Feines Knochenmehl von Martiniquefelde, desgleichen, (5. Knochenmehl von Göhren, desgleichen. Die drei letzten Mummern waren ungefähr von gleichem Korn, sie stellten ein homogenes wirkliches Mehl dar. b) Nach dem Leimgehalt. 1. Knochenmehl von Göhren, 40"A» Leim. 2. Knochenmehl von Calau, 36"/o Leim. 133 Düngungs- und Kultur-Vorsuclio. 3. Knochenmehl, fein, von Martiniqucfekle, 36% Leim. 4. Knoclienmehl, griesförmig, ebendaher. 5. Knochenmehl von Berlin, 26 "o Leim. 6. Knochenmehl von Strehla, 217« Leim. Den Versuchsboden anlangend, wurden folgende Bemer- kungen vorausgeschickt. Die praktische Ausführung der Versuche hatten die Herren Küster auf Falkenberg, Schütze auf Ilcinsdorf und Schwielzke auf Wahlsdorf übernommen. Auf allen drei Gütern sind seit Jahren Knochenmehlfjräparate zur Düngung verwendet worden, und zwar in Fa'.kenberg sehr bedeutende Onanliläten, in Heinsdorf und Wahlsdorf immer nur kleinere Mengen versuchsweise. Dabei hat sich ganz konsequent das Resultat herausgestellt, dass in Falkenberg das Knochenmehl auf allen Schlägen der Feldmark die vorzüglichste Wiikung äusserste, während in Heinsdorf und Wahlsdorf davon in der Regel nur ein gerhiger, oft auch gar kein Erfolg zu sehen war. Dieser Beobachtung gemäss wurden die Versuche so vertheili, dass in Falkenberg hauptsächlich die slickstofflosen Phosphate zur Verwendung kamen, während für Heinsdorf und Wahlsdorf die Knochenmehle in frischem und angefaultem Zustande auf- behalten wurden. Die Versuche wurden bei Sommergerste, Hafer, Kartoffeln und Zuckerrüben ausgeführt. Es ergaben sich aus denselben die folgenden Schlussfolgerungen: 1. Der Erfolg einer Düngung mit Knochenmehlpräparalen hängt in erster Linie von der Beschaffenheit des Bodens ab, welcher damit gedüngt wird. Wirkt ein Knochenmehlpräparat in einem Falle nicht (Reinheit und Unverfälschtheit desselben natürlich immer vorausgesetzt), so ist der Grund hierfür stets zunächst im Boden zu suchen, und es ist dann auch wenig Hoffnung, dass durch irgend eine Manipulation, die den Zweck hat, das Düngemittel löslicher und den Pflanzen leichter zu- gänglich zu machen, geholfen werde. 2. Zeigt ein Knochenmehlpräparat auf einem gegebenen B den Erfolg, so ist seine Wirksamkeil um so grösser, jemehr Theile des Düngers sich in leicht löslichem Zustande befinden. Die Präparalion dieser Düngemittel, sei es durch Gährung, sei es durch Aufschliessung mit SänrtMi, ist also eutschieden nütz- Düuguugs- und Kultur-yer^iuche. 189 lieh und wimschenswerlh, sie beschleiniigl iiiul v er in ehrt die ^yil•kunff, bedingt sie aber nicht, wie dieses der Boden Ihiil. Was die entsprechende BodenbeschafTenheit anbelangt, so ist es nach dem jetzigen Stande unseres Wissens nicht möglich, einen bestimmten Aufschluss auf diese Frage zu geben. Wich- tio- in dieser Richtung werden sein : die absolute Menge von Phosphorsäure, die der Boden an sich schon enthält, ferner die Formen und Verbindungen, in denen dieselbe auftritt, ebenso die Qualität und Quantität der übrigen im Boden vor- handenen Nährstoffe, ihr relatives Verhältniss zur Phosphor- säure etc. Von den Versuchsfeldern sind die Boden analysirt und mitgethcilt. Wir heben da nur hervor: Es enthalten 10,000 Theile Boden von Falkenberg. Heiiisdorf. Wahlstloif. in Siiure ( Kalkcrde 6,1 10,0 12,3 löslich, i Phosphorsäure 2,9 3,5 4,9 Stickstoff in I 9 7 6,4 11,7 unluslicner t orm ) j j j Stickstoff als Ammoniak 0,4 0,2 — Stickstoff' als Salpetersäure 0,1 0,2 0,3 Der Falkenberger Boden ist also relativ reich an Stickstoff und arm an Phosphorsäure und Kalk, bei dem Heinsdorfer und Wahlsdorfer Boden findet gerade das umgeliehrte Verhältniss statt. Ersterer enthält auf je ein Theil Stickstoff immer nur halb, höchstens zwei Dritttheil so viel Phosphorsäure, als letzterer. Aus den obigen Versuchen ist die Thalsache festgestellt, dass in dem vorliegenden Falle auf einem Boden, der pro 1 Theil Stickstoff in Form von Ammoniak und Salpeter- säure 6 Theile Phosphorsäure enthielt (circa 3 Theile Phosphor- säure in 10,000 Theilen Boden ) die käuflichen phosphorsäure- reichen Düngemittel vorzüglichen Erfolg hatten, und dass ihre Wirkung durch gleichzeitige Beigaben von Stickstoff noch ge- steigert wurde, — während auf zwei anderen Bodenarten, in denen auf 1 Theil Stickstoff in Form von Ammoniak und Sal- petersäure 10—11 Theile Phosphorsäure vorhanden waren (4-5 Theile Phosphorsäure auf 10,000 Theile Boden) dieselben Düngemittel nicht wirkten, wohl aber von allen ammoniakreichen Düngern ein vorzüglicher Erfolg zu spüren war. 190 Düngungs- und Kultur-Versuche. In Bezug auf die Präparation der Knochendiinger lehren die Versuche, dass das Aufschliessen des Knochenmehls mittelst Schwefelsäure (eine Operation, die immer am besten von den Fabriken ausgeführt wird) den Vorzug vor dem Anfaulenlassen derselben verdient. Will man das letztere wählen, so ist, wie aus den Wahlsdorfer Versuchen hervorgeht, einige Vorsicht nöthig. Am besten wird man folgendermassen verfahren: Mau mischt das Knochcumehl sorgfältig mit dem gleichen oder auch dojjpelten Volumen Erde , feuchtet das Ganze gehörig mit Jauche au, schichtet es unter einem bedeckten Räume in einem nicht zu hohen Haufen auf, und bringt über denselben noch eine dünne Decke von Siiperi3hosi)hat oder schwefelsaurem Knochenmehl. Die Erhitzung tritt je nach Lufttemperatur in 1 — 3 Tagen ein, steigert sich einige Tage hindurch, und nimmt dann wieder langsam ab. Ist der Haufen wieder abgekühlt, so kann er beliebig lange ohne weitere Veränderung liegen. Die Decke von Superphosphat dient dazu, das sich während der Gäh- rung entwickelnde Ammoniak zu binden, und dadurch auch diesen (übrigens geringen) Verlust an Dungstoffen zu verhüten. Auf die speziellen Zahlen-Resultate der einzelnen Versuche, wie auf die Analysen der Dungmittel und der Bodenarten müssen wir auf die Original-Abhandlung verweisen. Döngiings- Dietrich*) berichtet über eine ganze Reihe von Dün- Versuche mit Guano, gungsversuchcn, und zwar: 1. Düngungsversuche mit Guano und minerali- schen Zusätzen bei Winter roggen. Sie wurden ausgeführt auf Veranlassung des Herrn Wittmer, theils um die zweifelhafte Wirkung des Guano auf dem Boden der Gegend festzustellen, theils um die Wirkung desselben bei mineralischen, theilweise auf die Guanobestandtheile lösend wirkenden Zusätzen vergleichend zu prüfen. Durch die Ver- suche hat sich nun bestätigt, dass nach stickstoffhaltigem Dünger stickstoffreichere Pflanzen wachsen, als bei NichtZuführung von solchem, dass also Pflanzen mit einem grösseren Gehalt an dem für die Ernährung des thierischen Körpers so wichtigen Prolein erzeugt werden. Nach vorgenommener Untersuchung enthielt der Roggen: Proleinstofifc in deu im Stroh. Körneru. der ungedüugteu Parzelle 3,2 pCt. 8,1 pCt. der mit Guano gedüngten Parzelle .... 4,7 „ 11>2 „ *) Erster Bericht von Heidau. 1—49. Düngungs- und Kultm -Versuche. 191 Unter Zugriinclelogiing der angegebenen Ernlebciriige be- rechnet sieh hiernach die in der Erntemasse enthaltene Pro- feinmenge (pro Acker) „ . i" 'Ion im Mioh. Körnern '" Summa. I)ei der uugedüugteii Parzelle auf ... 41 Pfd. 65 Pfd. IOC Pfd. bei der mit Guano gedüngten Parzelle auf 78 „ 119 „ 197 „ bei der mit Guano und Schwefelsäure ge- düngten Parzelle auf 93 „ 149 „ 242 „ Bei letzterer Parzelle würde sich die Pruteinniengc der Erntemasse, wenn ihr procenlischer Gelud! davon dem des nn- gediinglen Roggens gleicii angenommen wird, nur auf 107 Pfd. in den Körnern, auf 63 Pfd. im Stroh, und auf 170 Pfd. in Summa berechnen. Es sei da erinnert, dass flermbstadt auerst auf die Ver- mehrung der ProteinstofFe beim Weizen durch stickstoffhaltigen Dünger hinwies; Boussingauit und Burnct bestätigten dies später. — E. John und Lawes bestreiten dies jedoch. Ersteier und Andere wollen überliaupl bewiesen haben, dass durch Stickstoffdüngung die Menge des Stickstoffes abnehmen soll, aber nicht unter denselben Umständen und für dieselben Ge- wächse, wie Andere das Gegenlheil bewiesen haben"'). Es soll die Slickstoffmenge nach Mulder bei Gerste fallen — nach Polslorff und E. John, bei Hafer fallen — nach Norton, bei Erbsen fallen — nach E. John, bei Bohnen steigen — nach Gilbert, bei KarlofFehi fallen — nach E. John und Fresenius, bei Rüben fallen nach E. John, steigen nach Lawes. 2. Düngungsv ersuche mit käuflichen Dünge mit- Dünguugs- ,1 1 . »ir . , Versuche lein bei Winlerroggen. ., ,. . o ö jnit Ivunst- Diese Versuche bezweckten: Vergleichung der Wirksam- düDger. keit der den hessischen Landwirthen am leichtesten zugäng- lichen käuflichen Düngemittel. Wir können wegen des lokalen Zweckes dieser Düngungs- versuchc nur einige allgemeine Bemerkungen über die Wirkung derselben hervorheben. Im Allgemeinen haben die verwendeten Düngestoffe, mit *) Journ. f. prakt. Chemie 1 — 57. Strumf, die Fortschritte der ang. Chemie. 1. 17. 192 Düngungs- und Kultur-Versuclie. Aiisnahiiie von Guano und ßlulilüngcr, nur schwache Wirkung geäussert, und obwohl durchgängig millelst derselben gegen „Unge düngt" ein Mehrbetrag von Ernfemasse erzielt wurde, so war dieser doch in den meisten Fällen nicht hinreichend, um die Auslagen für dieselben zu decken. Insbesondere war der Erfolg gering bei den Düngungen mit Superph osphat (mit Säure aufgeschlossene Knochenkohle). Etwas günstiger in vorliegenden Versuchen ist die Wirkung des Knochen- mehls gewesen. — Die sogenannten Kunstdünger (Paten- dünger, künstlicher Guano) haben eine sehr verschiedene Wir- kung geäussert, eine Verschiedenheit, welche ebensowohl von der Zubereitung der Dungsloffe und deren mechanische Be- schaffenheit, als von dem Gehalte derselben an Phosphorsäure, Stickstoff und Alkalien bedingt worden zu sein scheint. — Die höchsten Erträge, und zwar Gewinn abwerfende Erträge lieferten die Parzellen, welche mit an löslichen Stickstolfverbindungen reichen Düngesloffen gedüngt worden waren. 3. Düngungs versuche mit Knochen, Düngungs- Dlc Vcrsuche sollten zur Beantwortung der Fragen bei- ''"7'^^ tragen: mit ~ Knochen In wic wcit ist auf die Beschleunigung der Wirkung der Knochen von Einfluss: Der Grad der Zerkleinerung derselben? Der Grad ihrer Zersetzung mittelst Säuren (der Grad ihrer Aufschliessung)? Genügt das Biossiegen des phosphorsauren Kalks durch Entfernung des kohlensauren Kalks mittelst wenig Säure? — oder Ist die Zersetzung des schwerlöslichen, phosphorsauren Kalks in leichler lösliche Verbindungen mittelst mehr Säure vorlheilhafter? Der Grad ihrer Zersetzung durch Fäulniss? Ihr Gehalt an Leim? Diese Fragen berücksichtigend wurden Düngungsversuche ausgeführt, bei welchen auf gleich grosse Parzellen gleich grosse Mengen phosphorsauren Kalks, die verschieden behan- delt und in verschiedener Form als Düngung zur Anwendung kamen, und zwar als DiinKunes- und Kultur- Versuche. 193 Phosphor saurer Kalk mit der organischen Sub- stanz der Knochen in Form von 1. sehr grobem Knochenmehl, 2. miltelfeinem Knochenmehl (Griesform), 3. slanbfeinem Knochenmehl, 4. Iclzlerem, angefault, 5. demselben mit 10 Prozent Schwefelsäure aufgeschlossen, 7. „ „ 10 „ Salzsäure „ B. 5, 3} 40 j, ,, ,, Phosporsaurer Kalk ohne organische Substanz in Form von 9, sehr fein gemahlener Knochenkohle; bei 10, 11, 12 und 13 dieselbe wie das Knochenmehl bei 5, G, 7 und 8 aufgeschlossen. Die Versuche wurden in dem ersten Jahre auf einer Wiese und bei Runkeln, im zweiten Jahre bei Winterweizen, Winter- roggen und Hafer ausgeführt, leider aber mit so unglücklichem Erfolg, dass nur die Ergebnisse der Versuche bei Runkeln und Weizen mifgetheiit werden können, und selbst diese sind, jeden- falls durch Verschuldung der ungünstigen Jahreswitterung, nicht sicher genug, um daraus sichere Schlüsse ziehen zu können. a. Versuche bei Zuckerrüben. Art und Menge des Düngers. Ernte auf 1 Q Rth. oder von je 56 Pflanzen an Wurzeln. Pfd. Blättern. Pfd. üngedüngt im Mittel davon Grobkörniges Knochenmehl 2 Pfd Staubfeines Knochenmehl 2 Pfd 2 Pfd. anoef. . „ „ 2 Pfd., mit 10 pCt. Schwefelsäure aufgeschlossen Dasselbe mit 40 pCt. Schwefelsäure „ „ 10 „ Salzsäure 40 ... Knochenkohlenpulver 1,93 Pfd Dasselbe mit 10 pC't. Schwefelsäure aufgeschlossen 40 „ „ 10 „ Salzsäure aufgeschlossen . . 40 . . Hoffmann, Jahresbericht. VI. 82 88 85 104 108 108 112 100 118 91 91 96 102 98 13 26 27 26,5 28 30,5 31 34 42 30,5 40 29,5 28 29,5 29 31 194 DüDgungs- uud Kultur- Versuche. b. Versuche bei Win Icrvveizen. Düiiguiigs- Versuche mit stick- stoffhaU. Dünger und Bittersalz. Düuguug pro 4 Q Kutlien. z. rfd Ungedüngt Grobes Knochenmehl (24,8 pCt. Phosphorsäurc) Mittelfeines Staubfeines „ Dasselbe angefault (25,8 (27,5 mit 10 pCt. Schwefelsäure aufgeschlossen .... „ „ mit 40 pCt. Schwefelsäure aufgeschlossen .... „ „ mit 10 pCt. Salzsäure auf- geschlossen „ „ mit 40 pCt. Salzsäure auf- geschlossen Kuochenkohleupulver (28,5 pCt. Phosphorsäure) Dasselbe mit 10 pCt. Schwefelsäure aufgeschl. „ ,) 10 „ Salzsäure aufgeschlossen » ?) 40 „ ,, ,, Ungedüngt Menge 4,44 4,27 4,00 3,86 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1 Erträge pr.4GK- an Stroh. Kör- ! i uern. Z. Pfd.Z.P/d. 19,3 ! 48,4 23,5 24,6 25,3 27,3 25,7 27,4 22,1 26,3 19,5 19,3 22,9 21,2 24,3 19,9 55,7 59,2 .59,9 65,8 63,7 64,2 52,8 61,5 50,8 48,7 58,0 55,9 61,0 49,5 4. Düngiing.s - Versuche mit stickstoffhaltigen Dunges (offen und Zusätzen von Bittersalz. Das Billersalz soll den Zweck haben, die Verfliichligiing der Ammoniaksalze des Guano hini anzuhalten. Der Zusatz des Bitlersalzes ist nach Dietrich um deswillen zu empfehlen, weil sein Besiandlheil, die Talkerde, zu den mineralischen Nähr- stoffen gehört, welche in geringer Menge im Boden anzutreffen sind. Ihre Aufnahme von den Pflanzen macht aber eine Haupt- bedingung zu einer vollständigen Samenbildung aus. Die Versuche wurden bei Weizen, Roggen, Kartoffeln und Hafer ausgeführt. Es wird aus denselben gefolgert, dass ein Zusatz von Bittersalz (schwefelsaurer Talkerde) zu sückstoff- halügen Dungstoffen deren Wirkung bei Halmfrüchten gesichert und erhöht ha!. Namentlich ist bei Anwendung von Guano dieser günstige Einfluss bemerkbar, und tritt besonders bei den Versuchen auf WMnterweizen, der am meisten dem schädlichen Einflüsse anhallender Trockenheil ausgesetzt war, hervor. Die Düngungen mit Guano ergaben einen Mehrerfrag gegen die betreffende ungedüngte Parzelle Diiiiguugs- und Kultur- Voryuclu'. 195 Kürner. Stroh, heim Weizen: ohne Zusatz von Bittersalz 155 661 Pfd. mit „ „ „ 311 11.330 428 u. 545 „ „ Koggen: ohne „ „ „ 234 403 „ mit „ „ „ 363 460 , „ Hafer: ohne „ „ „ 330 815 „ mit „ „ „ 385 835 „ Auch bei den übrigen slickslofThalligen Dunginillebi, wie bei faulendem Knochenmehl, Palendüng-er und Chilisalpeler isl eine Vermehrung des Erlrags, in.sbcsondere des Körner-Eilrags, durch gleichzeitige Darreiciuuig von Bittersalz veranlasst worden. Diese Düngungen lieferten nämlich mehr als die ungedüngle Parzelle: Knochenmehl ohne Bittersalz, mit Bittersalz. , . „ \ an Kürnern 143 165 Pfd. heim Koggen ^ , / an Stroh 359 372 „ Patentdüngungen ohne Bittersalz, mit Bittersalz. , . r. I '"i" Kiirnern 101 231 Pfd. heim Koggen ' o. i -.c^ ^"^ / an Stroh 250 230 „ Chilisalpeter ohne Bittersalz, mit Bittersalz. , . ,„ . \ an Kölnern 229 270 u. 300 Pfd. heim Weizen { ^,, , } an Stroh 845 691 u. 893 „ In einigen Fällen ist der Stroh-Ertrag des mit Bittersalz versetzten Dungslofles gegen denselben ohne jenes Salz ge- ringer, in einigen unbeträchtlich höher. Dagegen ist die Ver- mehrung der Körner in allen Fällen eingetreten^ und die in jenen Düngungen gleichzeitige Darbietung mehrerer körnerbil- dender Stoffe in löslicher Form (Phosphorsäurc, Tnlkerde und Stickstoff) hat in aufifallcnder Weise die Erzeugung von Kör- nern begünstigt. Das im Mehrertrage enthaltene Verhällniss der Körner zum Stroh giebt hierzu den Beleg: Auf 100 Pfund Körner- Mchrertrag wurden Pfunde Stroh erhalten : beim Weizen, beim Roggen, beim Hafer. Guano ohne Bittersalz . . 426 172 250 „ mit „ . . 138 u. 165 127 217 Knochenmehl ohne Bittersalz — 250 — „ mit „ — 250 — Patentdünger ohne Bittersalz — 131 — „ mit „ — 100 — Chilisalpeter ohne Bittersalz 370 — — „ mit „ 256 11. 298 — — 13* 196 ■' Düugimgs- imd Kultur- Versuche. Dünguugs- 5^ Düngungs-Vers liehe mit Kochsalz als Zusatz Versuche mit ZU A rn m n i a k s a 1 z e n und C h i 1 i s a 1 p e t e r bei Sommer- Kochsalz. O" e r s t e Das umgegrabene Versuchsfeld wurde seiner Länge nach in 2 Hälften, und jede derselben in 18 Parzellen von genau 0,5 D Ruthen Grösse getheilt, und nach dem Düngen mit den unten verzeichneten Dungstoffen mit je 0,4 Pfd. Sommergerste besät; Saat und Dünger darauf mit Rechen untergebracht. Der Tag des Säens und Düngens war der 18. Mai. Die eine Reihe enthielt die Parzellen Nr. 1 — 18, die andere Reihe Nr. 19 — 36. — Die Dungsalze wurden in reinem Zustande verwendet. No. 1 und 30 blieben ungedüngt. „ 17 „ 19 erhielten je 0,286 Pfd. Chlorkalium. „ „ 0,225 „ Chlornatrium (Kochsalz). „ „ 0,450 , „ „ „ „ 0,410 „ Chlorammon (Salmiak) „ 0,410 „ „ „ u. 0,225 Pfd. Chlornatrium. „ „ 0,507 „ schwefelsaures Ammoniak „ 0,507 „ „ „ und 0,225 Pfd. Chlornatrium. „ „ 0,307 „ salpetersaures Ammoniak „ 0,307 „ „ „ und 0,225 Pfd. Chlornatrium. „ „ 0,653 „ Natronsalpeter „ „ 0,653 „ „ und 0,225 Pfd. Chlornatrium. „ 10 „ 27 „ „ 0,326 „ „ und 0,225 Pfd. Chlornatrium. „ 11 „ 26 „ „ Q,326 „ „ und 0,286 Pfd. Chlorkalium. „ 12 „ 25 „ „ 0,776 „ Kalisalpeter und 0,225 Pfd. Chlornatrium. „ 13 „ 24 „ „ 0,776 „ „ 14 „ 23 „ „ 0,388 „ „ und 0,225 Pfd. Chlornatrium. „ 15 , 22 „ „ 0,388 „ „ und 0,286 Pfd. Chlorkalium. Die Ergebnisse der Versuche erhellen aus nachstehenden Zusammenstellungen : .6 55 21 .8 r> 20 2 5? 36 3 M 35 4 W 34 5 M 33 6 >5 39 7 )) 31 8 9 n 29 28 Düngungs- luul Kultur-Versuche. 197 Erträge auf einen Acker berechnet. D ü n g u n g s a r t. Ungeilüngt Chlorkalium Chloiuatrium „ doppelte Menge .... Salmiak Salmiak und Kochsalz Schwefelsaures Ammoniak „ „ und Kochsalz Natronsalpeter „ und Kochsalz .... Va „ und Chlorkalium . . . Kalisalpeter „ lind Kochsalz 1^ n n n V2 „ und Chlorkalium .... Salpetcrsaures Ammoniak und Kochsalz Aus dem Gesammtgewicht der 1. und 2. Reihe. Pfd. 1150 1172 1188 1210 1335 1148 1275 1306 1293 1219 1302 1176 1311 1228 1236 1184 1294 1233 Pfd. 2084 2289 2112 2165 2541 2471 2625 2635 2900 2738 2786 2518 2833 2878 2690 2754 2662 2611 Pfd. 3243 3461 3300 3375 3876 3619 3900 3941 4193 3957 4088 3694 4144 4106 3926 3938 3956 3844 Aus den vorstehenden Zahlen ergiebt sich, dass im All- gemeinen die Wirkung der Düngungsmillel eine nicht beträcht- liche war; indessen ist eine solche nicht verkennbar. Der höchste Mehrerlrag an Körnern (schwefelsaures Ammoniak und Kochsalz) erreicht die Höhe von 321 Pfd. (ungefähr 23 Kssl, Melzen), der des Strohes circa 800 Pfd.; immerhin ein Erfolg, mit dem man in der Praxis zufrieden sein könnte. Das Ver- suchsfeld war, trotzdem, dass es in der letzten Tracht der Düngung stand, noch in zu grosser Dungkraft, als dass die Zuführung von Dungstoffen eine wesentliche Vermehrung des Wachsthumes veranlassen könnte. Die ungedüngten Parzellen ergaben im Mittel einen Ertrag von 1159 Pfd. Körnern (un- gefähr 5 Viert. 10 Mtz. Kssl.) und 2084 Pfd. Stroh, jedenfalls eine Ernte, die man zu den guten rechnen kann. Wenn wir nun die Resultate beider Reihen vergleichen, so kommen wir zu dem wenig erfreulichen Ergebniss, dass diese Versuche misslungen, dass das, was in der einen Reihe wirksam war, in der andern unwirksam geblieben, dass von einer übereinstimmenden Wirkung nicht die Rede sein kann. Nur so viel Uebereinslimmendes lässt sich herausfinden, dass 198 Dünounjjs- luul Kultur-Yersuclie. das Kochsalz die Wirkungen von Ammoniaksal^xn sowoh] wie von Salpelcr, mit Ausnahme eines Falles, nicht erhöhte. Die stickstoffhaltigen Düngiuigen ohne Kochsalz wirkten durch- gängig in bemerklichem Grade auf den Stroh-Ertrag, zum Tlieil auch auf den Körner-Ertrag. Die beiden Reihen dieser Versuche gaben ein ^vcnig er- muthigendes, aber überzeugendes Beispiel, wie wenig Verlass auf das Ergebniss eines Versuches ist, besondei's wenn man es mit so ergiebigen Böden zu fhun hat, wie hier zu Gebote stehen. Den eben behandeilen zwei Versuchsreihen fügte Dietrich noch eine dritte hinzu, die unter etwas veränderten Veihäii- nissen ausgeführt wurde. Dieselbe wurde nämlich nicht in freiem Felde, sondern in sehr kleinem Massstabe in unter Dach stehenden Glastöpfen angestellt. Der Boden, der von der Probe, welche dem Versuchsfelde entnommen, übrig geblieben war, wurde nochmals gut gemischt, und dann in 18 gleich grosse, blumenlopfähnliche Glasgefässe mit durchlöchertem Boden ver- Iheilt. Jeder Topf erhielt genau 2 Pfd. Erde, und wurde dann mit den unten verzeichneten Düngungen versehen. Art und Menge des D ü n o; e r s. Erntege- wiclit in Grammen. C'hlorkalium 0,4 Grmm Clilornatrium 0,3 „ 5) 0,6 „ Chlorammon 0,5 „ „ 0,5 und Kochsalz 0,3 Grmm Schwefelsaures Ammoniak 0,6 Grmm „ „ 0,6 und Kochsalz 0,3 Grmm. Salpetersaures Ammoniak 0,4 Grmm „ „ 0,4 und Kochsalz 0,3 Grmm. Natronsalpeter 0,8 Grmm „ 0,8 und Kochsalz 0,3 Grmm „ 0,4 „ „ 0,3 „ . . . . Kahsalpeter 1,0 Grmm „ 1,0 „ und Koclisalz 0,3 Grmm. . . . 0,5 „ „ , 0,3 „ . . . „ 0,5 „ „ Chlorkalium 0,4 Grmm. . . Natronsalpeter 0,4 Grmm. und Chlorkalium 0,4 „ . . Ohne Düngung 8,30 9,95 10,75 12,96 16,90 16,95 18,.35 14,24 18,20 16,00 18,52 14,71 16,58 19,15 14,94 14,75 13,65 8,25 Hier sehen wir, dem Ergebniss der Feldversuche Hohn sprechend, auf's bestimmteste die W^irkung des Kochsalzes bei DüiiKuiiiiS- und Kultur-Yersuclic. 199 Zusalz zu Aiiiinoniaksalzen und Salpeter. Derselbe Boden, die- selbe Gerste, dieselbe (ungefähre) Stärke der Düngung, und ganz verschiedene Resultate! Was ist die Ursache dieser ver- schiedenen >yirkung? Dietrich kann keinen anderen Grund auffinden und für möglieh halten, als den: die verschiedenen Meugen an Wasser, welche dem Boden im Felde, andererseits dem Boden und den Töpfen zugeführt wurden, brachten ver- schiedene Mengen von Beslandlheilen zur Wirkung. Es muss erinnert werden, dass schon von Kuhlmann, Hartsteiu und in neuerer Zeit von der Versuchsstation zu Münclien*) Versuche mit Kochsalzzugaben zu verschiedenen Düngern ausgeführt Muirden, die im Allgemeinen eine auifallende günstige Wirkung des Kochsalzes auf das Wachsthum der Zerealien nachweisen. Weiler im Verein mit Schweitzer**) unternahmen un- weit Königsaal bei Prag Versuche über die Wirkung des Super- phosphales als Dungmiltel für Zuckerrüben, wobei es ihnen vorzüglich darauf ankam, zu ermitteln, welche Resultate das Superphosphat gegenüber der Düngung mit Oelkuchen im glei- chen Geldwerihe bezüglich der qualitativen und quantitativen Ernteerträge liefern werde. Das Feld, auf dem der Versuch angestellt wurde, ist ein Alluvialboden, bestehend aus humosem Thon mit Sand gemischt und durchlassendem Lehmuntergrunde. Die Fruchtfolge der letzten 4 .Jahre war folgende: 1858 ein Schnitt Mischling ohne Dünger, 1858 ein Schnitt Mischling im Dünger, 1859 Rüben, 1860 Weizen (gedüngt), 1861 Gerste, 1862 Rüben. Zwei Parzellen von je 6 österreichischen Metzen dicht neben einander gelegen, wurden Ende April gleichmässig vorbereitet und die eine Parzelle mit 18 Zent. Oelkuchen, die andere mit 12 Zent. Superphosphat gedüngt. Der Ernteertrag der mit Oelkuchen gedüngten Parzellen betrug per österrei- chische Metzen 193 Zentner. Der Saft dieser Rüben besass eine Dichtigkeit von 14,6 ^ Balling = 8 ^ Baume und einen Zuckergehall von 10,83 pCt.; in 100 Gevvichtstheilen enthielt derselbe 0,552 pCt. Alkalien. — Von dem mit Superphosphat gedüngtem Versuchsfeldc wurden per Metzen 177| Zent. Rüben geerntet. Die Dichtigkeit des Saftes derselben betrug 16^ Balling = Bf Baume; der Zuckergehalt war 12,75 pCl., an Alkalien Oiiiigungs- Ve IS liehe mit Super- phospat. *) Iloffmann's Jahreshoricht. IV. 235. **) Centrall)latt für ges Landeskultur I8CG. S. 80. 200 Düngungs- und Kultur- Versuche. waren 0,340 pCt. darin enlhnllen. Es entfällt demnach ein Zuckererlrag- von dem mit Snperpliosphat gedüngten Ver;-uchs- feldc pro Metzen = 26 Z(Mit. 69 Pfd , von dem mit Oelkuchen gedüngten pro Metzen = 20 Zent. 90 Pfd. Es hatte somit die Düngung mit Superphosphal pro Metzen einen Mchrerlrag von 1 Zent. 79 Pfd. an Zucker geliefert. Da ferner der Ertrag an Salzen auf dem mit Oelkuchen gedüngte Versuchsfelde ein um 30 Pfd. pro Melzen grösseres ist, als auf der gleichen mit Snperphosphaf gedüngten Fläche und nach einer ziemlich gleichen allgemeinen Annahme ein Thoil Salze die Ausbringung von 5 Theilcn Zucker verhindert, so berechnet sich hiernach der Mehrerfrag an Zucker auf 3 Zent. 29 Pfd. pro Melzen zu Gunsten des Superphosphals. Düngungs- ^uf dcm Folgeugute bei Tharand sind während der letzten Vorsit cJiG „it Jahre mehrfach vergleichende Versuche angestellt worden, um Abiaumsaiz. dje wirlhschafllichc Brauchbarkeit des Stassfurter Abraumsalzes und des Bakerguano's für den hier gegebenen Fall zu prüfen. Es ergab sich bei diesen Versuchen im Allgemeinen: Abraum- salz wirkte sicherer in V^erbindung mit Knochenmehl, als bei alleiniger Anwendung; bei Hackfrüchten und namentlich bei Gras sicherer als bei Halmfrüchten. Die räthlichste Stärke der Anwendung dürfte hier auf dem Ackerlande zu gegen 2 Zent. und auf Wiesen zu höchstens 3 Zent. pro Acker anzunehmen sein. Die Versuche zeigen, dass auf dem gegebenen Stand- orte Bakerguano im ersten Jahre nach der Anwendung Nichts und bezüglich w^enigslens entschieden weniger, als feines Kno- chenmehl leistete und dass derselbe bei dem vereinzelten Ver- suche ebenfalls nur schwach nachwirkte. Auf die Zahlen -Ergebnisse verweisen wir auf die Original - Mit- theilung,*) und bemerken zugleich, dass die Düngungs-Ycrsuche, welche Schulze-Schulzendorf mit Stassfurter Abraumsalz unternommen, namentlich in Verbindung mit Chilisalpeter, auf den Körnerertrag bei Gerste und Hafer sehr günstige Resultate**) gaben. Brett sehn ei der hat an die Grundbesitzer Sclilcsiens eine Auübrderung gerichtet „zur ge- meinsamen Anstellung von Düngungs- Versuchen mit Stassfurter Abraum- salz." Die Versuche, nach einem entworfenen Plane dafür ausgeführt, sollen den Zweck haben, den Antheil der einzelnen Haui3tbestandtheile des genannten Salzgemisches an der vielfach beobachteten günstigen Wirkung desselben bei verschiedener Boden-Beschaffenheit zu ermitteln. * Der ehem. Ackersmann 1863. S. 24. **) Cemisches Ceutralblatt. 1863. S. 34. Düngiings- und Kultur-Vcisuclie. 201 Nach Schöffl*) kann die Ainvendmiff des Guano beim D'i"g""g ° des Hopfenbaii auf zweierlei Art geschehen, entweder im trockenen Hn'feus. oder flüssigen Zuslande. Herr Schöffl wendet aber immer nur erslere Diingungsart an, und hat letzlere nur versuchsweise aber auch mit sichtbarer Wirkung angewendet. Die Düngung geschieht kurz vor dem Anhäufeln im Monat Mai in der Art, dass H. Seh. den Guano auf dem Wagen zum Garten führen, und jedem Arbeiter einen grossen Topf und ein kleines Blechlöpfchen geben lässt; in ersteren fasst dieser den Guano aus dem Sacke, geht von Stock zu Stock, und fasst mit dem kleinen Blechlöpfchen, das so gross ist, dass es ge- füllt 2 bis 2^ Lolh Guano, ausschliesslich der drei Theile dar- unter gemischten Erde, enlhält. Diese Substanz wird in der Entfernung von 2—4 Zoll rings um den Stock verlheill, nach- her mit dem kleinen Krätzchen mit anderer Erde untermischt, und dann ungefähr 2 Zoll hoch mit der Hopfengartenerde zugedeckt. Am besten und wirksamsten ist es, wenn dieses Düngen kurz vor dem Anhäufeln geschieht; auch kann es, wenn früher Zeit ist, vor dem Behäufeln geschehen, dann ist aber nolh- wendig, damit sich die Beslandlheilc des Guano nicht so leicht verflüchtigen können, dass derselbe schon mit Gardenerde beim Gebrauch ziendich hoch zugedeckt wird. Dünounffsversuche bei Kartoffeln mit allen in Baiern im '^"»guuss- ^ ° Versuche Handel vorkommenden Kunst- und Handelsdungmilteln, mit Zu- mit kauf- grundelegung ihres Preises wurden von der Münchner Ver- suchsstation durchgeführt.**) Fraas folgert aus den Resul- taten : a) dass kein käuflicher (künsllicher) Dünger von den auf diesem Felde angewandten dem Slallmiste gleichkam, wenn er nur um die Hälfte des Preises dieses letzteren angewandt wurde; b) dass bei Verwendung gleich theurer Mengen beider das Ernte -Resultat jenes das des Stallmistes nur 4 mal übertraf. c) dass bei Anwendung der künstlichen Dünger durch- schnilllich grössere, und *) Der Saazcr Hopfenbau von J. Schöffl. Prag 1863. **) Ergebnisse landwirthscliaftlich(>r und agriltulturcbemisclier Ver- suche des bayrischen landwirtliscliaftliclien Vereins. 4. Heft. S. 33. liehen Duiigmitteln. 202 Düngungs- und Kultur- Versuche d) um sehr viel gesundere KarlofTelii geernlet wurden, Düngungs- VoH Weiteren Düngungsvcrsuchen erwähnen wir aucli der Versuche: folgenden: bei Winter- F f a a s berlchlel über üüngungsversuche hei Winterroggon*) und zählt einen hierüber angeslelllen Versuch zu einem der inleressanlesten und reinsten. Seine Resultate bilden einige mitunter räthselhafle Erscheinungen, heben indessen doch die Siiperioriiät der Phosphate besonders hervor. Wenn 4^ Pfund Superphosphat (als Phosphorperuviangiiano, dessen Analyse nacli- folgt) um \ mehr Ertrag liefern als 2^ Zenl. Stallmist oder 3 Pfund Fischguano — jene aber nur 9 — 10 xr. , 2^ Zent, Stallmist aber gewiss das Doppelte, 3 Pfd. Fischguano aber 16 — 17 xr, kosten — so nrass die Anwendung des Phosphats nicht blos doppelt, sondern dreifach werthvoller sein. bei Koggen. \Y^ K n p thoilt DüngungsvorsLiche , ausgeführt an der Versuchsstation Möckern mit verschiedenen Düngern bei Rog- gen, mit.**) aufwiesen. ^y_ ßemalz***) berichtet über einen Düngiingsversuch auf M OS wiesen. mit Mineral- Fraas berichtet über Versuche mit Mineraldüngern, welche vom General -Comite des landwirthschaftlichen Vereins ausge- führt oder veranlasst wurden, auf die wir bei ihrer Vollendimg zurückkommen (Ergebnisse landwirthschafllicher und agrikullur- chemischer Versuche, 4 Heft, S. 13.). mit Blut- Fraas theilt weitere Düiigungsversuche mit Blutdünger auf Sommerweizen mit. Es äusserte dieser Dünger einen sehr bedeutenden Einflnss auf die Schwere der Körner, (Ergebnisse landw. und agrikulturchem. Versuche des bayr. landw. Vereins. 4 Heft, S. 19. Düngungsversuche mit Mineraldünger bei Incarnatklee (Ergebnisse landw. und agrikulturchem. Versuche des bayr. Vereins. 4. Heft, S. 13.). mit Piseh- jyjif Fischguano, Knochenmehl und Superphosphat auf Win- lerroggen wurden Düngungsvei'suche von der Versuchsstation Pahme durcho-eführt. *) Ergebnisse landwirthscliaftliclier und agrikulturclicraischor Ver- suche des bayrisclien landwirthschaftlichen Vereins. 4. lieft, ö. 30. **) Amtsblatt für laudwirthsch. Vereine 18Ü3. S. 11. ***) Ergebnisse des bayr. landwirthsch. Vereins. 4. Heft. S 45. Diingungs- und Kultur-Yersuclie. 203 Ueber die Arl der V^erwendunff von flüssiffem Dünger giebt Verwendung ^ w n » ,,gg nüssigen Grollier seine Erfahrungen, deulsch im Wochenblatt der An- Düngers. naien der Landwirthschafl in den prenssischen Staaten 1863; 46. Dnngungsversnche mit Bakerguano in dem W. d. An. d. ß«''<='g"a"o- Landvvirthsch. in d. königl. preuss. Staaten 1863; N. 24. Von der Versuchsstation üahme wurde im Auftrage des Mi- '^^''^'" nisteriums ein Versuch über die Frage ausgeführt:*) „Ist es von gutem möglich, unter unseren Verhältnissen einen Säelein zu erzielen, siieiein. der dem echt russischen Saatgute an Werthe gleichkommt?" Als Hauptresultat gehl aus den Versuchen Folgendes hervor: Für unsere Verhältnisse ist der in Preussen (Obergerlachs- heim und Wedern) erbaute Leinsamen mit eben so gutem Er- folge zu benutzen, wie der echt lussische (Pernau). Der vveissblühende amerikanische verdient alle Aufmerksamkeit. Der gelbsamige vveissblühende ist eine Spielart, die vielleicht ein gärtnerisches Inteiesse darbieten kann, die aber vom gewerb- lichen Standpunkte aus durchaus werthlos erscheint. üebcr die Einwirkung, welche die verschiedenen Düngemittel auf die Qualität der Faser ausgeübt hatten, geben die Versuche leider keine Auskunft. Wir verweisen zugleich auf Huhn's: Ansichten und Er- fahrungen über den Leinbau. Görlitz 1861. Ueber die Erschöpfung des Bodens durch die Kultur ueber die findet sich unter dem Nachlasse des 1861 verstorbenen J. Cru- ^"'='''^pf»"g de» Bodens sius**) eine sehr umfangreiche, schon von dessen Vater W. durch Crusius begonnene Arbeit. Crusius stellte sich die folgen- ''"^ '^"'""■• den Fragen: Was wird aus den Bodenbestandtheilen meiner Felder, die ich in den jährlichen Ernten denselben entnehme? Wie viel davon e.xportirte ich von meinem Gute und wie viel gebe ich dem Felde im Dünger zurück? Welche ist die un- gefähre Zusammensetzung des Düngers, den ich auf meine Felder jährlich bringe und welcher Weise und wie schnell cousumirt sich dieses Düngerkapital durch die darauf gezogenen Ernten? Wie erklären sich aus der Onanlität des erzeugten Düngers die Gesetze der Fruchlfolge? Wie ist der deutlich sichtbaren Erschöpfung des Bodens an Phosphorsäure entgegen- zuarbeiten? Das Material zur Beantwortung dieser Fragen sind meine Naturalrechnungen. Durch diese, seil einer langen *) VL Bericht der Versuchsstation Dahme. S. 72. **) Jf.urnal für prakt. Clieniie. Bd. 80, S. 403. 204 Düngungs- uiul Kultur- Versuche. Reihe von Jahren mit derselben Genauigkeit forlgeführl, war es mir möglich, zu berechnen: 1) die Mengen an Stroh und Körnern, die jährlich den Feldern in den Ernten entnommen wurden; 2) die Mengen an Futter und Streu, die zur Dünger- bereitung verwendet wurden; 3) die Mengen von Dünger, die daraus entslandcn; 4) die Mengen von Feld- und Viehproduk- len, die vom Gute ausgeführt wurden; und 5) die Mengen von Futter und Dünger, die dem Gute zugeführt wurden. Mit Hilfe der vorliegenden Aschenanalysen, nach den Bcslimmungen der verlrauungswürdigsten Analysen, habe ich die Mengen der wichligslen Beslandlheile berechnet, die sich in den Ernten, deui Dünger, den imporlirlen und den exporlirlen Materialien befanden, und die Yergleichung dieser Zahlen unter sich bildet den Gegenstand der Arbeit, I. Ueber die Zusammensetzung der hier in Rechnung kommenden Substanzen. InlOOTIieil lufttrockener Substanz sind enthal- ten : I N ^ 2 In 100 Tlieilen Asche sind enthalten: p-i o ö :33 CO o M a Ol M M 30 1 20 25 12 52 40 1 23 1 10 70 17 65 25 48 25 45 16 6 25 4 35 7 20 80 40 8 55 5 Kurner von Winterweizen u. Roggen „ „ Gerste „ V Hafer „ „ Erbsen ,, » Raps Stroh von Weizen „ „ Roggen „ „ Gerste „ „ Hafer „ „ Erbsen ,, „ Raps Dürrfutter von Klee „ „ Wiesenheu . . . Rüben Kartoffeln Rapskuchen Weizenkleie lebendiges Vieh (Knochen, Fleisch, Blut u. s. w. zusammen) . . . Milch Schweizerkäse Schafwolle 85 85 85 85 90 85 85 85 85 85 85 85 85 10 25 85 87 24 12 60 90 2 2'/2 3 3 5 5 5 5 5 6 6 7 7 1 1 7 G 4 0,5 4 9 48 35 15 35 47 5 4 2 3 35 5 8 5 6 12 3 3 3 5 15 10 8 27 20 25 18 12 8 8 7 12 3 3 2 3 6 5 8 7 4 4 wie Rapskörner wie Weizenkörner 34 10 1 22 28 28 — 17 20 2 — 17 34 10 1 22 11 2 2 11 Düugungs- und Kultur- Versuche. 205 Es wird ein Areal von circa 670 Acker Feld bebaut und 120 Acker gute Wiesen liefern das Heu. Der Boden Ist ein sehr fruchtbarer reicher Lehmboden, meist durch Kiesunterlage natürlich dränlrt, wo dies nicht der Fall ist, durch Kunst nach- geholfen. Das ganze Areal ist in Schläge eingetheilt, welche in folgender Fruchlfolge bebaut werden: 1. Raps, 2. Weizen, 3. Erbsen, 4. Roggen, 5. Kartoffeln, 6. Gerste, 7. Klee, 8. Roggen, 9. Hafer, 10. Rüben, 11. Roggen, 12. Gerste, 13. Kleo, 14. Roggen, 15. Hafer, 16. Weissklee. Gedüngt wird im Durchschnitt nur mit Stalldünger und zwar zu No. 1. für Raps mit 25 — 30 Fuder pr. Acker (1 Fuder wiegt hier durchschnittlich 15 Zent.), zu No. 5. für Kartoffeln mit 15 — 20 Fuder pr. A. und zu No. 14. für Roggen mit circa 15 Fuder pr. Acker. Wo nach den Rübenernlen die vorgerückte Jahreszeit die Roggeneinsaat nicht mehr gestattete, wurde Sommerroggen oder Sommerweizen in Schlag 11 eingesäet. Diese Rotation ist bis jetzt 2 Mal regel- mässig auf jedem Feldstück durchgemacht worden, so dass die Erträge der Güter seit über 32 Jahren unter dem Einflüsse dieser nie abgeänderten Fruchtfolge stehen. Es mag gleich hier noch besonders hervorgehoben werden, dass zur Erzeu- gung des Stalldüngers Jahr aus, Jahr ein, jene 120 Acker Wiesen dienten, deren Ertrag, wie von Aussen hinzugebrachf, in die Wirthschaft eingeführt wurde. Von dem ganzen Areal werden also von vorn herein jährlich 120 Acker und die Schläge No. 7, 10, 13, 16 lediglich der Düngerproduktion ge- opfert. In der nächstfolgenden Tabelle II. gebe ich nun zu- erst einen Ueberblick über die Ernten der Halmfrüchte auf meinen Feldern, Diese Angaben gehen zurück vom Jahre 1860 bis 1826. Sie enthalten die geernleten Garbenschocke und die daraus gedroschenen Scheffelzahlen, und in der 3. Rubrik bei jeder Fruchtarl die Anzahl der Dresdner Scheffel, die aus 100 Schock Garben einer jeden Fruchtart ausgedroschen wurde. 206 Düngungs- und Kultur- Versuche. IL Ueber das Varhällniss von Stroh zu Körnern in Weizen-, Roggen-, Gersle- und Hafercrnlen der Jahre 1826 — 60. o CO o ' e i z e 11. R g g e u. G erst e. H a f e r. CS u ci 1-5 ig JS o 1 3 < '5 Si CD -5 o ■= -c 'S to 2 !» - £ o S-3 O T3 < u CO J= o •o Sa < ■° öl ü C' a> c -^ ^ «lg a, <^~ < iE •a 6B S < Ir. o j; ~ ,» 3 < o J3 s o o ■o bo < (B _ 2 O O' '^ o -a 3 < 182(5 360 499 138 850 1462 172 420 959 228 614 1814 295 1827 499 778 156 499 826 165 500 1013 220 573 1845 321 1828 225 430 191 895 1577 176 310 907 292 480 1597 332 182!) 376 553 147 1244 2021 162 405 1053 212 699 2322 332 1830 357 367 102 762 1202 157 547 1238 226 686 1631 287 18.'U 325 407 125 855 1397 162 501 958 191 603 1719 485 1832 304 479 1.57 1055 2084 193 516 11.39 220 482 1526 316 1833 374 583 156 1085 1958 180 414 956 230 591 1935 327 183i 278 320 115 1132 1712 168 527 1010 191 508 1957 385 1835 428 533 124 1252 1872 149 497 1022 205 689 2335 338 1836 267 304 113 643 804 125 .367 889 242 690 2216 321 1837 376 501 133 1140 1906 168 476 958 201 704 2167 307 1838 324 398 122 909 1474 162 550 1022 185 737 2349 318 1839 — — — 1205 1873 149 497 1020 205 712 2169 304 1840 287 479 166 1466 2448 167 707 1541 217 730 2767 379 1841 372 419 112 1361 1836 135 632 1345 212 882 2925 331 1842 400 590 147 988 1548 157 391 704 180 603 1435 237 1843 778 732 94 1968 1935 90 543 1039 191 577 3314 574 1844 468 754 161 1187 2018 170 433 1096 253 557 2083 373 1845 362 394 109 1353 2008 147 555 1051 189 799 2270 285 1846 527 592 112 1460 1720 117 565 1057 187 732 2594 354 1847 452 560 124 1756 2935 167 616 1210 196 858 3218 375 1848 610 715 117 2073 2540 123 683 1438 210 1078 3402 288 1849 525 706 134 1564 2532 161 461 1057 229 963 2961 307 1850 526 1 707 1 134 1564 3532 211 462 1057 228 963 2963 307 1851 783 742 93 1516 1726 113 478 835 174 947 2936 310 1852 789 704 89 1226 1410 118 533 1080 202 826 2594 314 1853 445 648 145 766 1298 169 737 1396 189 987 2653 268 1854 570 505 88 1993 2026 101 566 1094 193 924 1963 212 1855 730 729 99 1581 1638 103 700 1141 163 1011 2352 232 1856 511 436 85 1452 1878 129 655 994 151 i 721 2290 317 1857 694 860 123 1940 2554 131 832 1549 186 1 994 2835 285 1858 512 554 108 1417 20e)3 141 543 1023 188 611 2037 333 1859 496 471 1 95 1725 1969 114 788 1248 158 964 2663 276 1860 552 568 1 103 1347 1497 111 390 751 192 922 2865 310 Der estc Blick auf diese Tabelle zeigt ein auffallendes Sinken des Körnererlrages der Garben , des sogenannten Schuttes bei allen Gelreidearlen mit Ausnahme des Hafers. Dies heisst also: vor 34 Jahren wurden aus 100 Schock Gelreidegarben ziemlich 25 — 30 pCt. Körner mehr ausgedro- Düngungs- nml Kultur- W'rsuchc. 207 sehen als jetzt — mit Aiisnnhnic des Hafers. Ja wenn ich noch die Naturalrechnungen der Jahre 1800—1810 hinzunehuie, so wurden damals durchschnitllich über 200 Scheffel Weizen und über 250 Scheffel Roggen aus 100 Schock Garben aus- gedroschen. Selbslversländlich ist hierunter nicht zu verstehen, dass der Ertrag oder die Fruchtbarkeit der Felder seit 30 Jahren abgenommen hat, dieselbe hat sich vielmehr laut Tabelle II. nahezu verdoppelt. Denn es wurden in den Jahren 1826 — 30 iui Durchschnitte 6067 Schock Wintergetreide, Weizen und Roggen, gebaut und hieraus 9715 Schffl. Körner ausgedroschen. 1850 — 60 aber 10,646 Schock Winiergetreide gebaut auf der- selben Ackerzahl und hieraus 12,790 Scheffel Körner ausge- droschen , also bringt die gleiche Ackerzahl Felder jetzt 4586 Schock Garben aber nur 3075 Scheffel Körner jährlich mehr als vor 30 Jahren. Bei der seit 34 Jahren so bedeutend erhöhten Fruchibarkeit der Felder ist also die Zunahme der Körnererträge bedeutend von der der Siroherträge überflügelt worden. Denn wenn die Zunahme der Körnererlräge mit der der Siroherträge gleichen Schriit gehalten hätte, so hätten aus den jetzt in einem Jahre mehr geerntelen 4589 Schock Garben eben so viele Scheffel ausgedroschen werden müssen als vor 30 Jahren, nämlich 147 Scheffel aus 100 Schock Garben, also 6753 Scheffel. Der Mehrertrag gegen früher beträgt aber nur 3075 Scheffel pro Jahr. Im vorliegenden Falle sehen wir, dass bei der sehr bedeutenden Vermehrung der Pflanzenmasse auf meinen Feldern die Entwickelung der Körner im Verhäliniss zum Stroh nicht normal genannt werden konnte, dass nämlich jetzt slrohreichere und körnerärmere Ernten gezogen werden als früher. Crusius sucht dies darin, dass irgend ein Pflanzen- nahrungsmiltel nicht entsprechend der Ertragssteigerung dem Felde zugeführt wurde. Welcher Stoff dies ist? Hierzu ist ein Blick nöthig auf den jetzigen Zustand meiner Felder und auf denjenigen, in dem sie vor 32 Jahren waren. Wie viele und welche Bodenbestandlheile sind demselben in der genann- ten Zeil entnommen und wie viele und welche demselben zu- geführt worden? An welchen Bodenbestandtheilen trat also eine Bereicherung und an welchen eine Verarmung ein? Die in der Tabelle angeführten Zahlen von Dresdner Scheffeln be- zeichnen diejenigen Mengen an Getreide etc., die wirklich in 208 Düngungs- und Kultur- Versuche. natura zu Markte gebracht oder als Dresclierlohn, den ich na- turaliler gebe, vom Gute entfernt wurden, alle übrigen Mengen von Getreide und Wurzelfrüchlen, Milch, Vieh, die in der Wirlhschaft selbst consumirt wurden, Iheils zur Aussaat, theils zum Futter für Menschen und Vieh, sind nicht mit eingerechnet, da deren Aschenbestandtheile im erzeugten Dünger den Feldern wieder zurückgegeben wurden. Die in der drittletzten Rubrik unter „Milch" angeführten Zahlen sind Zentner. Ich habe zur Vermeidung der grossen Kannenzahl die Mengen der verkauf- ten, nicht zur Käsebereitung verwendeten Milch in Zentnern angegeben, wobei 1 Zentner Milch = 50 Kannen. Die in der letzten Rubrik unter „Vieh" angegebenen Zahlen sind Zentner Lebendgewicht, das ich der leichten Uebersicht wegen in Summa angeführt habe, wobei 1 Bulle = 12, 1 Schwein = 2, 1 Kalb = 1 Zentner und ein Schaf = 80 Pfund im Durchschnitt berechnet wurde. Hiernach glaube ich wird die Tabelle genug versländ- lich sein. III. In den nachstehenden 16 Jahren wurden folgende Mengen an Feld- und Vieherzeugnissen vom Gute ausgeführt: CS a 6 CO St 'S ä Ol M 53 i-s Dl esdiier Scheffel. Zt. 1845 532 1135 1008 1832 180 567 22 191 21 313 1846 450 1154 975 223 259 386 — 66 230 3 667 1847 640 1422 574 320 253 779 — 73 244 23 575 1848 396 1485 830 257 324 504 — 72 204 25 764 1849 696 1714 821 282 288 740 — 160 235 25 523 1850 835 1667 842 281 113 144 — 188 247 24 549 1851 313 1681 754 277 162 1094 43 200 386 25 434 1852 1250 1751 1211 389 164 581 32 160 384 21 614 1853 1146 1172 1116 201 342 693 — 246 428 18 393 1854 621 1478 973 151 36 720 259 148 618 17 547 1855 448 1097 810 155 47 509 223 253 693 15 738 1856 448 1447 841 152 116 600 459 266 661 15 697 1857 843 1564 1019 157 162 258 407 373 708 17 559 1858 469 1555 630 201 140 663 66 402 680 21 567 1859 397 1481 1015 198 94 434 69 247 446 19 675 1860 489 1180 481 225 155 626 — 254 625 22 531 Summa 9973 22983 13900 5301 2835 9298 1558 3130 6980 311 9146 Unter Zugrundelegung der oben Tabelle I. angegebenen durchschnittlichen Zusammensetzung ist nun im Folgenden zu- DiiuöiiuffS- uiul Kultur-Versuclie. 209 sairimcnocsk'Ill , welche Mengen der vvichligslen Beslandllieile, nämlich Phosphorsäure, Kali, Kieselsäure, Kalk und Magnesia in diesen während 16 Jahren vom Gute ausgeführten Naturalien enthalten waren. IV. Ucber die Mengen von Phosphorsäure, Kali, Kiesel- säure, Kalk und Magnesia, die in den laut Tab. III. vom Gute ausgeführten Feld- und Viehprodukten enthalten waren. lu den uütenstelienden Naturalien 1« &2 M waren enthalten: a- W § Zt. Zt. Zt. Zt. Zt. In 9973 ScholTfl Weizen . . 162,72 101,70 3,39 10,17 40,68 „ 22983 „ Roggen . . 352,80 220,50 7,35 22,05 88,20 „ 13900 „ Gerste . . . 158,20 90,40 113,00 13,56 36,16 „ 5301 „ Hafer . . . 20,25 16,20 70,20 4,05 10,80 „ 2835 „ Erbsen . . . .53,55 61,20 1,53 7,65 10,71 „ 9298 „ Raps . . . 315,84 154,56 6,72 100,80 80,64 „ 1558 „ Kartofteln . 3,00 13,75 1,25 0,50 1,00 „ 3130 Ztr. Scliweizerkäse . 25,00 2,50 — 21,25 2,50 „ 6980 „ Milcli 9,80 9,80 — 5,95 0,70 „ 311 „ Wolle .... 2,04 0,60 0,06 1,32 0,66 „ 9146 „ Vieh 124,44 36,60 3,66 80,52 40,26 In 16 Jahren wurden also an Bodeubcstandtheilen vom Gute expurtirt in Summa .... 1227,64 707,81 207,16 267,82 312,31 In dieser Tabelle IV. ist also die erste Frage: wie viel ist den Feldern in IG Jahren genommen worden? beantwortet worden. Die zweite Frage ist: Was wurde denselben in diesen 16 Jahren zugeführt? Der sämmtliche Dünger, der während dieser Zeil auf die Felder gebracht wurde, bestand*) 1) aus dem sämmtlichen erbauten Stroh, 2) aus dem zum Viehschrot verwendeten Getreide, 3) aus dem sämmtlichen auf den Feldern erbauten grünen und dürren Klee, 4) aus den sämmtlichen Wurzelfrücliten, nach Abzug der 1558 Scheffel Kartoffeln, die verkauft wurden. Die Aschenbestandlheile dieses sämmtlichen von 1 — 4 auf- gezählten Streu- und Futtermateriales, die ohne wesentlichen Verlust als Dünger auf die Felder gebracht wurden, konnten *) In allen diesen Vergleicliungen wurden nur die Mincral-Bcstand- theile der Ernten und des Düngers l)erücksiclitigt, und ganz von Stick- stoff und sonstigen organischen Verbindungen abgesehen. Hoffmann, Jahresbericht. VI. j^4 210 Düngungs- und Kultur-Versuclic. selbslversländlich keine Bereicherung der Felder hervorbringen, denn sie waren sämmilich in der vorhergehenden Ernte erst von den Feldern genommen worden und wurden daher nur auf dieselben zurückgebrachf. Die einzig mögliche Bereiche- rung des Felderkomplex durch den Slalldünger konnte nur durch die Bestandlheile derjenigen Futtermittel hervorgebracht werden, die nicht auf diesem Felderkomplex gewachsen waren. Zu diesen Futtermitteln gehören 1) die sämmtlichen zugekauften Futtermittel, Rapskuchen, Kleie etc., 2) das sämmtliche auf den Wiesen geerntete Heu. Das Letztere ist für den Komplex des pflugbaren Landes so gut eine bereichernde Düngung als die zugekauften Futtermittel.*) Um auf meine obige Frage zurück- zukommen, so lasse ich bei der Frage nach der Zufuhr von Mineralsubstanzen auf die Felder, den sänuntlichen aus dort geernlelem Stroh, Getreide, Klee und ^Yurzelfrüchten gebildeten Dünger, als nicht bereichernd, sondern nur resliluirend, unbe- rücksichtigt, und gebe auf der folgenden Tabelle V. nur die- jenigen Mengen von M'iesenheu, die während der 16 Jahre geerntet, gefüttert, also zur Düngerbereilung verwendet wurden, und die Menge der zugekauften Futtermittel an, als wodurch allein eine Zufuhr von Mincralsubstanzen auf die Felder statt- fand. Den erkauften künstlichen Dünger lasse ich ganz un- berücksichtigt, da so wenig gekauft wurde, dass diese Mineral- bestandtheile kaum j^^ pCt, des Ganzen betragen. V. Ueber die zur Düngerbereitung von 1845 — 60 ver- wendeten Mengen von Heu , Rapskuchen und Weizenkleie, durch deren Mineralsubslanzen eine Zufuhr von Bodenbestand- Iheilen auf die Felder stattfand. Es kamen zur Verwendung als Futter: *) Die Frage der Erscliöpfimg der Wiesen, die nicht mit Stall- dünger oder Jauche gedüngt worden, sei jetzt vor der Hand ganz un- berücksichtigt. Düüguugs- und Kultuv-Yorsuclic. 211 Jahr- Heu. Raps- kuchen. Weizen- kleic. gang. Ztr. Ztr. Ztr. 1845 4680 32 1846 5415 187 — 1847 5610 66 — 1848 4320 250 — 1849 4110 — — 1850 3150 — — 1851 4320 — — 1852 4125 135 90 1853 4935 — — 1854 5115 757 76 1855 4506 500 293 1856 4590 625 623 1857 4360 471 324 1858 4500 500 120 1859 4185 373 48 1860 4965 500 — iu 16 Jahren iu Sa. 72896 4396 1574 In diesen alsSlaüdünger den Feldern zugeführlen Fullertnilteln waren folgende Mengen von Mineralbeslandtheilen enlhallen: VI. Es waren enlhallen: Phosphor- säure. Ztr. Kali. Ztr. Kiesel- säure. Ztr. Kalk. Magne- sia. Ztr. in 72896 Ztr. Wieseuhcu „ 4396 „ Rapskuchen „ 1574 „ Weizenkleie 255,15 144,29 45,12 1020,60 70,61 28,20 1530,90 3,07 0,94 918,74 46,05 2,82 357,21 36,84 11,28 I 444,56 I 1119,41 \ 1534,94 | 967,61 | 405,33 Die Frage, an welchen Bodenbestandtheilen tral eine Ver- armung, an welchen eine Bereicherung ein, lässt sich nun aus Tab. IV. und VI. beanlworlcn. Während der letzten 16 Jahre wurden laut Tab. IV. in den vom Gute verkauften Naturalien an Bodenbestandtheilen Phosphor- Kali. Kiesel- Kalk. Magne- saure. säure. sia. Ztr. Ztr. Ztr. Ztr. Ztr. 1227,64 674,87 207,16 367,82 312,31 vom Felde exportirt und durch die nicht auf die- sen Feldern gewachsenen aber als Dünger auf die- selben gebrachten Futter- mittel. 444,56 1119,41 1534,91 967,61 405,33 dem Felde importirt. 783,08 -f 444,.54 +1327,75 , + 699,79 + 93,02 14' 212 Düngungs- und Kultur-Versuche. Entnahme an Stoffen durch die Rüben- Kultur. In den 16 Jahren von 1845—60 wurde also mein Felder- komplex um 411 Zent. 54 Pfd. Kali, 1327 Zent. 75 Pfd. Kiesel- säure, 699 Zent. 79 Pfd. Kalk, 93 Zent. 8 Pfd. Magnesia reicher, hingegen um 783 Zent. 2 Pfd. Phosphorsäure ärmer. Dies be- trägt bei dem Areal von 670 Acker Feld eine Bereicherung pro Acker von 66 Pfd. Kali in 16 Jahren oder 4,1 Pfd. per Jahr. „ 198 „ Kieselsäure in 16 Jahren oder 12,3 Pfd. per Jahr. „ 104 „ Kalk in 16 „ „ 6,5 „ „ „ 14 „ Magnesia in 16 „ „ 0,8 „ „ „ Hingegen eine Verarmung pro Acker von 117 Pfd. Phos- phorsäure in 16 Jahren oder 7,3 Pfd. pro Jahr. Crusius dehnt nun den 16jährigen Durchschnitt der Regelmässigkeit wegen unmittelbar auf einen 32jährigen aus und meint, das bisher Mitgetheilte lässt nun einen Blick Ihun auf den jetzigen Zustand seiner Felder im Vergleich mit dem vor 32 Jahren. Es hat sich die Gesammtsumme der assimilir- baren Bodenbestandtheile in den Feldern in 32 Jahren in regel- mässiger jährlicher Steigerung um 5130 Zent. vermehrt (an Kali, Kieselsäure, Kalk und Magnesia) und in regelmässiger jährlicher Abnahme um 1566 Zent. (an Phosphorsäure) ver- mindert, also wirklich vermehrt um 3564 Zent. Die Vermin- derung des Phosphorsäuregehaltes meiner Felder, meint Cru- sius schliesslich, ist also nicht nur nachgewiesen an der jährlichen nicht ersetzten Ausfuhr von Phosphorsäure durch den Verkauf von Feld- und Viehproduklen, sondern die Er- schöpfung des Bodens an Phosphorsäure ist auch sichtbar an den Ernteergebnissen der Felder. Micolelzky theilt eine Zusammenstellung über die Aiis- und Einfuhr an mineralischen Pflanzennährmilteln, während zehnjährigen intensiven Wirlhschaftsbetriebes der Zuckerfabrik zu Dux in Böhmen mit. Die praktischen Unierlagen, für die nachfolgenden theoretischen Berechnungen sind unmittelbare Auszüge aus den Wirthschaftsbüchern der Duxer Oeconomie. Auch die betreffenden Gewichtsangaben sind direkte, da in dem Rechnungs werke neben den Maassangaben immer zugleich die denselben entsprechenden Gewichte mit aufgeführt waren. Die durchschnittliche Arealsziffer wurde ermittelt, indem man die, in jedem der 10 Jahre bewirlhschafleten Flächen zusammen summirte und mit 10 dividirte; sie beträgt per Jahr für pflüg- DiingunüS- und Kultur- Versuche. 213 gängiges Land 1599^ öslerr. Joch für Wiesenland, 253 österr. Joch zusammen, rund 1853 öslerr. Joch. Hinsichllich der Ver- bindung der Zuckerfabrik mit der betreffenden Landwirthschaft ist noch anzuführen, dass alle in der ersleren abfallenden Rübenpresslinge der letzteren zu Gute kommen, ebenso auch der gesanmite Scheideschlamm und manche andere , haupt- sächlich Kalk und Phosphorsäure enihallende Abfälle z. B. Spodiumslaub etc., die nicht wohl in bestimmten Zahlen ange- geben werden können, aber keineswegs unbeträchtlich sind. Dass die fortgeführten Antheile mit den Kanalwässern derselben zur Wiesendüngung dienen , wurde oben schon erwähnt. Die Melasse ist bisher verkauft worden. Das Verbrennen derselben zu Spiritus und der verbleibenden Schlempe zu Pottasche findet erst neuerdings statt und es sollen nun Düngungsversuche nach- weisen, ob eine Verwendung derselben als Dungmiltel rentabel und sonst vortheilhaft erscheint. Bei der Berechnung des Auf- zuchlsfleisches ist immer das angekaufte Vieh von dem verkauften abgeschlagen und nur das resullirendc Mehr berechnet worden. 100 Gcwiclitstheile des Duxer Rübenbodens enthalten: Gesammte Kalkerde 0,705 „ Talkerde 0,160 „ Kali 1,820 Lösliches Kali 0,326 Gesammte Phosphorsäure 0,596 Gesammt -Erträge, sowie Aus- und Einfuhr per Jahr im zehn- jährigen Durchschnitt (vom Jahre 1852 — 1861). Gesammte Ernteproduktc per Jahr. pH 'S 'S a3 Ztr. Pfd. Pfd. Pfd. Pfd. Pfd. Pfd. Weizen und Roggen 7190 6470 4314 575 1725 1007 12940 Gerste imd Hafer. . . 3760 3380 2256 300 900 3000 6770 Raps 1462 2340 1462 585 878 74 4390 Erl)sen und Wicken . . 530 530 580 80 133 12 1850 Stroh von Cerealien . . 18833 3766 18830 6600 2825 48960 9400 „ „ Raps . . . 3121 940 3750 3750 940 940 1890 „ „ Hülsenfrüchten 1183 473 1416 1770 355 355 1416 Zuckerrüben .... 143786 14400 50300 8600 8600 3900 21500 Kartoffeln 3000 480 1800 60 120 90 1200 Klee l als Trockenfutter 2800 1618 5040 5320 1400 1120 5600 Klee •? als Grünfutter = Trockenfutter . . . 11200 6720 20160 21280 5600 4480 122400 Zusammen — 41179 109908 48920 23468 63938 89356 214 Düngungs- und Kiiltiir-Yersuche. Gesammte Ernteprodukte per Jahr. Per Joch Ackerhmd im Durchschnitt .... Heu der Wiesen . . . Per Joch Wiesenlaud im Durchschnitt .... Eruteprodukte d. Acker- und "Wiesenlandes j^er Joch zusammen . . Ausfuhr per Jahr. Weizen und Roggen Gerste und Hafer . . Raps Erbsen Zuckerrüben .... Kartoffeln Heu Milch Aufzuchtfleisch . . . Mastfleisch Wolle . Zusammen Ausfuhr per Jahr u. Joch Einfuhr per Jahr. Roggen und Hafer . . Hülsenfrüchte .... Kartoffeln Stroh Pressrückstände . . . Oelkuchen Knochenmehl .... Peruguano Bakerguano Fischguano Poudrette Kalk Braunkohlenasche . . Animalisch. Dünger . . Scheideschlamm und an- dere Abfalle d. Zucker- fabrik mindestens . . Zusammen Einfuhr per Jahr u. Joch Vergleichung der jähr- lichen Ein- u. Ausfuhr. Einfuhr p. öster. Joch . Au sfuhr p. öster. Joch . Mehr (-f) oder weniger (— ) eingeführt p. Joch CO z^ S Pfd. ^^ Pfd. 10783 3581 1085 1440 12 143786 275 84 2964 370 585 21 25,8 5400 21,3 25,1 68,7 12800 .30,6 9600 14,7^ 40 320021600 50,6 88 12,61 85 56 16000 63 66,21 31,6| 14,4 46,2 1 57 3222 980 2300 12 14400 44 42 593 740 350 21 2150 655 1440 14 50800 165 100 593 150 60 286 90 580 2 8600 6 75 310 860 260 8G0 3 8600 11 25 45 500 6450 870 1960 72 4300 1 40 3900 21500 110 170 630 100 2351 50; 125 2075 1100 700 227041 55627 1081410824 5521 38360 - 12,3' 30 5,3^ 5,3 3i 20,7 255 190 60 413 30000 3316 1931 10(»9 51 47 23 5840 2250, 26355 i 230 190 10 82l 3300 6630 46340 12100 1830 280 80 1700 870 6500 155 210 36 413 7000 4975 3000 25 90 35! 22 301 2 145 5000| 1990, 61000; llOOOi 2000 300 250 3200 385000 67 8600 20000 20000 — ! 9000 2000 50000 5000 1000 9000 160 4 2 1075 2000 300 66 48 3 62 3000 2980 1900 1000 150 50 60 6000 50000 1000 3600 3000 20000 100 460 660 24 165 6600 14900 8700 13100 40 470 40 10000 89142 41206 545339 2431978241 64159 48 22,2 294 13,1 42,2 34,6 48 22,2 12,3 30 294 13,1 42,2 5,31 5,3! 3,0 34,6 20,7 1+35,7 7,8 +288,7!-f 7,8;+39,2 fl3,9 Düugungs- und Kultur- Versuche. 215 Von den hier in Belrachl gezogenen mineralischen Pflanzennährmideln sind alle, mit alleiniger Ausnahme dos Kali's, bei der slallgehablen intensiven Bewirlhschaflungsweise in sehr bedeutendem Maasse vermehrt worden, denn es wird die Aus- fuhr von der Einfuhr überstiegen bei der Phosijhorsäure circa um das 4 fache „ Kalkerde „ „ „ 55 „ „ Talkerde .« „ „ „ 2^ „ „ Kieselerde „ „ „ 14 „ Die Bewirthschaftungsweise ist sonach eine stark berei- chernde in Bezug auf die genannten Mineralstoffe, sie würde selbst bezüglich der Phosphorsäure und der Kalkerde noch eine solche bleiben, wenn die gesammten in der ganzen Erntemasse enthaltenen Mengen dieser beiden Stoffe 7>ur Ausfuhr kämen. An Phosphorsäure ist der Boden an sich so reich, dass das in einer 12 zölligen Bodenschicht vorhandene Quantum hinreichen würde, um über 1200 Ernten, wie die vorliegenden Durch- schniltsernten, mit diesem Nährmittel zu versorgen. An Kali hat zwar eine Abnahme statigefunden, insofern ein reichliches Viertel der Ausfuhr durch die Einfuhr ungedeckt bleibt, wie geringfügig jedoch, dem Kalivorrath des Bodens gegenüber, diese Abnahme erscheint, zeigt die folgende Vcrgleichung mit dem letzteren, nach welcher, bei gleich fortgesetzter Vermin- derung durch das bereits zur Zeit in Säure lösliche Kali einer 12zoll mächtigen Bodenschicht allein dieser Abgang über 2000 Jahre gedeckt werden könnte und dass nach dieser Zeit immer nur erst ,1 des derzeitigen Gesammtvorraths an Kali durch die fortgenommenen Ernten zur Consumlion gelangt sein würde. In der Wirklichkeit ist aber der Kaliverlust ohne Zweifel noch geringer als 7,8 Pfd. per Joch, da bei den obigen immer auf das Gesammtareal sich beziehenden Vergleichungen, die durch das Bewässeriingswasser der Wiesen, welches die Hauptdüngung derselben darstellt, zugeführten und mit dem Heu in den wirth- schafilichen Kreislauf gekommenen Mineralstoffe ganz unbe- rücksichtigt geblieben sind. Hätte man diese mit in Bechnung bringen können, so würden damit natürlich auch die Einfuhr- zahlen für Phosphorsäure, Kalkerde, Talkerde und Kieselerde noch eine tlrhöhung erfahren haben. Nach der folgenden Be- trachtung wird man sogar die Annahme, dass in der Wirk- lichkeil bei dem Kali gar keine Verminderung, sondern eben- 216 Düugungs- und Kultur- Versuche. falls eine Vermehrung in dem Duxer Wirlhschaftsareal slalt- gefunden, für sehr wahrscheinlich anzusehen haben. Von den Rüben ist nur Zucker und Melasse aus der Wirthschaft aus- geführt worden. Nimmt man, allerseits sehr hoch, von 100 Rüben 2 Melasse, von 100 Melasse 12 Asche und von 100 Asche 50 Kali an, so kommen von den 50,000 Pfd. Kali der Rüben mit der Melasse zur Ausfuhr 1^,000 Pfd. Kali, mit dem Roh- zucker zur Ausfuhr 6000 Pfd. Kali, dazu die obigen Zahlen für Pressrückstände und Scheideschlamm 9000 Pfd. Kali, giebt zusammen 33,000 Pfd. Kali; es bleiben also noch 17,000 Pfd. Kali (9 Pfd. per Joch) übrig, welche nicht zum Export ge- langen und genügen würden, um das Defizit an Kali (7,8 Pfd. per Joch) zu decken. Hiernach ist die oben für den Scheide- schlamm und die anderen Abfälle der Zuckerfabrik angenommene Zahl ohne Zweifel viel zu niediig gegrilTen. Schliesslich meint Micoletzky aber doch, dass bei einer fortgesetzten Ausfuhr an Melasse und Rohrzucker ein Mangel an Kali eintreten muss. lieber den Wirfhschaftsbelrieb zu Dux ist Folgendes zu be- merken. Fruchtfolge, welche als Hauptzweck die Beschaffung möglichst grosser Rübenmengen hat, ist folgende: Innenschläge: 1. Zuckerrübe, 2. Zuckerrübe mit käuflichem Dünger, 3. Wei- zen und Gerste mit Stalldünger. Aussenschläge: 1, Scholen- frucht und Futtermais mit Stalldünger, 2. Winterkorn, 3. Hafer, 4. Klee, 5. Klee, 6. Raps mit käuflichem Dünger, 7. Winter- korn, 8. Hafer. Von dem Gesammtareal berechnen sich Metzen: 1730 für Rüben, 76 für Kartoffeln, 390 für Oelfrüchte, 509 für Winterweizen, 373 für Winferroggen, 510 für Sommerweizen, 209 für Gerste, 473 für Hafer, 228 für Schotenfrüchte, 87 für Futtermais, 740 für Klee, 190 für Luzernekoppel, 84 für Weide. Es entfallen daher auf den Wurzelgewächsbau gegen 32 pCf. Ackerfläche, auf den Futterbau gegen 20 pCt. und auf den Körnerbau gegen 48 pCt. Düngung. Die Düngerproduktion betrug 1859 jährlich 177,180 Wiener Zentner animalischen Düngers, daher auf ein Joch Totalareal 94 Zent. Die Jauche wird bestens verwendet; nebsidem wird noch Guano, ein Kunst- dünger (Duxer) und gebrannter Kalk benutzt. Näheres über den Wirlhschaftsbelrieb in der Originalabhandlung.*) *) Zentralblatt für ges. Landeskunde. 1864. S. 234. Diiuguugs- und Kultur- Versuche. 217 Speziell über die Erschöpfung des Bodens durch Erschöpfung ' 1 o ^ (Jpg Bodens den Rübenbau liegt auch eine Brochüre von L. M. Zeit- durch hammer vor. Wir können hier nur hervorheben, dass, nach- ii"'jc"bau. dem er es versuchl, die Slellung- der Rübe in dein Frucht- wechsel vom agrikulturchemischen Standpunkte aus näher zu begründen und durch Aufstellung mehrerer Conti über eine Reihe der üblichsten Rotationen mit mehr oder weniger aus- gedehntem Rübenbau ein anschauliches Bild der Erschöpfung des Bodens durch dieselben zu verschaffen, er zu dem Resul- tate gelangt, dass es vornehmlich das Kali und die Phosphor- säure sind, welche dem Boden und zwar in um so grösserem Vcrhältniss entzogen werden, als die Ausdehnung des Rüben- baues gegenüber der der anderen Kulturpflanzen zunimmt, ohne dass ein Zuschuss an Alkalien und Phosphorsäure durch Zukauf von Dungstoffen , oder durch einen Antheil an Wiesland stattfindet. Auf die spezielle Durcbfüliruug der Bcreclinungen und Begründung der ausgesprochenen Ansicht müssen wir auf das Schriftchen selbst, das ül)erdies viele interessante Daten über den Rübenbau enthält, ver- weisen.*) Fr aas behandelt in einer Abhandlung**) die Bedeutung '^'''ß^/""/ der Waldstreue vom Standpunkte der Lehre von Erschöpfung durch und Ersatz. Die Folgerungen, zu welchen er hierbei gelangt, Entnahme" sind die folgenden: 1) dass das im Herbst abgefallene Laub oder die Nadeln für den Landwirth von viel geringerem Nutzen als Streu ist, denn die grünen Blatttheile und Aeste von im Saft gefällten Bäumen (Aslslreu etc.); 2) dass viel weniger jener Waldstreu -Entzug im Herbste, als die Abholzung selbst den Boden erschöpft; 3) dass endlich der jährliche Zuwachs -Entgang durch Waldslreu - Nutzung — abgesehen von der physikalischen Wir- kung, auf ein Tagwerk mit 30 xr. — 1 fl. fast überall an- nähernd richtig geschätzt ist; — und 4) der Ersatz der dem Wald entzogenen Pflanzennährstoffe zunächst nur auf dem Wege der Förderung der Verwitterung *) Die Erschöi)fung des Bodens durch den Rübenbau (s. Literatur). **) P^rgebnisse landwirthschaftlichcr und agrikulturchemischer Ver- suche des bayrischen landwirthschaftl. Vereins. 4. Heft. S. 87. 218 Düngangs- und Kultur- Versuche. und der Mineraldüngnng übeihaiipl zu suchen ist CBiermanns Verfahren, v. Manloufel). Analylische Versuche, welche in dieser Beziehung unler- nommen wurden, sind die folgenden: Im November vom Baum, an dem sie noch hingen, genom- mene Bucheiiblälter, enihiellen nur den 29slen Theil an Kali und den ]2ten Theil an Phosphorsäure gegenüber den im Mai von demselben Baume enlnommenen. (Zöller.) Föhrennadeln enthielten : ijährig (100 getr.) in 100 Gew.-Thl. nur 1,6 Asclie. IJ „ von demselben Baume . . . 2/2 „ 2^ „ von demselben Baume . . 2,8—3,0 „ 3\ „ abgefallen, aber in den grünen Nadeln noch hängend 2,4 „ Nach dem Ergebniss einer erst jetzt im Winter 1862163 vorgenommenen Einäscherung von Nadeln der Pinus sylvestris von demselben Standort (Kiesboden Münchens) enthielten: 1jährige Führennadeln . 2,500 pCt. Asche. U „ „ . 2,777 „ 3 „ ,. . 2,556 „ ,, Aus diesen Analysen geht aber hervor, dass mit Laub- enlzug im natürlichen Zustande — z. B. von Buchenlaub — in 80 Jahren dem Walde, z. B. bei 7 pCl. Äschegehalt und nur 2000 Pfd. Blättern pr. Tagw., aber auf völlig trocken (wie bei 100 pCt.) reduzirt, auf 140 Zentner pflanzennährende Bcslandtheile entzogen werden, in welchen 1 .V Zentner Kali und 3 Zentner Phosphorsäure sich finden. Jene 140 Zentner Aschenbestandlheile sind vollkommen hinreichend, j'^ der gan- zen Holzmasse für 8 Jahre zu produziren, die seltene Phos- phorsäure aber mehr als das Doppelte. Theoretisch würde sich somit durch Waldstreu- Entzug (durch Blätterenlnahme) im besten Falle der Holznachwuchs um l — y'^, vermindern, also um ,'o — ^'q Klafter der Ertrag per Jahr sinken. Wir wollen da erinnern, dass die Frage über Beziehung zwischen Waldstreubezug und Holzertrags -Verminderung schon 1838 zu Karls- ruhe auf der zweiten Versammlung der deutschen Land- und Forst- wirthe zur Bcrathung und Behandlung durch AVedekind kam. Sj^äter zu Potsdam, Gratz, wo schon v. C losen die Frage stellte: ob nicht bei einem gewissen Wechsel im Streurechen die Streu mehr werth sei, oder höher bezahlt werde, als das Holz, dessen Zuwachs dadurch gehemmt wird, also — über den Holzentgang, und verlangt dafür die Anstellung Analyse eines Düngungs- und Kultur-Versuclie. 219 von Versuchen; weiter zu Magdeburg, wo Nussbaumer als Erfahrung einen Fall angiebt, dass bei Föhren vom 15. Jahre an die trockene Nadelstreu per Morgen 6 Ztr. betragen habe, die dort einen Werth von 20 Sgr. (1 fl. 20 kr.) hatten. Im nicht berechten Walde nebenan sei der Zuwachs um 15 Kub--Fuss pro Morgen ä 1 Sgr. (3^ kr.) hoher gewesen, somit hätte man aus der Streu 5 Sgr. mehr als durch Holz- ziiwachs erhalten. Uebcr die Erscliöpfung der Bodenkraft findet sich in No. 37 (1863) des Wochenblattes der Boden-, Forst- und Hausvvirlh- schaft in Böhmen eine Abhandlung, in welcher der ungenannte Verfasser zu folgendern Resunie gelangt; Die Fruchtwechsehvirthschaft mit abwechselndem Futler- bau kann auf die Dauer den Boden nicht vor Erschöpfung schützen, weil wir demselben mehr nehmen, als wir ihm im Stalldünger wiedergeben; sie kann sie nur hinausschieben, weil wir den Körnerbau und Knollenbau als erschöpfend ver- mindern. C. Karmro dt lieferte eine sehr eingehende Untersuchung eines Kleebodens zu Bohn in der Eifel, auf dem 22 Jahre nach Kieeoodens. einander Klee geerntet wurde. Das Kleefeld, von welchem hier die Rede sein soll, liegt an einem gegen Osten abdachenden Berghange. Die Eigenthümer haben es dem Kleebau überwiesen, da bei einer Neigung von Sb" die Bearbeitung mit dem Pfluge sehr erschwert wurde, und auch durch Abspülungen öfters beschädigt werden würde. Dieser Berghang wurde vor 23 Jahren mit Esparsette besäet und man gewann von dieser trefflichen Kleesorte zehn Jahre lang ergiebige Ernten. Nach dieser Zeit stellte sich viel Gras unter dem Klee ein, und um dieses zu vertilgen, wurde das Stück mit eisernen Eggen stark aufgeeggt und 8 Pfd. (auf 3 Morgen?) Rothkleesamcn ein- gesäet. Der Rothklee wuchs mit der gleichsam verjüngten Esparsette prächtig heran, und gab 3 Jahre lang in jedem zwei volle Schnitte. Beim Ablauf des dritten Jahres wurde das Feld wiederum stark aufge- eggt, und von neuem mit abermals 8 Pfd. Rothkleesamen besäet. Es erfolgten demnach 3 Jahre lang in jedem Jahre Ernten eines vortreff- lichen Gemisches von Esparsette mit Rothklee. Dieselbe Operation wurde noch zweimal mit gleich gutem Erfolge wiederholt, so dass gegen- wärtig das Feld im 23. Jahre Klee trägt: die ersten 10 Jahre also reine Esparsette, die folgenden 12 Jahre Esparsette mit Rothklee. Im Früh- jahr 1861 wurde wiederum Esparsette angesäet, welche im Herbste recht schön stand. Unmittelbar ülter dem am Berghange liegenden Kleefelde befindet sich, einige Ruthen breit, ein mehr horizontal gelegener Ab- satz, welchen man der günstigeren Lage halber zum Fruchtbau benutzt. Dieses Stück hat noch nie Esparsette wohl aber I85G und 1859 deut- schen Klee, jedoch mit weniger günstigem Erfolge getragen. Welche 220 Düngimgs- und Kultur- Versuche. Beschaffenheit und Zusammensetzung hat der Boden, welcher seit 22 Jah- ren Klee brachte und wodurch unterscheidet sich derselbe von dem eben bezeichneten zum Fruchtbaue benutzten Boden war nun die Frage, welche durch eine Untersuchung beantwortet werden sollte. Der Boden beider Felder ist ein ziemlich guter Lehm und einigermassen durch das Auge unterscheidbar durch seine Gemengtheilc ; bei der mechanischen Trennung derselben ergab sich: im Kleebodeu. im Fruchtboden. 1. Festes Gestein von der Grösse eines Hühner- Eies bis zur Grösse eines Rapskornes herab 59,31 18,42 2. Zertrümmertes Gestein, Sand und grobe Erde (mit Einschluss von Pflanzenresten) . 12,28 33,78 3. Abschlemmbare Bestandtheile (mit Ein- schluss der Pfianzenrestc) 28,31 47,63 4. In Wasser auflöslichc Bestandtheile . 0,102 0,175 . 100,002 100,905 Auf die Feuchligkeilsveihälfnisse sind die Mischungen der Bodengemenglheile von unverkennbarem Einfluss. 100 Theile lufttrockenen Kleebodens vermögen 27,5 pCt. , Fruchtboden 36,8 pCt. Wasser aufzunehmen. Bei gleicher Oberfläche und sonst gleichen Bedingungen trocknet der mit Wasser gesättige Klecboden. Fruchtboden. in 5 Tagen bis auf 11,5 pCt. 21,8 pCt. in 10 „ „ „ circa 1 pCt. 8 pCt. seines Wassergehaltes aus. 100 Theile bei llO*^ C. ausgelrocknelen BodeVis enthalten: Kleebodeu. Fruchtbodeu. Kali ü,319 0,429 Natron 0,038 0,022 Kalk 1,973 2,455 Bittererde 8,422 8,378 Eisenoxyd 9,.521 8,388 Thonerde 3,521 3,130 Phosphorsäure 0,032 0,054 Schwefelsäure 0,002 0,004 Lösliche Kieselsäure 0,185 0,194 Kohlensäure 1,550 1,662 Chlor 0,002 0,004 Silikat unlöslich, i Kieselsäure 59,098 61,421 1 Thonerde 10,695 17,354 Organische Reste 3,460 4,104 TJlmiusäure 0,165 0,283 Quellsaures (und Quellsalzsaures) Ammoniak . 0,017 0,118 100,000 100,000 Es ist sicher, dass der Boden, welciier ununterbrochen Düngungs- uiul Kultur- Versuche. 221 22 Jahre lang zum Kleebau benülzl wurde, vorzugsweise die- jenigen Beslandlheile verlieren mussle, welche ihm durch den Kleebau entzogen wurden. Einer Berechnung nach wurden dem Felde pro Morgen entzogen : Gemisch von Es- Diireh Esparsette parsette mit llotb- Zusammen in in 10 Jahren. klee in 22 Jahren. 22 Jahren. Kali • . . 87,75 Pfd. 308,32 Pfd. 39G,07 Pfd. Natron 275,47 „ 170,10 „ 445,57 „ Kalk 403,13 „ 478,00 „ 881,13 „ Bittererde 111,41 „ 127,36 „ 238,77 „ Eisenoxyd 29,64 „ 20,66 „ 50,30 „ Phosphorsäure .... 339,30 „ 264,10 „ 603,40 „ Schwefelsäure .... 21,84 „ 37,08 „ 58,92 „ Kieselsäure 14,30 „ 59,48 „ 73,78 „ Chlor 17,16 „ 34,90 „ 52,06 ,, 1300,00 Pfd. 1500,00 Pfd. 2800,00 Pfd. Von den mineralischen NährstofTen für den Klee finden sich nun im Boden pro Morgen und bei 4 Fuss Tiefe folgende Mengen (nach der Analyse des Kleebodens berechnet) vor: Im Pfumlen Entnommen In Pfunden 18G2. in 22 Jahren. 1830. Kali .... 26,477 Die 22jährige Entnahme 396 26,873 Natron . . . 3,154 durch die Klee-Ernten 446 3,600 Kalk .... 163,759 hinzugerechnet giebt die 881 (164,640) Bittererde . . 35,026 ungefähre Zusammen- 239 35,265 Eiseuo.xyd . . 790,243 Setzung des Bodens wie 50 790,392 Phosphorsäure 2,656 er vor dem Kleebau war. 603 3,259 Schwefelsäure. 0,166 (Zahlen sind abgerundet 59 (0,225) Kieselsäure . 45,355 benutzt.) 74 15,429 Chlor. . . . 0,166 52 0,218 1037,002 2800 1039,802 Hätte der Boden während jener ganzen Zeit keine Zufuhr irgend welcher Mineralstoffe empfangen, so würde dessen pro- zenlische Zusammensetzung vor und nach dem Kleebau (bis jetzt) folgende sein: Kleeboden. 1839. 1862. Kali 0,324 0,319 Natron 0,043 0,038 Kalk (1,984) (1,973) Bittererde 0,425 0,422 Eisenoxyd 9,521 9,.521 Phosphorsäure .... 0,039 0,032 Schwefelsäure .... (0,0027) (0,002) Kieselsäure 0,186 0,185 Chlor 0,0026 0,002 222 Düngungs- und Kultur- Vorsuclie. Es sind dem Boden in gedachter Zeit namentlich Alkahen, Kalk und Biltererde, Phosphor- und Schwefelsäure entzogen worden und fehlen demselben auf einer Fläche von 21 Fuss lang und 15 Fuss breit (bei 4 Fuss Tiefe)*) 5 Pfd. Kali, 5 Pfd. Natron, 3 Pfd. Biffererde, 7 Pfd. Phosphorsäure u. s. w. Obgleich diese Mengen so wichtiger Pflanzennährsloffe bedeu- tend genug sind, erscheinen sie doch gering gegen den im Boden noch vorhandenen Vorrath. Dem Kleefelde wurde nun aber Kalk und Gyps zugeführt, und zwar erhielt derselbe in 11 Jahren alljähr- lich 300 Pfd. gelöschten Kalk und 160 Pfd. Gyps. Die Düngung mit diesen Mineralstoffen geschah abwechselnd ein Jahr um das andere. Elf Mal 300 Pfd. Kalkhydrat = 3300 Pfd. oder diesem ent- sprech 2500 Pfd. Kalk (Ca 0, wie dessen Zusammensetzung in der Analyse); elf Mal 160 Pfd. Gyps = 1760 Pfd. (CaO, S 3 -]- 2 H 0), in welchem enthalten sind nahezu 820 Pfd. Schwefelsäure und 573 Pfd. Kalk. Die Zusammensetzung des Slrassenkehricht und der ausgelaugten Holzasche wurde, da deren Zusammensetzung und Menge nicht bekannt, ausser Rechnung gelassen.**) Von den bekannten mineralischen Dünge- mitteln, welche dem Kleeboden in 22 Jahren zugeführt sind, rechnen wir daher nur den Kalk in Allem 3073 Pfd. per Mor- gen und die Schwefelsäure mit 820 Pfd. per Morgen. Nach Hinzurechnung dieser Stoffe ändern sich obige Zahlen für Kalk und Schwefelsäure: angenommen, es hätte während der Zeit des Kleebaues von dem zugeführlen Kalk Verbrauch stattge- funden, so müssen sich jetzt auf der Fläche eines preussischen Morgens und bei der angenommenen Tiefe von 4 Fuss 3073 bis 881 Pfd. = 2192 Pfd. Kalk noch vorfinden; es finden sich aber C1862) 163,769 Pfd., und diese Menge ist 1839 jedenfalls um 2192 Pfd. geringer gewesen; sie würde 1839 gleich 1,947 pCt. betragen haben, wogegen sie 1862 = 1,973 pCt. beträgt, mit- hin ein Plus von Kalk = 0,026 pCt. Auf einer oben ange- gebenen Fläche (von 100,000 Pfd. Boden) würden demnach 26 Pfd. Kalk mehr vorhanden sein. Die Entnahme des Kalkes durch die Kleeernten war also geringer als die Zufuhr. Aehn- lich verhält es sich mit der im Gyps zugeführten Schwefelsäure. *) Enthält gegen 100,000 Pfd. Erde. **) Ebenso der von dem darüber liegenden Stücke durch Abschwemmen möglicherweise hinzu gekommenen Mineralbestaudth., Düngstoffe u. s. w. Düngungs- und Kultur-Versuche. 223 Gypslösungen, welche ohnoliin nur in geringer Menge von der Ackerkrume zurückgehallen werden, gelangen in dem an gro- bem Gestein reicheren Boden des Kleefeldes leichler in den Uniergrund. Es isl anzunehmen, dass diese Gypsfliissigkeilen bei Aufnahme noch anderer lösbarer Mineralsubstanzen dem Klee geeignete Bodenlösung darbieten, welche sich auch bis in die liefeien Bodenschichten bewegt. Die beiden Bodenarien aus Rohn, welche, wie bemerkt, ihre Entstehung einer Gebirgs- formalion verdanken, unterscheiden sich bezüglich ihrer che- mischen Zusammensetzung nicht bedeutend und sie würden eine gleiche Kleefähigkeit zeigen, oder gezeigt haben, wären die Felder in ihrer Lage und der durch dieselbe (wahrscheinlich) bedingten physikalischen Verhältnisse, nicht so verschieden. Die etwas abweichende Zusanniienselzung des nicht Klee tra- genden Bodens hat seine Begründung einestheils in der ver- schiedenen Benulzungsweise des Feldes zum Fruchtbau : andere Entnahme, andere Zufuhr; anderentheils wird die Zusammen- setzung durch die Bodengemengtheile bedingt, deren oben Er- wähnung geschah. Die in Wasser auflüslichen Beslandtheile der beiden Boden- arten waren folgende : In 100 Theilen In JOO Tbeilen des des gelösten Autheils Kleehodens. Fruclilbodeus. Kleebortens. Fnichtbodetis. Kali 0,0005 0,0022 0,475 1,273 Natron 0,0013 0,0043 1,232 2,444 Kalk 0,0167 0,0216 16,364 12,352 Eisenoxyd .... 0,0158 0,0017 ( ^^ ^^^ ^ 993 Thonerde ? ? ( ' ' Bittererde .... 0,0016 Spur 1,.547 Spur. Phosphorsäure . . . 0,0002 weniger als 0,118 weniger als Kleeboden. Kleeboden. Schwefelsäure . . . 0,0020 0,0050 2,010 2,812 Kieselsäure .... wenig wenig wenig wenig Kohlensäure*) . . . 0,0120 0,0143 11,734 8,161 Chlor 0,0020 0,0037 1,960 2,150 ^f^f'^'' ! J^ieselsäure ^ ^g.g ^,0047 32,223 2,647 Silikate \ Thonerde Organische Stoße . 0,0172 0,1175 16,867 67,168 0,1021 0,1750 100,000 100,000 *) Diese ist an Basen gebundene Kohlensäure, die gasförmige ist nicht bestimmt worden. 224 Dünguiigs- und Kultur-Versuche. Der Klecboden zeigt eine absoliil geringere Owantiläl auf- gelüsler Substanzen als der Friichlboden, Da die in der Analyse aufgeführten Stoffe die Hauplbestandtlieile der Boden- lüsung bilden, aus welcher die Pflanze doch wahrscheinlich vorzugsweise ihre Nahrungsstoffe schöpft, fassen wir diese ein wenig näher ins Auge: Die Menge der Alkalien ist im Klee- boden etwa nur i so gross als im Fruchtboden — namentlich ist die Menge des Kali's kleiner. Die Entnahme der Alkalien durch den Fruchtbau wird nur wenig geringer als durch den Kleebau gewesen sein; da aber jener Düngungen mit Stallmist und Haidecompost empfing, ist wohl anzunehmen, dass ihm da- durch eine Entschädigung wurde, welche der Kleebodcn nicht empfing. Bittererde wurde unter den in Wasser gelösten Bestand- theilen des Kleebodens vorgefunden und konnte der Menge nach bestimmt werden; im Fruchtboden waren kaum Spuren nach- zuweisen. Die Bittererde, häufig als Begleiter des Kalks, wird durch diesen bei seiner wiederholten Anwendung als Dünge- mittel in den Boden gekommen sein. Die bedeutende Menge des Eisenoxyds und der Silikate im Kleeboden ist bemerkens- werth. Die Lösung dieser MineralstofTe will ich zunächst nicht als vollständig bezeichnen. Die Flüssigkeit passirte das Filter mehrmals ohne ganz klar zu werden. Die schwache Trübung Cupalisiren) wurde durch höchst feinvertheille Mineraltheilchen bewirkt, welche sich auch beim längeren Stehenlassen nicht niedersenkten. Beim Einleiten von Kohlensäure wurde die Flüssigkeit ganz klar und beim Verdampfen derselben schieden sich die Bestand theile aus, welche bei weiterer Analyse als Thonsilikate, Eisenoxyd etc. erkannt wurden. Mit dem Eisen- oxyd wurde eine kleine Menge Phosphorsäure abgeschieden. Aus den Untersuchungen der beiden Bodenarten wird gefolgert: dass 1) der Kleebodcn in Bezug auf seine chemische Zusammen- setzung an mehreren wichtigen mineralischen PflanzennährstofFen ärmer ist, als der nicht kleetragende Boden und dass dieser geringere Gehalt oben angegebener Substanzen wahrscheinlich in Folge einer langjährigen ununterbrochenen Kleekultur her- beigeführt ist; 2) dass der Fruchtboden, von chemischer Seite aus betrachtet, nicht als kleeunfähig betrachtet werden kann, da er alle, dem Klee besonders zusagenden MineralstofTe in hinreichender Menge und Beschaffenheit enthält. Die physika- Diingungs- und Kultur-Yersuclic. 225 lisclien Verhältnisse des Fruchlbodciis sind für den Klee we- niger günstig; 3) dass der langjährige Kleebau an dem Berg- hange günstig verlief, da die physikalischen Verhältnisse des Bodens dem Kleewuchs besonders förderlich sind, dass aber während jener langen Zeit der Kleekultur ein abwechselnd alljährliches Bestreuen von Kalk und Gyps sich als sehr vor- Iheilhafl erwiesen; 4) sind die günstigen physikalischen Ver- hältnisse bedingt durch die geeigneten Ouantiläten der Boden-- gemengtheile, durch welche der Boden eine solche Porosität erlangt, dass der Luftwechsel mit Leichtigkeit stalthaben kann. Ebenso die schnelle Zirkulation der Bodenflüssigkeit. Hierdurch nimmt die Verwitterung einen regelmässigen Verlauf; es wer- den stets Verbindungen von Mineralsloffen in geeigneter Form gebildet und gelöst, welche die Pflanze sich anzueignen im Stande ist. Ferner ist durch den stetigen Luftwechsel dem Anhäufen von Pflanzenresten und daraus hervorgehenden Hu- mussubstanzen, welche dem Klee nicht zusagen, entgegenge- treten. Die Kleefähigkeit oder die Kleekraft eines Bodens kann durch die genauesten chemischen Untersuchungen desselben nicht allein, sondern nur durch die gleichzeitige Beachtung seiner physikalischen Verhältnisse erkannt und bestimmt werden. IVeben einer gehörigen Tiefgründigkeit und einer gewissen Bindigkeit des Bod